Sambaschule? Congas, Bongos, Maracás? Die vielen noch nicht ganz, aber die Richtung stimmt, alternativen DeutschInnen, zumindest bei uns in AUT, stehen seit den 80ern total auf Trommelkurse.
Nein, English speaking competition mit Einsatz wie von Hans Rosenthal. Beispiel:
"Listen carefully, kids, decide true or false. Who is going to be first?"
Stille im Klassenzimmer, Anspannung, Ohren aufgestellt.
"A Zebra is an animal with black and white squares! True or false??!!"
Kids: "True, true, true...!"
"Are you sure?"
"Yes, yes, yes..."
"Okay, once again. A zebra is an animal with black and white s. quaaares! True or false??!!
Kids: "True, true, true...!"
"Ha, got you. A zebra is an animal with black and white stripes and not squares."
Demonstration an der Tafel des Unerschieds von Streifen und Quadraten.
Kids: "Oh".
"As I said you you have to listen very caaaaarefuuuuuly if you don't want to get fooled!"
Auszug aus meinem Unterricht fuer Klasse 3.
40 Schueler und Schuelerinnen in der Klasse. Keine Klimaanlage. Lehrerdress,Schlips und Kragen. Manches wurde dann auch noch gepaart mit Techniken aus dem Shotokan Karate. Wie beschrieben, Entertainment pur und die Kurzen waren voll dabei, anstatt die englischen Wochentage runterzuleiern, das Alphabet oder Zahlen.
Englischsprachige Wettbewerbe nach Aufteilung der Klasse in zwei Gruppen und natuerlich versuchte ich die Kurzen immer zu foppen, wann immer ich konnte. So dass sie sich aergerten und beim naechsten Mal konzentrierter waren.
"H.itler" verbot mir anfangs Thailendisch im Unterricht zu sprechen. Ausschliesslich Englisch, doch ich hielt mich nicht daran denn:
Ich erklaerte einer Schuelerin etwas in englischer Sprache.
Diese daraufhin zur Ihrer Sitznachbarin in thailaendischer Sprache "Hast Du verstanden, was der Farang gesagt hat?"
Ich mit donnerndern Stimme in thailaendischer Sprache: "Der Farang hat dies......... gesagt". Und nun noch einmal alles in englischer Sprache".
Also alles zweisprachig.
Einmal bemerkte ich aus den Augenwinkeln, dass sich "Schwester H.itler" draussen vor dem Klassenzimmer angeschlichen hatte, da es zum Aussenbereich diese Glasjalousie-Fenster gab. Ich zog meinen zweisprachigen Unterricht unbeeindruckt weiter durch. Nach ca. 10 Minuten verschwand sie wieder so heimlich wie sie gekommen war und sprach mich nie wieder darauf an, wie ich meinen Unterricht zu gestalten haette.
Es handelte sich bei Ihr um eine katholische thaiaendische Nonne so Anfang 50. Eine absolute Respektsperson und gefuerchtet. Mein US-amerikanischer Kollege, der Ron, hatte erheblichen Bammel vor ihr.
Doch wenn ich mit Schwester Sumali unter vier Augen sprach, war sie wie ein kleines Maedchen. Eher schuechtern und manchmal kicherte sie sogar. Speziell wenn sie sich in deutscher Sprache versuchte.
Bei unserem ersten Einfuehrungsgesprech meinte sie damals mit ernster Stimme zu mir: "Ich gehe davon aus, dass sie Katholik sind". Ich antwortete: "Nein, ich bin Buddhist". "Ja, warum das denn?" "Nun, wenn man die Haende zum Beten zusammenlegt, dann hat man sie nicht frei um Probleme zu loesen".
Danach war alles zum Thema Religion zwischen uns geklaert. Wir kamen ausgezeichnet miteinander aus. Sie hatte damals auf sehr unkatholische Weise einer Tochter geholfen und demonstriert, dass sie nicht religioes blind war sondern absolut pragmatisch. Somit war dann auch mein Einsatz in ihrer Schule die Gegenleistung dafuer und zwar solange, bis sie zu einer anderen Schule versetzt wurde. Von diesem Augenblick an war meine Schuld erfuellt und nach "H.itlers" Weggang ging es mit dieser Schule mit sehr gutem Ruf auch bergab.
Kurz darauf, trat ich dann auch nach einem Zwischenfall aus meinem Dienst aus ohne noch ausstehende 2.000 Baht einzuforden. Diese waren Ausgleich fuer das Loch, das ich in meiner letzten Unterrichtsstunde mit der Faust in den Lehrertisch gestanzt hatte. Aber nun ja, das ist eine andere Geschichte, liebe Leute.
