Dieter1
Senior Member
x-pat, danke fuer einen Superbeitrag. Es freut mich, dass es noch ein paar wenige Menschen wie Dich gibt, die kapieren wie der Hase laeuft und nicht auf Taksin und Konsorten reinfallen.
x-pat" said:...Wie in den letzten Tagen vor dem Putsch bekannt wurde (und was bis heute wenige wissen) hatte die Thaksin Regierung ein Milliardenprojekt in Burma geplant, den Hat Gyi Staudamm, der ohne weiteres zehn mal soviel Menschen wie der Pak Mun Staudamm heimatlos gemacht hätte.
QuelleDas Unternehmen Sinohydro erhielt im Jahr 2006 den Zuschlag für den Bau des eine Milliarde US-Dollar teuren Hat Gyi-Dammes in der Nähe der thailändischen Grenze.
Ja Loso, leider. Denn sie merken noch nicht, wie ihnen mit der anderen Hand das Fell ueber die Ohren gezogen wird.Loso" said:Dass sich der Premier da persönlich zu den Betroffenen gesetzt hat mag zwar reine Imagepflege gewesen sein, aber ein Symbol für viele Leute und so bis dato noch nie praktizierte Bürgernähe aller vorhergehenden Regierungen. Dafür lieben ihn viele von denen bis heute.
Aber so wird ja nun überall in der Welt Politik gemacht. Indem man als Politiker "Signale" setzt, über die man sich vorher austauscht und sie nach ihrer "Wirksamkeit" für die eigene Politik und die eigenen Wiederwahlchancen abklopft.Loso" said:Dass sich der Premier da persönlich zu den Betroffenen gesetzt hat mag zwar reine Imagepflege gewesen sein, aber ein Symbol für viele Leute und so bis dato noch nie praktizierte Bürgernähe aller vorhergehenden Regierungen. Dafür lieben ihn viele von denen bis heute.
Hmm, laß mich raten.Dieter1" said:...richtig auch, dass die Taksin dominierten Regierungen, zu denen ich auch die Samak Regierung zaehle, viel in die Verbesserung des Strassenetztes im Norden un Nordosten investiert haben. Nur, zu welchem Preis? Auf wessen Kosten?
Ach so, jetzt versteh' ich auch warum die im Süden nicht die TRT/PPP gewählt haben.Dieter1" said:Nein Waanjai, vor allem auf Kosten des meist miserablen Zustandes des Strassenetzes in Suedthailand.
Klar, aber man bekommt sicher einen authentischen Eindruck von seinen Wähler und darf sich mal aus erster Hand deren Sorgen anhören. Es gibt in Bangkok sicher viele Leute, denen übel würde, wenn sie sich vorstellen müssten, mit denen zusammenzusitzen.waanjai_2" said:Nur einmal sich irgendwo hinsetzen, wo Leute sind, die bislang von "denen da Oben" nie etwas nachhaltiges bekommen haben, reicht dann nicht aus...
Na, wenn Du es schon nicht weist, woher soll es dann der Sondhi wissen? :-)Dieter1" said:Es geht um die Sehnsucht breiter Bevoelkerungsschichten in Bangkok nach echter Demokratie auf der einen Seite und um die Errichtung einer meinetwegen dem Isaan gegenueber wohlwollenden Oligarchie auf der anderen Seite. Wie das unter einen Hut zu bekommen ist? Bin ueberfragt.
Ja, besonders hier hat´s genagelt:KKC" said:[...] Da werden 6 spurige Schnellstrassen durch die Dörfer genagelt, [...]
Interessiert mich auch. Straßenbau ist ja ein beliebtes Instrument von Investitionsförderungsprogrammen - schon seit Anno Pief bzw. Hitler.KKC" said:Also für mich hat Thailand ein Super Strassennetz. Und das wurde in relativ kurzer Zeit aus dem Boden gestampft. Was mich allerdings wundert, ist wer steckt hinter den Plänen und wer verdient daran. Da werden 6 spurige Schnellstrassen durch die Dörfer genagelt, wo es 4 Spuren auch getan hätten. Und das quer durchs ganze Land.
Die Planungen dafür liegen aber teilweise schon Jahrzehnte in den Schubladen. Must nur mal darauf achten, wo die Strommasten in den Reisfeldern verlaufen, und wie weit zurückgesetzt die Häuser sind. Bis dahin ist schon Staatsland und für einen späteren Ausbau vorgesehen. Da mussten viele ihren liebgewonnenen, "kostenlosen" Vorgarten abschreiben.KKC" said:Also für mich hat Thailand ein Super Strassennetz. Und das wurde in relativ kurzer Zeit aus dem Boden gestampft.
Das Hat Gyi Projekt war ursprünglich als Joint Venture zwischen EGAT und Synohydro geplant, aber nach dem Putsch fand die Show natürlich ohne die Thais statt. Sinohydro ist nur eine von ca. 60 chinesischen Mining, Hydropower, Oil and Gas Konzernen, die dem burmesischen Regime dabei behilflich sind das Land auszuplündern. Gegeg EGAT ist Sinohydro allerdings eher ein Fliegengewicht und das Projekt ist scheinbar noch in der Versuchsphase.Loso" said:Na, so dicht kann Thaksin da wohl nicht dran gewesen sein, wenn die Chinesen in 2006 den Zuschlag erhielten.
Kann ja mal das Foto das Kali eingestellt hat mit ein paar Fotos von dem Zustand der Inselstrassen einstellen... da friert so manchem das Gesicht ein...x-pat" said:.....Diese Company war zu Beginn ihres Geschäftslebens mit einem Stammkapital von einigen zehn Million registriert, was sich gegen Ende der Thaksin Ära magisch auf einige hundert Millionen erhöht hatte. ...
Deutsche WelleThailand: Analyse einer Krise
Thailands Premier Samak soll nun wegen einer Kochshow zurücktreten - zumindest kurzfristig. Doch wie könnte die Krise in Thailand dauerhaft gelöst werden? - Eine politische Analyse.
Seit Monaten demonstriert die außerparlamentarische Opposition ("People’s Alliance for Democracy" PAD) in Bangkok gegen den gewählten Premierminister Samak Sundaravej und seine Volkspartei (PPP). Zentrale Forderungen der regierungsfeindlichen Demonstranten sind der Rücktritt Samaks und eine Neuordnung des Parlaments, in dem nur noch 30 Prozent gewählte Mitglieder sitzen sollen, während 70 Prozent ernannt werden sollen. Der Großteil der Bevölkerung teilt die Forderungen der PAD nach einem undemokratischeren Parlament Umfragen zufolge nicht.
Die PAD gilt als Sammelbewegung der städtischen Eliten, während die PPP die Armen und die Landbevölkerung hinter sich scharrt - bei weitem die Mehrheit der Bevölkerung. Eine Umfrage der Zeitung "Bangkok Post" vom 8. September besagt, dass in Bangkok selbst jeweils etwa 20 Prozent PPP respektive PAD unterstützen, wohingegen der Rest der Befragten sich neutral zeigt.
"Konfrontation zwischen den Eliten"
"Die Konfrontation zwischen alten und neuen Eliten gibt es schon lange", sagt der Sicherheitsexperte Wilfried A. Herrmann, der seit vielen Jahren in Bangkok wohnt und arbeitet. "Es ist keine Überraschung, dass hinter der PAD reiche Klans stehen, die die Demonstranten finanzieren." Die Demonstranten sind blendend organisiert. Nahrungsmittel, vor allem Wasser, werden laufend herangebracht und sogar bevorratet. Die PAD hat nicht nur Toilettenbusse und Duschen bereitgestellt, sondern sich auch um die Müllentsorgung gekümmert. Auf das tägliche Leben der übergroßen Mehrheit der Thais – abgesehen von jenen, die in den betroffenen Zonen der Demonstrationen leben – hat die politische Krise kaum einen Einfluss.
Im PAD-Vordergrund stehen Aktivisten der Studentenaufstände der späten 1970er Jahre. Ihre Frontmänner sind stolz darauf, dass sie außerparlamentarisch aktiv sind und haben in keiner Phase auch nur angedeutet, dass sie sich als politische Partei etablieren oder als Individuen zur Wahl stellen wollen.
Aussitzen und Eskalation
Die Regierung Samak versuchte die Lage zunächst mit Aussitzen unter Kontrolle zu bekommen. Ende August 2008 eskalierte jedoch die Situation, als die PAD Regierungsgebäude stürmte und die staatliche Fernsehanstalt (NBT) besetzte. Bei Gegendemonstrationen kam es zu Zusammenstößen. Mehrere Menschen wurden verletzt, einer starb. Die Regierung von Premierminister Samak Sundaravej verhängte daraufhin den Ausnahmezustand, den die staatlichen Organe aber nur soweit durchsetzten, wie es die unbedingte Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung erfordert. "In anderen Ländern wären bei Besetzung des Premierministerbüros sicher härtere Maßnahmen erfolgt", sagt Hermann.
Die permanente Besetzung des Regierungsviertels geht fraglos weit über das Demonstrationsrecht hinaus; seit Ausrufung des Ausnahmezustandes sind Versammlungen von mehr als fünf Personen in Bangkok ohnehin untersagt. Die Armee setzt das Verbot aber nicht durch. "Ein Einschreiten gegen die Demonstranten würde sicher zum Blutvergießen führen", sagt Thitinan Pongsudhirak vom Institut für Sicherheit und Internationale Studien (ISIS) der Chulalongkorn Universität Bangkok. "Bleibt die Armee aber passiv, gibt sie die Regierung auf." Der Politikwissenschaftler Martin Wagener meint: "Die Streitkräfte haben damit bewiesen, dass sie zu den Veto-Spielern im politischen System gehören." Wagener arbeitet an der Universität Trier, hält sich aber zurzeit in Bangkok auf und beobachtet dort die angespannt politische Lage. "Ein Ministerpräsident kann hier weiterhin nicht darauf bauen, bedingungslos von der militärischen Führung unterstützt zu werden", sagt Wagener.
"Nicht zum Putsch zwingen"
Der Oberkommandierende General Boonsarng Niumpradit - ein in Westpoint/USA ausgebildeter und strikt apolitischer Offizier - will sich nicht "zu einem Putsch zwingen lassen". Vor der nun erfolgten Absetzung Samaks spekulierten Beobachter über folgendes Szenario: Hätte er, wie geplant, im September an einer UNO-Sitzung in New York teilgenommen, dann hätte das Militär die Gelegenheit nutzen und ihn in Abwesenheit absetzen können - so
wie es Samaks Protegé und Vorgänger Thaksin im September 2006 ergangen war.
Die Regierung steht mit der abwartenden Haltung des Militärs aber ohnehin am Rand der Handlungsunfähigkeit. "Samaks Position ist eigentlich unhaltbar geworden", erkannte Thitinan Pongsudhirak frühzeitig. Die Frage sei längst nicht mehr, ob Samak gezwungen werde zu gehen, sondern nur noch die Art und Weise seines Abgangs sei offen. Die am 9. September verfügte Absetzung Samaks durch das Verfassungsgericht wegen seiner Kochshow ist allerdings eine Lösung, auf die kaum eine Beobachter gekommen wäre. Sie greift aller Wahrscheinlichkeit aber nur kurzfristig: Samaks Kabinett muss dem Gerichtsbeschluss zufolge ebenfalls zurücktreten, bleibt aber vorläufig geschäftsführend im Amt. Am Freitag soll nach Angaben von Parlamentspräsident Chai Chidchob ein neuer Ministerpräsident gewählt werden. Für die Abstimmung soll Samak wieder als Kandidat aufgestellt werden, erklärte seine Partei. Aufgrund seiner komfortablen Mehrheit gilt seine Wiederwahl als sicher.
Wenn Samak aber zurücktreten sollte, löst das nicht die Krise. Das Parlament müsste dann einen neuen Premier wählen. Dort hat aber Samaks Koalition klar die Mehrheit. "Ist der neue Premier von der PPP, wird die PAD wohl kaum ihre Proteste einstellen", meint Thitinan Pongsudhirak. "Wenn Oppositionsführer Abhisit Vejjajiva sich aber mithilfe von Überläufern ins Amt manöveriert, laufen die Unterstützer der PPP wahrscheinlich Amok."
Eine andere Lösung wäre, wenn Samak das Parlament auflöst und - mitten im politischen Tumult - Neuwahlen ansetzt. "Das wäre wahrscheinlich der beste Weg, auch wenn er auf Dauer nicht die tiefe strukturelle Krise Thailands löst", meint Thitinan Pongsudhirak. Wenn Samak aber von der PAD vertrieben werde, nehme eine Minderheit das ganze Land in Geiselhaft, meint der einflussreiche Wissenschaftler. Ein solcher Ausgang der Krise würde das fragile demokratische System langfristig beschädigen und zurückwerfen.
Königslösung
Oberste Autorität des Landes bleibt König Bhumibol Adulyadej, der – soweit dies von außen zu beobachten ist – in der Krise bislang nicht Partei ergriffen hat. "Der König wird sich vermutlich erst dann in das Geschehen einschalten, wenn die Auseinandersetzungen zwischen Regierung und PAD gewaltsam eskalieren sollten. Sein hohes Ansehen reicht soweit, dass er mit einer kurzen Ansprache die Auseinandersetzung beenden könnte", sagt Wagener. "Auf das Wort des Königs würden sowohl die Vertreter der Regierung als auch die Führer der PAD sofort hören."
Eine genaue Prognose wie die Lage sich entwickeln wird, traut sich kein Beobachter zu. "Die Machteliten sind über alle Ebenen und politischen Grenzen eng miteinander verbunden - und haben bisher häufig im letzten Moment eine Einigung gefunden", meint Herrmann. (sams)
Herrmann, wir sind hier nicht in Zimbabwe!Changnam43" said:schon ein klein wenig veraltet, aber trotzdem interessant
Deutsche WelleWilfried A. Herrmann,..."Es ist keine Überraschung, dass hinter der PAD reiche Klans stehen, die die Demonstranten finanzieren." [highlight=yellow:f9a3d25dfd]Die Demonstranten sind blendend organisiert. Nahrungsmittel, vor allem Wasser, werden laufend herangebracht und sogar bevorratet. Die PAD hat nicht nur Toilettenbusse und Duschen bereitgestellt, sondern sich auch um die Müllentsorgung gekümmert.[/highlight:f9a3d25dfd] meint Herrmann. (sams)