big_cloud" said:
Ein Tippelbruder :O
Erstmal nen Pott Kaffee gegeben und dann mein altes Leichtzelt samt Penntueten verschenkt.
Und ein zahnloses Laecheln geerntet welches mein Herz erwaermte.
der
Lothar aus Lembeck
:bravo:
..und was lernen wir daraus?
1. Es gibt Leute, die in Zelten nächtigen :O
2. Geben bringt Segen ;-D
Mal etwas zum nachdenken für die Verfechter des reinsten Kaptalismus (es geht auch kreativ):
Mittwoch, 10. Januar 2007
300 Euro für ein Zebu
Die Bank für Buckelrinder
In einer der ungewöhnlichsten Banken der Welt dreht sich fast alles ums Buckelrind (Zebu). Der französische Pilot Stéphane Geay gründete 1996 die "Zebu Overseas Bank" in Madagaskars Edelsteinmetropole Antsirabe. Im Hochland der vor Afrika gelegenen Tropeninsel, 170 Kilometer südlich der Hauptstadt Antananarivo, bietet sie eine geradezu tierisch geniale Dienstleistung.
Zu den rund 1.700 Geldgebern gehören Franzosen, Schweizer, Dänen, Belgier, Italiener, Portugiesen, US-Amerikaner sowie über 100 Deutsche aus Hamburg, München, Dortmund, Magdeburg, Berlin und weiteren Städten. Auch etliche im Ausland lebende Madagassen haben bereits in ein Zebu investiert, das seit jeher als Arbeitstier und Statussymbol auf der Insel einen hohen Stellenwert besitzt.
Das Bankgeschäft funktioniert ähnlich wie der Kredit-finanzierte Kauf eines Neuwagens: Aus einem Umkreis von gut 100 Kilometern um Antsirabe kommen Madagassen zur Bank und kaufen ein Zebu auf Kredit. Besonders gefragt sind zweijährige weibliche Tiere, die auf dem örtlichen Markt erworben und auf einer bankeigenen Farm tierärztlich untersucht werden. Ein Zebu kostet derzeit 800.000 Ariary - rund 300 Euro. Ein ferner Geber finanziert den Kauf des jeweiligen Zebus.
Eine Kuh, die zwischen drei und 15 Liter Milch pro Tag gibt, schlägt mit 600 Euro zu Buche, eine Milchkuh mit höherer Leistung (ab 15 Liter aufwärts) mit 1.200 Euro, ein Schwein mit 100 Euro. Der Vierbeiner wird dann von der Bank der madagassischen Familie (pro Person gibt es maximal ein Tier) oder dem Antrag stellenden Dorf übergeben. Pro Monat müssen die Halter einen festgelegten Betrag an die Bank zurückzahlen. Milch und Kälber dürfen sie behalten. Die neuen Besitzer haben also neben der Arbeitskraft des Tieres auf den Reisfeldern oder als Zugtier noch eine zusätzliche Einnahmequelle.
Die Madagassen können so innerhalb von zwei bis drei Jahren den wertvollen vierbeinigen Hausgenossen komplett abbezahlen. Die Warteliste von Familien, die ein Zebu wünschen, ist groß: bis zu 20 melden sich pro Monat.
Die Bank zahlt den Einkaufspreis nach zwei Jahren in der Landeswährung Ariary mit 1,5 Prozent Zinsen an die Geldgeber zurück. Sollten diese den Betrag nicht innerhalb von fünf Jahren abrufen, fließt er in ein neues Projekt. So mancher Geldgeber kommt aber selbst auf die Insel, um sich "sein" Zebu anzuschauen.
Die Investoren aus Europa und anderswo erhalten ein Foto ihres Tieres und ein Kaufzertifikat. Darüber hinaus besteht die Chance, mit Hilfe des "Zebu-Briefes" per Internet oder Mail (contact@zob-madagascar.org) Kontakt zur Bank zu halten. "Ein Zebu ist ein ideales Geschenk von und für Menschen, die glauben, sie hätten bereits alles im Leben erreicht und erhalten", heißt es im Informationsschreiben. "Jedoch für diese Menschen könnte es eine besondere Freude sein, so ein edles Tier wie ein Zebu zu besitzen, das sogar nach Ihnen benannt werden kann", betont Geay.
Aus Deutschland haben schon etliche Privatpersonen und Gruppen ein Zebu finanziert. So grast bei Antsirabe das Buckelrind "Frieden" eines Idar-Obersteiner Ehepaares neben "Luna" von der Klasse 7b des Staatlichen Gymnasiums Kirn; "Bilaba" von der Belegschaft der Birkenfelder Landesbank weidet neben "Lützelsoon" vom Förderverein "Lützelsoon - Hilfe für Kinder in Not" in Hennweiler; und die "Paula" eines Ehepaares aus Ludwigshafen lässt es sich neben "Lisa" einer Elterninitiative aus Meckenbach und "Janitza" von der Niederlausitz-Grundschule im Berliner Stadtteil Kreuzberg munden.
(Klaus Heimer, dpa)
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