Bei meinem Entschluss nach Thailand auszuwandern im Juni 1999 habe ich mir einen kleinen "Kaudawelsch-Buechlein" Grundkenntnisse fuer Touries mit Tape gekauft. Mehr war in der Buchhaltung unserer Kleinstadt nicht zu bekommen. Dann anschliessend noch in Bangkok ein Buch mit dem Titel "Easy Thai" in Thailaendisch-Englischer Sprache.
Hiermit habe ich dann angefangen im Selbststudium und in Vorbereitung zu lernen. Auf dem Frankfurter Bahnhof, auf den Intercity nach Goettingen wartend, habe ich dann meinen ersten thailaendischen Buchstaben geschrieben.
Danach dann taegliches Selbststudium an Hand der genannten Lehrmaterialien. Jeden Tag, in jeder freien Minute. Abends im Bett dann Kopfhoerer auf und Thailaendisch vom Tape in die Ohren saeuseln lassen.
Als dann meine thailaendische Freundin, jetzige Frau, im November 1999 nach Deutschland kam und wir die Zeit bis zur gemeinsamen Abreise am 25.02.2000 zusammen verbrachten, konnte ich mich bereits recht gut in Thailaendisch verstaendigen. Was immer ich in Thailaendisch ausdruecken konnte, habe ich in Thailaendisch ausgedrueckt. Ansonsten Englisch.
Ich war immer ein schlechter Schueler und hatte nie ein Faible fuer Schulunterricht und somit war dann meine Zielsetzung die thailaendische Sprache fliessender zu erlernen als andere Auslaender, aber ausschliesslich im Selbststudium ohne auch nur eine einzige Stunde auf einer Schulbank zu verbringen.
Aussagen meiner thailaendischen Frau wie "sprich nicht wie ein Farang" oder auch damals wie von Mitarbeitern in Kiesows Buero "Du sprichst wie ein Kaeg: gepaart mit Gelaechter haben mich nicht frustiert sondern im Gegenteil immer mehr motiviert.
Da gab es auch in dem Apartmentgebaeude wo wir wohnten einen Fanzosen, der sprach so gut Thailaendisch, dass er auch in dieser Sprache telefonierte. Mann, sagte ich mir, dass moechte ich auch koennen.
Mein groesstes Anfangsproblem war nicht das Sprechen, konnte mich recht schnell verstaendlich machen, sondern das Verstehen. Speziell von Thailaenderinnen, die Umgangs-Thailaendisch mit Duffy Duck Stimme sprachen. Doch immer am Ball geblieben. Praktziert, praktiziert, praktiziert....
Hauptkommunikationssprache ist zwischenzeitlich Thailaendisch und somit faellt es mir manchmal sogar schwerer den deutschen Begriff zu finden, weil mir der thailaendische einfach naeher ist. Manchmal rede ich auch Auslaender in Thailaendisch an ohne mir bewusst zu sein, dass es Thailaendisch ist. Regelmaessig fuehre ich stundenlange Gespraeche mit einem guten Kumpel, einem Sino-Thai, ueber Gott und die Welt. 2 Stunden vergehen da wie ihm Fluge. Kommt es auf einmal hierbei zu dem Punkt, wie etwas in Deutsch gesagt wird und ich spreche dann in Deutsch, erschrecke ich mich ueber mich selbst, wie fremd das doch klingt. Also Erlernung durch regelrechte Gehrinwaesche.
Auch niemals Hemmungen Thailaender/Thailaenderinnen einfach anzuquatschen und sie dann mit Wortspielereien zu verwirren/sticheln (Fun-Faktor, sehr beliebt hier im Lande). Auch bei regelrechten Taxifahrten entwickelt sich auf meine Initiative schnell ein Gespraech. Ueber Gott und die Welt, Familie, Probleme im Lande, Ausland, Politik...
Also von Natuer aus eine sehr extrovertierte Plaudertasche (Schandmaul meint meine Frau), so wie hier im Forum in deutscher Sprache. Somit bin ich dann auch oftmals besser ueber den Klatsch in Bangkholaem informiert als meine Frau. Sie sagt dann immer, ja fuer Dich als Farang ist vieles einfacher als fuer mich, eine Thailaenderin. Ihr sei es nicht moeglich, einfach wildfremde Leute anzuquatschen. Ich bin diesbezueglich aber absolut hemmungslos.
Und nun ja, so habe ich dann letztendlich die Sprache gelernt und die thailaendische Sprache geht mir nun zwischenzeitlich genauso leicht von den Lippen wie die deutsche. Ist ja auch unsere Haussprache.
Fazit: Durch hemmungslose staendige Anwendung, fern jeglicher Scheu.
