Hippo
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WAZSteuerberater verurteilt
Bochum, 29.07.2008
Bochum. Ein Liebesabenteuer und eine psychische Erkrankung haben ihn in den Niedergang getrieben. Der 58-Jährige beleidigte und attackierte Staatsdiener auf eine großteils extrem widerliche Weise. Haft auf Bewährung.
Eine Verwirrung des Herzens und eine psychische Erkrankung haben einen Steuerberater (58) in den Niedergang getrieben. Außerdem ist er jetzt vorbestraft, weil er in seiner Krisenzeit mehrfach äußerst hässlich ausgerastet war. Richter Dr. Axel Deutscher sprach am Montag im Urteil von einer "persönlichen Tragödie".
Der Finanzexperte hatte jahrelang ein eigenes Büro in Bochum mit mehreren Mitarbeitern.[highlight=yellow:2d44b41a38] Nachdem er 2006 geheiratet hatte, flog er in den Urlaub nach Thailand. Damit nahm das Unheil seinen Lauf. "Ich habe mich in eine junge Thailänderin verliebt. Da bin ich völlig von meinem Lebensweg abgekommen", sagte er vor dem Schöffengericht. [/highlight:2d44b41a38]Seine Ehefrau habe er zu Hause "mehr oder weniger rausgeekelt". "Ich stand permanent unter Strom. Ich hatte keine Kontrolle mehr über mich."
Angeklagter schämte sich
In dieser Chaosphase geschah dann das, weshalb er jetzt angeklagt war: Im Mai und Juni 2007 flippte er gegenüber Staatsdienern derart boshaft und widerlich aus, dass er jetzt wegen mehrfacher Beleidigung, Nötigung und Sachbeschädigung ein Jahr Haft auf Bewährung bekam.
Der schlimmste Ausraster war in Köln. Als er mit seinem Pkw alkoholisiert einen Bus schnitt, beschimpfte er die Polizei mit Gossen-Vokabular, bespuckte sie und randalierte in der Ausnüchterungszelle. Als die Tür geöffnet wurde, schlug er einer Beamtin aufs linke Ohr; dabei hatte er Kot in der Hand. Außerdem stieß er brutale Drohungen aus. Das Opfer erlitt einen Tinnitus. An weiteren Tagen schickte der Steuerberater wüste Beleidigungen ans Finanzamt Bochum-Süd. Außerdem wurden Bochumer Polizisten diffamiert und bespuckt. Anlass war, dass er betrunken und trotz Führerscheinentzugs Auto gefahren war. "Ein anderer Mensch" sei er in dieser Zeit gewesen, sagte der Angeklagte. Er schämte sich erkennbar.
Ein Psychiater attestierte ihm eine manisch-depressive Störung. Das reduzierte seine Schuldfähigkeit. Als Bewährungsauflage muss er sich aber weiter psychiatrisch versorgen lassen. Schon seit April wird er stationär behandelt. "Ich bin von der Euphorie immer tiefer in Depression geraten."
Sein Steuerbüro musste er aufgeben. Weil er die Geschäfte hatte schleifen lassen. Er sitzt jetzt auf großen Schulden. "Ich habe alles verloren." Die Thailand-Liebe ist längst passé. Über seine Ehefrau sagte er: "Sie hält zu mir. Das ist, was mich aufrechterhält." B.Ki.
SCNR
Aber das er einer Polizistin Kacke ins Gesicht haut...dat tut nicht not. ;-D


mfg lille