Wenn das Vergessen einsetzt...

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Micha

Micha

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Ein längerer Aufenthalt in einem Land ohne sich um dessen Sprache zu bemühen, wäre für mich undenkbar. Ob so ein Land dabei auf eine ganze Armee toter Dichter zurückblicken könnte oder auf gar keinen, wäre mir völlig wumpe.

Mit einer Thailänderin mal Deutsch zu reden, macht mir schon keine Freude, aber Englisch ist für mich ein absolutes nogo.
Stelle mir gerade vor wie ich meiner Frau oder Freundin erkläre, dass wir in Zukunft nicht mehr in ihrer Sprache kommunizieren, weil ihre Kultur nicht über eine ausreichende Zahl toter Dichter verfügt ...
 
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Tramaico

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Davon bin ich nicht überzeugt. Nenne Beispiele.
Um Beispiele nennen zu koennen, muesste ich mich INTENSIV mit der thailaendischen Sprache befassen, wozu mir derzeit aber die Zeit und auch die Musse fehlt. In meiner Jungend war ich ein echter Buecherwurm, habe also so viel gelesen, dass unsere Stadtbuecherei auch langsam an ihre Genzen kam.

Finde durchaus Gefallen an gutgeschriebener Literatur, wobei die verwendete Sprache wie ein guter Wein sein sollte. Leicht, bekoemmlich, wohl schmeckend, nicht zu schwuelstig und zu schwer. "Bedeutende" Werke sind somit auch sehr relativ und subjektiv. Ausgezeichnet mit dem Literaturpreis, aber nun ja, eventuell ist es doch eher eine kulturelle Pflichtuebung, also ein Akt der Dekadenz, als tatsaechlich wohltuend.

Wie bei der Kunst. Individuell empfundene Spannbreite kann von genial bis laecherlich reichen. Sehr schoen veranschaulicht finde ich die Thematik im Film "Der Club der toten Dichter".

Mein eigenes persoenliche Verhaeltnsi zur deutschen Sprache ist eher gemischt. Habe Deutsch nie als eine besonders schoene Sprache empfunden und eigentlich spreche ich sie auch nicht sonderlich gerne. Eher reines Mittel zum Zweck ohne jedoch besondere Freude daraus zu erzielen. Zu schwuelstig, da bereiten mir simplere Sprachen wie Spanisch oder Englisch weitaus mehr Freude. Meiner Ansicht nach kann man viel mehr Freude daran haben in spanischer oder englischer Sprache zu kommunizieren, die Sprachen sind einfach irgendwie lebhafter. Ich finde, in keiner Sprache kann man besser fluchen als in Englisch. Somit dann auch synchronisierte Filme, die haeufig sprachlich gestelzt und gekuenstelt rueberkommen. In Deutsch aber natuerlich auch in Thailaendisch. Viele in die thailaendische Sprache synchronisierte Filme sind ein einziger Ohrenschmerz, wobei von den Machern oftmals gezielt darauf abgezielt wird ins Laecherliche zu ziehen, weil sich die breite Masse eher davon angesprochen fuehlt.

Jetzt nun auch diesen Umstand auf die Literatur uebertragen, rein vom geschaeftlichen Standpunkt auch. Wieviel potentielle Kundschaft existiert fuer gute und anspruchsvolle thailaendische Literatur? Was koennte einen Autoren dazu bewegen ein literarisches Meisterwerk in thailaendischer Sprache zu erstellen? Wer waere ueberhaupt in der Lage es wirklich zu schaetzen und zu geniessen?

Oftmals wird in der Literatur auch auf die alten Klassiker Bezug genommen und zeitgenoessische Literatur scheint mit diesen irgendwie nicht mithalten zu koennen. Werden Literaten der Neuzeit mit einem Herrn von Goethe in Sachen schrifstellerischer Genialitaet in Vergleich gebracht und en par gesetzt. Keine Ahnung, weil ich dafuer an der Thematik eifach nicht genug interessiert bin, um mich intensiv damit zu befassen. Literatur als Wissenschaft. Absolut nicht meine Welt, da mich, den simplen Leser, Literatur lediglich intellektuell befriedigen und mir Freude bereiten soll. Ob ein Werk von Kritikern nun hochgelobt oder verrissen wird ist dabei ohne jegliche Bedeutung. Der indviduelle Spassfaktor hat dagegen weitaus mehr Gewicht. Somit gibt es dann auch fuer mich kein literatisches MUSS, sondern ein literarisches MUSS ist fuer mich lediglich ein Umstand der Dekadenz.

Man kann sehr viel Spass mit der thailaendischen Sprache haben, wie auch mit der englischen oder auch spanischen. Mit der deutschen eher weniger, aber das ist nur meine ganz persoenliche Ansicht, die aber fuer mich selbst wesentlich ist.

Somit wuerde ich es auch nicht vermissen keine Gelegenheit zu haben Deutsch in Thailand sprechen zu koennen, da fuer mich persoenlich die thaialendische oder auch englische Sprache absolut ausreichend waere. Hier in Thailand ziehe ich Thailaendern gegenueber Thailaendisch deutlich dem Englischen vor, waehrend ich Englisch am liebsten nur mit Muttersprachlern spreche. Meine eigene Sprache wird umso holpriger je holpriger die Kenntnisse meines Gegenuebers sind.

Deshalb war und ist es auch fuer mich ein Greul, hier in Thailand gezielt innerhalb der Familie zu versuchen gezielt Deutsch oder Englisch zu sprechen. Eine Art Qual, da man nicht so sprechen kann wie man eigentlich moechte. Der Versuch eines Laufens mit zusammengebundenen Beinen.

Hier in Thailand ist Thailaenisch einfach die ideale Kommunikationsform, wie Deutsch in Deutschland, Englisch in England, Amerikanisch in den USA etc. etc. Die Sprache ist wie das Land und die Kultur. Es gehoert einfach zusammen, es ergaenzt sich, stellt Harmonie her. Dieses kompromitieren zu wollen macht keinen Sinn, es kommt einer intellektuellen Vergewaltigung gleich. So jedenfalls mein Empfinden. Thailand ohne die thailaendische Sprache waere nicht Thailand. Welche Qualitaet dieses Kommunikationsmittel letztendlich hat ist sicherlich immer eine rein subjektive Frage. In der thailaendischen Sprache gibt es keine Konjunktionen, keine Verbbeugungen etc. macht sie dieses jedoch zweitrangig. Sind die wissenschaftlichen Sprachen vielleicht nur lediglich ueberkandidelt und daher dann auch die Versuche in der deutschen Sprache durch Reformen zu simplifizieren, was aber wiederum bedeuten koennte, dass die deutsche Sprache ihren Spirit verliert und nicht mehr im Einklang der gewachsenen Historie steht.

Wenn man da so einsteigt eine ueberaus komplexe Thematik, die erhebliches potential fuer Denkarbeit bietet. Koennte man drangehen, wenn man die Musse haette. Was koennte man aus der thailaendischen Sprache herausholen, wozu ist sie faehig, wo hat sie ihre Grenzen. Material fuer eine Dissertation, aber nun ja im Grunde wozu waere so ein Doktortitel letztendlich gut. Letztendlich unter dem Strich auch nur ein Attribut fuer Dekadenz und sonst nichts und nichts wirklich Substantielles. Also mai bpen rai. Es passt schon. Jedensfalls so aus meiner Perspektive als einfacher Bangkoker mit nicht allzu grossen Ansprueche. Grosse Ansprueche belasten nur, speziell dann, wenn sie sich partout nicht erfuellen lassen, aus welchem Grund auch immer.

Dieses Post zeigt jetzt aber auch wiederum, welches Potential die deutsche Sprache doch fuer Schwurbler und Pfuscher hat. Deja-vu, lieber Thomas, deja-vu, gell? :rolleyes:
 
DisainaM

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beide Kulturen haben unterschiedliche Schwerpunkte,
wobei deren Kommunikation, die Sprache,
nicht alleine auf den Fundus der deutschen Dichter begrenzt ist,
da es mindestens genausoviele deutsche Denker gibt (Volk der Dichter und Denker),
wobei letzteres natürlich ebenfalls zu kurz überlegt ist,
wenn man fragt,
- wieviele Patente hat die th. Kultur hervorgebracht ?

Die Wertigkeit einer Kultur lässt sich nicht alleine auf ihre Patente begrenzen, die sie hervorgebracht hat.

Klar, die deutsche Sprache hat sich, wie alle romanischen Sprachen, aus dem lateinischen heraus, eine mathematische Grundlogik zueigen gemacht,
die eben dafür prädestiniert ist, mathematische Sachverhalte in ihrem Kern so zu beschreiben,
dass weiterführende Analysen von neuen Formeln möglich sind.

Derartige wissenschaftliche Sprachen sind mit Sprachen aus Kulturen, die eher aus einer mystischen Weltsicht entstanden sind,
und sich weniger auf die Analyse der sogenannten Realität beziehen,
als eher die Realität als solche anzuzweifeln, und sich als Spielball zwischen höheren Mächten zu positionieren.

Von daher wäre die Entwicklung der th. Sprache ohne ihre Verwurzelung im brahmanischen Geisterglauben kaum möglich.

Somit hat sich die Sprache dieser Kultur mehr auf die äusseren Einflüsse konzentriert,
die diese Mächte auf den einzelnen menschen haben,
so entstand auch die sprachliche Formulierung der unterschiedlichen Herzenszustände,
von ron chai (heissblütiges herz / impulsiv) zu fuen chai (vernebeltes Herz / undurchsichtig), zu hua chai ( herz und Kopf in einer Einheit / ausgeglichene Harmonie), zu greng chai (verantwortungsvolles mitfühlendes Herz / man sagt etwas zu, obwohl man es nicht erfüllen kann, um im bestimmten Moment das Herz des anderen zufrieden zu stellen (((eine Kultur, die nicht NEIN sagen kann / der Hört-Besser-Wahn, alles, was sich für den Moment besser anhört, wird gesagt, um die Harmonie nicht zu stöhren.)))) usw.

Ziel, der ganzen Angelegenheit, die Herzfrequenz niedrig zu halten, keine Aufregung zu erzeugen, damit keine schlechten Geister auf einen aufmerksam werden.

Auch Problemanalysen sind dadurch gekennzeichnet, da erst die schlechten Gedanken das mögliche schlechte Ereignis in der Zukunft möglich macht.

Bei dem Denken ist natürlich ein Flughafenumzug von Don Muang nach Suvannapol völlig unmöglich,
weshalb man den gesamten Logistikauftrag ins Ausland (Deutschland) vergeben hatte.

Die eine Kultur beschäftigt sich mit der Abwehr von höheren Mächten,
während die andere Kultur die Exsistenz dieser höheren Mächte völlig verneint,
und sich rein auf die Analyse des Hier und jetzt konzentriert.

Naürlich gibt es auch die th. Geschäftsebene, die ebenfalls von einer hohen Effizienz gekennzeichnet ist,
wenn es sich um den normalen Handel von Familienunternehmen handelt.
Bei grösseren Konzernen dagegen nimmt die Gesichtsrolle unter den Mitarbeitern und Vorgesetzten untereinander einen höheren Stellenwert ein,
als dass sich nun ein Mitarbeiter durch Eigeninitiative dadurch hervortut,
dass er zB. das Abschalten der Klimaanlagen anregt, wenn die Firma bei offenen Fenstern gereinigt wird.
 
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sombath

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Warte mal ab , bis es soweit ist .
Sicherlich gehst du nur zurück wenn etwas negativ ist und dann redet man nomalerweise darüber .

Sombath



Warum muss man eigentlich aus allem eine Grundsatzfrage, so als ganz endgueltige Entscheidung machen? Es gibt nun mal, abhaengig von der Lebensphase in der man sich befindet, Zeiten, in denen man Veraenderung sucht. Und es gibt Zeiten in denen man sich an einem Ort wohl fuehlt, und alles so belassen moechte wie es ist.

Ich zog von Deutschland nach Thailand weil ich neue Perspektiven suchte, und habe sie dort gefunden. Und moeglicherweise gehe ich eines Tages wieder zurueck, wenn das in meine Lebensplanung passt und ich darin mehr Vorteile als Nachteile sehe. Vielleicht bleibe ich auch fuer immer in Thailand, wer weiss. Aber das wird nur dann der Fall sein wenn dabei fuer mich die Vorteile ueberwiegen.

Aber: Wenn ich mal zurueck gehe dann werde ich ganz bestimmt nicht nachkarten und als Begruendung fuer meinen Umzug aufzaehlen was in Thailand alles im argen liegt.
 
x-pat

x-pat

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Ein längerer Aufenthalt in einem Land ohne sich um dessen Sprache zu bemühen, wäre für mich undenkbar.
Das würde ich eigentlich auch unterschreiben, wobei der Grad zu dem man die Sprache beherrschen möchte variiert. Das ist individuell davon abhängig wie sehr einem die Sprache und Kultur liegt. In Thailand sticht hervor, dass 1. die Sprache von einem großen Teil der ansässigen Expats nicht gesprochen wird, und 2. das Expats unabhängig vom Grad ihrer Sprachkompetenz nie vollständig in die Gesellschaft integriert werden. Der mangelnde "Integrationswille", um ein schönes deutsches zusammengesetztes Substantiv zu bemühen, ist auf beiden Seiten schon recht deutlich.

Mit einer Thailänderin mal Deutsch zu reden, macht mir schon keine Freude, aber Englisch ist für mich ein absolutes nogo.
Wir sprechen ausschließlich Englisch zu Hause, die Kinder gehen auf eine bilinguale Schule und lernen natürlich auch Deutsch. Ich kann mir nicht vorstellen mit einer Thailänderin nur Thai zu sprechen, weil sie nichts anderes kann. Das heisst, ich kann es mir eigentlich recht gut vorstellen, habe die Erfahrung ja selbst schon gemacht, vielen Dank, war ein nicht sonderlich erhellender Lebensabschnitt. Englisch ist nun mal die Verkehrssprache der globalisierten Welt, die Sprache des internationalen Handels, der Wissenschaften, Literatur, und die Sprache der beginnenden Typ-1 Zvilisation.

Um Beispiele nennen zu koennen, muesste ich mich INTENSIV mit der thailaendischen Sprache befassen, wozu mir derzeit aber die Zeit und auch die Musse fehlt.
Ach, das ist bestenfalls eine faule Ausrede. Um Beispiele nennen zu können, müsste es ja erst einmal Beispiele von thailändischer Weltliteratur geben, die sich mit Homers Odyssey, Goethes Faust, Swiftts Gullivers Reisen, oder der Baghavad Gita messen können. Du wirst keine finden. Ebensowenig wie du bedeutende thailändische Philosophen, Mediziner, oder Wissenschaftler finden wirst.

Meiner Ansicht nach kann man viel mehr Freude daran haben in spanischer oder englischer Sprache zu kommunizieren, die Sprachen sind einfach irgendwie lebhafter.
In diesem Punkt sind wir nun mal gleicher Meinung.

Cheers, X-pat
 
Micha

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... das Expats unabhängig vom Grad ihrer Sprachkompetenz nie vollständig in die Gesellschaft integriert werden.
Bin zwar kein Expat, bezweifle aber, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Sprachkompetenz und Integration gibt.
Könnte mir zwar vorstellen, in einem Land zu leben, wo ich mit den klimatischen Bedingungen Schwierigkeiten habe. Aber ein Land dessen Sprache mir zuwider ist, würde ich nicht mal kurzzeitig bereisen.
Eigentlich kann man die verbreitete Ablehnung der Thaisprache positiv sehen. Je mehr sich für diese Sprache interessieren, umso weniger wirkt sie als Alleinstellungsmerkmal.
 
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Tramaico

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Ach, das ist bestenfalls eine faule Ausrede. Um Beispiele nennen zu können, müsste es ja erst einmal Beispiele von thailändischer Weltliteratur geben, die sich mit Homers Odyssey, Goethes Faust, Swiftts Gullivers Reisen, oder der Baghavad Gita messen können. Du wirst keine finden. Ebensowenig wie du bedeutende thailändische Philosophen, Mediziner, oder Wissenschaftler finden wirst.
Hm, ich habe nie die genannte Weltliteratur gelesen und kann somit nicht beurteilen ob sie stilistisch ausreichend genug waere mich wirklich zu faszinieren. Von Baghavad Gita habe ich in meinem ganzen Leben noch nix gehoert, das musste ich erst einmal googeln. Nun ja, zumindest die eine oder andere Verfilmung war schon recht unterhaltsam, aber das war Krieg der Sterne auch.

Ein Buch was mich wirklich fasziniert hat, war "Der Faenger im Roggen". Zumindest die deutsche Ausgabe. Ausreichend genug, dass ich mir eventuell irgendwann einmal die amerikanische Originalausgabe reintuen werde.

Hm, wie bedeutungsvoll moegen wohl Philosophen, Mediziner und Wissenschaftler fuer einen eigenstaendigen Denker sein? Warum sich in die Komplexitaet der Denke von anderen Menschen hineinversetzen zu Lasten der eigenen Kreativitaet? Empfinde es z. B. ein wenig absurd Philosopie zu studieren. Wer ein Faible fuer Philosophie hat sollte sie betreiben anstatt die Denke von anderen Menschen zu studieren. Waere sonst irgendwie Plagiarismus.

Somit stellt sich fuer mich dann die Frage, was kann wirklich mit der thailaendischen Sprache erreicht werden. Wenn nicht durch Andere, aus welchem Grund auch immer, was durch einen selbst? Dies meinte ich, sich mit der Thematik thailaendische Sprache wirklich auseinanderzusetzen.

Wer definiert denn nun eigentlich wirklich was Weltliteratur und bedeutungsvoll ist? Bestselleristik oder was. Demnach muesste ja dann in Deutschland eigentlich der Herr Sarrazin einen Literaturpreis bekommen. Oder Literaturexperten und Literaturprofessoren?

Manchmal wird immer wieder versucht vieles einfach zu "wissenschaftlich" zu analysieren anstatt einfach mit simpler verstandesmaessiger Hemdsaermligkeit. Heraus kommen dann vorgerasterte Denkschemen, praktisch ein Denken mit "abgespreiztem kleinen Finger". Das was fuer mich manchmal als dekadente Bleedheit herueberkommt. Nennen wir es doch beim Namen. War Herr Dr. Siegmund Freund tatsaechlich ein bedeutender Psychoanalytiker oder nur ein voellig abgdrehter promovierter Knallkopp, zumindest in mancherlei Hinsicht. Ohne mich jetzt intensiv mit ihm beschaeftigt zu haben und an Hand der mir persoenlich bekannten Fragmenten aus seiner Arbeit wuerde ich ihn als beides sehen. Manchmal durchaus brillant, manchmal ein Knallkopp. Letztendlich unter dem Strich dann doch auch nur ein Mensch unter vielen, dessen Namen lediglich einen vertrauteren Klang erhalten hat.

Hier sieht man dann die Unterschiede zwischen uns, Thomas. Deine umfangreiche Bildung und Dein Hang zur Bildung versus meiner hemdsaermligen Spatendenken. Somit repraesentiert dann der Begriff "bedeutend" dann auch fuer uns voellig unterschiedliche Anschauungen. Bedeutend ist fuer mich etwas was mich persoenlich echt bannen und faszinieren kann und dabei ist voellig unerheblich ob dies in einer "bedeutenden" Enzyklopaedie auch so benannt wird oder nicht.

Weltliteratur MUSS man gut finden? Mache ich nicht zwangslaeufig. Kommt ganz darauf an ob es mir gefaellt oder nicht. Was die Welt sagt, interessiert mich dabei im Grunde einen Scheissdreck. :rolleyes:
 
rolf2

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nun Richard,

es gibt den subjektiven Standpunkt und den objektiven

objektiv betrachtet ist thailändische Literatur international noch nicht mal ne Niesche, sondern völlig bedeutungslos, das geiche gilt für die Wissenschaft oder thailändische Universitäten

das braucht man persönlich nicht unbedingt als wichtig zu empfinden hat aber dennoch Bedeutung und Aussagekraft

und wenn in Thailand sich die Lesegewohnheiten breiter Schichten auf Comics und Tageszeitungen auf Bildniveau reduzieren dann sagt auch das was aus.

Hier wird das Fersehen auch immer platter, in Thailand wars das ja schon von jeher.

Für mich sind diese Faktoren insofern wichtig das ich weiß das ich nicht aufm Dorf leben könnte wo ich es nur mit Thailändern zu tun hätte, da würde mir intellektuell doch so einiges fehlen
 
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Tramaico

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das braucht man persönlich nicht unbedingt als wichtig zu empfinden hat aber dennoch Bedeutung und Aussagekraft
Subjektiv von Dir gesehen oder hat dies jetzt Allgmeingueltigkeit? Wenn Letztgenanntes, durch wen und womit festgelegt? Pretinio der Amazonasindianer mag sicherlich nichts damit anfangen koennen, den interessiert wohl eher nur, dass sein Pfeilgift auch wirklich wirkt und noch nicht einmal warum. Zaelt der einfach nicht?

Wenn man keinen Kick aus dem Schwanensee bekommt oder Vivaldi oder so, ist man dann ein kultureller Barbar? Objektiv gesehen? :rolleyes:
 
rolf2

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richard,

ob Der Amazonasindianer mit Allgemeinbildung etwas anfangen kann oder nicht, ob ihn das interresiert oder nicht, ob er sich mit mir unterhalten kann, ist für ihn subjektiv wahrscheinlich völlig Latte.

Objektiv gesehen schränkt ihn das natürlich erheblich ein und wird wohl auch dazu führen das er ausstirbt.

nun.... das ist mir egal, weil ich mich weder großartig für den Amazonas noch für blöde Indianer interressiere


das änderst sich für mich nun aber sofort wenn es um Thailand geht, und da ist es mir schon wichtig ob ichs da mit blöden Indianern zu tun kriege oder mit Menschen mit denen ich wechselseitig auch was anfangen kann, und das es bedingt durch realtiv schmale Bildung wohl eher selten zu erquicklichen Diskussionen für mich kommen kann, hat das eben für mich ne Bedeutung.

Ich ziehe Menschen als Freunde nunmal Straßenkötern vor


andererseits fahre ich nicht zum diskutieren nach Thailand und finde eh genug Möglichkeiten um mit Farangs zu diskutieren wenn mir danach ist,was eher auch selten ist. Nur im Dorf in Thailand halte ich es nicht lange aus, da reicht dann ne Woche, das kann ganz nett sein.
 
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Tramaico

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Ich ziehe Menschen als Freunde nunmal Straßenkötern vor
Grundsaetzlich, also auch den bloedesten Wixxer dem anschmiegsamsten Strassenkoeter, nur weil Ernstgenannter zu Deiner Spezie gehoert? Ist das nicht sehr extrem?

Ich ziehe z. B. nicht genrell Strassenkoeter Menschen als Freunden vor und fuer mich hat auch nicht grundsaetzlich ein Strassenkoeter mehr Wertigkeit als ein Mensch.

Du siehst, wir unterscheiden uns hier. Du bist vorurteilsbehaftet und intolerant, wie ich es niemals sein koennte.

Auch mein Standpunkt "lieber ein guter Hund als ein schlechter Mensch" ist kein Extrem eines Tierfanatikers, wenn man den Verstand einschaltet und der deutschen Sprache einigermassen maechtig ist. Viele Menschen lesen einfach zu oberflaechlich und kommen dann zu falschen Schlussfolgerungen.

Waere ich ein Tierfanatiker, dann wuede mein Standpunkt lauten "lieber ein Hund als ein Mensch". Er waere dann en par mit Deiner von mir zitierten Aussage. Ein haltloses undurchdachtes Extrem, Zunge schneller als der Verstand. Du verstehst, was ich meine? :rolleyes:
 
waanjai_2

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Udon Thani
.... Kultur nicht über eine ausreichende Zahl toter Dichter verfügt ...
Tut sie doch, tut sie doch. Nimm die Suk Soi 33 - die Soi Dead Artists.:)
 
x-pat

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Bin zwar kein Expat, bezweifle aber, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen Sprachkompetenz und Integration gibt.
In den meisten Ländern ist das in der Tat so. In Thailand oder auch zum Beispiel in Japan existiert jedoch eine "gläserne Wand" die eine vollständige Integration seitens der Gesellschaft verhindert.

Hm, wie bedeutungsvoll moegen wohl Philosophen, Mediziner und Wissenschaftler fuer einen eigenstaendigen Denker sein?
Also, ich gehe davon aus, dass das keine ernstgemeinte Frage ist. Oder bist du als Denker so eigenständig, dass du Penicillin, Telefon, und Ottomotor auch selbst erfunden hättest, falls nötig? Unsere technologische Gesellschaft ist offensichtlich in hohem Grade von Medizinern, Wissenschaftlern, und anderen richtungsweisenden Denkern beeinflusst. Du verlässt dich sicherlich auch täglich selbst auf Errungenschaften, die durch die Kollaboration vieler brillianter Leute erst ermöglicht wurden. Natürlich kann man auch ein glückliches (wenn auch kurzes) Leben in einer Agrargesellschaft führen, deren Technologie auf dem Stand von büffelbetriebenen Pflügen ist, die an Geister glaubt, und die sich mit indischem Theater unterhält. Falls Thailand das Maß der Dinge wäre, dann wäre das heute noch so.

Empfinde es z. B. ein wenig absurd Philosopie zu studieren. Wer ein Faible fuer Philosophie hat sollte sie betreiben anstatt die Denke von anderen Menschen zu studieren. Waere sonst irgendwie Plagiarismus.
Ich hoffe, dass dieser absurde Vorschlag nicht aus der in Thailand weit verbreiteten (Un-)sitte entwächst, Standards zu ignorieren, sobald man irgendwie gelernt hat, sich selbst zu behelfen, denn das wäre das typische Verhaltensmuster eines Ignoramus. Ich denke da zum Beispiel an die Heerscharen von thailändischen Klebebandelektrikern, die unter Missachtung von anerkannten technischen Standards immer wieder faszinierende (und hochgefährliche) Installationen produzieren, nur um ein Beispiel zu nennen. Nein, es macht durchaus Sinn den Stand der Technik zu erlernen, bevor man sich ans Werk begibt. Das ist in der Philosophie nicht anders als in der Hauselektrik.

Bedeutend ist fuer mich etwas was mich persoenlich echt bannen und faszinieren kann und dabei ist voellig unerheblich ob dies in einer "bedeutenden" Enzyklopaedie auch so benannt wird oder nicht.
Naja Richard, dann stelle dir doch einfach die Frage was genau die Qualität dessen ausmacht, was die Menschen fasziniert und in den Bann zieht. Und warum zum Beispiel Thai Soaps und Korea Pop diese Qualität generell vermissen lassen. Dann kommst du schon ziemlich nahe an das was gute Literatur/Musik/Theater/Film ausmacht.

Cheers, X-pat
 
rolf2

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Grundsaetzlich, also auch den bloedesten Wixxer dem anschmiegsamsten Strassenkoeter, nur weil Ernstgenannter zu Deiner Spezie gehoert? Ist das nicht sehr extrem?

Ich ziehe z. B. nicht genrell Strassenkoeter Menschen als Freunden vor und fuer mich hat auch nicht grundsaetzlich ein Strassenkoeter mehr Wertigkeit als ein Mensch.

Du siehst, wir unterscheiden uns hier. Du bist vorurteilsbehaftet und intolerant, wie ich es niemals sein koennte.
Du hast den von mir zitierten Satz aus dem Kontext gerissen. Meine Aussage war,, mit ungebildeten Indianern oder Isarnbauern könnte ich schwerlich diskutieren, mit Straßenkötern ebensowenig. Eine Freundschaft von ausschließlich Symphatie getragen ist zwar möglich aber eine zusätzliche geistige Fähigkeit zum anregenden Gedankenaustausch ist mir dann doch sehr lieb.

Deine Beiträge schmückst Du ja häufig mit den angeblichen Äußerungen von Bunmee, das lässt mich vermuten, das Du im Grunde etwas einsam bist oder sagen wir etwas merkwürdige Ansichten über Tierliebe und menschliche Freundschaften hast.

Deine Spekulation das mir jeder Mensch grundsätzlich lieber wäre als ein Straßenköter ist natürlich absurd. Nichtsdesto strebe ich keineFreundschaften mit Straßenkötern an.

Auch mein Standpunkt "lieber ein guter Hund als ein schlechter Mensch" ist kein Extrem eines Tierfanatikers, wenn man den Verstand einschaltet und der deutschen Sprache einigermassen maechtig ist. Viele Menschen lesen einfach zu oberflaechlich und kommen dann zu falschen Schlussfolgerungen.

Waere ich ein Tierfanatiker, dann wuede mein Standpunkt lauten "lieber ein Hund als ein Mensch". Er waere dann en par mit Deiner von mir zitierten Aussage. Ein haltloses undurchdachtes Extrem, Zunge schneller als der Verstand. Du verstehst, was ich meine:rolleyes:?
Du hast meine Aussage nicht verstanden bzw nicht im Kontxt verstanden, der Rest von dem was in Deinem letzten Abschnitt steht ist schon fast infantil, kann sein das Du das als rethorisch brilliant empfindest. immerhin erfreut es mich das Du "gewisse Plattitüden" heute kpl. weglässt, sehr gut
 
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Tramaico

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In Thailand oder auch zum Beispiel in Japan existiert jedoch eine "gläserne Wand" die eine vollständige Integration seitens der Gesellschaft verhindert.
Das ist jetzt aber eine subjektive Erfahrung basierend auf subjektiven Erfahrungen und muss somit nicht allgemeingueltig sein, gell?

Also, ich gehe davon aus, dass das keine ernstgemeinte Frage ist. Oder bist du als Denker so eigenständig, dass du Penicillin, Telefon, und Ottomotor auch selbst erfunden hättest, falls nötig? Unsere technologische Gesellschaft ist offensichtlich in hohem Grade von Medizinern, Wissenschaftlern, und anderen richtungsweisenden Denkern beeinflusst. Du verlässt dich sicherlich auch täglich selbst auf Errungenschaften, die durch die Kollaboration vieler brillianter Leute erst ermöglicht wurden. Natürlich kann man auch ein glückliches (wenn auch kurzes) Leben in einer Agrargesellschaft führen, deren Technologie auf dem Stand von büffelbetriebenen Pflügen ist, die an Geister glaubt, und die sich mit indischem Theater unterhält. Falls Thailand das Maß der Dinge wäre, dann wäre das heute noch so.
Sind viele Errungenschaften nicht lediglich Kompensation fuer selbst verursachte Mankos. Hierin ist der Mensch wirklich gut. Probleme selber schaffen, diese dann halbwegs zur kompensieren und sich dann in Bezug auf die Faehigkeiten in den Himmel zu loben. Im Grunde doch eher deppert als genial. Der Mensch war noch nie so deppert und versklavt wie in der heutigen technologischen Gesellschaft. Sogar die Telefone haben zwischenzeitlich das "Denken" uebernommen. Voellige Hilflosikeit wenn kein Empfangssignal existiert oder die Batterie am Ende ist.

Wer nachdenkt glaubt nicht bzw. wer glaubt denkt nicht nach, denn Glauben heisst lediglich zu Schlussfolgerungen zu kommen, denen jeglich substantielle Basis fehlt. Glauben basiert rein auf Emotionalitaet und ist die "Wissenschaft" der Dummkoepfe und die Grenzen zwischen "dummen" Isaanwissenschaftler und promovierten Premiumwelter werden fliessend. Der einzige Unterschied sind lediglich in den Glaubensinhalten, aber die Emotion gesteuerte Deppertheit ist identisch.

Ich hoffe, dass dieser absurde Vorschlag nicht aus der in Thailand weit verbreiteten (Un-)sitte entwächst, Standards zu ignorieren, sobald man irgendwie gelernt hat, sich selbst zu behelfen, denn das wäre das typische Verhaltensmuster eines Ignoramus. Ich denke da zum Beispiel an die Heerscharen von thailändischen Klebebandelektrikern, die unter Missachtung von anerkannten technischen Standards immer wieder faszinierende (und hochgefährliche) Installationen produzieren, nur um ein Beispiel zu nennen. Nein, es macht durchaus Sinn den Stand der Technik zu erlernen, bevor man sich ans Werk begibt. Das ist in der Philosophie nicht anders als in der Hauselektrik.
Man kann auch nach DIN den Koitus ausueben, aber unter dem Strich ist das Ergebnis nicht anders als das eines wildlebenden Rammlers im Wiesenhain beim Akt. Nuechtern betrachtet zeichnet sich der Homo Sapiens lediglich durch seine Dekadenz aus, die er als Kultur auslobt, was doch im Grunde nur eines ist. Dekadent. Schoepfer und Opfer der Technik zugleich. Ein Sicherheitsgurt ist lediglich ein mehr oder weniger effektive Kompensation fuer einen voher kreierten fuck-up. Die Weisen der Welt haben bereits vor Tausenden vor Jahren auch ohne ihn hohe Lebensalter erreicht.

Naja Richard, dann stelle dir doch einfach die Frage was genau die Qualität dessen ausmacht, was die Menschen fasziniert und in den Bann zieht. Und warum zum Beispiel Thai Soaps und Korea Pop diese Qualität generell vermissen lassen. Dann kommst du schon ziemlich nahe an das was gute Literatur/Musik/Theater/Film ausmacht.

Cheers, X-pat
Qualitaet ist ein rein subjektives Empfinden. Was ist Lebensqualitaet? 1 Million unterschiedliche Antworten und alle aus individueller Sicht 1 Million mal korrekt. Gute Literatur/Musik/Theater/Film ist somit immer subjetiv. Wer setzt den Standard? Vermeintliche intellektuelle Eliten oder die Majoritaet. Millarden Fliegen ziehen Scheisse einem Goldbarren vor, also muss Scheisse doch einen groesseren Wert als Gold haben. Zumindest fuer Fliegen. Aber Fliegen setzten eben nicht den Standard sondern dies macht die absolute Minoritaet von "gebildeten" Menschen. Ist das nicht ueberheblich und schlimmer noch undemokratisch. Demokratie wird doch immer als hehrstes Ziel der Menschheit propagiert und dann sowas. Kulturelle Diktatur pur. Auch Bildung ist relativ und situationsabhaengig. Es ist wenig hilfreich bei einem Schiffsuntergang die Glocke aufsagen zu koennen und Schwimmunterricht schlaegt in diesem Fall ganz klar einen Harvard Abschluss summa cum laude. Alles ist eben relativ, wie schon ein Herr Einstein erkannte und woduruch Deine Aussage "Dann kommst du schon ziemlich nahe an das was gute Literatur/Musik/Theater/Film ausmacht" auch relativiert wird.

Eine fundierte Bildung kann manchmal sogar zu einem Manko werden und laesst dann auch schnell einen Premiumweltler in einem Schwellenland verzweifeln. Paradox, net wahr? Bildung fuer die Katz', hi, hi, hi, was ich ja gerne als "bildungsgeschaedigt" bezeichne. Mein Hund natuerlich auch. Bildung wird zur Geissel. Wenig intelligent wie ich finde, wenn ich darueber nachdenke und hierbei zeigt sich dann, dass Bildung niemals mit Intelligenz gleichgesetzt werden kann. Echte Intelligenz ist emotionslos und holt lediglich aus jeglicher Situation das Beste heraus. Hierbei kann ein vermeintlich dummer Isaanbauer weitaus groessere Faehigkeiten aufweisen als ein Prof. Dr. Dr., bei dem es sich oftmals doch eigentlich auch nur um einen Fachidioten handelt. Im wirklichen Leben werden die Standards von der Natur und den Pragmatikern gesetzt. :rolleyes:
 
DisainaM

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Hannover
jeder muss sich seine eigene Mischung zusammenstellen,

wie der Konsum von beiden Kulturen für ihn verträglich ist.

Für viele Touristen hat diese thail. Kultur, in ihren Blüten von Gesetzlosigkeit und Chaos ja bestimmt seine Faszination,



doch jeder muss für sich entscheiden, wieviel Chaos er verträgt.

(Pragmatiker halten wohl auch nicht an einer roten Ampel, wenn vermeidlich niemand herüber geht,
und wenn doch, und es knallt, - Pech)

Solange man in Thailand in keinem Rollstuhl sitzt, oder auf Krücken unterwegs sein muss,
bz. für diese Fälle über geeignetes Hilfspersonal verfügt,
kann man sich, wie Richard, in Strassenhund-phantasien und Verwirklichungsträumen zufrieden schätzen,
doch ist die Gesundheit angeschlagen, zeigt sich ein härteres Thailand,
(nicht wegen der kaputten Gehwege oder nicht rollstuhlbefahrbaren 7/11 Läden)
 
Claude

Claude

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hier und da
@Traimaco,

Du bist der Deutscheste aller Deutschen der Nach-Hitlerzeit: Kommst in ein fremdes Land und versuchst, zu mehr als 100 % assimiliert zu sein oder dich so zu geben. Das ist sehr Nachkriegs-Deutsch, ein Franzose kaeme nie auf so ne Idee. Dazu bist Du permanent bestrebt, deine super Assimilation - vor wem eigentlich ? - zu begruenden, in ellenlangen Statements - auch das sehr Deutsch, denn der Deutsche hat ja Recht und kann alles besser, sogar das Assimilieren. Mach Dir nichts vor, auch Du bleibst dein ganzes Leben lang ein Premiumwelter, egal welchen Pass Du hast.
 
T

Tramaico

Gast
Du bist der Deutscheste aller Deutschen der Nach-Hitlerzeit:
Was empfiehlst Du in diesem Fall? Das Land annektieren und Akkordeonpflicht einfuehren? Deutsch als Amtssprache und ganz wichtig Menschenrechte, endlich Menschrechte wie sie im Nachkriegs-Deutschland unverruettelbar manifestiert?

Waere dies nicht meine Buergerpflicht als Deutschester aller Deutschen. Moagst mein Berater sein, damit ich nicht vom deitschen Weg abkomme? Kann sehr schnell hier in diesem rauhen Ambiente passieren. Da muemmelt dann auch schon mal 'nen Franzose Som Tam statt Froschschenkel. Identitaetsverleugnung put, kreisch! Thailaendisches Teufelsgut.

Man gut, dass die Schweinshaxe zwischenzeitlich hier im Lande so beliebt ist. So wurzellos wuede ich sicherlich sehr schnell vorne ueberfallen, wenn ich so mit DIN-genormten Schritten durch meine schmudelige Sub-Soi schreite. Schuhwerk natuerlich aus dem Hause Salamander.

Schau Claude, ich bin einfach so wie ich bin und im Grunde immer war, was mich letztendlich dazu bewegte Deitschland den Ruecken zu kehren und nach Thailand umzusiedeln. Das dies ultradeutsch ist haette ich nicht erwartet, aber nun ja, man lernt nie aus. Speziell nicht in Sachen deutscher Kultur und Anschauung.

Mein ultraextremes Deutschsein macht fuer mich die Assimilation in Thailand so einfach.

Cool, diese These wurde sicherlich im Politikleistungskurs der bedeutendsten Hochschule des Landes der Dichter und Denker entwickelt. Ja, ich bin stolz auf das Geburtsland meiner Eltern. Muss ich ja wohl auch, als Ultradeutscher.

Der perfekte Thai ist ein Deutscher, denn nur mit akribischer deutscher Genauigkeit ist 101% Thaiigkeit zu erreichen. Bei diesem Denkmuster zeigt sich dann doch ganz klar was eine solide deutsche Ausbildung im Vergleich zur duckmaeuserischem Schulwesen wert ist. Farang ba! Das geht mir leicht aus dem Keyboard heraus, weil ich als perfekter Deutscher perfekt in Thailand assimliert bin, doch natuerlich nur scheinbar, weil ich im Grunde 200% Deutsch und nur 101% Thai bin.

Ziemlich heiss zur Zeit auf dem Atoll, gell? Vielleicht mal einen kuehlen Mango Shake an der Buddha Beach in den heutigen Tagesablauf einplanen. :rolleyes:
 
Claude

Claude

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Die Thai Sprache habe ich nie richtig angenommen, da sie mir einfach nicht gefällt. Die Schrift ist furchtbar redundant und schnörkelhaft und der Klang schläfert mich ein. Grammatik und Satzbau sind simplistisch, chaotisch und ohne jede Eleganz. Thai ist eine Sprache für Schwurbler und Pfuscher: voluminöse unklare Sätze sind relativ leicht zu bilden, aber es ist nicht leicht, einen Gedankenfaden kurz und präzise zu beschreiben. Es überrascht daher nicht, dass es kaum nennenswerte thailändische Literatur gibt, was meine Motivation zur vollständigen Erlernung der Thai Sprache deutlich verringert hat.

Thailänder, die nie eine Fremdsprache (bis zum C-Grad) erlernt haben und noch nie auf Überseereisen gegangen sind, was in Thailand die Majorität sein dürfte, haben Probleme dies zu verstehen aufgrund des gegebenen Tunnelblicks.

Cheers, X-pat
Ist zwar OT, aber:
Zumnindest im Alltag ist Thai eine Sprache fuer Pfuscher. Meine Sprachkenntnisse reichen, um Gespraeche auf dem Markt oder beim 7/11 zu verstehen - und da stellen sich mir die Nackenhaare. Kein Satz mehr als 5 Woerter, Gebrauch von Subjekten ist verboten, das meiste wird wiederholt, bis der Gespraechspartner den Sinn erahnt. Ein Kilogramm ist ein "Loo", ein Computer ist ein "Com", Facebook ist "Faei". Handygespraeche beginnen mit "Yuu nai?" "Sein wo?" - selbst diese Frage kann nicht immer direkt und klar beantwortet werden. Ich glaube nicht, dass die Sprache soo simpel ist, es sind die Anwender, die oft sehr simpel sind.
 
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