Wer ist Gott ?

Diskutiere Wer ist Gott ? im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Da gibt es mit Sicherheit Unterschiede mit der Herangehensweise. Für mich war es weniger Suche als vielmehr zu lernen die Dinge einfach zu...
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Taoman

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Chonburi´s Michael" said:
Taoman hat folgendes geschrieben: (Original Beitrag)
Wichtig finde ich es jedoch nicht einseitig zu werden, sich auf irgendwas festlegen als das "einzig Wahre"

Taoman hat folgendes geschrieben: (Original Beitrag)
Das ist dann sehr schnell spiritueller Hochmut und eigentlich voll daneben.
Da gibt es mit Sicherheit Unterschiede mit der Herangehensweise.

Für mich war es weniger Suche als vielmehr zu lernen die Dinge einfach zu "verstehen"
Deshalb geht es mir nicht um "Glauben" sondern um "Wissen" welches auf "eigener Erfahrung" beruht.
Dies ganz im Sinne von Buddha "Glaube nichts was du nicht selbst geprüft und erfahren hast"

Wann immer jemand "Erfüllung" gefunden und damit "friedvoll und glücklich" lebt egal mit welcher Tradition ist dies etwas wunderbares und natürlich kein Hochmut.

Nur wenn derjenige seine Erfüllung und seinen Weg als den "einzig richtigen" propagiert andere Zugänge verachtet, andere mit einem heiligen Schein bekehren will, dann betrachte ich dies als dogmatisch und sehr gefährlich.
Dies bezeichne ich als spirituellen Hochmut, ein solcher Mensch hat leider gar nichts von der Essenz des Menschseins begriffen.
So entsteht Fundamentalismus, Elend, Krieg und Leid

So lehne ich jegliches Dogma ab auch mit dem Begriff Moral kann ich mich überhaupt nicht anfreunden.
Denn wer bewusst und ethisch lebt braucht keine Dogmen und keine Moral.

Ich persönliche betrachte den Buddhismus, Zen, Taoismus auch nicht als Religion.
Für mich sind es intelligente Lebensformen/Möglichkeiten welche aus dieser Sichtweise auch kein Dogma beinhalten.

Mit freundlichem Gruß
taoman


"Versuchen moralisch zu sein ist zutiefst unmoralisch"
Jiddu Krishnamurti
 
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Chonburi's Michael

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Taoman" said:
Nur wenn derjenige seine Erfüllung und seinen Weg als den "einzig richtigen" propagiert andere Zugänge verachtet, andere mit einem heiligen Schein bekehren will, dann betrachte ich dies als dogmatisch und sehr gefährlich.
Dies bezeichne ich als spirituellen Hochmut, ein solcher Mensch hat leider gar nichts von der Essenz des Menschseins begriffen.
So entsteht Fundamentalismus, Elend, Krieg und Leid
Das dies auch meine Meinung trifft sei gewiss. :super:

Hier in Thailand ist es fuer mich leichter, mich mit meinen Glauben auseinanderzusetzten und nachzudenken, mich selber fragen was ist es, das es ausmacht das ich nach langem suchen erst sehr spaet einen Zugang zum katholischen Glauben fand.
Die Akzeptanz erfahren das es ein nebeneinander und miteinander gibt ist sehr schoen. Ich fuehle mich sehr wohl bei Gespraechen mit Buddhisten ueber ihre Anschauung, da es ein harmonisches annaehern der Vorstellung ist und ich einfach gerne "Neues" erfahren, erleben, erspueren moechte. Es gibt auch keinen der versucht mich abzuhalten oder mich "auslacht".

Die Suche was das Menschsein eignetlich ist, ist immer ein Erkennen seiner selbst und die Bereitschaft sich zu veraendern ohne dabei seine Anschauung als Non plus Ultra zu sehen. Ein "Aufeinander zugehen" ist schon ein Schritt der einem einer Erkenntnis ein Stueck naeherbringt.

Dabei sollte nicht vergessen werden, das Annehmen einer neuen Erfahrung oder Erkenntnis ohne zu Verurteilen, es so nehemen wie es ist, naemlich als ein Mosaiksteinchen zu einem Ganzheitlichen Bild, das im entstehen ist.

Vielleicht wird das Bild nie fertig, aber daran zu arbeiten ist es wert, Step by Step ohne die Geduld zu verlieren oder etwas erzwingen zu wollen.
 
x-pat

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Taoman: Das verblüffende war bzw. ist das ohne Zutun, rein durch loslassen und ein tiefes intuitives positives Vertrauen ins Ungewisse plötzlich alles von alleine auf wundersame Weise geschieht. Dies ist faszinierend und beglückend zugleich.

Im Taoismus ist dies als das "wu-wei" Prinzip bekannt, was oft mit dem Prinzip des "Nicht-Eingreifens" übersetzt wird. Das Nicht-Eingreifen in das kosmische Geschehen ist kein Ausdruck von Passivität, sondern von wachsamer Anteilnahme an den natürlichen Prozessen, die sich zum Beispiel in der Umwelt, in der Gesellschaft, und in zwischenmenschlichen Beziehungen manifestieren. Der Leitgedanke ist dabei, dass die kosmischen Prozesse von sich aus eine Balance anstreben und das aktive Eingriffe daher nicht notwendig oder sogar abträglich sind. Aus der Sichtweise des taoistischen Meisters ist aktives Gegesteuern nur dann notwendig, wenn die Dinge unmittelbar außer Balance geraten sind. Das Einzigartige dabei ist, dass das Subjekt nicht -wie in den meisten westlichen philosophischen Systemen- als unabhängige mit freiem Willen ausgestattete Entität auftritt, sondern nur ein Teil des Ganzen (=des Tao) ist, und sich als solches wahrnimmt. Der Taoismus hat daher eine deterministische Sichtweise des Universums.

Da der Begriff des Tao kein Begriff ist, sondern eine Art transzendentale Essenz des Daseins, ist der Taoismus letztendlich eine Form des Pantheismus, jedoch weniger im Sinne von Spinoza´s "deus sive natura" -denn Gott als Person gibt es im Taoismus nicht- sondern eher im Sinne der präsokratischen Philosophen.

Kali: Zu sich selbst finden, heisst auch zu seinem Glauben finden.

Oder auch nicht. Was als gemeinhin als "Glauben" bezeichnet wird ist in Wirklichkeit ein Spektrum von verschiedenen epistemischen Standpunkten zwischen den Extremen des blinden Dogmatismus und intelligenter Spekulation (z.B. durch Induktion, Extrapolation, etc.). In jedem Fall ist "Glaube" eine Gedankenkrücke, eine Stütze für Gedankensysteme mit empirischen oder theoretischen Löchern. In den meisten Fällen ist eine Krücke natürlich besser als gar nichts, denn sie erlaubt dem Kriechenden einen aufrechten Gang. Wer allerdings das Gehen einmal erlernt hat, kann auf Krücken verzichten.

Dies soll keine generelle Kritik am Theismus sein und auch keine Kritik an Glauben selbst, denn Glauben -im Sinne von Hypothese- ist in der dialektischen Entstehung von authentischem Wissen notwendig. Es ist keineswegs so, dass alle Atheisten und Agnostiker das Gehen erlernt haben, sondern in vielen Fällen sind es einfach nur Kriechende die zu stolz sind Krücken zu benutzen.

Taoman: Deshalb geht es mir nicht um "Glauben" sondern um "Wissen" welches auf "eigener Erfahrung" beruht.

Einzig das zählt.

Taoman: Ich persönliche betrachte den Buddhismus, Zen, Taoismus auch nicht als Religion. Für mich sind es intelligente Lebensformen/Möglichkeiten welche aus dieser Sichtweise auch kein Dogma beinhalten.

So hatte der Buddha es auch vorgesehen. Allerdings ist die Dhamma nur bedingt kompatibel mit dem Taoismus. Schon mal drüber nachgedacht?

An anderer Stelle sehe ich ebenfalls einen Widerspruch:

Taoman: Wenn ein Christ Gott erfahren hat verstehe ich es im Sinne Meister Eckhard und diese Erfahrung ist für mich dann das gleiche was man unter Nirvana im Buddhismus versteht.

Die mystische Gotteserfahrung ala Meister Eckhart ist sehr verschieden vom buddhistischen Nirvana, denn Nirvana heisst nichts weniger als die Auslöschung der samsarischen Existenz. Soweit geht Meister Eckhart gar nicht. Allerdings gibt es einen Verbindungspunkt. Die mystische Annäherung an Gott erfordert die Aufgabe und Besiegung des Egos, was nur durch authentische spirituelle Praxis zu erreichen ist. Die spirituelle Praxis der Buddhisten, wie im achtfachen Pfad beschrieben, hat im Prinzip dasselbe Ziel, jedoch unter versucht sie dies mit anderen Methoden zu erreichen.

Gruß, x-pat
 
Mr_Luk

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@Taoman,

Wenn ein Christ Gott erfahren hat verstehe ich es im Sinne Meister Eckhard und diese Erfahrung ist für mich dann das gleiche was man unter Nirvana im Buddhismus versteht.
Jein, - interessant dass du Meister Eckhard in diesem Zusammenhang zitierst, ist er doch eine der philosphisch herausragenste Persönlichkeit des "Christentums". Nur hatte er eventuell ein "traditionelles" Problem auf das ich im nächsten Absatz zu sprechen kommen werde.

Leider entziehen sich diese Erfahrungen jeglichen Formulierungsversuchen...trotzdem kann man ja drüber reden wenn man sich der semantischen Problematik bewusst ist.
Da muss ich wieder differenzieren, denn die Erklärungsversuche sind schon da, sie nehmen aber (auch im Falle von Meister Eckhard) stets das Gotteskonzept zu Hilfe. Man schafft ein personifiziertes Myterium, das alle alle "Unbekannten" verschlingt und beseitigt.

In etwa wie 'Dick' Chaeny einmal anlässlich einer Stellungnahme über das beklagte "Coverage" der Regierung während des Irakkrieg sagte: "Concerning the Iraki military force, we have known unknowns, unknown knowns and then again we have unknown unknowns!" was logischerweise zur grossen Belustigung der Jurnalalisten geführt hat... ;-)

Insgesamt sind es selbstverständlich Dinge die rein auf "Bewusstsein" beruhen und mit rational, logisch, beweissbaren intelektuellem analysieren und Denken kaum oder eher gar nichts mehr zu tun haben.
Das reine Denken in der Dimension von "Bewusstsein" ist aber schwierig wenn man dieses Bewusstsein nicht hat ;-) Man könnte sogar sagen dass gerade eben die Schwierigkeit darin besteht ohne höhere Macht, ohne "eine Absolute", ohne das gewohnte "hirarchische Existenzdenken unter der Schirmherrschaft einer höheren Macht" auszukommen, besonders für "christlich geprägte" Menschen. Und hierin unterscheidet sich ein "buddhistisches" oder auch taostisches Denken kategorisch vom sogenannten "Glauben", man verzichtet auf ein höher gestelltes Wesen namens Gott und ebenfalls auf ein stilisiertes Abstraktum des gleichen. Und das macht es philosophisch nicht gerade leichter mit einer "Unbekannten" umzugehen, wenn man es genau betrachtet ;-)

Das ist wohl auch der Grund weshalb man Budddhismus bei Gelegenheit als Philosophie und nicht als Religion zu bezeichnen pflegt.
 
Mr_Luk

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@x-pat,

Die mystische Gotteserfahrung ala Meister Eckhart ist sehr verschieden vom buddhistischen Nirvana, denn Nirvana heisst nichts weniger als die Auslöschung der samsarischen Existenz. Soweit geht Meister Eckhart gar nicht.
Da stimme ich zu, und auch diese Schlussvolgerung der Auslöschung aus der 'samsarischen' (schlicht ausgedrückt aus dem Kreislauf der weltlichen und 'selbsbewussten') Existenz ist eine rein logische Überlegung und keineswegs eine religiöse.

Denn eine andere Dimension (wie etwa eine Weiterexistenz in einem Himmel) kann es nach unserem Verständnis ohne Wahrnehmung von Dualität gar nicht geben. Es kann keine "bessere" Weiterexistenz in einer anderen Dimension geben, da "besser" den Polaritäten gut und schlecht unterliegt, ergo nicht ohne ihre Wechselwirkung existieren kann. Es wäre gehoppst wie gesprungen, egal wie 'wir' auch weiterexistieren würden - eine "bessere Existenzform" kann es einfach nicht geben.

Und deshalb geht man im Buddhismus von einer "Auslöschung" aus. Die Wiedergeburt wird somit auch eher als "Fluch" als als Segen gesehen. Sie entspricht nicht der romantischen Vorstellung wie sie bereits teilweise Einzug in das westliche Verständnis gehalten hat. Nicht das ewige Kommen und Gehen, das Einschlafen und Wiedererwachen, das Sterben und wiedergeboren werden-, sonder die endgültige Auslöschung im Nirvana, wird angestrebt! Auch wenn es einige tausend Reinkarnationen bis dahin braucht. Diese Auslöschung ist aber (wie bereits erklärt) keineswegs eine fatale religiöse Vorstellung, es ist eine logische und konsequente Schlussfolgerungen.
 
x-pat

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Mr_Luk: Da muss ich wieder differenzieren, denn die Erklärungsversuche sind schon da, sie nehmen aber (auch im Falle von Meister Eckhard) stets das Gotteskonzept zu Hilfe. Man schafft ein personifiziertes Myterium, das alle alle "Unbekannten" verschlingt und beseitigt.

Ich glaube da missverstehst du Meister Eckhart. Ihm geht es weder um Erklärungsversuche, noch benutzt er das Gotteskonzept um das Unbekannte zu verschlingen. Wie du schnell durch die Lektüre seiner Predigten feststellen wirst, ist das Gotteskonzept von Meister Eckhart sehr weit von der dogmatischen RKK-authorisierten Version entfernt, und ähnelt in vielen Zügen schon dem Brahman/Atman der indischen Vedantas. Nicht umsonst ist der gute Johannes (so hieß er wirklich) schließlich von der RKK wegen Ketzerei angeklagt worden.

Nur ein Beispiel: Eckhart glaubte den Urgrund Gottes im absoluten Nichts, jenseits von Existenz -fast schon dem Konzept des Nirvana ähnelnd- aus dem die Dreifaltigkeit als erste Stufe der Existenz hervorgeht, von dem dann wiederum die Schöpfung (weltliche Existenz) ausgeht, wobei Gott in der Schöpfung immanent ist. Es ist also eine dezidierte und detailreiche Form des Pantheismus, und es gibt zum Beispiel Parallelen zwischen Eckhart´s Dreifaltigkeitsbegriff und dem Mahayana Begriff der drei Kayas. Kein Wunder das dem Papst das nicht gefallen hat.

Mr_Luk: "Concerning the Iraki military force, we have known unknowns, unknown knowns and then again we have unknown unknowns!"

Ein absoluter Klassiker!

Denn eine andere Dimension (wie etwa eine Weiterexistenz in einem Himmel) kann es nach unserem Verständnis ohne Wahrnehmung von Dualität gar nicht geben. Es kann keine "bessere" Weiterexistenz in einer anderen Dimension geben, da "besser" den Polaritäten gut und schlecht unterliegt, ergo nicht ohne ihre Wechselwirkung existieren kann.

In der Tat! Es gibt allerdings noch einen tieferen Grund. Der Dualismus geht von der Koexistenz zweier Urprinzipien aus, normalerweise Geist und Materie. Spekulation über eine Existenz nach dem Tode stützt sich meist auf das (angenommene) Überleben des geistigen Prinzips des Individuums, d.h. der Seele, denn was mit dem materiellen Teil geschieht ist ja recht offensichtlich für jedermann. Daher passt der kartesische Dualismus gut mit dem Christentum zusammen. Auf der anderen Seite gibt es in einem monistischen System zur Metamorphose bzw. Auslöschung des Individuums keine logisch konsistente Alternative.

X-Pat
 
Samuianer

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Chaweng - Ko Samui
@x-pat:
[highlight=yellow:0c67c4344c]Wer allerdings das Gehen einmal erlernt hat, kann auf Krücken verzichten.[/highlight:0c67c4344c]

Sehr wohl, da gebe ich dir meine volle Zustimmung!

im naechsten Absatz:
[highlight=yellow:0c67c4344c]Es ist keineswegs so, dass alle Atheisten und Agnostiker das Gehen erlernt haben, sondern in vielen Fällen sind es einfach nur Kriechende die zu stolz sind Krücken zu benutzen[/highlight:0c67c4344c]

Ist das nicht einwenig wiederspruechlich?
Was hat lernen, begreifen, verstehen=Erkenntniss mit Stolz zu tun?

Ist Glaube nicht blinde Hoffnung das Etwas sei was nicht bekannt ist?
Der Glaube an Etwas das sich im Bereich der Fantasie, jenseits jeder Wirklichkeit, des "So Seins" befindet?

Dieses "Problem" wird ja in der Diskussion immer wieder aufgeworfen - viel Gerede um was?

Mir fehlt leider die Zeit um mich hier mit diesem "Problem" eingehender zu befassen - halte jedoch jede Diskussion um Gott und Glaube an diese oder jene Goetter und die Frage nach deren Existenz unter den heutigen Gesichtspunkten fuer aeusserst muessig.
 
x-pat

x-pat

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Samuianer: Ist das nicht einwenig wiederspruechlich?

Nein. Atheismus und Agnostizismus sind nicht die "Lösung" der Gottesfrage. Um es in der dialektischen Sprache Hegels auszudrücken: Wenn Theismus die These ist, dann ist Atheismus die Antithese, nicht die Synthese(!), und Agnostizismus ist die Position, dass keine Synthese möglich ist. Eine vierte Position (zu der ich auch den Buddhismus zählen würde) ist Non-Theismus. Non-Theismus lässt die Frage außen vor, verneint aber weder These, noch Antithese, noch Synthese.

Theistische Religionen sind historisch mit dem Glauben an personifizierte Gottheiten verbunden. Meiner Ansicht nach gibt es eine geistesgeschichtliche Entwicklung, die mit primitiven Formen des Animismus/Shamanismus beginnt und über Poly-/Henotheismus zum heute dominanten Monotheismus verläuft. Innerhalb der monotheistischen Religionen gibt es dann ebenfalls eine Entwicklung von einer persönlichen, involvierten Gottheit (Judentum, Islam) ausgehend bis zu sehr abstrakten Gottesbegriffen wie z.B. in der Advaita oder im Pantheismus.

"Theismus" ist ein sehr weiter Begriff, man muss also differenzieren.

Samuianer: Was hat lernen, begreifen, verstehen=Erkenntniss mit Stolz zu tun?

Das habe ich nicht gesagt. Atheismus/Agnostizismus sind philosophische Positionen. Das Annehmen einer solchen Position kann das Resultat eines Erkenntnisprozesses sein, wobei man dann tatsächlich von "lernen und begreifen" sprechen kann, oder es kann das Resultat der Weigerung sein, sich mit dem Problem überhaupt auseinanderzusetzen. Es gibt heute die Tendenz, metaphysische Fragen durch erkenntnistheoretische und logische Fragestellungen zu ersetzen oder in den Hintergrund zu drängen, insbesondere aufgrund der epistemischen Methoden der Wissenschaft. Daher sind manche Menschen überhaupt nicht willens oder nicht in der Lage sich mit metaphysischen Fragestellungen sinnvoll zu beschäftigen und bezeichnen sich dann typischerweise als Atheisten oder Agnostiker.

Samuianer: Ist Glaube nicht blinde Hoffnung das Etwas sei was nicht bekannt ist?

Nein, Glaube muss nicht blind sein. Das Wort Glaube umfasst ein Spektrum vom blindem Dogmatismus bis zur intelligenten Hypothese. Beispielsweise glauben die meisten Menschen daran, dass sie nicht von einem Bus überfahren werden, wenn sie morgens zur Arbeit gehen.

Gruß, X-Pat
 
C

Chonburi's Michael

Gast
x-pat" said:
Beispielsweise glauben die meisten Menschen daran, dass sie nicht von einem Bus überfahren werden, wenn sie morgens zur Arbeit gehen.
Ist das ein Glaube oder eher ein Verdraengen das es doch passieren koennte?
 
S

Schulkind

Gast
Samuianer" said:
@x-pat:

Mir fehlt leider die Zeit um mich hier mit diesem "Problem" eingehender zu befassen - halte jedoch jede Diskussion um Gott und Glaube an diese oder jene Goetter und die Frage nach deren Existenz unter den heutigen Gesichtspunkten fuer aeusserst muessig.

da kann man beipflichten. Nur, es ist ermüdend 6 Seiten zu lesen und dann fest zustellen, es gibt seit Menschengedenken keine Antwort ohne Glauben.

Eigentlich kann man nur mit seinem ureigenem Glauben an die Sache rangehen und an seinen Gott glauben, wie immer "ER" genannt wird. Wer nicht glauben kann, wird auch die Frage < wer ist Gott > nie beantwortet bekommen.

Glauben ist die Grundlage zum Erfahren was ist - in allen Religionen und " Sekten " sowie Strömungen im spirituellem Geist.
Spätenstens wenn Körper und Geist sich trennen wird jeder erfahren < wer ist Gott > und gibt es "IHN". Nur leider ist es dann zu spät sich hier im Forum zu dieser Frage sich zu äussern.
-----------------
Das lässt sich unendlich fort führen --

ich glaube -- es geht mir gut
ich glaube -- ich habe viel Geld
ich glaube -- der Nachbar sieht mein neues Auto
ich glaube -- der Joint ist gut für mich
ich glaube, ich glaube, nur nicht an etwas das noch dasein muss.
------------------

Selten hört man das sich einer outet und sagt,

< ich glaube an meinen Gott und dazu stehe ich, denn ich weiss "ER" hat mir die Antwort gegeben wer "ER" ist >.

Gruss, ------------- >> einer der an seinen Gott glauben kann
 
Mr_Luk

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Ich zitiere mich ausnahmsweise einaml selbst zum Zweck einer kleinen Korrektur ;-)

Mr_Luk" said:
In etwa wie 'Dick' Chaeny einmal anlässlich einer Stellungnahme über das beklagte "Coverage" der Regierung während des Irakkrieg sagte: "Concerning the Iraki military force, we have known unknowns, unknown knowns and then again we have unknown unknowns!" was logischerweise zur grossen Belustigung der Jurnalalisten geführt hat... ;-)
Es war natürlich nicht (wie mir jetzt nachträglich eingefallen ist) Dick Chaeny, der Vizepräsident sondern Donald Rumsfeld (der "secretary of defense"), der diese Worte anlässlich einer Pressekonferenz zum besten gegeben hat! :rolleyes:
 
Samuianer

Samuianer

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Chaweng - Ko Samui
x-pat" said:
...Glaube muss nicht blind sein. Das Wort Glaube umfasst ein Spektrum vom blindem Dogmatismus bis zur intelligenten Hypothese. Beispielsweise glauben die meisten Menschen daran, dass sie nicht von einem Bus überfahren werden, wenn sie morgens zur Arbeit gehen.
Lieber x-pat vielen Dank fuer die wortgewaltigen Erklaerungen und Ausfuehrungen! ;-D Ich lebe in der Gegenwart und bin ganz fest der Meinung das, wenn ich gut auf mich aufpasse, auch nicht von einem Auto ueberfahren werde. Ich [highlight=yellow:29d34c2ec9]weiss[/highlight:29d34c2ec9] das ich bin und staendig Dinge erfahre und wahrnehme. Ich darf davon ausgehen dass das Erfahren die Wirklichkeit ist - das Dumme daran ist nur sobald ich davon rede oder darueber nachdenke ist dass das Erfahrene genau genommen Ver-gangen-heit also nicht mehr existente Gegenwart... woran soll/muss/darf oder kann ich dann noch glauben? Ich muss nicht daran glauben das die Marmelade suess ist - ich werd es schmecken! Wozu brauch ich da einen Gottesbegriff und Glauben?

Sehr interessanter Thread!


"Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt, kriegt unchristliche Antworten."
Wilhelm Busch

"Jeder Mensch will lieber glauben, als sich selbst ein Urteil zu bilden."
Lucius Annaeus Seneca

"Die Menschen glauben gerne, was sie wünschen. -
Libenter homines id, quod volunt, credunt."
Gaius Iulius Cäsar

Wie gesagt die "liebe" Zeit... :undweg:
 
Samuianer

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Chaweng - Ko Samui
Schulkind" said:
...Spätenstens wenn Körper und Geist sich trennen wird jeder erfahren < wer ist Gott > und gibt es "IHN". Nur leider ist es dann zu spät sich hier im Forum zu dieser Frage sich zu äussern. ..
;-D

Da hast du den Papst blossgestellt! ;-D Der muss dann sein Leben lang geheuchelt haben, der kann - nach deinem ersten Satz - auch erst im sterben "Gott" erkannt haben - oder? Der hat sein Leben lang an dessen Existenz geglaubt genauso wie seine Schaefchen! :rofl: Danke fuer die Klarstellung!
 
S

Schulkind

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Samuianer" said:
Schulkind" said:
...Spätenstens ] ;

Danke fuer die Klarstellung!
Ja, ja - wie viel Menschen gehen mit sicherer Gewissheit von hier, < " wer ist Gott > < - ich weis es " > und kann dann nicht sagen < warum hat mir niemand etwas gesagt >< ich habe es zuvor gesagt > wird es heissen. Das gilt nicht nur für den oder die, nein, für alle Richtungen die Glauben vermittel und lehren.

Wie weiter vorn schon beschrieben, die Überschrift in diesem Treadt lässt sich nur jeder für sich mit dem Wort " Glauben " beantworten. Da hilft kein sortieren von Wörten oder Zitaten, da muss man durch und sich mit diesem Wort auseinander setzen.

Wie oft im Leben werden wir mit dem Hirn vor etwas gestossen und sagen dann " ah ", jetzt hab´s begriffen.

nur irgend wann kommt der letzte Stoss und dann kann ich - oder auch nicht - sagen " ich hab´s begriffen ", doch wieder leider nur für mich.

Wie sagte Gorbaschof ? < wer zuspät kommt den bestraft das Leben > oder anders rum < wer nicht rechtzeitig denkt und sich lenkt, hat zu kurz gedacht >.

Gruss, ------------- >>
 
tira

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Samuianer" said:
Da hast du den Papst blossgestellt! ;-D Der muss dann sein Leben lang geheuchelt haben, der kann - nach deinem ersten Satz - auch erst im sterben "Gott" erkannt haben - oder? Der hat sein Leben lang an dessen Existenz geglaubt genauso wie seine Schaefchen! :rofl: Danke fuer die Klarstellung!
tach samuianer,

deine o.a. schlussfolgerung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, ich denke eher, vieles hast du
nicht erfahren (i.s. der taomanischen erfahrung) schade. der causale zusammenhang deiner erläuterung von
marmelade zum glauben an einen gott blieb mir auch verschlossen.

und rainer,

sinngemäss bibel: der gute hirt kümmert und sorgt sich auch noch um das letzte verirrte schaf.
habe damit echt kein problem.

gruss :wink:
 
S

Schulkind

Gast
tira" said:
Samuianer" said:
sinngemäss bibel: der gute hirt kümmert und sorgt sich auch noch um das letzte verirrte schaf.
habe damit echt kein problem.

gruss :wink:


da hast Du fast recht,

nur " wer MEINE Stimme höret, und MEINEN Namen nennt " - oder " das letzte verirrte Schaf aus MEINER Herde wird MEINE Stimme hören und zur Herde zurück finden ". Und dann dem Sinne nach " wirst du erfahren wer ich ( Gott ) bin ".

Diese Sätze beziehen sich jetzt auf die uns bekannten abendländischen Religionen. Aber wenn man sich mit all den anderen beschäftigt, kommt das gleiche raus. Jeder möchte seine " Schafe " in seiner Herde haben und daraus ergibt sich die Suche nach der gestarteten Frage. Die Entscheidung ob es dann auch das für mich richtige ist - muss jeder selber entscheiden und sollte so liberal sein die Entscheidung nach der Frage " wer ist >mein< Gott " zu akzeptieren.


Gruss, ---------------- >>
 
Mr_Luk

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Chiang Mai
nur " wer MEINE Stimme höret, und MEINEN Namen nennt " - oder " das letzte verirrte Schaf aus MEINER Herde wird MEINE Stimme hören und zur Herde zurück finden ". Und dann dem Sinne nach " wirst du erfahren wer ich ( Gott ) bin ".
Ich weiss nicht wieso, aber das sind so die Passagen aus der Bibel die mir mächtig stinken. Es sind Worte bei denen ich zweifele ob sie tatsächlich von einem 'barmherzigen' Gott stammen mögen - oder etwa von einem Vertreter vom Stamme Davids, der sie in seinem Namen ersonnen hat ... :nixweiss:
 
S

Schulkind

Gast
Mr_Luk" said:
wer ich ( Gott ) bin ".
Ich weiss nicht wieso, aber das sind so die Passagen aus der Bibel die mir mächtig stinken. Es sind Worte bei denen ich zweifele ob sie tatsächlich von einem ´barmherzigen´ Gott stammen mögen - oder etwa von einem Vertreter vom Stamme Davids, der sie in seinem Namen ersonnen hat ... :nixweiss:

Ja, und da beginnt der Glaube und die Frage nimmt Gestalt an.


Gruss, ---------------- >>
 
Thema:

Wer ist Gott ?

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