Hab ich gerade versucht zu verkaufen, also den Kram von meinen Eltern. Die ganzen Klassiker gehen ueberhaupt nicht mehr. Stellt sich keiner mehr in die Schrankwand. Was evtl. noch funktioniert sind Werke aus den 60..70ern. Der Buchmarkt ist tot.
In meiner Schrankwand stehen alle deutschen Klassiker, weil ich sie einfach gerne gelesen habe. Meine Kids haben mittlerweile auch mit dem Lesen begonnen und grabbeln gelegentlich in Papas Regalen. Mit der Frakturschrift der antiquarischen Ausgaben werden sie sich aber wahrscheinlich nie anfreunden.
Nachdem ich meine Bibliothek nun einmal nach Deutschland und zurück schippern durfte, frage ich mich allerdings was das ganze soll. Zwar musste ich die 40-50 Kisten nicht selbst tragen, aber Schrankwände kann man ja auch anders befüllen. Im digitalen Zeitalter macht das nicht mehr so viel Sinn. Der literarische Inhalt der Regale würde vermutlich auf eine einzelne Harddisk passen.
Komischerweise bevorzugt meine Tochter auch die altmodischen Papierbrocken mit hübschen Einbänden. Sie hat sich durch zwei Romanserien gefressen und wünscht sich nun eine dritte. Mein Angebot auf einen E-Reader umzuschwenken (den ich ihr dann kaufe) hat sie abgelehnt.
Ich denke es ist etwas Nostalgie im Spiel. Bücher waren 500 Jahre lang der primäre Träger von Wissen, Information, Unterhaltung, und Bildung. Das Internet der Vergangenheit sozusagen. Ohne Bücher wäre die Menschheit vermutlich nie in das Zeitalter der Moderne eingetreten und es gäbe heute gar keine Computer.
Cheers, X-pat