Conny Cha
Senior Member
Themenstarter
Montag, 27. Februar 2006
Quelle: NTV
Mit Erfolg gegen H5N1
Südostasien impft und schlachtet
Gut zwei Jahre ist es her, dass Meldungen aus Asien über eine mysteriöse Krankheit Namens Vogelgrippe den Westen aufschreckte. Verunsicherte Menschen in Deutschland und anderswo fragten besorgt, ob sie ihre Reisepläne nach Südostasien doch nicht besser kippen sollten, als die Liste der Todesfälle durch den aggressiven Virustyp H5N1 immer länger wurde. Inzwischen hat der Erreger den Weg bis ins Herz Europas gefunden, doch in Thailand und Vietnam, wo mindestens 56 Menschen der Tierseuche erlagen, ist es mittlerweile still um die Vogelgrippe geworden - die Strategien im Kampf gegen die Krankheit dort scheinen Wirkung zu zeigen.
Die kommunistische Regierung in Hanoi entschied sich für ein aggressives Impfprogramm für 241 Millionen Hühner und Enten, um die Ausbreitung des Erregers einzudämmen, und das offensichtlich mit Erfolg. Seit einem Monat wurde kein neuerlicher Ausbruch der Vogelgrippe mehr bekannt, der jüngste Todesfall unter Menschen datiert vom November. Thailand lehnte indes Impfungen ab, vor allem, um die wichtige Geflügelindustrie nicht zu gefährden. Doch scheint auch dort die Seuche zumindest vorläufig inzwischen unter Kontrolle, jedoch zu einem hohen Preis: 29 Millionen Stück Federvieh, fast 15 Prozent des Gesamtbestandes, wurden notgeschlachtet oder verendeten.
Vietnam griff zur Massenimpfung seines Geflügels, weil sich das Virus weiter ausbreitete, obwohl die Regierung rund 100 Millionen Stück Geflügel hatte töten lassen. Im September begannen die Behörden, das Federvieh per Injektion vor dem Befall zu schützen, Geflügelmärkte in Städten wurden verboten und zugleich eine Aufklärungskampagne für die Bevölkerung gestartet.
"Wenn andere Länder ganz bestimmt etwas von Vietnam lernen können, dann, dass man recht drastische Schutzmaßnahmen ergreifen muss", sagt der Länderdirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO für Vietnam, Hans Troedsson. "Wenn man sich für Impfung entscheidet, dann muss es im großen Stil sein, wie in Vietnam. Wählt man Notschlachten, muss es früh geschehen." Je seltener das H5N1-Virus vorkomme, desto seltener könne es Geflügelbestände befallen und desto geringer sei die Möglichkeit, dass es mutiere und eine Pandemie verursache.
Europäische Länder seien mit Blick auf Infektionen von Menschen einem geringeren Risiko ausgesetzt als Asien oder Afrika, weil es dort weit weniger Märkte mit lebendem Federvieh oder Geflügel in Hinterhöfen gebe, betont Troedsson. Entsprechend niedriger sei die Gefahr für Menschen, sich durch das Blut, den Speichel oder Fäkalien von Hühnern und Enten anzustecken, sagte der Fachmann. "Europa hat den Vorteil, dass es Überwachungsmechanismen bereits gibt", sagt Caroline Benigno, Vogelgrippe-Expertin der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO in Bangkok. Auch sei das Bewusstsein für die Gefahren der Seuche in Europa schon vorhanden.
......
Quelle: NTV
Mit Erfolg gegen H5N1
Südostasien impft und schlachtet
Gut zwei Jahre ist es her, dass Meldungen aus Asien über eine mysteriöse Krankheit Namens Vogelgrippe den Westen aufschreckte. Verunsicherte Menschen in Deutschland und anderswo fragten besorgt, ob sie ihre Reisepläne nach Südostasien doch nicht besser kippen sollten, als die Liste der Todesfälle durch den aggressiven Virustyp H5N1 immer länger wurde. Inzwischen hat der Erreger den Weg bis ins Herz Europas gefunden, doch in Thailand und Vietnam, wo mindestens 56 Menschen der Tierseuche erlagen, ist es mittlerweile still um die Vogelgrippe geworden - die Strategien im Kampf gegen die Krankheit dort scheinen Wirkung zu zeigen.
Die kommunistische Regierung in Hanoi entschied sich für ein aggressives Impfprogramm für 241 Millionen Hühner und Enten, um die Ausbreitung des Erregers einzudämmen, und das offensichtlich mit Erfolg. Seit einem Monat wurde kein neuerlicher Ausbruch der Vogelgrippe mehr bekannt, der jüngste Todesfall unter Menschen datiert vom November. Thailand lehnte indes Impfungen ab, vor allem, um die wichtige Geflügelindustrie nicht zu gefährden. Doch scheint auch dort die Seuche zumindest vorläufig inzwischen unter Kontrolle, jedoch zu einem hohen Preis: 29 Millionen Stück Federvieh, fast 15 Prozent des Gesamtbestandes, wurden notgeschlachtet oder verendeten.
Vietnam griff zur Massenimpfung seines Geflügels, weil sich das Virus weiter ausbreitete, obwohl die Regierung rund 100 Millionen Stück Geflügel hatte töten lassen. Im September begannen die Behörden, das Federvieh per Injektion vor dem Befall zu schützen, Geflügelmärkte in Städten wurden verboten und zugleich eine Aufklärungskampagne für die Bevölkerung gestartet.
"Wenn andere Länder ganz bestimmt etwas von Vietnam lernen können, dann, dass man recht drastische Schutzmaßnahmen ergreifen muss", sagt der Länderdirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO für Vietnam, Hans Troedsson. "Wenn man sich für Impfung entscheidet, dann muss es im großen Stil sein, wie in Vietnam. Wählt man Notschlachten, muss es früh geschehen." Je seltener das H5N1-Virus vorkomme, desto seltener könne es Geflügelbestände befallen und desto geringer sei die Möglichkeit, dass es mutiere und eine Pandemie verursache.
Europäische Länder seien mit Blick auf Infektionen von Menschen einem geringeren Risiko ausgesetzt als Asien oder Afrika, weil es dort weit weniger Märkte mit lebendem Federvieh oder Geflügel in Hinterhöfen gebe, betont Troedsson. Entsprechend niedriger sei die Gefahr für Menschen, sich durch das Blut, den Speichel oder Fäkalien von Hühnern und Enten anzustecken, sagte der Fachmann. "Europa hat den Vorteil, dass es Überwachungsmechanismen bereits gibt", sagt Caroline Benigno, Vogelgrippe-Expertin der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO in Bangkok. Auch sei das Bewusstsein für die Gefahren der Seuche in Europa schon vorhanden.
......