Es geht immer in beide Richtungen...
Diese Grillgeschichten machen wir recht oft mit den Nachbarn,
jeder bringt was mit und da wird nicht nachgerechnet.
Gegenseitige Hilfe ist völlig normal.
Spontan Überstunden, wer kümmert sich um das Kind nach der Schule.
Wagen in der Werkstatt, klar bringt der Nachbar einen hin.
Paar Tage Urlaub, wer füttert meine Tiere.
Ein Mädel kocht Deutsch für Barpartys, klar kriege ich den Probierteller vorab.
Eine Bekannte hat gr. Garten und weiß wie gerne ich Mango esse.
Meine Chinesin die mir deutsche Würste aus Shanghai mitbringt.
Wobei das alles keine armen Leute sind und gerade deshalb würde
niemand wegen Kleingeld fragen. Erwähnen möchte ich, das wir nie
über Geld reden.
Was so die kleinen Helfer hier angeht, habe ich eine klare Linie, Parkwächter, Bedienung, Tankwart etc. bekommen immer Trinkgeld und für die Abfallsammler mit Schiebekarren habe ich immer einen großen Beutel stehen.
Dazu spreche ich mit jedem gleich freundlich und in dem sehr höflichen Thai was meine Lehrerin mir beigebracht hat.
Das scheint nicht so normal zu sein.
Im "Glashouse" winkt der Parkmann den Porsche durch bis zur hinteren Mauer und
für mich werden die Plastikkegel weggeschoben und ich stehe in der 1. Reihe.
Aus einer im Grunde völlig legitimen Handlungsweise, nämlich für eine Dienstleistung Bezahlung zu fordern und zu erwarten, wird dann je nach Betrachter eine verschlagene Persönlichkeitsstruktur abgeleitet.
Das anerzogene Lächeln der Thais wird zur verklärten Wahrnehmung lauter lieber Menschen gedeutet.
Der Wunsch ein Handy und Auto zu besitzen wird als Verlust ursprünglicher Liebenswürdigkeit wahrgenommen.
Herrlich auf den Punkt gebracht ...
"Du willst ein Handy und ein Auto, früher war das alles besser !"