Nachdem wir 6 Monate in Deu bzw. in Thailand sind kann Thailand natürlich nicht meine Heimat sein.
Selbst bei 12 Monaten/Jahr wäre ein Heimatsgefühl daran gebunden, ein Mitbestimmungsrecht in Thailand zu haben (was der Farang in Thailand ja nicht hat, angefangen vom Grundbesitz bis zum Wahlrecht).
Somit reduziert sich Thailand für mich auf den Status eines Gastlandes (und das ist ja auch ok!)
Ich denke, dass die thailändische Gesetzgebung es einem schwer macht, sich wirklich 100% in LOS niederzulassen und das Land als 1. Heimat anzusehen. Wie gesagt ist man nur geduldeter Gast und in der Regel nur so lange geduldet solange man genug Geld auf dem Konto hat, vor allem solange man unter 65 ist - und regelmäßige Visaruns dürften dürften einem Heimatgefühl auch nicht förderlich sein.
Zudem ist die thailändische Gesetzgebung volatil und die Rechtssicherheit gering: das bedeutet,
a) das sich alle Ausländer die Rechtslage in Bezug auf die verschiedenen Aufenthalts- und Besitztiteln jederzeit zum Negativen verändern kann (die Rechtslage hat sich ja anscheinend in den letzten Jahren verschlechtert)
b.) individuell, sollte es ernsthafte Probleme mit der thailändischen Familie oder Geschäftspartnern geben, kann man wie man immer wieder hört Haus und Hof und im schlimmsten Fall sein Leben verlieren.
In einer persönlichen Note: erst nach einem längeren Aufenthalt in Asien wurde mir bewußt wie 'deutsch' ich tatsächlich bin. Das fängt mit typisch deutschen Events wie Weihnachten an, die sich in Asien einfach nicht richtig anfühlten, bis hin zu dem Gefühl des "zu Hause seins", dass man sich in einer Kultur/Land/Stadtviertel wie ein Fisch im Wasser bewegt und einfach dazu gehört und für die tausend Kleinigkeiten des Alltags nicht ewig rumchecken muss. In Asien wird man ein Leben lang ein Farang bleiben. Natürlich kann kann sich natürlich im persönlichen Umfeld integrieren über Sprache/Verwandtschaft/Jobs/etc., aber sobald man dieses verlässt ist man wieder der Farang/Barang/Gaijin/Gweilo, bis ans Endes seines Lebens.
Bei mir ist sogar die auf dem ersten Blick die paradoxe - aber dennoch nicht unübliche Situation - aufgetreten, dass je länger ich in dem Land lebete desto schwieriger wurde es. Vor allem in den Alltagsbeziehungen mit Freunden und im beruflichen Umfeld. Am Anfang war ich als weißer Ausländer und auf Grund meiner Position (ich war kein ungelernter "VOX Goodbye Deutschland" Auswanderer) noch eine Novität mit der sich sogar geschmückt hat. Übliche Anfängerfehler wurden mir nachgesehen, aber dieser Reiz den Neuen verflog natürlich. Nach einiger Zeit wurde von mir erwartet dass ich auch Alltagssituationen navigieren konnte, die mir trotz Sprachausbildung und vielen Beziehungen zu Locals unbekannt waren. Kommunikationscrashs blieben nicht aus. Zum Glück hatte als erfahrene Expats aus D. an meiner Seite, die mir mit Rat beiseite standen. Dennoch sind zwei mir sehr wichtige Freundschaften zu Einheimischen den Bach herunter gegangen.
Allerdings war meine Aufenthalt von Anfang an zeitlich begrenzt, da von D. aus finanziert. Als die Zeit rum war bin ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge in den Flieger gestiegen. Bei der Ankunft in D. hat mich dann allerdings der "Reverse Culture Shock" mit voller Wucht getroffen.