Tourismusbranche setzt auf Spätbucher

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Aus der Thüringer Landeszeitung vom 12.03.2002

Tourismusbranche setzt auf Spätbucher

Berlin (dpa) - Heimische Urlaubsziele zwischen Rügen und Alpen profitieren in diesem Jahr von der Flugangst vieler Menschen nach den Terroranschlägen vom 11. September.

Nach Einschätzung des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) sind aber nicht alle Anbieter ausreichend darauf vorbereitet. Es könne Schwierigkeiten bei der spontanen Buchung geben, warnte DTV-Präsident Jürgen Linde in Berlin kurz vor Beginn der Reisemesse ITB. Er zitierte ein Studie, wonach 39 Prozent der Bundesbürger ihren Sommerurlaub in heimischen Gefilden verbringen wollen. Urlaub an der Küste und den Bergen nehme zu, Probleme könne es für Anbieter in Mittelgebirgen geben.

Bei Pauschalangeboten zu internationalen Zielen gibt es nach Angaben des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbandes (DRV) aktuell ein leichtes zweistelliges Buchungsminus. Probleme ergäben sich aus der schlechten Lage auf dem Arbeitsmarkt. »Wir haben die Sommersaison alles andere als abgeschrieben«, sagte DRV-Präsident Klaus Laepple dennoch. Beim Umsatz würden die Zahlen von 2001 eventuell wieder erreicht, aber vermutlich nicht bei den Gästezahlen.

Die Branche starte jetzt eine Aufholjagd. »Es wird zwar spät gebucht, aber es wird gebucht«, sagte Laepple. Mit Spätbucherrabatt sei nicht zu rechnen. Trendziele sind unter anderem Bulgarien, Kroatien, Türkei, Kanaren und Südspanien. Als Fernziele sind Südafrika, Kuba und Thailand gut gefragt.

Die Branche konnte den Umsatz bei Pauschalreisen 2001 um 6,8 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro erhöhen, sagte Laepple. Die Zahl der Gäste stieg um 3,2 Prozent. Eingerechnet seien nicht die rund neun Milliarden Euro für Flug- und Bahntickets. Der durchschnittliche Reisepreis sei um 4,1 Prozent auf 575 Euro gestiegen. Der Marktanteil der Reisebüros und Reiseveranstalter bei Reisen von mehr als fünf Tagen stieg laut DRV um ein Prozent auf 45 Prozent.

Die Zahl der Gästeübernachtungen in Deutschland ist 2001 im Vergleich zum Jahr zuvor laut DTV um 0,3 Prozent auf 327 Millionen gestiegen. Gewinner der Saison sei Ostdeutschland gewesen. Die Zahl der Übernachtungen konnte um drei Prozent auf 61,4 Millionen erhöht werden. In Westdeutschland gab es ein Minus von 0,4 Prozent auf 265,6 Millionen Übernachtungen.

Auf der weltgrößten Tourismusmesse ITB präsentieren laut Messe Berlin knapp 10 000 Aussteller aus 181 Ländern und Gebieten weltweite Urlaubsziele. Trotz einiger Absagen auch deutscher Veranstalter verzeichnet die ITB 2002 (16. bis 20 März) die zweitbeste Ausstellerzahl nach dem Rekord von 2001 mit mehr als 10 000 Anbietern.

11.03.2002 dpa
 
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Billigflüge für Sommer ausgebucht
Reisen nach Asien liegen im Trend. Vor allem Thailand und Bali gefragt
Während viele Hamburger noch im Skiurlaub den Schnee genießen, wo er denn vorhanden ist, ist der Kampf um die besten Plätze für die Sommerferien auch in der Hansestadt längst entbrannt. Reisebüros verzeichnen einen Ansturm auf die Sommerangebote und kommen bei den zahlreichen Anfragen kaum hinterher. Der Gewinner des Booms heißt Asien: Günstige Flug- wie Pauschalangebote sind zumindest während der Ferienzeit kaum mehr zu bekommen. Wer dennoch in den Fernen Osten will, muss dafür erheblich tiefer in die Tasche greifen.

Vor allem Thailand und Bali sind bei den Kunden gefragt, aber auch Australien erlebt eine gewaltige Nachfrage. "Günstige Flüge in diese Regionen sind jetzt schon fast nicht mehr zu bekommen", sagt auch Santhy Manredjo von Grenzenlos Reisen. "Der Fernreiseboom ging schon im Januar los und dauert bis jetzt an", sagt die Reisebüromitarbeiterin. Das habe wohl noch immer mit dem 11. September zu tun, glaubt sie, die Kunden bevorzugten deshalb nach wie vor Ziele in östlicher Richtung. Thailand und Indonesien hat sie als die Renner ausgemacht, viele fliegen auch über Singapur nach Australien, weshalb es dort ebenfalls einen Engpass gibt.

Auch Jürgen Heller vom Columbus-Reisebüro bestätigt den Ansturm. "Asien boomt ohne Ende", sagt der Münchener, der mit seinem Internetangebot auch eine gefragte Suchmaschine betreibt. Auch dort finden sich so gut wie keine günstigen Flüge mehr: keine freien Plätze verfügbar, heißt es fast überall. Auch er konstatiert Bali als Trendreiseziel, aber auch nach Bangkok würden enorm viele Flüge gebucht. "Es ist unglaublich, was hier im Moment los ist", sagt auch eine Mitarbeiterin der First Reisebüros.

Viele, so glauben die Reiseexperten, holen in diesem Sommer wieder nach, was sie im vergangenen Winter nach den Anschlägen des 11. September vielleicht storniert haben: Die Reiselust ist neu entfacht. Dabei sind allerdings Ziele gefragt, die möglichst weit entfernt sind von den potenziell noch immer als gefährlich angesehen nordamerikanischen Zielen.

Hinzu kommt, dass viele Pauschalreiseveranstalter bis Ende März noch Frühbucherrabatte einräumen, die eine Reihe von Kunden in Anspruch nehmen wollen und deshalb jetzt schon ihren Sommerurlaub buchen.

"Es ist für den Sommer nach Asien sehr eng geworden", sagt auch eine Mitarbeiterin der Lufthansa-Hotline. Von Hamburg nach Denpasar ist beispielsweise im Juli kaum mehr ein Flug in der Economy unter 1800 Euro pro Person zu bekommen. dkn
 
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Aus der Süddeutschen Zeitung vom 12.03.2002

Internationale Tourismus-Börse

Deutsche verlieren Lust am Reisen

Terroranschläge und schwache Konjunktur dämpfen Nachfrage/ Zweistelliges Minus bei Buchungen für den Sommerurlaub



Von Ulf Brychcy
Berlin – Die internationale Tourismus-Wirtschaft steckt in der Flaute. Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten musste die wachstumsverwöhnte Branche im vergangenen Jahr einen Rückgang hinnehmen. Die Deutschen halten sich besonders zurück. Bei den Buchungen für den Sommerurlaub gibt es ein zweistelliges Minus.


In der Reise- und Tourismusbranche herrscht derzeit große Unsicherheit. Die weltweite Konjunkturschwäche, aber vor allem die Terroranschläge in Amerika haben die Reiselust der Menschen spürbar und nachhaltig gedämpft. „Unsere Branche wurde am 11.September wie vom Blitz getroffen“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft, Erich Kaub. So habe es hier zu Lande im letzten Quartal 2001 teilweise drastische Umsatzeinbußen gegeben. Eine Trendwende zeichnet sich noch nicht ab. So gibt es derzeit bei den Buchungen für die Sommersaison 2002 ein zweistelliges Minus. In der noch laufenden Wintersaison liegt das Buchungsdefizit im höheren einstelligen Prozentbereich. Kaub sprach von einer Markt- und Strukturkrise.

In der Vergangenheit konnte die erfolgsverwöhnte Branche in der Bundesrepublik regelmäßig um drei bis fünf Prozent und damit immer deutlich über dem allgemeinen Wirtschaftswachstum zulegen. Weltweit musste die Tourismus-Wirtschaft ebenfalls einen deutlichen Dämpfer hinnehmen. Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren schrumpfte 2001 die Zahl der internationalen Tourismus- Ankünfte um 1,3 Prozent auf 689 Millionen, ermittelte die World Tourism Organization (WTO). „Dies zeigt, wie schwer der Rückschlag ist“, sagte Christian Göke, Geschäftsführer der Messe Berlin, vor der Internationalen Tourismus-Börse (ITB), die an diesem Samstag ihre Pforten öffnet. Mit einer Normalisierung sei erst im nächsten Jahr zu rechnen.

Gleichwohl bemühten sich die Branchenvertreter, die Lage freundlich darzustellen. „Wir haben die Sommersaison noch nicht abgeschrieben “, sagte etwa der Präsident des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbandes, Klaus Laepple: „Die Deutschen wollen sich ihren Urlaub nicht nehmen lassen.“ Die Hoffnungen ruhen nun auf den Spätbuchern. Aufgrund der konjunkturellen Situation reservierten die Kunden ihre Reisen in diesem Jahr extrem spät. Mit massiven Preissenkungen können die Urlauber offenbar nicht rechnen. Zwar hätten viele Reiseveranstalter die Kinderpreise in den wichtigen Hochsaison- Monaten Juni, Juli und August gesenkt, stellte Laepple fest. Er erwartet aber keine ausgeprägten Last-Minute-Preiskämpfe: „Die Unternehmen bauen eher Kapazitäten ab als leere Flugsitze durch die Gegend zu fliegen oder Restplätze zu Dumpingpreisen zu verkaufen.“ Der Urlaub wird immer teurer: Gestiegene Kerosinpreise, die Tarifabschlüsse bei den Fluggesellschaften, ein hoher Dollarkurs sowie erhöhte Sicherheitsaufwendungen und Versicherungsprämien haben die durchschnittlichen Reisepreise im vergangenen Jahr um mehr als vier Prozent nach oben getrieben.

Beliebte Reiseziele sind in diesem Jahr eher preisgünstige Länder wie Bulgarien, Kroatien und die Türkei, wo 2001 zum ersten Mal mehr als drei Millionen deutsche Urlauber zu Gast waren. „Damit hat die Türkei das Niveau von Mallorca erreicht“, sagte Laepple. Die Kanarischen Inseln und teilweise Südspanien sollen ebenfalls weiter zulegen. Auf der Fernstrecke sind wegen der günstigen Wechselkurse Südafrika, Kuba und Thailand begehrt. Ob der amerikanische Kontinent (minus sieben Prozent bei den Tourismus-Ankünften) in diesem Jahr als Urlaubsziel besser abschneidet, dürfte unwahrscheinlich sein.

Mecklenburg boomt

Deutschland bleibt für die Bundesbürger weiterhin besonders beliebt; jeder dritte Urlauber verbringt hier seine Ferien. Vor allem Kurzreisen wie etwa Städte-, Wellness- und Sporttourismus sorgten für eine stetige Aufwärtsentwicklung, sagte Laepple. Die Zahl der Gästeübernachtungen ist 2001 mit 327 Millionen im Vergleich zum absoluten Rekordjahr 2000 (Expo in Hannover) abermals gestiegen. Vor allem die Länder Mecklenburg-Vorpommern (gut acht Prozent Plus) und Brandenburg (plus 5,4 Prozent) sind bei den Urlaubern begehrt, während im alten Bundesgebiet ein Prozent weniger Gäste gezählt wurden als im Vorjahr.
 
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So, und deshalb bekomme ich für meine Familie keinen günstigen Flug.
 
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Hallo zusammen,
also wir haben jetzt schon für Dezember gebucht. Später gibt es vielleicht noch bessere Angebote, aber Anfang Januar einen Rückflug zu bekommen, ist jetzt schon nicht einfach, später aber sehr schwierig.
Zur Info: Gebucht über Internet mit China Airlines - Ethnik Tarif (30 kg Gepäck), bez. für 2 Erw. + Kleinkind komplett 1370 Euro. Nachteil: Zwischenstop in Taipei 3 Stunden, bei Rückflug sogar 4. Ich buche übrigens meistens bei Flight-Consult Worldwide - http://www.flight-consult.com . Vergleichbar günstige Preise und absolut zuverlässiger Service.
 
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Aus der Berliner Zeitung vom 16.03.2002

Ein Stück Glück

So schnell lassen sich die Deutschen ihren Urlaub nicht vermiesen

Ina Pachmann

Die Vergesslichkeit der Menschen, die Fähigkeit, Unangenehmes zu verdrängen, hilft den Reiseveranstaltern gerade aus dem Tal. Nach einer flauen Wintersaison zögen die Buchungen von Urlaubsreisen wieder an, verkündete Klaus Laepple, Chef des Reisebüro-Verbandes, im Vorfeld der Internationalen Tourismusbörse. Die Ereignisse vom 11. September scheinen verarbeitet. Jedenfalls ist die Angst vor dem Fliegen, die unmittelbar nach den Terroranschlägen in New York und Washington fast die Hälfte der Urlauber erfasst hatte, gebannt. Mit sieben Prozent liegt die Quote derer, die nicht fliegen wollen, wieder im normalen Bereich. Und auf Reisen gehen wollen 47 Prozent der Deutschen.
Freizeitforscher Prof. Horst W. Opaschowski erklärt das chronische Kurzzeitgedächtnis der Touristen für Katastrophen jeglicher Art in Urlaubsgebieten mit dem Wunsch des Menschen nach schönen Augenblicken. Und Urlaub als populärste Form von Glück werde nicht aufs Spiel gesetzt. Die jährliche Tourismusanalyse des B.A.T.-Freizeit-Forschungsinstitus in Hamburg, dessen Leiter Opaschowski ist, zeigt aber auch: Auf den Urlaub wird zwar nicht verzichtet, aber er muss sich rechnen. Die wirtschaftliche Rezession - jeder Fünfte bangt um seinen Arbeitsplatz - fordert ihren Tribut. Ein gutes Preis-Leistungsverhältnis zeichnet denn auch die Trendziele dieses Jahres aus. Bulgarien, Kroatien, die Türkei und im Fernbereich - wechselkursbegünstigt - Südafrika, Kuba und Thailand liegen bei den Buchungen an der Spitze. ITS, seit Jahren bei osteuropäischen Zielen gut im Geschäft, hat für Bulgarien und Kroatien im Februar sogar einen Zusatzkatalog in die Reisebüros gebracht. Neben Badeurlaub offeriert er auch Ferien auf dem Bauernhof und Aufenthalte im Rhodopen-Gebirge.

Um den noch Zögernden auf die Sprünge zu helfen, haben die Veranstalter verschiedene Sonderaktionen gestartet. Mit um bis zu 120 Euro gesenkten Preisen wirbt Tjaereborg im Katalog "Family Spanien". Neckermann Reisen gibt bei allen Katalogangeboten mit Abflügen zwischen 1. Juni und 31. August 100 Euro Rabatt pro Kind. Und Singles wird bei Mallorca-Reisen von Ende März bis Mitte Mai der Einzelzimmerzuschlag erlassen. Selbst die TUI, sonst eher zurückhaltend mit Sonderangeboten, hat für den März Family Wochen ausgerufen: Bei Buchung bis zum 31. des Monats reisen Kinder bis elf Jahre von Juni bis August zum Festpreis von 199 Euro ans Mittelmeer, ans Rote und Schwarze Meer oder auf die Kanaren.

Mehr als in anderen Jahren warnt die Branche derzeit davor, auf günstige Last-Minute-Angebote für den Sommer zu hoffen. Ende März würden die Flugkapazitäten noch einmal der Nachfrage angepasst, erklärt Klaus Laepple. Es müsse davon ausgegangen werden, dass vor dem Hintergrund einer unklaren wirtschaftlichen Entwicklung Kapazitäten eher abgebaut, als dass leere Sitze durch die Gegend geflogen oder als Restplätze verkauft werden.

Vieles ist auch für den kommenden Sommer noch möglich, alles aber eben nicht. Wer zu lange zögert, könnte sein Urlaubsglück aufs Spiel setzen.
 
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Aus dem [/i]Kölner Stadtanzeiger vom 16.03.2002

Eine Aufholjagd soll den Reisesommer retten
VON THOMAS WÜPPER, 14.03.02, 21:00h

Berlin - Die Reisewirtschaft demonstriert vor der morgen beginnenden Internationalen Tourismus-Börse (ITB, bis 20. März) Optimismus. „Alles ist noch möglich, wir haben die Sommer-Saison keinesfalls abgeschrieben“, sagte Klaus Läpple, Präsident des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalter-Verbands (DRV).

Bislang wurden laut Läpple über ein Zehntel weniger Urlaubstrips gebucht als zum gleichen Vorjahreszeitpunkt. Trotzdem sieht er nicht schwarz. Das Ostergeschäft laufe gut, man werde das Buchungsminus weiter abbauen. Die großen Veranstalter lockten zudem mit günstigen Familienangeboten für den Sommer. Vor allem die wirtschaftliche Lage und die Angst vieler Deutscher um ihren Job macht die Branche für die aktuelle Flaute im Urlaubsgeschäft verantwortlich. Der Terrorschock vom 11. September sei hingegen „weit gehend verarbeitet“. Auch die im Schnitt um 4,1 Prozent auf 575 Euro gestiegenen Preise tragen dazu bei, dass später als üblich gebucht werde, sagt Läpple. Preistreiber seien „überzogene Tarifabschlüsse“, Streiks bei Flugfirmen, höhere Kerosinpreise, der hohe Dollarkurs sowie gestiegene Sicherheitskosten.

Schnäppchenjägern macht der DRV-Chef wenig Hoffnung: „Trotz des späten Buchens werden wir kein Last-Minute-Jahr erleben.“ Die Branche baue eher Kapazitäten ab, als leere Flugsitze billig zu verkaufen. Mit dem abgelaufenen Tourismusjahr ist die Branche trotzdem zufrieden. Die Zahl der Reisenden kletterte um 3,2 Prozent, die Umsätze legten sogar um 6,8 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro zu. Im laufenden Jahr, so Läpple, rechne man mit einer schrumpfenden Passagierzahl, aber stabilen Erlösen. Ausländische Trendziele sind weiterhin Bulgarien, Kroatien und die Türkei. Bei den Fernzielen seien Südafrika, Kuba und Thailand auf Wachstumskurs. Nach 327 Millionen Übernachtungen (plus 0,3 Prozent) im letzten Jahr hoffen die deutschen Herbergen 2002 auf eine Zunahme von 3 Prozent. Zur ITB wollen 9875 Aussteller kommen, 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Verzichtet haben etwa Lufthansa und Rewe. Trotzdem verzeichne die ITB die zweitgrößte Teilnehmerzahl ihrer Geschichte, betonte Messe-Geschäftsführer Christian Göke
 
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Aus Die Welt vom 18.03.2002

Es wird keinen Preiskampf im Reisegeschäft geben

Preussag-Chef Frenzel optimistisch für den Sommer
Die Reisebranche ist von den Terroranschlägen hart getroffen worden. Die Buchungen sind stark zurückgegangen, viele Veranstalter werden im Winter Verluste machen. Wie reagiert der weltgrößte Reisekonzern, die Preussag AG, auf die schleppende Nachfrage. Mit dem Vorstandsvorsitzendem der Preussag AG, Michael Frenzel, sprach Ernst August Ginten.

DIE WELT: Wie sieht die Buchungssituation für den Sommer aus?

Michael Frenzel: Das Sommergeschäft in Deutschland zieht an. Wir liegen aber noch nicht wieder auf Vorjahresniveau. Es wird nach wie vor erst wenige Wochen vor Abflug gebucht. Ich glaube, der Schock des 11. September ist überwunden. In Deutschland hält jedoch die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung die Menschen aber immer noch davon ab, ihren Urlaub sofort zu buchen. Aber alle unsere Umfragen zeigen, dass sich an der Reisefreudigkeit der Deutschen nichts verändert hat. Wir sind optimistisch. Und in England ist die Nachfrage bereits sehr viel früher wieder angesprungen.

DIE WELT: Wie entwickelt sich das Geschäft im Internet?

Frenzel: Es wächst ständig. Es wächst aber nicht mehr so euphorisch, wie es viele noch vor einem Jahr vorhergesagt haben. Aber wir haben auch auf TUI.de seit einigen Wochen deutliche Steigerungsraten bei den Buchungen.

DIE WELT: Was machen Sie, wenn die Zahlen nach Ostern nicht massiv anziehen?

Frenzel: Wir können die Kapazitäten sehr gut steuern. Zum Beispiel fliegen wir in der Regel nur 60 Prozent unserer Gäste mit unserer eigenen Flotte. Wenn sich die Nachfrage also nicht so entwickelt wie wir es hoffen, können wir diesen Anteil erhöhen.

DIE WELT: Gibt es einen Zeitpunkt, zu dem Sie endgültig entscheiden müssen, welche Kapazitäten Sie für den Sommer anbieten?

Frenzel: Das Nachsteuern bei den Kapazitäten findet das ganze Jahr statt. Wir haben nicht vor, an der Preisschraube zu drehen und damit unsere Renditeziel zu gefährden. Wenn wir Preise senken, wie zum Beispiel im Rahmen unserer derzeit laufenden Familienaktion, dann haben wir vorher mit den Hotels Preisnachlässe ausgehandelt, die wir weiterreichen. Auch bei den Zielgebieten sind wir mittlerweile sehr kurzfristig in der Lage umzusteuern.

DIE WELT: Was läuft gerade besonders gut?

Frenzel: Vor allem die Türkei, aber auch Kroatien und Bulgarien. Und bei den Fernstrecken Kuba, Thailand und Südafrika.

DIE WELT: Die Reisen mit Auto und Bahn boomen. Wie hoch sind die Zuwachsraten bei Ihnen?

Frenzel: Wir haben dort Steigerungsraten von über zehn Prozent. Aber diese Angebote werden nie die traditionellen Sonnenziele merklich verdrängen.

DIE WELT: Im vergangenen Jahr lag die Last-Minute-Quote bei rund fünf Prozent. Womit rechnen Sie in diesem Jahr?

Frenzel: Diese Quote wird sich nicht stark verändern. Es wird keinen Preiskampf geben.

DIE WELT: Was macht Sie so sicher?

Frenzel: Weil alle Unternehmen, die zu den maßgebliche Anbietern in diesem Markt gehören, auf Rentabilität achten. Die Zeiten, in denen man sich mit Marktanteilen und Buchungszuwächsen geschmückt hat, sind vorbei.

DIE WELT: Werden Sie den Erlös aus dem Verkauf der HDW-Anteile für weitere Zukäufe verwenden?

Frenzel: Wenn es etwas Vernünftiges zu kaufen gibt, sind wir immer offen. Ich sehe aber im Moment keine interessanten Angebote. Wir werden mit dem Geld daher wie geplant unsere Verschuldung reduzieren.

DIE WELT: Welche neuen Märkte fasst die Preussag ins Auge?

Frenzel: Wir konzentrieren uns auf den europäischen Markt. Hier gibt es eine Menge Potenzial. In Italien haben wir zum Beispiel gerade mit unserem Partner Alpitours eine neue Fluglinie mit dem Namen Neos gegründet, die ab Mailand-Malpensa in den Mittelmeerraum fliegen wird. Wir überlegen durchaus auch in China oder den USA aktiv zu werden. Aber das Geschäft mit chinesischen Urlaubern wird sich nur langsam entwickeln. Wir sind mit unserer Tochter Cebeco in Peking sehr präsent und haben dort gute Kontakte. Wenn sich Chancen bieten, werden wir sie nutzen.
 
N

Niko

Gast
Nicht immer ist das Internet günstig, habe eben im Einkaufscenter nach einem Flug gefragt.

Und was habe ich erfahren.

4Tickets FFM - BKK
2Erwachsenen - 1Kind - 1 Kleinkind
____________________________________
alles zusammen nicht ganz 1400€

Nonstop mit Thai
nun habe ich mit meiner Frau gesprochen und werde wohl am Dienstag buchen. (habe im Internet nichts günstigeres gefunden)
 
S

Stefan642002

Gast
Niko,glaube der Preis ist ok.
Wann fliegst du ?
Ist ein 4 Wochen Flug billiger wie ein 5-6 Wochen Flug ?
Wo willst du buchen ?
Stefan642002
 
N

Niko

Gast
Der Flug ist am 1. August mit Thai zurück am 16.Sep so kann meine Frau und die Kinder die ganzen Sommerferien nutzen. Ich werde wohl nicht so lange bleiben können.
Muß nun erstmal schauen was mit Arbeit wird in der nächsten Zeit.
 
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