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"Wai" und "krap" ???

Diskutiere "Wai" und "krap" ??? im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Hallo Leute, 2 Fragen, die mich schon lange beschäftigen: 1. Wie ist das mit dem "Wai" für Farangs? Ich habe schon vieles gelesen über die...
N

Nelson

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Hallo Leute,

2 Fragen, die mich schon lange beschäftigen:

1. Wie ist das mit dem "Wai" für Farangs? Ich habe schon vieles gelesen über die verschiedene "Höhe" gegenüber verschiedenen Personen. Das soll auch nicht meine Frage sein.

Meine Frage: Macht sich ein Farang lächerlich, wenn er "wait"? Oder wird das positiv aufgenommen? Wie praktiziert Ihr das?

Ich war mit dem "Wai" bisher sehr zurückhaltend. Als ich die Familie meiner "Begleiterin" im Isaan besuchte, habe ich ihrer Mutter und ihrem Opa gegenüber "gewait". Die übrigen Personen habe ich mit einem freundlichen Kopfnicken angelächelt.

2. Die Sache mit dem Höflichkeitspartikel "krap" ist mir auch nicht so ganz klar. Ich verfüge zwar über einen kleinen Thai-Grundwortschatz, weiss aber nicht, wann das "krap" angebracht ist.

Bei den Standardformeln wie "sawadii" oder "khop khun" ist das Anhängen des "krap" schon klar!

Aber: Wann hängt man das "krap" sonst noch, bzw. nicht an???

Freue mich auf Antworten!

Gruß, Nelson
 
S

seven

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Wai
Das würde mich auch mal interessieren. Hier habe ich schon völlig gegensätzliche Dinge gehört. Die einen sagen jeden Wai erwiedern, andere wie z. B. Günther Ruffert meinen, dass man damit sehr sparsam umgehen soll.
Ich für meinen Teil erwiedere jeden Wai, außer von Kindern, die lächele ich nur an und nicke. Wenn ich bei jemanden zu Besuch bin und auf die Eltern oder Großeltern von Freunden treffe grüße ich normalerweise zuerst mit einem Wai. Alles andere würde ich als respektlos gegenüber den Gastgebern empfinden.

krab
Prinzipiell kann man "krab" an das Ende fast jeden Satzes setzen. Hör einfach mal Radio oder schau fern in Thailand. Die Moderatoren nutzen es ununterbrochen. Ich habe damit ehrlich gesagt auch meine Probleme. Bei Freunden benutze ich es fast nicht. Bei Respektpersonen (ältere Leute etc.) versuche ich es bei Fragen und Antworten anzufügen, allerdings konzentriere ich mich meistens so auf das Verstehen meines Gesprächspartners und das Ausformulieren der Sätze, dass ich diese "Schnörkel" oft vergesse.
Das "krab" ist ja nur die Spitze des Eisberges. Es gibt ja noch einige andere Wörter, die im höflichen Umgang mit Fremden oder Respektpersonen notwendig sind. Wann benutze ich als Anrede "khun", "thö" oder den Namen? In welchen Situationen nutze ich "phom", "chan" oder gar nur meinen Namen um über mich zu reden? Nutzt man als Mann überhaupt "chan", oder sollte man es ganz lassen? :???:

Fragen über Fragen, die ich mir jedes Mal stelle, wenn ich im Gespräch mit Thais bin. Probleme hatte ich deswegen noch nie, Thais sind ja sehr tolerant, aber wenn man schon Thai spricht, will man es ja auch richtig machen. :-)
 
C

Chainat-Bruno

Gast
bei kindern, die mich mit einem wai grüssen nehme ich deren gefaltete hände in meine hände. habe es so von meine schwiegerpaps gelernt, buddha habe ihn seelig.

bruno
 
Jinjok

Jinjok

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Wenn Du schon viel gelesen hast, dann weißt Du ja auch schon, daß es unter den Farrangs dazu sehr kontroversielle Meinungen zum Wai gibt. Zu meiner Praxis kann ich Dir sagen:

Wenn mir ein Thai die Hand zum Gruß demonstrativ entgegenstreckt, dann ergreife ich sie.
Wer mich in der Familie (SchwägerInnen, Neffen/Nichten) mit einem Wai grüßt, bekommt einen zurück.
Eltern und Senior Relatives bekommen immer zuerst einen von mir.
Verneigung (mehr oder weniger angedeutet - nie tief) gibts nur bei besonderem Anlaß (tiefer Dank) zusätzlich zum Wai.
In Geschäften oder Restaurants erwiedere ich den Wai der Angestellten mit einem freundichen Nicken.
[hr:161fa1b7bd]
Wenn Du bereits Thai-Phasen verwendest, klingt es äußerst unhöflich in den Ohren der Thai, wenn du den Satz nicht mit khrap beendest. Einen Wegelagerer, der Dir sein Taxi oder andere Dienstleistungen anbieten will, mit einem einfachen "Mai au" abzuspeisen könnte dieser neben der Enttäuschung über das nicht zustandegekommene Geschäft auch als Beleidigung auffassen. Ein Kao tot ohne khrap klingt schon wie ein Befehl und macht das passierte Mißgeschick eventuell noch schlimmer.
mfg jinjok
 
S

seven

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@Jinjok
Die Erläuterungen zum Wai kann ich nachvollziehen und beutze sie weitestgehend auch so.
Allerdings setze ich das "krab" sparsamer ein, als Du. Die sogenannten Wegelagerer bekommen wirklich keins von mir. Ganz im Gegenteil, wenn sich in der Sukhumvit mir jemand in den Weg stellt, um damit auf seine Waren aufmerksam zu machen (was er sich bei einem Thai nie trauen würde) sage ich gar nichts, sondern bedeute ihm mit der Hand, dass ich nichts brauch.
Wer mich freundlich anpricht, bekommt schon eher eins. Allerdings vergesse ich es Fremde oft mit einem "Du" anrede, wenn sie nicht bedeutend älter als ich sind. Naja, mit der Zeit lerne ich auch das noch.
 
Jinjok

Jinjok

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@Seven
Ich setzte das Khrab auch nur sehr sparsam ein, da ich nur wenige Phrase beherrsche, an die ich es anhängen könnte. Aber ich habe mich von meiner Frau belehren lassen. Mein Verhalten solchen in den Wegstellern war aus den selben Gründen genau wie bei Dir. Wenn ich mit 2 Koffern im Schlepptau am Mo Chit Bus Terminal II zum Taxisstand ächzte und alle 2 Meter ein Freak sich in den Weg stellt um mir sein meterloses Taxi aufzuschwatzen kommt das khrap dann schon so heraus, daß es ohne höflicher geklungen hätte.
:lol:
mfg jinjok
 
M

mecki

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schoenes thema. jinjok hat schon alles gesagt, ich wuerde nur hinzufuegen das man ein wai von einem kind(wenn es aus familien- oder bekanntenkreis kommt) auf jeden fall erwidern sollte. nicht so hoch, aber erwidern. habe ich so hier gelernt.
brunos weg auch nicht schlecht, koennte aber im extremfall zu unstimmigkeiten fuehren.

mecki, war wieder an der kueste
 
C

Chainat-Bruno

Gast
mecki

was soll der sch.....----war wieder an der küste-----

konntest du nicht warten, bis ich auch dort bin????  lol

c-b
 
DisainaM

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Die Antwort zum Thema Wai richtet sich danach, wer die Frage stellt;

ein gelegentlicher Thailandtourist,

ein mit einer Thai verheirateter Farang,

ein Expat, der in Thailand arbeitet usw.

Unter Bezug auf mein damaliges Posting zum Thema,
stellt sich oft nämlich die Frage,

will der Farang nur den Bewegungsablauf perfektionieren (wenn dies für einen klassenlosen Farang möglich ist, es sei denn, er adaptiert den sozialen Status seiner Thaiehefrau)
oder will er auch die Bedeutung eines Wais erfassen.

Im krassen Gegensatz zu der eigentlichen Bedeutung muß man das Lanahan Khrap sehen, wo bei einer Verabschiedung der Wai als ein Wadee in die Runde geschwenkt wird.

Der Unterschied zwischen dem Lanahan Khrap, der von Thais praktiziert wird, und dem sogenannten Khao San Wai, dem völlig falsch verstandenen praktizierten Wai, der von Farangs gemacht wird, liegt darin, das der Lanahan Krap eher dem Buschom Wai entspricht, weil er bewußt gemacht wird, wogegen der Khao San Wai unbewußt, eben mangels besseren Wissen in der Form so gemacht wird.
 
DisainaM

DisainaM

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Nachtrag :

ein englische Beschreibung von dem dänischen Thailandkenner Torben Larsen


Gesture of greeting

Many Asian cultures share the same gesture of greeting - the putting
together of hands at chest level. Thai people use several modes of
this gesture in salutation, each mode suiting a particular purpose.
Each person learns to use the proper gesture for the purpose it is
intended for from early childhood. He is trained to do so until the
knowledge becomes a second nature. The variety is such that a
foreigner who attempts to conform, with all good intentions, may seem
awkward to the native Thai.
Putting the palms of one´s hands together at chest level is not
actually a greeting, but is a gesture of veneration known as panom mue
. It is used to pay respects to venerated objects and people such as
Buddha images, Buddhist monks, the royalty, etc.

The panom mue becomes a wai salutation only when the hands are brought
up from chest level to face level. The higher they are placed in front
of the face, accompanied by increasingly deep bending of the head
forward, indicates the degree of respect. Basically, the degree or
gradation depends on social standing or seniority. For example, a
younger person will initiate a wai to be responded by a similar
gesture from the older person. By etiquette, the younger person bows
his head a little more than does the older person, and a layman will
wai a Buddhist monk without consideration of age.

The solicited response is of interest. Sometimes etiquette demands
that the older person responds by neither raising his hands nor bowing
his head and remains in the attitude of panom mue only. Generally, it
is rude not to respond to a greeting with the exception that Buddhist
monks never physically respond to salutations by the layman.

As the wai becomes more respectful and the head bends further forward,
the whole body may also be lowered until the person who is making the
gesture of salutation actually sits on the floor and places his hands,
still with palms together, on the floor. This posture is known as the
krab .

There are two different styles of sitting in salutation : the formal
benchangapradit style and the pubpiab ( half prostration ) style. The
benchangapradit style is used to venerate the triple gems of Buddhism
i.e. the Lord Buddha, his Dharma teachings, and the Sangkha order of
monks. The name derives from the fact that five (bencha) bodily
extremities : the forehead, both hands and knees, are profferred on
the ground to the worship of Buddhism. In action, the person sits
upright on his haunches. He performs the panom mue , brings the hands
up to his face to wai while bending the whole body forward to krab on
the floor. The palms are actually placed flat on the floor and the
forehead touches the floor between them. The process is always
repeated three times. To krab highly respected people such as members
of the royalty, the other seated attitude pubpiab is used. Here the
person sits on the floor with both legs folded to one side of the
body. He bends the torso forward and places both hands on the floor.
In this case, however, the hands maintain the panom mue attitude on
the floor.

The final salutation is the one which displays the deepest respect of
all. It is known in Thai as tawai bangkhom and is reserved for the
King. The person who performs this traditional salutation sits on his
heels, knees on the floor. He puts his hands together in the basic
panom mue attitude, sways the torso to the front while bringing the
hands up in a sweeping gesture to a position high on the forehead. At
the pinnacle of the hand sweep, the neck is bent backward to its
furthest extent. After that, the hands are lowered to chest level and
the process repeated twice more. This extreme salutation may be
witnessed at the public display of veneration of King Rama V on the
anniversary of his death on 23 October at the memorial statue in
Bangkok.

Torben Larsen (saeoya@image.dk)
 
S

seven

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@Disaina
Vieleicht stehe ich ja gerade auf der Leitung, aber ich habe nicht besonders viel von Deinem Posting verstanden.
Was ist denn ein Lanahan krab und ein Buschom Wai??? :???: Natürlich versuche ich einen Wai nicht nur als freundliches Erheben der Hände zu praktizieren, sondern den Menschen auf thailändische Art zu grüßen und Respekt zu zollen. Doch irgendwie kann ich da mit Deinen Begriffen nichts anfangen. Wie muss ich es denn richtig machen und vor allem wann?
 
Jinjok

Jinjok

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@Mecki
Zustimm, auch Kinder bekommen den Wai von mir zurück, und erst wenn sie zur Familie (unser Neffe) gehören. Sie lernen damit auch, wie man in den Wald ruft, schallt es zurück. Ausnahmen würde ich vielleicht bei einer herumalbernden Gruppe Schüler beim Wat Po o.ä. Lokalitäten machen.

@DisainaM
Interessante Aufarbeitung das Themas Wai für Fortgeschrittene. Ich für meinen Teil werde/will nie ein Thai werden und nehme daher bei meinen Besuchen der Familie in den jährlichen 1...2 Urlauben in Anspruch, nur die Grundregeln beherrschen können.

@ll
Habt ihr auch schon das fast bettelnd klingende, wiederholte "Na kaaah" mit bei jeder Wiederholung erhöhter Tonalge gehört? Wer kann dem wiederstehen bzw. wo endet es? Ich geb immer schon vorher nach.
;-)
mfg jinjok
 
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nuum23

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@ all

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß von einem Farang nicht unbedingt ein richtig eingesetzter wai erwartet wird. Gerade "moderne" und eher westlich orientierte Thais verwenden den wai im Umgang mit Ihren Farang-Freunden eher wenig. Das Erwidern eines wais an Kinder oder Personal, bzw. Bedienungen u.s.w. ist unüblich und würde einen wai eventuell lächerlich machen, könnte auch sein, daß sich der "bewaite" verarscht vorkommt...
Schlimmer ist, wenn man laufend das khap vergisst, und das passiert meiner Beobachtung nach leider sehr häufig auch Leuten, die eigentlich ganz gut thailändisch sprechen...daran kann man m.E. immerhin eine gewisse Ignoranz ableiten, was auch von den meisten Thai nicht sehr geschätzt und als sehr unhöflich empfunden wird... wie ich an anderer Stelle schon mal sagte:
"So wie man in der Wald reinruft..."

Chris
 
DisainaM

DisainaM

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hallo seven,

ein Lanahan Krap ist das Begrüssen/Verabschieden in z.B. Restaurants, wo man sich nicht an die ´echten´ Wai-Regeln hält, sondern einen Show-Wai macht.
Dieser Show-Wai hat den Grund, das man ausserhalb der eigenen Gemeinschaft, wo also Thais anderer Gemeinschaften zusehen, und nicht wissen sollen, in welcher Gruppenhirarchie nun die einzelnen sind, die echte Hirarchie gegenüber den Aussenstehenden ´verschlüsselt´ wird.
Darum wird dieser Wai auch manchmal ´gong wai´ genannt.

Ähnlich verhält es sich mit dem Buschom Krap.
Im Thai TV wirst Du bei fast jeder Begrüssung den Zusatz Buschom Krap hören, weil andere /Aussenstehende zusehen, und man mit diesem Zusatz daraufhinweißt, das dies ein ´verschlüsselter´ wai ist.


Wer als Farang sich bemüht, keinen Standart Khoa San Wai zu machen,
(dieser Begriff entstand, da die Reisenden der Khao San Road sich besonders bemühten, den Wai als Landessitte zu kopieren, leider aber nicht richtig.
So sah man, wie ein Farang, der am Tisch lümmelte, sich bei der Bedienung, die ihm das Essen brachte, mit einem Wai bedankte, der nur sehr Hochgestellten vorbehalten ist.
Da Thais in dieser Hinsicht in den letzten 20 Jahren ziemlich abgehärtet wurden, entstand der Begriff Khao San Wai, den man als ´Gummizellen Wai´ übersetzen kann.
Deshalb reagiert keiner mehr darauf böse, sondern lächelt nur noch mit mitleidiger Milde.


Wer beim erlernen der Wais sich schon etwas damit beschäftigt hat, der sollte im Zweifelsfall, bevor er einen falschen Wai macht, ein freundliches Kopfnicken verwenden.

Schwierig ist manchmal auch die Frage, wenn derjenige, dem man zuwaien sollte, einer niedrigeren sozialen Schicht angehört, als man selber,
soll man nun einen Wai machen, der zeigt, ´ich bin höher als Du, ich erwarte von Dir Respekt´, oder soll man lieber mit einem freundlichen Kopfnicken reagieren.

Als Farangs kommen wir ja aus einer ´klassenlosen Gesellschaft´ (seit der französischen Revolution + der Abschaffung des deut. Kaisers) befinden sich nun viele in der Situation, das ihre soziale Thairolle an der sozialen Stellung ihrer Thaiehefrau gekoppelt ist.
Ist die Ehe vorbei, ist es auch mit ´der sozialen Stellung´ vorbei.

Eine echte soziale Stellung hat man als Farang natürlich nicht.


Da viele Thais deshalb auch überhaupt nicht das Interesse haben, das Aussenstehende sich mit ihrer eigenen thai Begrüssung unnötig beschäftigen, findet man deshalb auch im Werbespot von Thai Airways die Situation, wo die thailänd. Stewardess einen Wai zu einer Farangfrau mit ihrem Kind macht...(buschom)


hallo jinjok,

dem Kind antworte ich je nach Situation ´büa´ oder ´au la, au la ...´

Kein Farang wird je ein echter Thai werden, er kann nur an seiner Thaiidentität als Thai Farang arbeiten, und da hat wohl jeder seine eigene Methode.


hi Chris,

ganz klar, ´Arbeitsameisen´ sollte man nicht bewaien,
wer das nicht gerade absichtlich macht, darf sich aber der Narrenfreiheit des Kao San Wais erfreuen,
Thais sind meistens sehr tolerant.
 
DisainaM

DisainaM

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P.S. Nachtrag

Wer nun eine Frau + Familie hat, die nicht gerade den höchsten Thaischichten angehört, dann wird man merken, das die Menschen ein Thai sprechen, wo sie anstatt des Krap ein ´wa !´ sprechen.

Wer nun artig weiter sein krap spricht, gibt dann das Signal, ich fühle mich einer höheren Schicht zugehörig,
deshalb wird man dann nicht gerade freundliche Reaktion bekommen (wenn man es merkt).

Wer also sich selber in solchen Situationen kein ´wa !´ angewöhnen möchte, sollte sich aber überlegen, ob er zumindestens das krap wegläßt.

(Sprache + soziale Schicht / jede Schicht hat ihre eigene Ausdrucksformen, die einen sagen ´mai lou´, die andern sagen ´mai saap´.Muß man halt je nach Situation variieren.)

Letzte Änderung: DisainaM am 08.01.02, 18:51
 
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nuum23

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@ DisainaM

Danke für die ausfühlichen Info´s... habe schon wieder was dazugelernt ( wonach der Status eines Farang an dem Status seiner Thaifrau festgemacht wird)
Da sich die Thais eh etwas schwer tun den "Klassenlosen" Farang einzuordnen wird man ohne Scheu nach dem Einkommen gefragt, um einen Anhaltspunkt zu haben...

bis neulich  Chris
 
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Chainat-Bruno

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das mit dem klassenlosen farang sind ja nur theorien von farangs, es kommt immer auf das umfeld der region und das auftretten an.

c-b
 
DisainaM

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Je tiefer man in die Kultur eintaucht, desto schwieriger werden manche Sachen.

Im Westen fällt es uns z.B. nicht schwer, einen Fehler zu machen, und uns dafür zu entschuldigen.
Eine beliebte Art mancher Farangs ist es, nachdem sie einen Fehler gemacht haben, leichten Herzens die Entschuldigung auf Thai zu sprechen.
Das Problem an der Sache, man übersetzt einfach sein westliches Denken in Thai, und glaubt, das damit dann alles gut sei.

Für eine(n) Thai sieht das anders aus.
Indem Moment, wo er schweren Herzens die Entschuldigung ausgesprochen hat,
fängt es erst an.
Denn wer einen Fehler eingeräumt hat, der muß sich auf das ´Abstrafen´ für den Fehler einstellen, und darauf haben die meisten Thais natürlich keine Lust, darum vermeiden sie nicht nur Fehler, sondern auch die Entschuldigung.

Ist eine Thai mit einem Farang zusammen, gehen die Fehler des Farangs in die Verantwortung der Thai ( - so schlecht hast du diesen Farang vorbereitet/erzogen, worauf manche Thaifrauen, um sich keine unnötigen Kopfschmerzen zu machen, darauf antworten, die Beziehung ist sowieso nur gameshow. Das wird akzeptiert und die Frau hat ihren Frieden. Von da ab genießt der Farang fast Idiotenfreiheit, Hauptsache er leistet durch seine Zahlungen seinen Gemeinschaftsbeitrag.)
 
sunnyboy

sunnyboy

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Ich halte es auch eher mit dem Kopfnicken und einem freundlichen Hello. Wurde so auch meistens begrüßt. Gerade bei dem ersten Besuch bei einer Thaifamilie, haben die wohl ganz andere Sorgen, sprich was geben wir dem Knaben zu Essen (wurde mir mehrmals später mitgeteilt, als man sich dann besser kannte). Ich denke, daß mir bei der ganzen Waigeschichte zu viele Fehler unterlaufen würden. Deshalb halte ich zürückhaltend europäisch (ohne shake-hands).
Gruß Sunnyboy
 
Jinjok

Jinjok

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@Sunnyboy
Das erste Mal ist ganz sicher für beide Seiten sehr schwierig, da es oft der erste persöbliche Kontakt mit dem jeweilig Fremdartigen war. Daher wird auch sicher nicht der farang für alle Zeiten daran gemessen, ob er bei seinem Antrittsbesuch eine fehlerfrei Vorstellung in Thai-Brauchtum geben konnte.

Ich persönlich habe aber eine gute Erfahrung gemacht. Meine (nicht thatralisch aber respektvoll zuerst dargebrachten) Wais den anwesenden 3 Senioren gegenüber, wurden freundlich aufgenommen. Wie bei Dir war die viel wichtigere Frage, was kann dem Farrang an Essen geboten werden.

So wurde meine Frau vorher bei jeder Gelegenheit befragt, was ich denn in Thailand denn alles so gegessen hätten und was ich besonders mag. So war die Tafel zum Mittag ein Querschnitt durch meine Thai-Leibgerichte. Es dauerte auch bis zu meiner Hochzeit, bevor ich der familie klar machen konnte, daß ich nicht jeden Tag meine Leiblingsgerichte essen muß. Ich wollte ausdrücklich auch sehen was sie im Alltag essen.

Freilich erzeugte das nur Heiterkeit, aber die Anzahl verschiedener Gerichte konnte so doch reduziert werden. Da in der Familie meiner Frau keiner Alkohol drinkt, gab es auch keine Probleme zu vorgerückte Stunde. Damals hätte ich mir gern mit einem Schnaps die Anspannung gelockert, aber inzwischen habe ich auch schon über ein Jahr keinen Tropfen mehr getrunken.

Besonders wenn wir gemeinsam mit der Familie auf denen bekannte Thai treffen und ich begrüßt werde ist das Grüßen mit Wai von Vorteil. Irgendwie habe ich das Gefühl, daß damit schon ein wenig die in der Öffentlichkeit vorhandenen Vorurteile verdrängt werden (Thai-Kultur ignorierende Sextouristen). Oft konnte ich in den Gesichtern freudige Überraschung ablesen. Ausgelassene Heiterkeit zeigt mir dann aber auch, daß etwas nicht korrekt war.

Ich denke es kommt immer sehr darauf an, welche Einstellung uns als Farrang vorherrscht. Kommt man in eine Familie, wo man nicht willkommen ist oder sich Spannungen uns gegenüber aufgebaut haben, ist die Sache mit dem Wai bedeutend sensibler. Aber wenn man freundlich aufgenommen wird, gibt es wohl kaum Probleme. Man wird eventuell bei groben Fehlern freundlich korrigiert werden.
mfg jinjok

Letzte Änderung: Jinjok am 09.01.02, 07:05
 
Thema:

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