Thailand Forum - Nittaya.de

Zurück!

Es war nur ein kurzer Aufenthalt und eigentlich nichts Besonderes. Trotzdem, bislang hatte ich immer meine kleinen Erlebnisse, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Fangen wir also an:
Ich habe nicht in meiner Hütte in Jindis Dorf gewohnt. Die Gründe dafür waren, wie schon so oft, Probleme mit ihrer Familie, die mich immer noch für einen Goldesel halten und sich herzlich bemühen, mich auszunehmen.
Vielleicht erkläre ich euch erst einmal, wie es zu diesen Spannungen kam.
Als mich Jindi erstmals ihrer Familie, besonders ihren Eltern, vorstellte, war bereits das ganze Dorf über mich informiert worden. Wie mir ein Nachbar erzählte, hatten Jindis Eltern im Dorf verbreitet, endlich habe Jindi einen „dummen“ Farang gefunden, der viel Geld besäße. Er, der Farang, verdiene so viel Geld, dass sie bald ein neues Haus bekämen und der Alte (Jindis Vater) brauche nie wieder zu arbeiten.
Diese Hoffnung erwies sich jedoch als Trugschluss, denn ich hatte damals schon viele Jahre „Thailanderfahrung“ und hatte alle Fehler schon hinter mir.
Es gab also kein Geld. Das nahm man mir recht übel und ich wurde als Kii-niao angesehen. Mit diesem Titel kann ich jedoch leben.
Wir kauften ein Haus in Jindis Dorf. Dieses war leider nicht weit genug vom Haus ihrer Eltern entfernt. Das hätte ich besser überlegen sollen.
Zum Beispiel fuhr ich morgens etwa 40 Km zum Big-C Markt und kaufte unter Anderem einen Karton Chang-Bier. Wenn ich mich dann am Abend auf ein schön kühles Bier freute und ich mir eine Flasche aus dem Kühlschrank holen wollte, war keins mehr da. Das gesamte Bier hatte Jindis Familie getrunken. Mich zu fragen, kam denen natürlich nicht in den Sinn.
Oft kam der Vater von Jindi, um sich von mir Geld zu leihen. Anfangs waren es Beträge um 100 Baht. Mit der Zeit stiegen die jeweiligen Forderungen bis auf 1000 Baht. Selbstverständlich habe ich von dem geliehenen Geld auch nicht einen Baht zurückerhalten. Als er einmal vom Markt zurückkam, wo er etliche Fische verkauft hatte und also Geld besaß, sprach ich ihn einmal darauf an. Er schien überhaupt nicht zu verstehen, was ich von ihm wollte. Das Geld, was er auf dem Markt eingenommen habe, sei ganz anderes Geld als das, welches er sich von mir geliehen habe. Mein Geld habe er beim Spielen verloren – also könne er auch nur zurückzahlen, wenn er beim Spielen gewinne. Bei der inzwischen aufgelaufenen Summe war nie damit zurechnen. Weiterhin bezeichnete er mich als Geizhals (Kii-niao).
Also entschied der Kii-niao, ihm kein weiteres Geld mehr zu leihen, wodurch ich in seinen Augen keinesfalls beliebter wurde.
Nun ist es nicht so, dass ich grundsätzlich nichts gebe. Ich gebe lediglich kein Geld mehr. Jindis Familie kann mit Geld nicht umgehen. Haben sie Geld, so ist dieses in wenigen Tagen ausgegeben – egal, wie groß die Summe ist. Von Zeit zu Zeit helfe ich mit Sach- und Arbeitsleistungen aus.
So hatte ich mich bereit erklärt, in Jindis Elternhaus die marode Elektroinstallation zu erneuern. Das Material wollte ich kaufen und die Arbeiten wollte ich ausführen.
Es kam zum ernsten Streit, weil der Alte keinen Strom haben wollte, sondern er wollte, dass ich ihm das Geld dafür gebe.
Ich blieb hart und er erhielt kein Geld. Mehrere Tage war ich in seiner Hütte am arbeiten. In glühender Hitze nagelte ich hunderte Meter Kabel und setzte Schalter und Dosen. Er (Jindis Vater) und seine Söhne hockten derweil vor dem Haus und tranken Bier (meins?). Nun glaubt nicht, dass mir auch nur ein Bier angeboten wurde. Es machte auch niemand das Angebot, mir evtl. zu helfen. Ohne Jindi wäre ich sicher verdurstet. Sie holte 3 Flaschen kühles Bier aus meinem Kühlschrank. Davon erhielt ich genau 1 Flasche. Die beiden anderen Flaschen zogen sich die Blutsauger rein.
Im Laufe der Zeit verhärteten sich die Fronten. Davon demnächst.

Gruß

Mang-gon Jai
Top