Sicherlich dreht sich die Diskussion im Kreis, dennoch kommen immer wieder einige Postings wo es sich doch lohnt mal darüber nachzudenken, so auch gerade von x-pat.
Ja, er hat recht, es gab mal eine Untersuchung, in der festgestellt wurde, daß amerikanische Jugendliche sehr schlecht über das Geschehen außerhalb ihres Landes informiert sind.
Abgesehen von der Sonderstellung von Jinjok bzw seiner Frau und einiger anderer, die wohl einen höheren Bildungsstand haben, muss man aber doch ehrlich zugeben, daß das Interesse der Bevölkerung außerhalb der Metropolen und die überwiegende Mehrheit der Thais lebt nun mal immer noch auf dem Lande, am Weltgeschehen sehr gering ist. Die von kraph phom angegebene These des Thai-Übermenschen teile ich nicht.
In den Thainachrichten wird vom Weltgeschehen max 5 Min. berichtet, das ist m.M. einfach zu wenig um sich ein umfassendes Bild über einen Bericht zu machen. In den meisten Haushalten werden die typischen Thaisender empfangen, wo Kabel ist, findet sich selten jemand der BBC oder andere schaut. Damit will ich nicht sagen, daß die Thais kein Interesse haben, so konnte ich schon mehrmals beobachten, das Versammlungen des Bürgermeisters eines Dorfes doch sehr gut besucht sind, allerdings ohne die bei uns übliche Diskussionskultur. Also ist schon mal ein Bedürfnis nach zumindest örtlicher Kommunikation vorhanden.
Wenn ich den Bogen nach D spanne, so muss ich doch feststellen, daß hier ein nicht geringer Prozentsatz der Bevölkerung wenig Interesse am Weltgeschehen bzw objektiven Berichten hat, denn wie sonst sind die "Erfolge" von RTL, SAT1 und dergl. zu werten? Werde ich von der Springerpresse objektiv unterrichtet? Wohl kaum, wenn ich mir die Argumente einiger meiner Bekannten anhören muss, sei es Ausländerpolitik, Sozialschmarotzer und dergl. siehe auch die Dauerbrenner im Free-TV (mit dem Sozialamt auf Streife oder so ähnlich). Natürlich haben wir ein breites Angebot an unabhängigen Medien, aber man vergleiche mal die Auflagezzahlen von FR, Süddeutsche u.a. gegen Hamburger/Berliner Morgenpost etc.
Um das ganze Dilemma zu ändern, ist es meiner Meinung nach erforderlich, bei den Kleinsten, sprich den Kindern, anzusetzen, da diese noch am neugierigsten und nicht voreingenommen sind. Die große Frage ist, wer soll dies übernehmen, wenn ich sehe, wie abgeschieden manche Dörfer in der Pampas liegen? Wie vielfach schon angeschnitten, muss die Bildung verbessert werden, es muss ein neuer Lehrertyp her.
Es grüßt
AlHash