Nachfolgender Bericht zeigt, daß auch in Europa darüber nachgedacht wird ein ähnliches Paket zu schnüren, wie es die USA planen.
Auch zeigt er, daß die Expat-Rentner am ATM in Thailand mit starken Einbußen rechnen müssen und die Chance, daß der Dollar weiter steigt, ist nicht gerade gering.
" 1. Oktober 2008 17:01
US-Senatoren entscheiden
Dollar legt kräftig zu
Vor der Entscheidung des US-Senats über das Rettungspaket für die Finanzbranche hat der Dollar kräftig zugelegt. Händler führten dies vor allem auf die hohe Nachfrage nach Dollar-Liquidität weltweit zurück. Der Euro rutschte zeitweise um über drei Cent bis auf 1,3980 Dollar ab. In der vergangenen Woche hatte er noch die 1,48 Dollar ins Visier genommen.
"Die Bewegungen am Devisenmarkt tragen nicht mehr den fundamentalen wirtschaftlichen Rahmendaten Rechnung", sagte Uwe Janz, Händler bei MM Warburg. Unerwartet schwache Konjunkturdaten aus den USA belasteten am Nachmittag den Dollar relativ wenig.
Händler verwiesen darauf, dass die Geldmärkte weltweit von den Notenbanken mit Dollar regelrecht geflutet werden. "Die Nachfrage nach US-Währung ist extrem hoch, das wirkt sich auch auf den Wechselkurs aus", kommentierte ein Händler. Allerdings wurden die Umsätze im Devisenhandel als gering beschrieben. "Die Banken haben ihre Risiken auf ein Minimum reduziert", sagte ein Händler. Viele US-Anleger reduzierten vor allem ihre Fremdwährungspositionen. "Der Rücktausch in Dollar stützt den Wechselkurs zusätzlich", sagte ein Händler.
Blick nach Europa
Der überraschend deutliche Rückgang des ISM-Einkaufsmanagerindex drückte den Dollar nur zeitweise. "Dass es der US-Wirtschaft nicht gutgeht, weiß man schon länger", sagte ein Händler. "Wenn überhaupt, schaut man im Moment eher auf die europäische Wirtschaft, die jetzt offenbar immer stärker in Mitleidenschaft gezogen wird." In der Euro-Zone war die Industrie im September nach Daten der Marktforscher von Markit so stark wie seit Ende 2001 nicht mehr geschrumpft. Damit verstärkten sich Analysten zufolge die Sorgen, die Euro-Zone könnte in eine Rezession abgleiten.
Daneben setzten viele Anleger nun auch auf eine rasche Verabschiedung des Rettungspaketes für die US-Banken. Nach der Entscheidung im Senat wird für Donnerstag eine Abstimmung im Repräsentantenhaus erwartet. "Für den Euro wäre es positiv, wenn den Regierungen in Europa ein großer gemeinsamer Wurf gelingen würde", sagte ein Händler. "Dann könnten sie endlich einmal unter Beweis stellen, dass wir auf dem Weg zu den Vereinigten Staaten von Europa sind." Aber danach sehe es nicht aus.
Kein großer Wurf
So lehnt die Bundesregierung - Deutschland ist die größte Volkswirtschaft im Euroland - einen umfassenden Rettungsschirm für die Finanzbranche ab. Bisher sei man mit maßgeschneiderten nationalen Einzelfalllösungen für die Banken besser gefahren, sagte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin. Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann brachte dagegen ein EU-weites Rettungsmodell nach US-Vorbild ins Gespräch. Auch der IWF forderte die europäischen Regierung auf, sich mit einem gemeinsamen Plan auf eine Ausweitung der Krise einzustellen.
Die EZB legte den Referenzwert für den Euro mit 1,4081 (Vortag 1,4303) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) fiel der Euro auf 1,4145 (1,4334) Dollar.
Am Rentenmarkt suchten die Anleger am Mittwoch wieder die Sicherheit. Vor allem die US-Staatsanleihen zogen in New York kräftig an. Zeitweise kletterte die Anleihe mit zehn Jahren Laufzeit um mehr als einen vollen Punkt. Der für die europäischen Rentenmärkte richtungsweisende Bund-Future legte 55 Ticks auf 115,62 Punkte zu. Die Umlaufrendite börsennotierter öffentlicher Anleihen stieg auf 4,05 (4,01) Prozent. Der Rex-Rentenindex stieg um 0,6 Prozent auf"
Quelle
http://www.n-tv.de/USSenatoren_entscheiden_Dollar_legt_kraeftig_zu/011020080117/1031487.html