Shai,
Was du da vorträgst, ist zwar so ganz richtig...es widerspricht sich allerdings nicht mit dem Wenigen was hier über Buddhismus gesagt, bzw. geschrieben wurde:-)
Ist es etwa kein Zeichen von Toleranz wenn Thai Mafiosi auch in den Tempel dürfen und um gute Geschäfte bitten - und das auch noch auf den Zettelchen Schreiben dem sie dem Mönch zusammen mit den 20 Bath überreichen. In den Ladybars gibt es ja auch keine Altärchen und Opferbäumchen. Ich kann mir einen Jesus am Kreuz und ein Weihwasserfässchen nicht sehr
gut in einem Bordell hierzulande vorstellen. Allerdings sind die meisten der Mafiosi ebenfalls fromme Katholiken und gehen jeden Sonntag in die Kirche und beten dafür, daß die Puertorikaner, die Russen, Ungarn Tchechen und Jugos ihnen nicht zuviele Reviere abluchsen:-)
Aber wenn Buddhisten (oder Thais) etwas oder Jemanden nicht mögen, dann bringen sie es durchaus fertig es einem klar zu machen:-)
Man kann buddhistisch, tolerant und pazifistisch sein ohne gleich ein Heiliger zu sein! Und entsteht nicht gerade aus dem Wissen um die Befreiung aus dem Kreislauf der leidlichen Wiedergeburten eine gewisse Toleranz? Muß man um dies zu erreichen, nicht bemüht sein sein Ego auszulöschen und erkennen daß das Leben wie wir es erfahren lediglich ein Traum ist der von einem abgesplitterten Teil der Einheit (dem Nirvana) geträumt wird? Also wiseo soll man denn mit diesem Wissen kleinlich sein.
In Thailand wird Buddhismus (außer dem Traditionellen Teil) wie überall auf der Welt individuell anders gelebt und erlebt.
Darüberhinaus ist Buddhismus auch eine sehr komplexe, vielschichtige und durchstrukturierte Philosophie. Und die bleibt einem zufällig in einer buddhistischen Kultur aufgewachsenem Menschen allermeistens verborgen. In unseren Breitengraden ist auch nicht jeder Christ ein Theologie Student - und nicht jeder Judde ein Thalmud Gelehrter oder Kabballist. Was nicht heißen will daß sich Christentum auf nicht sündigen um in den Himmel zu kommen beschränkt. Philosophien wollen studiert sein, wozu die meisten Thais weder Zeit noch Interesse haben. Und deshalb beschränkt der Buddhismus des gemeinen Thai sich meistens auf das respektieren der gängigne Traditionen, Tambun, Chock Dee, Dee sam lap Chan - Dee sam lap Thö...u.s.w. und halt eben das Wissen um die Möglichkeit der Befreiung aus dem K.d.W.
Daß die zum Aberglauben (man könnte es auch als Schamanismus betitteln) gehörenden Traditionen oder Praktiken seit jeher geduldet und frei praktiziert wurden, kann man ebenfalls getrost als Toleranz bezeichnen.
Das Christentum hat in unseren Breitengraden, nicht lange mit diesen Schamanen gefackelt! Man erinnere sich an die Hexenverbrennungen. Was nicht so bekannt ist, ist daß die meisten Kirchen auf heiligen Kultstätten der Kelten gebaut sind.
Buddhismus, es gibt übrigens viele Arten von Buddhismus, ist bei weitem NICHT NUR eine Phillosophie zur Befreiung aus dem Kreislauf der leidlichen Wiedergeburten ins Nirvana, Mokscha, in die Unendlichkeit, in die Freiheit...und das nicht nur alleine deshalb weil diese Definition, - ohne Erklärungen, Meditation und andere Praktiken der Läuterung, einfach nur leer im Raum steht!
Deine Kleinlichkeit finde ich übrigens ebenfalls sehr westlich:-)
Luk,
dem das alles egal ist, weil er ja sowieso im nächsten Leben wiederkommen muß, um den Schlammaßel den er zur Zeit veranstaltet wieder aufzuräumen....