Bevor ich damit beginne, mit an irgendwelchen Szenarien spekulativ zu beteiligen, versuche ich das Heute und Morgen wenigstens besser zu verstehen.
Von allen Seiten hagelt es jetzt Vorwürfe an die Regierung, sie hätte zu spät gehandelt. Nur die Aktionen der Newin-Partei werden gelobt.
Die Regierung kommt mächtig unter Druck. Jetzt werden in allen Provinzen Thailands Tische aufgestellt, wo man seine Unterschrift zur Petition widerrufen kann. Warum: Ja, weil die Newin-Partei behauptet, es hätten sich viele darüber beschwert, dass sie ihre Unterschrift nicht zurückziehen könnten, nachdem sie nun erfahren hätten, es könnten nur Familienangehörige eine Petition stellen.
Das heißt aber mit anderen Worten: Die Petition bekommt noch mehr Rückenwind und Aufmerksamkeit. Und selbst der dümmste Inselbewohner wird sich denken, das die Empfänger der Petition wohl selbst bemerken würden, dass da nicht nur Familienmitglieder unterschrieben hätten.
Mit anderen Worten: Eine fixe Idee, zudem lebensfremd wie kaum was anderes, löst landesweite Aktionen des Innenministers aus.
Die Riesen-Schilder mit der Botschaft: ''Stop the Signature Collection Campaign for Royal Pardon'' wird dann ab heute jeden Tag die bislang noch nicht aktiv gewordenen in Bangkok arbeitenden Isaaner daran erinnern, dass er noch zur Unterschriftsleistung irgendwo vorbeifahren muß. Eine bessere Aufmerksamkeits- und Erinnerungsarbeit hätte man nicht leisten können.
Jetzt sollen ab Freitag noch die staatlichen Fernsehsender Extra-Programme aussenden. Ziel soll sein: Die Leute verunsichern. Ergebnis könnte sein: Man erhöht die Aufmerksamkeit. Denn diejenigen, die mit den Listen zur Unterschrift herumlaufen, die haben inzwischen ihre Überzeugungsslogans ja auch schon lange getestet - Volksnah sozusagen.
Die Führer der UDD korrigieren deshalb ihre Prognosen ständig nach oben. Weil, es werden jetzt ständig mehr Unterschriften abgegeben. Und sei es aus Frack.
Nachzulesen in der Bangkok Post von heute.
Und diesen Leuten im übrigen zu erzählen, dahinter stünde doch nur der Thaksin - Dann nicken die und finden das gut.
Und diesen Leuten zu erzählen, man würde ja vielleicht mit der ganzen Aktion irgendwelche Leute unter "moralischen Druck" setzen - Dann sagen die, dass würde auch durch Stimmzettel passieren. Sollte zumindest.
Da sind die wirklich guten Tricks der englisch-sprachigen Zeitungen schon besser: Was passiert, wenn die Listen in die falschen Hände gelangen? Gar gelesen werden. Ausgewertet werden? - Na wartet mal ab, denen werden wir es zeigen.
Und das Militär soll es irgendwie ganz verhindern? Unter Beobachtung nicht nur irgendwelcher thail. Medienheinis, die sicherlich weggucken würden, sondern gar unter Beobachtung durch die zweitgrößte Fraktion im Lande? Mit inzwischen wieder eigenen Medien?
An diese kurzfristigen Ereignisse sollte man denken. Wenn der Thaksin z.B. wirklich nach Thailand zurück dürfte, dann gilt ja auch für ihn noch das Politikverbot - basierend auf der Auflösung der TRT-Partei durch die Junta.
Newin und Thaksin werden den Laden dann aus ihren jeweiligen Heimatprovinzen schon führen.
Und zwischenzeitlich kann der Abhisit sein Buch ständig aktualisieren:
Six Months, 100 Measures, 10 Million Happiness
Seven Months, 110 Measures, 8 Million Happiness usw.
