Die Behörden sind um Eindämmung bemüht
Die thailändische Regierung wollte ihr Land in diesem Jahr zur Vogelgrippe-freien Zone erklären, nachdem es im Jahr 2004 zu den am meisten von dieser Seuche betroffenen Gebieten gehört hatte. Doch vorige Woche mussten die Behörden den ersten Todesfall bei einem Menschen in diesem Jahr melden. Mindestens 113 Menschen mit Verdacht auf das tödliche Lungenfieber sind in Spitalspflege. In Geflügelfarmen im Nordosten des Landes sind wieder tausende Tiere an der Seuche verendet, inzwischen wurden mehr als 300.000 Legehennen notgeschlachtet.
Doch anders als beim vorigen großen Ausbruch des Lungenfiebers, den die Behörden erst zu vertuschen versucht hatten, scheint man nun um eine umfassende Prävention und transparente Informationspolitik bemüht.
Der verantwortliche Beamte der betroffenen Provinz Pichit, der den Neuausbruch verschwiegen hatte, wurde entlassen. Doch während Massenschlachtungen in Pichit die Seuche wieder eindämmen sollen, wurde am Wochenende ein neuer Ausbruch des H5N1-Virus in der Provinz Nakhon Phanom bestätigt.
Straßensperren
Um die betroffenen Quarantänegebiete wurden Straßensperren errichtet, um den Transport von infiziertem Geflügel zu verhindern. Die Behörden verteilen Desinfektionsmittel, Handschuhe und Gesichtsmasken an Bauern und Freiwillige. Die Behörden wollen nicht noch einmal Milliardenausfälle riskieren.
Thailand gehört zu den größten Geflügelproduzenten der Welt, doch die riesige Geflügelindustrie hat sich noch immer nicht erholt von der rasanten Ausbreitung der Seuche im Jahr 2004; sie hatte 14 Menschen getötet.
Jetzt drohen die Behörden auch mit Strafen, wenn infiziertes Geflügel oder ein mögliches H5N1-Fieber am Menschen nicht gemeldet wird. Die ersten Symptome von Vogelgrippe sind erhöhte Temperatur und Atemnot. Ärzte warnen, dass sich das Virus in den von schweren Regenfällen und Überflutungen betroffenen Gebieten noch besser ausbreiten könne, weil es in feuchtem Umfeld noch resistenter sei.
Vietnam bleibt die Nation mit der höchsten Zahl an Hühnergrippe-Opfern, dürfte aber bald von Indonesien eingeholt werden, wo bisher 42 Menschen an der Geflügelpest starben.
Quelle:
DerStandard.at