Das "Schönen" ist eine seit Urzeiten bekannte, traditionelle Methode zur Klärung - und heute vor allem zur Stabilisierung - von Wein. Oft wird auch der Ausdruck Feinen verwendet. Bereits den Römern war die Wirkung von aufgeschlagenem Eiweiss bekannt. Im Mittelalter wurden oft Verfahren angewendet, die uns heute sehr fragwürdig erscheinen – zum Beispiel mit Rinderblut. Im berühmten Klassiker „Von Baw, Pfleg und Brauch des Weins“ des Johann Rasch (1540-1612) werden einige Techniken ausführlich beschrieben. Unter anderem erläutert er, wie man einen trüben Wein wieder zurechtbringt - nämlich durch Zugabe von frisch gemolkener, noch kuhwarmer Milch. Man wusste auch schon, dass bestimmte Stoffe wie Hausenblase (gereinigte und getrocknete Schwimmblase des Hausen, Stör oder Wels), Gelatine, Spanische Erde (Kaolinerde) und Kohle Schwebeteilchen im Wein an sich binden und dann zum Fassboden sinken.