Ich sehe, Du kannst meine Gedanken recht gut nachvollziehen.
Und Du hast auch Recht, dass wir die letzten 5 Jahre täglich 24 Stunden zusammen waren - und nun jeder von uns beiden in seine Schicht muss. Das hinterläßt einen Eindruck von Unsicherheit, jedenfalls bei mir.
Vorhin hat die Chefin zur Sonderschicht bis 00.30 h gerufen. Weil ich aber selbst Nachtschicht habe, fährt die Chefin meine Frau nach Feierabend selbst nach Hause....ich hab ihr gesagt, dass sie 'ne SMS schreiben soll, wenn sie zu Hause angekommen ist...ich beruhige mich damit, dass wohl alles gut gehen wird und es keinen Grund zur Sorge gibt.
Es geht nicht nur um das Zwischenmenschliche; ich sorge mich auch, wenn sie alleine mit Bus und Bahn unterwegs ist. Nach Einbruch der Dunkelheit hab ich ihr von der Benutzung des ÖPNV abgeraten.
Die Fahrt an sich ist wohl nicht risikobehaftet, aber von der Haltestelle bis nach Hause sind es noch 500m und es geht durch Häuserschluchten. Oke, es ist kein Problemstadteil, aber richtig beruhigen tut einen das nicht.
Manchmal komm ich mir vor, wie ein Vater, der seine pubertierende Tochter in die Selbstständigkeit entläßt.
Aber nein, Frauchen flirtet nicht gerne, hat sie auch noch nie - und bis auf 2-3 mal im Jahr verbringen wir unsere Abende immer zu Hause. Kirschen in Nachbars Garten interessieren sie nicht.
Bei Facebook bekommt Rine schon seit Jahren sehr viele Freundschaftsanfragen, aber added bis auf echte Freunde niemanden.
Ich habe 3 Kids gross gezogen... davon 2 Mädels... und es ist exakt das gleiche Feeling...
Doch Dir sollte eines bewusst sein: Du kannst nichts, aber auch gar nichts beeinflussen, ausser Dich selbst....
Es gibt zwei Möglichkeiten: Deine Ängste verhindern, dass sich Deine Frau selbstständig weiter entwickelt... was auch den Nachhauseweg betrifft... (wenn Sie Angst hat, soll sie ein Taxi nehmen, wenn die Chefin sie mal nicht fahren kann....)
Oder aber Du schaffst es Deine Ängste (im Wesentlichen ist es die Verlustangst) in den Griff zu bekommen und lässt ihr den Freiraum, dass ihre Persönlichkeit weiter reifen kann.
Ich habe mir diese Fragen auch bei meiner Frau gestellt... und das für und wieder abgewogen... weil ich keine Thaifrau mit deutschen Eigenschaften haben möchte... doch letztendlich bleibt gar nichts anderes übrig, als sie komplett zu integrieren...mit allen Vor- und Nachteilen...
das beginnt schon mit dem Führerschein, den meine Frau nach dem Integrationskurs machen wird und endet mit der Einweisung in persönliche Angelegenheiten wie Versicherungen, Konten, Immobilien usw.... denn wenn mir etwas zustösst, muss sie wissen, was zu tun ist und worauf sie acht zu geben hat.
ich hatte und habe bei meiner Frau weder Ängste noch irgendwelche Bedenken... denn, wenn das nicht reicht, was ich ihr als ihr Mann und Lebenspartner an zu bieten habe, dann soll sie gehen..
Was die Flirtversuche der deutschen Männer betrifft, erlebe ich das hier täglich... wenn meine Frau im Laden unterwegs ist und ich von meinem Büro aus zu hören kann, wie sich der ein und andere wegen ihr zum Affen macht. Meine Frau ist äusserst höflich und lächelt meistens. Wenn ihr dann einer gar nicht mehr von der Pelle geht, dann weist sie ihr gegenüber unmissverständlich darauf hin, dass sie verheiratet ist... das reichte bisher immer aus, dass das Gespräch ein schnelles Ende gefunden hat....
Ich habe anfangs auch überlegt und sie auch gefragt, ob sie meine Hilfe in diesen Situationen benötigt... sie meinte, dass sie damit kein Problem hätte und alleine zurecht kommt.
Diese Selbstständigkeit auch in einem für sie noch fremden Land liebe ich an ihr....