[highlight=yellow:a6e74e8513]Fr, 03.09. 15:30 16:00 N24 Kulturschätze Asiens Die Wunder von Angkor
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Fr/Sa, 03.09. 04:15 05:00 N24 Kulturschätze Asiens Die Wunder von Angkor
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Inmitten des kambodschanischen Dschungels, überwuchert und bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts vergessen, liegt die alte Hauptstadt der Khmer, als Zeugin einer sagenumwobenen Kultur, die vor mehr als tausend Jahren begann und schon nach fünfhundert Jahren wieder verschwunden war. Zurück blieb eine Reihe eindrucksvoller Bauten.
Prächtige Kaiserstadt
Im heutigen Kambodscha, in der Hitze tropischen Klimas, herrschte für einige hundert Jahre das Volk der Khmer über halb Südostasien. Erst 1914 wurde die prächtige Kaiserstadt Angkor wiederentdeckt. Hunderte Tempeln und Gebäude erstrecken sich über ein riesiges Gelände. Sämtliche Bauwerke bestehen aus rotem Sandstein, jeder Quadratzentimeter ist mit Bildern, Figuren oder Mustern reich verziert. Die Stadt verdankte ihren Reichtum einem besonderen Naturphänomen, das sie nicht nur ausreichend mit Wasser versorgte, sondern auch eines der besten Fischfanggebiete der Erde ausmachte: Dem Mekong, dem längsten Fluss Südostasiens. Er bringt im Frühjahr das Schmelzwasser aus dem Himalaja, und zwar so reichlich, dass ein abzweigender Fluss in Kambodscha im Sommer einen riesigen See bildet.
Einzigartige Hindu-Darstellungen
Hier errichteten die Khmer ihre Hauptstadt Angkor. Doch all die Figuren, Götterstatuen und abgebildeten Geschichten haben einen weit entfernten Ursprung: Hindu-Darstellungen. Ebenso entspricht die gesamte Architektur von Angkor den Tempelanlagen Südindiens. Doch warum finden sich hier, inmitten des Dschungels, kulturelle Einflüsse des über 3.000 Kilometer entfernten Indiens?
Die Antwort ist einfach: Indische Händler kamen im Herbst mit den Monsunwinden über den Indischen Ozean nach Südostasien. Doch bevor sie im Frühjahr mit den nun in die umgekehrte Richtung wehenden Winden wieder in die Heimat konnten, blieben sie ein halbes Jahr in Südostasien. Genügend Zeit, um dort ihre Kultur, ihre Religion und ihr Kunsthandwerk zu verbreiten. Und Angkor spiegelt diese Einflüsse wieder in all den Geschichten, welche die Reliefe erzählen.
Aufschlussreiche Sanskrit-Inschriften
Wenig wird so über die eigene Kultur der Khmer vermittelt. Auch gibt es keine Aufzeichnungen über diese alte Kultur mehr. Aus zahlreichen Sanskrit-Inschriften der Tempel jedoch lassen sich wichtige Hinweise auf den Beginn und die Größe dieses Reichs erschließen. Als Angkor 802 gegründet wurde, hatten sich die Khmer-Herrscher zu Gottkönigen ernannt. Die den Göttern geweihten Tempelanlagen zollten somit immer auch dem Ruhm des Herrschers Tribut.
Immer größere und prächtigere Tempelbauten folgten, ähnlich wie bei ihren indischen Vorbildern wie Rajaraja, dem mächtigen Hindu-König. Inmitten eines Tempels findet sich immer auch ein gewaltiges, steinernes Lingam, ein Phallussymbol, das die Macht des höchsten Gottes Schiwa und des Königs gleichermaßen repräsentieren sollte. Rings um die Stadt sind gewaltige Wasserreservoirs angelegt. Bis heute konnten Wissenschaftler keinen praktischen Grund für diese künstlichen Seen ausmachen, die einen immensen Arbeitsaufwand gekostet haben mussten.
Angkor Vat
Das prachtvollste aller Gebäude ist Angkor Vat, das Hauptgebäude in der Mitte von Angkor. Es ist so hoch wie Notre-Dame und übersät mit kilometerlangen Sandsteinreliefs. Es ist ein ähnlich beeindruckendes Zeugnis alter Hochkultur wie Ägyptens Pyramiden. Seine fünf hohen Türme sind der Lotusblüte nachgebildet und stellen ein Meisterstück der Architektur dar. Dieser Tempel ist eines der feinst gearbeiteten Gebäude alter Kultur. In einem seiner Reliefs ist der größte der Khmer-Könige abgebildet: Suryavarman der Zweite, der Angkor Vat erbauen ließ. Seine Nachfolger erbauten ebenfalls Tempelanlagen, die noch heute ihren Zauber ausstrahlen. So Jayavarman der Siebte, unter dessen Herrschaft das Reich der Khmer seine Hochblüte erlebte. In Angkor lebte damals rund eine Million Menschen, während London zur gleichen Zeit gerade 30.000 Einwohner zählte. Doch zerrissen von inneren Widersprüchen, gelangte das Reich der Khmer bald zu seinem Ende. Im Jahr 1431 eroberten siamesische Truppen, Thais, die Stadt Angkor und beendeten damit eine Hochkultur, die nur fünfhundert Jahre währte.