Kannst Du Dir eine Steckdose vorstellen, wo Du zuerst mit dem Phasenprüfer reingehst,
und auf beiden Polen Ströme feststellen kannst, ..
Mit meinem Phasenprüfer (=Spannungsprüfer) (sieht ungefähr aus wie ein kleiner Schraubendreher) kann ich nur feststellen, ob eine
Spannung (ab ca. 100 Volt..) in der Steckdose vorhanden ist. Falls das der Fall ist, fließt durch den Spannungsprüfer ein minimaler Strom durch die darin enthaltende Anzeigelampe und meine den Spannungsprüfer haltende Hand und fließt dann durch meinen zum Glück noch mit der Hand verbundenen Rest-Körper nach Erde/Masse ab.
...und anschliessend durch Dein Messgerät gemessen die Erkenntniss bringt,
irgendwo sind Phase und Nulleiter verbunden, dennoch lösst die Sicherung nicht aus.
Eine solche Erkenntnis werde ich mit meinem Spannungsprüfer nicht bzw. nie gewinnen können. Wenn Phase und Null-Leiter irgendwo im Netz
verbunden wären, würde mein Sicherungsautomat im Verteilerkasten sofort auslösen. Den Fall hatte ich bereits. Irgendein Tier hatte eine Leitung unter dem Dach angenagt und den gesamten Kunststoff der Isolierung weggefressen. Dabei waren dann Phase und Nulleiter zusammengekommen. Der dritte Draht war auch abgenagt, aber der lag noch frei. Das Ergebnis war ein Kurzschluß. Hatte lange Zeit gebraucht um die Schadenstelle zu finden. Frage dazu : Welches Tier macht so etwas in Thailand. Hatte die großen Geckos in Verdacht..Fressen die aber Kunststoff, oder machen die den Draht nur aus Langeweile kaputt ? .
Der FI Schalter misst, eine Summe 0,73483291 .. geht über Phase rein,
und wenn nicht auf dem Neutralleiter 0,73483291 .. wieder zurück fliessen, schaltet der ab.
Mit Summe meinst du Ampere. Das muss aber trotzdem ein sehr seltsamer FI-Schalter sein. Die FI-Schalter schalten normalerweise nämlich erst dann, wenn der zurückfließende Strom um einen vorbestimmten Wert geringer ist, als der reinfließende. In Badezimmer ist in D ein 30mA-FI Vorschrift, d.h. erst wenn mehr als 30 Milliampere nach Masse abfließen, schaltet der FI-Schalter den Stromkreis ab. So einen habe ich auch nach Thailand mitgenommen und der ist dort im Schaltkasten eingebaut.
Damit wäre ein Kabelbrand, der die gesamte geflossende Strommenge innerhalb der Unternetzes hält,
kein Grund für den FI, abzuschalten,..
Verstehe schon, wie du das meist. Phase und Nulleiter müssten sich dazu nur derart minimal berühren, dass der dann fließende Strom auch nicht anders wirkt, als z.B. in einem an die Leitung angeschlossenen Heizlüfter.. Dann würde der Stromkreis selbst als Heizdraht wirken und die Leitung erhitzen, dass die Isolierung zu Brennen anfangen würde.
In der Praxis kommt ein sich als Heizung verhaltender Kurzschluß durch Berührung der abisolierten Drähte aber nicht vor. Wenn die blanken Drähte von Phase und Null-Leiter sich direkt berühren , gibt es immer einen vollen Kurzschluß und der Sicherungsautomat schaltet dann den Stromkreis ab. So funktioniert das in meiner Anlage in Thailand jedenfalls.
So,
nun zu den elektrischen Geräten,
was geht kaputt, wenn Spannung auch über den Neutralleiter ins Gerät hinein "gelangt".
Bei mir hatte der Neutralleiter noch nie Spannung aus dem Netz. Gemessen mit dem Multimeter vielleicht ein paar Milli-Volt gegen Erde, aber das macht überhaupt nichts.
Habs probiert, eine Lampe an die Steckdose gesteckt, an gemacht, und die Birne hat geknallt und war hin,
anschliessend gemessen, und das Problem festgestellt.
Die Glühbirne war wohl schon vorher "fällig" und die geben ihren Geist meistens mit einem Knall auf, wenn der Glühdraht kaputt geht. Aber du wohnst ja in Thailand und da hat dir vielleicht auch ein Elektro-Experte irgendwo in der Installation von den 3 Phasen nach Umweg über die Steckdose für die Waschmaschine die dort benutzte Phase nach Versorgung der Außenbeleuchtung per Reihenschaltung in den Nulleiter eines anderen Stromkreise gekoppelt.. oder so ähnlich..

Wenn du dort dann die Glühbirne dranhältst, kriegt sie fast doppelte Spannung und brennt sofort durch. "Normal" sind solche Zustände in einer Elektroanlage allerdings nicht.
Aufgrund der unterschiedlichsten Komponenten reagieren Geräte verschieden, magdeshalb sein, dass nicht alle Geräte zwangsläufig kaputt gehen müssen.
Kaputt gehen die nur durch zu viel Überspannung, bei Unterspannung leisten sie nur weniger ..
Abschaltende Sicherungen in Deutschland sind übrigens in Häusern keine C Sicherungen,
C Sicherungen sind als Industriesicherungen mit einem 3 x höheren Auslösepunkt versehen.
Ich benutze B-Sicherungsautomaten.. Auch in Thailand. Gekauft im deutschen Baumarkt. Gibt es in Thailand aber auch z.B. von ABB.
C-Sicherungen sind nicht generell für die Industrie, aber die sind speziell geeignet für induktive Lasten: Motoren, Vorschaltgeraete, Transformatoren. Sicher, die kommen in der Industrie in den Maschinen viel mehr zum Einsatz.
B -Automaten sind fuer Ohmsche Verbraucher , die wir in Thailand besitzen (Kochherd, Boiler, Heizung, Glühbirnen ) und auch kleinere Elektromotoren völlig ausreichend.
Warum kann man in Thailand für die Standartsicherungskästen nur C Sicherungen bekommen ?
Wenn das tatsächlich so sein sollte, was ich mir aber kaum vorstellen kann, könntest du mir ja mal den Grund für dieses Phänomen nennen.
Ach ja, du schreibst es ja schon:
In einem vernünftigen Netz, werden Überspannungen "rausgefiltert",
setzt aber eine entsprechende Wartung des Netzanbieters vor Ort vorraus.
Ein "vernünftiges Netz" findest du am ehesten in einem "vernünftigen Land" ..
In manchen Gegenden auf dem Land, machen Netzbetreiber Nebengeschäfte,
um reichen Mitbürgern eine funktionierende Infrastruktur zu bieten.
Völlig normal in einen Korruptionskulturland, obwohl sensible Farangs so etwas schon zu der Auffassung bringen könnte, sich in einem "nicht vernüftigen Land" niedergelassen zu haben. Wenn es dann auch noch Probleme mit der Stromversorgung gibt und keine vernünftigen und stabilen Strom- Netze zur Verfügung stehen, dürfte das schon ziemlich beklagenswert sein..