Wie stehst du eigentlich zu dem 'Rassendenken' bspw. der Thai?
Alles was nicht 'vom Blut her' Thai ist, steht einige Stufen unter ihnen.
Dementsprechend gehen sie mit diesen Menschen in tägl. Leben auch um.
Ist das jetzt etwas gaaanz anderes?
Das ist hier nicht das Thema. Und man kann kein Verbrechen gutheißen, indem man sagt, dass es das woanders auch gibt.
Ich will trotzdem mal darauf antworten:
generell finde ich Rassendenken Mist, wenn die eigene Rasse als wertvollste hingestellt wird.
Das ist mir bei Thais so noch nicht aufgefallen. Ich würde es eher als gesunden Patriotismus bezeichen, wenn man Patriotismus überhaupt als gesund bezeichnen kann. Den findet man ja praktisch in jedem Land, on nun USA, Irland, Norwegen, Japan, Australien, Marokko bis hin zur Fiji Insel.
Wenn man das aber mal ganz genau betrachtet, dann ist das im Grunde nichts anderes wie das Zujubeln seiner Mannschaft bei einem Fußballspiel. Vor vielen Häusern in Schweden weht die schwedische Flagge. Aber deshalb kommt ein Schwede niemals auf die Idee, sich als höherrangig anzusehen als z.B. einen Italiener. Er würde auch nicht die Welt erobern wollen, um überall schwedische Werte zu verbreiten. Und erst recht würde er nicht Mischehen verhindern wollen, nur weil er die blonde Haarfarbe nicht aussterben lassen will. Ich finden Nationalismus zwar generell blöde, aber ich muss zugeben, dass ich mich durchaus anstecken lasse, wenn ich mal durch die Welt reise und z.B. Iren Songs singe hören, die ihre Heimat lobpreisen.
Übrigens finde ich das auch vereinzelt in Deutschland. Ich mag sehr gerne z.B. Lieder von der Nordseeküste, wo die Region angehimmelt wird, als gäbe es nichts schöneres. Oder die vielen Kölschen "Liebes"-Lieder zur Stadt. DAS ist für mich gesund. da steckt nicht nur Herzblut drin, sondern im Grunde auch eine Menge Selbstironie. Kein Kölner würde ja Düsseldorf überfallen.
Und so sehe ich das auch bei Thais. Es ist ja eher so, dass die alles toll finden, was aus dem Westen kommt. Wenn ich sage, auch ich möchte lieber ein Thaiprodukt kaufen als ein deutsches, dann werde ich manchmal komplett doof angeschaut. Dieser Thai-Pratiotismus ist also auch eher eine große Show. Völlig ungefährlich. Ich kenne jedenfalls keine staatlichen Projekte, die Mischeehen verhindern wollen. Sonst wäre Pattaya ja schon längst für Ausländer gesperrt.
In Thailand läuft es ja auch anders: es darf praktisch jeder rein. Nur dar man sich nicht das nehmen, was sich Einheimische mühevoll aufgebaut haben (Land, Arbeit, Sozialsysteme). Genau das ist der richtige vernünftige Weg. In Deutschland läuft es unvernünftig: jeder bekommt alles hinthergeschmissen (vor allem aus dem Sozialsystem) und man kann frei arbeiten. Aber dafür wird nur eine Minderheit reingelassen. Ist doch absurd und völlig daneben! Und diese Idiotie sollen Familien ausbaden. Na Prost!
Aber zurück zum Ausgangspunkt: in Deutschland gibt es diesen gesunden Patriotismus nicht. Man könnte denken, dass hat etwas mit den Verboten nach dem Krieg zu tun. Aber es war ja auch schon vorher so, dass deutscher Patriotismus immer gleich in Größenwahnsinn umschlug. Und das mag evtl. daran liegen, dass Deutschland ja ein Kunstprodukt ist. Noch heute fühlen sich ja wohl viele Bayern eher als Bayer denn als Deutscher. Daher sind ja auch die regionalen Patriotismen wesentlich glaubwürdiger (selbst aus Bayern). Im Grunde ist so, wie wenn jetzt plötzlich alle anfangen würden, die EU-Fahne zu schwenken und den Europäer hochzuhalten. Das wird einem keiner abnehmen.
Daher ist und bleibt der deutsche Patriotismus immer ein Zeichen für Größenwahnsinn und Selbsterhöhung - nicht ironisch und herzlich, sondern leider bierernst.