Dieter1
Senior Member
Das halte ich fuer die bislang gelungenste Darstellung zum Thema.Was passiert im Kopf nach dem Auswandern?
Ich denke zunächst stellt sich eine Anfangsbegeisterung ein, die mehrere Wochen anhält. Man hat nur den Blick für das Neue, das Schöne, das Aufregende. Und alles ist erst einmal neu, schön und aufregend.
Nach dieser Anfangsbegeisterung – so ist es mir in China ergangen – stellt sich erst einmal Frust ein, weil man dann doch irgendwann von der Realität eingeholt wird. Man sieht so langsam hinter die Fassade der Menschen, merkt, dass die vorher empfundene Freundlichkeit der Menschen doch nur berechnendes Kalkül ist, man sieht den Müll auf den Straßen, kommt mit dem Straßenverkehr nicht zurecht, dass Essen war nur am Anfang wunderbar exotisch.
Nach ja, aber auch diese Phase geht vorbei und bald wird das Leben im Ausland zur Routine und die Anfangseuphorie ist verblasst.
Ich denke, man muss einfach mal die rosarote Brille absetzten und nicht vom (Aus)Land erwarten, dass es einen rundumbespaßt, dass sich das (Aus)Land auf jeden einzelnen Farang einstellt. Man muss sich auf das Land einstellen, sich ein wenig anpassen ohne "überanzupassen".
Es ging mir aehnlich, bis auf die Unterschiede, dass meine Anfangseuphorie ungefaehr 3 Jahre dauerte und dann nicht in Frust, sondern direkt in ein Gefuehl der Normalitaet gewechselt hat. China ist halt nicht Thailand
.Beim Threadstarter halte ich die Frage, was passiert im Kopf beim Gedanken an eine Auswanderung, fuer angebrachter.