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halbschlau
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Nun bin ich wieder aus Thailand zurück und ärgere mich am Arbeitswillen der "jüngeren Generation".
Es scheint Standard zu sein, mit einen Hochschulabschluss abzuschliessen. Dies erscheint mir auch nicht negativ.
Nur was folgt nach dem Studium ? Normalerweise würde ich Arbeiten und praktische Erfahrung sammeln sagen, doch dies scheint in Thailand, zumindest bei "meiner Familie" nicht zuzutreffen.
Einige Beispiele:
• Hochschule abgeschlossen, die Eltern kaufen (mittels Kredit) dem Jüngling ein neues Auto für den Arbeitsweg.
Dies braucht er auf dringend da er im nahegelegenen 7/11, rund 1km entfernt, arbeitet. Er soll vorerst praktische
Erfahrung sammeln. Nach nur drei Monaten kündigt er seine Arbeitsstelle; er möchte nicht diesen Job sondern lieber was "künstlerisches mit Musik". In Tat und Wahrheit war er zu dumm die Kasse zu bedienen und hat desöfteren zuviel Geld rausgegebem. Natürlich zu
seinen Lasten. Er kann nicht rechnen, wie bekommt man so einen Hochschulabschluss ?
Fazit: Keinen Job und auf die Kosten der Eltern leben. Das nigelnagelneu Auto wird aber rege genutzt.
• Hochschule abgeschlossen, in der angrenzenden Nachbarschaft findet sich kein geeigneter Job. In Bangkok sind Jobs erhältlich, jedoch scheint der Arbeitweg von Samuth Sakhon nach Bangkok zu weit. Der Lohn stimmt auch nicht, schliesslich will man als Hochschulabgänger ohne Arbeitserfahrung ganz oben einsteigen. Einen Führungsjob nimmt man nicht an weil dies zu ungewohnt und viel zu anstrengend ist. Da findet sich doch eine Lösung: In der nächstbesten Kantine als Köchin.
• Hochschule abgebrochen. Man arbeitet nur wenn man will. Selbstverständlich darf arbeiten nicht müde machen. Schiebetüren montieren und Handys reparieren scheinen da ideal zu sein. Ein paar Monate bei diesem Arbeitgeber, dann beim Nächsten. Man lässt sich immer reichlich Zeit um eine geeignete Arbeitsstelle zu finden.
Diese "Beispiele" haben natürlich schon Kinder. Was lernen diese Kinder von ihren Eltern ?
Die Eltern dieser "Beispiele" arbeiten immer, beide Elterteile. Die haben 4-7 Jahre normale Schulbildung. Sie konnten infolge Geldmangel keine gute Schulen besuchen. Früher war arbeiten angesagt. Sie haben einen gewissen Wohlstand erreicht wie zum Beispiel ein eigenes Haus, Auto, PC etc. Dies haben sie sich durch tägliche Arbeit erwirtschaftet.
Aufgrund der meiner Meinung nach schlechten Zukunftsaussichten habe ich "zwei Arbeitsstellen" in der Landwirtschaft geschaffen.
Arbeiten ist angesagt; doch niemand will wirklich arbeiten.
Argumente:
• die Arbeit sagt nicht zu
• der Lohn ist zu niedrig
• man bekommt schmutzige Hände
• der Arbeitsweg ist zu weit
• etc, etc
Das Internet wird nur für Facebook und MP3-Download genutzt, Zeitungen für das Entfachen eines Feuers.
Stellensuche mit diesen Medien ist Fehlanzeige.
Wenn ich ihnen was sage bekomme ich immer "das habe ich nicht gelernt", "das kann ich nicht" oder "entschuldigung" zu hören.
Haben womöglich auch andere Forumsmitglieder mit solche Erfahrungen gemacht ? Nach Rückfrage in der thailändischen Nachbarschaft scheint dies ein weit verbreitetes Problem zu sein.
Gruss
Halbschlau
Es scheint Standard zu sein, mit einen Hochschulabschluss abzuschliessen. Dies erscheint mir auch nicht negativ.
Nur was folgt nach dem Studium ? Normalerweise würde ich Arbeiten und praktische Erfahrung sammeln sagen, doch dies scheint in Thailand, zumindest bei "meiner Familie" nicht zuzutreffen.
Einige Beispiele:
• Hochschule abgeschlossen, die Eltern kaufen (mittels Kredit) dem Jüngling ein neues Auto für den Arbeitsweg.
Dies braucht er auf dringend da er im nahegelegenen 7/11, rund 1km entfernt, arbeitet. Er soll vorerst praktische
Erfahrung sammeln. Nach nur drei Monaten kündigt er seine Arbeitsstelle; er möchte nicht diesen Job sondern lieber was "künstlerisches mit Musik". In Tat und Wahrheit war er zu dumm die Kasse zu bedienen und hat desöfteren zuviel Geld rausgegebem. Natürlich zu
seinen Lasten. Er kann nicht rechnen, wie bekommt man so einen Hochschulabschluss ?
Fazit: Keinen Job und auf die Kosten der Eltern leben. Das nigelnagelneu Auto wird aber rege genutzt.
• Hochschule abgeschlossen, in der angrenzenden Nachbarschaft findet sich kein geeigneter Job. In Bangkok sind Jobs erhältlich, jedoch scheint der Arbeitweg von Samuth Sakhon nach Bangkok zu weit. Der Lohn stimmt auch nicht, schliesslich will man als Hochschulabgänger ohne Arbeitserfahrung ganz oben einsteigen. Einen Führungsjob nimmt man nicht an weil dies zu ungewohnt und viel zu anstrengend ist. Da findet sich doch eine Lösung: In der nächstbesten Kantine als Köchin.
• Hochschule abgebrochen. Man arbeitet nur wenn man will. Selbstverständlich darf arbeiten nicht müde machen. Schiebetüren montieren und Handys reparieren scheinen da ideal zu sein. Ein paar Monate bei diesem Arbeitgeber, dann beim Nächsten. Man lässt sich immer reichlich Zeit um eine geeignete Arbeitsstelle zu finden.
Diese "Beispiele" haben natürlich schon Kinder. Was lernen diese Kinder von ihren Eltern ?
Die Eltern dieser "Beispiele" arbeiten immer, beide Elterteile. Die haben 4-7 Jahre normale Schulbildung. Sie konnten infolge Geldmangel keine gute Schulen besuchen. Früher war arbeiten angesagt. Sie haben einen gewissen Wohlstand erreicht wie zum Beispiel ein eigenes Haus, Auto, PC etc. Dies haben sie sich durch tägliche Arbeit erwirtschaftet.
Aufgrund der meiner Meinung nach schlechten Zukunftsaussichten habe ich "zwei Arbeitsstellen" in der Landwirtschaft geschaffen.
Arbeiten ist angesagt; doch niemand will wirklich arbeiten.
Argumente:
• die Arbeit sagt nicht zu
• der Lohn ist zu niedrig
• man bekommt schmutzige Hände
• der Arbeitsweg ist zu weit
• etc, etc
Das Internet wird nur für Facebook und MP3-Download genutzt, Zeitungen für das Entfachen eines Feuers.
Stellensuche mit diesen Medien ist Fehlanzeige.
Wenn ich ihnen was sage bekomme ich immer "das habe ich nicht gelernt", "das kann ich nicht" oder "entschuldigung" zu hören.
Haben womöglich auch andere Forumsmitglieder mit solche Erfahrungen gemacht ? Nach Rückfrage in der thailändischen Nachbarschaft scheint dies ein weit verbreitetes Problem zu sein.
Gruss
Halbschlau



