sanukk
Senior Member
http://www.spiegel.de/wirtschaft/so...realistisch-ist-ein-ber-abriss-a-1199612.html
Pannenflughafen BER "Ein Abriss wäre ein Eingeständnis des Scheiterns"
Der Berliner Flughafen BER ist das wohl größte Debakel eines öffentlichen Bauvorhabens in Deutschland. Seit Kurzem wird diskutiert: Besser abreißen und neu bauen? Fragen an einen Professor für Bauökonomie.
Von Dominik Reintjes
DPA
Baustelle im Terminal des Hauptstadtflughafens BER
Sonntag, 01.04.2018 07:38 Uhr
"Das Ding wird abgerissen und neu gebaut" - so zitierte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" kürzlich Thorsten Dirks. Die Aussage des Lufthansa-Vorstands war nicht für die Öffentlichkeit gedacht, der Satz fiel in vertrauter Runde. Doch ganz abwegig scheint der Gedanke nicht.
Denn je mehr Zeit vergeht, desto mehr Anlagen veralten am Flughafen Berlin-Brandenburg. Das gilt auch für die Lufthansa-Installationen und die 750 Monitore, die das Ende ihrer Lebensdauer bereits erreicht haben und nun für 500.000 Euro ersetzt werden müssen.
Die Gesamtkosten für den Flughafen sind seit Beginn der Bauarbeiten kräftig gestiegen: 2006 plante man mit zwei Milliarden Euro. Zuletzt war bereits von 6,6 Milliarden Euro die Rede - was wohl immer noch nicht das letzte Wort sein dürfte. Lohnt es sich da überhaupt noch weiterzubauen?
Ein Abriss wäre vertretbar
Der reinen Lehre nach sei ein Abriss dann sinnvoll, wenn der Zweck für die Errichtung des Bauvorhabens nicht erfüllt werden kann, sagt Reinhold Johrendt, Architekt und Professor für Bauökonomie an der Hafencity Universität Hamburg (HCU)."Beim BER wäre das der Fall, wenn man der Aufgabe, einen Flugbetrieb zu gewährleisten und Passagiere und Fracht sicher zu befördern, nicht nachkommen könnte. Und das könnte man eben nicht, wenn die Eröffnung des Flughafens auch nach vielen weiteren Bauarbeiten nicht in Sicht wäre, weil zum Beispiel der Brandschutz nicht gewährleistet werden kann." Dann wäre ein Abriss des Fluggastterminals theoretisch vertretbar.
HafenCity Uni Hamburg
Reinhold Johrendt
Johrendt kennt die genauen Pläne in Berlin nicht, aber er weiß, wovon er spricht. Als Gutachter war er unter anderem für die Hamburger Elbphilharmonie zuständig - mit falsch prognostizierten Baukosten hat er also bereits Erfahrungen gemacht.
Das zentrale Fluggastterminal ist das eigentliche Problem des BER. Knapp drei Milliarden Euro wurden in diesen Kern des Flughafens bislang investiert - für Vorbereitung, Bau und - insbesondere - die Beseitigung der Mängel. Wenn aber der Kern nicht in Betrieb gehen kann, sei der gesamte Flughafen obsolet, sagt Johrendt.
Das würde ein Abriss bedeuten
Und wie würde ein hypothetischer Abriss aussehen? "Bei einem Rückbau des jetzigen Fluggastterminals wird ein Großteil der verbauten Materialien und Baugruppen sicherlich nicht für ein mögliches neues Terminal verwendet", sagt Johrendt. Das heißt: Man schmeißt alles weg und baut auf der frei gewordenen Fläche komplett neu. Eine solche Vorgehensweise könnte laut Johrendt aber durchaus vertretbar sein: "Tatsächlich würde man wohl von null anfangen, um nicht erneut dieselben Fehler zu machen."
-------> Vielleicht sollte man die Chinesen bauen lassen. Zum Festpreis. Die können das.
Pannenflughafen BER "Ein Abriss wäre ein Eingeständnis des Scheiterns"
Der Berliner Flughafen BER ist das wohl größte Debakel eines öffentlichen Bauvorhabens in Deutschland. Seit Kurzem wird diskutiert: Besser abreißen und neu bauen? Fragen an einen Professor für Bauökonomie.
Von Dominik Reintjes
DPABaustelle im Terminal des Hauptstadtflughafens BER
Sonntag, 01.04.2018 07:38 Uhr
"Das Ding wird abgerissen und neu gebaut" - so zitierte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" kürzlich Thorsten Dirks. Die Aussage des Lufthansa-Vorstands war nicht für die Öffentlichkeit gedacht, der Satz fiel in vertrauter Runde. Doch ganz abwegig scheint der Gedanke nicht.
Denn je mehr Zeit vergeht, desto mehr Anlagen veralten am Flughafen Berlin-Brandenburg. Das gilt auch für die Lufthansa-Installationen und die 750 Monitore, die das Ende ihrer Lebensdauer bereits erreicht haben und nun für 500.000 Euro ersetzt werden müssen.
Die Gesamtkosten für den Flughafen sind seit Beginn der Bauarbeiten kräftig gestiegen: 2006 plante man mit zwei Milliarden Euro. Zuletzt war bereits von 6,6 Milliarden Euro die Rede - was wohl immer noch nicht das letzte Wort sein dürfte. Lohnt es sich da überhaupt noch weiterzubauen?
Ein Abriss wäre vertretbar
Der reinen Lehre nach sei ein Abriss dann sinnvoll, wenn der Zweck für die Errichtung des Bauvorhabens nicht erfüllt werden kann, sagt Reinhold Johrendt, Architekt und Professor für Bauökonomie an der Hafencity Universität Hamburg (HCU)."Beim BER wäre das der Fall, wenn man der Aufgabe, einen Flugbetrieb zu gewährleisten und Passagiere und Fracht sicher zu befördern, nicht nachkommen könnte. Und das könnte man eben nicht, wenn die Eröffnung des Flughafens auch nach vielen weiteren Bauarbeiten nicht in Sicht wäre, weil zum Beispiel der Brandschutz nicht gewährleistet werden kann." Dann wäre ein Abriss des Fluggastterminals theoretisch vertretbar.
HafenCity Uni Hamburg Reinhold Johrendt
Johrendt kennt die genauen Pläne in Berlin nicht, aber er weiß, wovon er spricht. Als Gutachter war er unter anderem für die Hamburger Elbphilharmonie zuständig - mit falsch prognostizierten Baukosten hat er also bereits Erfahrungen gemacht.
Das zentrale Fluggastterminal ist das eigentliche Problem des BER. Knapp drei Milliarden Euro wurden in diesen Kern des Flughafens bislang investiert - für Vorbereitung, Bau und - insbesondere - die Beseitigung der Mängel. Wenn aber der Kern nicht in Betrieb gehen kann, sei der gesamte Flughafen obsolet, sagt Johrendt.
Das würde ein Abriss bedeuten
Und wie würde ein hypothetischer Abriss aussehen? "Bei einem Rückbau des jetzigen Fluggastterminals wird ein Großteil der verbauten Materialien und Baugruppen sicherlich nicht für ein mögliches neues Terminal verwendet", sagt Johrendt. Das heißt: Man schmeißt alles weg und baut auf der frei gewordenen Fläche komplett neu. Eine solche Vorgehensweise könnte laut Johrendt aber durchaus vertretbar sein: "Tatsächlich würde man wohl von null anfangen, um nicht erneut dieselben Fehler zu machen."
-------> Vielleicht sollte man die Chinesen bauen lassen. Zum Festpreis. Die können das.


