x-pat
Senior Member
Themenstarter
Es betrifft eigentlich fast jeden, ob Expat, Langzeiturlauber, Digitalnomade, oder Länderpendler. Also gut, jeden außer Tramaico. Thailandmüdigkeit ist kurz gesagt die Idee das es bessere Orte zum Leben als Thailand gibt. Interessanterweise entwickelt sich das oft besonders ausgeprägt bei denen, die vorher Thailand als das Land sahen in dem Milch und Honig fließen.
Wie ihr wisst, war das bei mir nie er Fall. Ich bin ursprünglich für ein Geschäftsprojekt nach Thailand gekommen und es war eigentlich nicht meine Absicht dauerhaft zu bleiben. Die Geschäftsprojekt wurden jedoch immer involvierter und es hat auch nicht lange gedauert bis ich herausgefunden hatte, dass es sich hier ganz angenehm leben lässt.
So wurden aus einem Jahr zwei, aus zwei drei, und so weiter. Den ersten Anflug von Thailandmüdigkeit erlebte ich 1997 zum Zeitpunkt der Asienkrise. Mehr als die Hälfte meiner Kunden wurde schlagartig zahlungsunfähig und meine mühsam aufgebaute Firma drohte wie ein Kartenhaus zusammenzufallen. Damals gab es Momente in denen ich Thailand am liebsten den Rücken gekehrt hätte.
Ich entschied mich jedoch nicht aufzugeben, und das Geschäftsmodell in Richtung Offshore Contracting umzukrempeln. Das funktionierte. Nach einem schwierigen Jahr war die Firma von thailändischen Kunden unabhängig, was sich positiv auf Cashflow und Planbarkeit auswirkte. Seitdem befällt mich Thailandmüdigkeit in unregelmäßigen Abständen alle zwei oder drei Jahre.
Der Auslöser sind meist irgendwelche Stringenzen, die ich mit den weniger angenehmen Seiten der Landeskultur in Verbindung bringe. Zum Beispiel der Unfähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Dem folgt meist eine Periode von existentieller Reflektion unter dem Motto: "was mache ich eigentlich noch hier?". Bisher war das jedoch immer temporärer Natur. Letztendlich hat das lächelnde Gesicht Thailands immer gesiegt.
Ich stelle fest, das dies mittlerweile nicht mehr so ist. Vielleicht hat Thailand sein Lächeln verloren, oder vielleicht ist auch einfach meine Geduld am Ende. Ich sehe Thailand gesellschaftlich auf der Stelle treten und meine Toleranz für Korruption, Verwantwortungslosigkeit, und Ignoranz sind auch nach 20 Jahren nicht gewachsen. Nun habe ich Kinder im Grundschulalter und muss mir die Frage stellen: ist dies die Gesellschaft in der ich meine Kinder aufwachsen sehen möchte?
Cheers, X-pat
Wie ihr wisst, war das bei mir nie er Fall. Ich bin ursprünglich für ein Geschäftsprojekt nach Thailand gekommen und es war eigentlich nicht meine Absicht dauerhaft zu bleiben. Die Geschäftsprojekt wurden jedoch immer involvierter und es hat auch nicht lange gedauert bis ich herausgefunden hatte, dass es sich hier ganz angenehm leben lässt.
So wurden aus einem Jahr zwei, aus zwei drei, und so weiter. Den ersten Anflug von Thailandmüdigkeit erlebte ich 1997 zum Zeitpunkt der Asienkrise. Mehr als die Hälfte meiner Kunden wurde schlagartig zahlungsunfähig und meine mühsam aufgebaute Firma drohte wie ein Kartenhaus zusammenzufallen. Damals gab es Momente in denen ich Thailand am liebsten den Rücken gekehrt hätte.
Ich entschied mich jedoch nicht aufzugeben, und das Geschäftsmodell in Richtung Offshore Contracting umzukrempeln. Das funktionierte. Nach einem schwierigen Jahr war die Firma von thailändischen Kunden unabhängig, was sich positiv auf Cashflow und Planbarkeit auswirkte. Seitdem befällt mich Thailandmüdigkeit in unregelmäßigen Abständen alle zwei oder drei Jahre.
Der Auslöser sind meist irgendwelche Stringenzen, die ich mit den weniger angenehmen Seiten der Landeskultur in Verbindung bringe. Zum Beispiel der Unfähigkeit, Verantwortung zu übernehmen. Dem folgt meist eine Periode von existentieller Reflektion unter dem Motto: "was mache ich eigentlich noch hier?". Bisher war das jedoch immer temporärer Natur. Letztendlich hat das lächelnde Gesicht Thailands immer gesiegt.
Ich stelle fest, das dies mittlerweile nicht mehr so ist. Vielleicht hat Thailand sein Lächeln verloren, oder vielleicht ist auch einfach meine Geduld am Ende. Ich sehe Thailand gesellschaftlich auf der Stelle treten und meine Toleranz für Korruption, Verwantwortungslosigkeit, und Ignoranz sind auch nach 20 Jahren nicht gewachsen. Nun habe ich Kinder im Grundschulalter und muss mir die Frage stellen: ist dies die Gesellschaft in der ich meine Kinder aufwachsen sehen möchte?
Cheers, X-pat
