Thailand ist was Besonderes

Diskutiere Thailand ist was Besonderes im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Für einen Thread wird dies nicht reichen, aber ich will diesen Gedanken einfach mal aufschreiben. Durch meinen Vater, der Musiker ist, bin ich...
M

mrhuber

Gast
Für einen Thread wird dies nicht reichen, aber ich will diesen Gedanken einfach mal aufschreiben.
Durch meinen Vater, der Musiker ist, bin ich schon in früher Kindheit und während meiner ganzen Jugend viel rumgekommen, war mit 12 schon in irgendwelchen amerikanischen Clubs, in Varietes in Zürich, halb Deutschland dadurch bereist, in Schweden in First-Class-Hotels, wo er zum Dinner misizierte, guten ausgesuchten Jazz - immer während den Schulferien durfte ich mit ihm durch die Lande ziehen.
Auf diese Weise habe schon in jungen Jahren mehr von der übrigen Welt gesehen als viele meiner Schul-Kollegen. Und wenn ich mich erinnere, wenn ich versuche, diese frühere Zeit nachzuempfinden, fällt mir auf, daß sich wahrscheinlich dadurch eine heimatbezogene, deutsche Verankerung bei mir nicht in dem Maße eingestellt hat, als man annehmen könnte, da ich ja hier geboren bin und lebe.
Mir fällt es immer wieder in Gesprächen auf, die meisten Leute reden von europäischer Verwurzelung, kulturell, mit der Sprache, und auch die Jahreszeiten sind ihnen wichtig - ich kann es nicht anders sagen, mir hat es immer woanders besser gefallen. Nicht, daß ich hier ungern leben würde, aber so richtig abgeben tut mir unser Land nichts Besonderes.
Später dann, mit der eigenen Existenz, war und ist eines meiner Hauptziele immer das Reisen, natürlich urlaubsbeschränkt, aber was an Geld und Zeit abgezwackt werden kann, wird dafür verwendet.
So war ich in vielen europäischen Ländern, hier hauptsächlich Frankreich und Griechenland, auch öfter, so z.B. ca 17x in Frankreich, auf Kreta habe ich viele Freunde, die mir immer eine Wohnung bereithalten, Holland, Schweiz und Jugoslawien und auch noch kurz in den USA -

Nie wäre ich auf die Idee gekommen, wegen einem dieser Aufenthalte, Länder oder Erlebnisse einem Forum beizutreten.

Nun war ich letztes Jahr das erste mal in Thailand.....

Bester Gruß
Karlheinz
 
M

MrLuk

Gast
@mrhuber,

Bist also auch ein "Halbnomade"?

Nie wäre ich auf die Idee gekommen, wegen einem dieser Aufenthalte, Länder oder Erlebnisse einem Forum beizutreten.

Nun war ich letztes Jahr das erste mal in Thailand.....
Weißt du weshalb du also einem Forum über Thailand beigetreten bist, oder stellst du deine Feststellung einfach in den "Raum" damit wir sie dir beantworten, bzw. dir Anregungen geben wieso es so sein könnte?
 
K

Kali

Gast
Hallo Mr. Luk, haben wir da heute Abend so eine etwas schlitzohrige Ader ;-D

Also, ich erklär´s Dir mal: Der logische Schluss ergibt sich doch....

Nein ich lass´ es, vermutlich hatte er den letzten Satz nur nicht zu Ende geführt.
Ich tu´s mal für ihn: ...und nun sehe ich, dass ja alles auch in den Foren steht. Da brauche ich ja gar nicht mehr hin zu fahren, kann mir alles in Ruhe zu Hause durchlesen und so.. :rofl:
 
M

mrhuber

Gast
@MrLuk,

mir ist das gestern einfach eingefallen, dann dachte ich kurz drüber nach und will es hier nur als für mich erstaunliche Feststellung sehen.
Vielleicht entwickelt sich ja ein kleines "Gespräch" daraus in der interessierten Runde, nicht über mich, vielleicht erging es ja so manchem hier ähnlich.

Anscheinend fühlte ich mich noch nie so >hingezogen< zu einem Land, welches mich mehr interessiert als die bisherigen.

Land, Leute, Kultur und auch die schönen "Begleiterscheinungen" - und, mich hat noch nie eine "Religion" angesprochen, das ist hier auch das erste mal.

Bester Gruß
Karlheinz
 
M

mrhuber

Gast
@Kali

die schlitzohrige Ader stelle ich eher bei Dir fest... :lol:

Bester Gruß
Karlheinz
 
J

Jakraphong

Gast
Wenn man das alles so liest, könnte man meinen Thailand sei der Nabel der Welt. Thailand hat die schönsten Strände der Welt, Thailand hat die schönsten Frauen der Welt, Thailand hat die schönsten Tempel der Welt, Thailand hat das beste Essen der Welt, Thailand hat die meissten Flöhe der, ne passt nicht. :rofl:
Hat jemand von euch schon mal eine Reise durch den Thüringer Wald gemacht oder eine Wanderung im Wattmeer, die Insel Rügen besucht oder das Borussiastadion in Gladbach? - nee siehste, da kann es nämlich auch schön sein, und so warm wie in Thailand ist es auch nicht.

schönes Wochendene wünscht
Jakraphong
 
M

MrLuk

Gast
@Kali,

ICH und Schlitzohrig????????
Also, wie kommst du denn nun darauf? ;-D
Ist OK, ich nehme das als Kompliment...

@mrhuber,
Ich wollte deinem Thread (wie du selbst gesagt hast- es reicht nicht ganz) einen klein Schubser geben, war eigentlich "nett" gemeint ;-D
Ich verstehe schon was du meinst, und ich verstehe auch den Hauch von Mystik in deiner Metapher ;-)

@Jak&all,
Ich kannte mal einen Schweizer namens Philibert, der hat mir die Geschichte erzählt als er damals in den 70gern nach Nepal geflogen ist.

-Ich war ja total enttäuscht, alles war genau wie in meinem Heimatdorf, - die Berge, der Schnee, die Hütten, die Nadelbäume, die Flora und Fauna die ganze verdammte Landschaft, einfach alles, sogar der Shit hat geschmeckt wie zuhause.

In Amazing Thailand...kann einem das wohl nicht passieren...

Was ich allerdings dringend anfügen wollte: von den Menschen wird man in jedem Land dann enttäuscht sein, wenn man sich erwartet daß sie anders als zuhause sind. In ihrem tiefen Innern meine ich natürlich.
Herman Hesse hat einmal gesagt: ich bin noch nie einem Geist begegnet, aber ich bezweifele daß sie interessanter als Menschen sind...
 
Jinjok

Jinjok

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Dortmund
Hallo MrHuber
Reisen ist ein schönes Thema. Es ist so voller Gleichnisse. Meine Kindheit war wohl so ziemlich entgegengesetzt von Deiner. Für mich waren die Ferien in einem Ferienlager lange Zeit das Größte. Dort waren wir so um die 100 Kinder aus der Firma, in der meine Eltern arbeiteten. Das Ferienlager lag inmitten des Thüriger Waldes auf einem berg umgeben von dichten Fichtenhochwald, unweit wo Altmeister Goethe nahe Ilmenau im Wald ein paar Mal eingekehrt war. 14 Tage waren wir zusammen mit anderen Kindern im Wald unterwegs und hatten Spaß von morgens bis abends. Wir waren nur 30 km von meiner Heimatstadt entfernt, aber jeden Sommer war es für uns die große Reise.

Mit meinen Eltern waren wir auch noch jedes Jahr irgendwo in der Republik im Urlaub. Im Thüringer Wald, im Harz in der Mark Brandenburg, an der Ostsee auf Zingst und auf Rügen. Als ich 7 Jahre alt war, nahm mich meine Oma mit in eine kleines Dorf nahe Prag um mir ihre alte Heimat zu zeigen, aus der sie 1945 vertrieben wurde und nicht mehr zurückkommen durfte außer als Tourist. Sie zeigte mir das Haus, in dem heute andere Menschen wohnen. Mit 10 fuhr ich ganz allein mit dem Zug zu meiner Tante nach Buch bei Berlin - sowas hatte damals noch keiner aus meiner Klasse gemacht. Fasziniert war ich von der großen Mauer, die man von der S-Bahn gelegentlich ein Stückchen sehen konnte. Dahinter war die große unerreichbare Welt.

Mit 12 Jahren bekamen meine Eltern eine Reise nach Ungarn an den Balaton. Wir flogen mit der Interflug von Erfurt nach Budapest und von da gings mit dem Zug weiter. Es war aufregend in einem anderen Land zu sein, keiner verstand unsere Sprache alles war so fremdländisch. Wir bekamen die selbe Reise noch einmal 2 Jahre später. Dennoch freute ich mich auch in den anderen Jahren, wenn ich im Sommer nach Schwerin, an die ostsee oder der Lausitz fahren konnte. Ausland oder Inland, reisen ist etwas schönes wenn man wieder in die Heimat kommen kann.

Nie wäre ich auf die Idee gekommen, die unnatürliche Grenze meines Freiraumes in Frage zu stellen. Ich bin halt in diese Welt hineingewachsen. Ich weiß noch wie heute, als ich mit 27 Jahren 1990 zum ersten mal in "richtiges Ausland" gefahren bin. Die Tante meines Vaters in Frankfurt am Main zu besuchen. Sie wohnte zu Füßen des Deutsche Bank Turmes und brachte mich zu Karstadt auf der Zeil und wir aßen bei Pizza Hut.

Dort habe ich mich mir meinen 100 DM Begrüßungsgeld wie ein Bettler gefühlt. Geld welches mir von einem fremden Staat geschenkt wurde, damit ich mir was kaufen kann. Zur Währungsunion 6 Monate später hatte ich von meinen ersten 100 DM immer noch 92,35 DM. Von der Fahrt aus Frankfurt kam ich desillusioniert wieder heim. Keine meiner Reisen vorher hat mich je so unzufrieden gemacht.

Ein knappes halbes Jahr konnte sich unsere Firma mit Kurzarbeit noch über Wasser halten, dann wurde ich nach Dortmund "abgeworben". Einen Monat vor der offiziellen Wiedervereinigung habe ich meine persönliche Vereinigung vollzogen, mit einem mir fremden Land.

Dieses Jahr lebe ich jetzt im vierzehnten Jahr in einem mir nicht mehr fremden Land, was aber nie meine Heimat bzw. Vaterland ersetzen wird. Im Gegensatz zu einem der nach Thailand ausgewandert ist, könnte ich nie dorthin zurückkehren, weil es nicht mehr existiert. Nun diese buddhistische Wahrheit, das alles vergänglich ist und Anhaftung nur Leiden ist, weiß ich heute zu schätzen.

Ich bin froh nach Thailand reisen zu können, aber genauso gerne kehre ich wieder in meine Wohnung nach Dortmund zurück. Meine Wohnung in meiner Stadt ist meine Heimat geworden. Aber nur weil ich keine richtige Heimat mehr habe. Wer also seinem Vaterland den Rücken kehren will soll es sich gut überlegen. Es kann sein, daß er es nicht mehr vorfindet, falls er nach Jahrzehnten nach "Hause" kommen will.
Jinjok
 
J

Jakraphong

Gast
Jinjok schrieb:
Ich bin froh nach Thailand reisen zu können, aber genauso gerne kehre ich wieder in meine Wohnung nach Dortmund zurück. Meine Wohnung in meiner Stadt ist meine Heimat geworden. Aber nur weil ich keine richtige Heimat mehr habe. Wer also seinem Vaterland den Rücken kehren will soll es sich gut überlegen. Es kann sein, daß er es nicht mehr vorfindet, falls er nach Jahrzehnten nach "Hause" kommen will. :super:
Jinjok
Gefällt mir sehr dein Statement, wenn ich mir diese Bemerkung als Spaßvogel dieses Forums erlauben darf!

Jakraphong
 
M

mrhuber

Gast
@Jinjok,

gegensätzlicher könnte unsere Kindheits-Geschichte gar nicht sein, und beide sind wir in "Deutschland" aufgewachsen.
Eine offene und für mich interessante Geschichte, und ich freue mich, daß Du dies hier erzählst. Da wundert es mich nicht, daß wir beide zwei sehr unterschiedliche Ansätze bei dem Empfinden des Begriffs Heimat haben.
Für mich war damals die frühere DDR ebenfalls in gewissem Sinne Ausland, ich hatte keine Verwandten dort, und jedesmal, wenn ich Menschen von >drüben kennengelernt habe, war ich äußerst interessiert an Gesprächen über ihre Heimat.

@Jakraphong,

Dir sei gesagt, daß ich Thailand keineswegs als Nabel der Welt bezeichne, der aufmerksame Leser wird meine Beweggründe für meinen Eingangsgedanken schon richtig verstanden haben, und außerdem war ich auch im Thüringer Wald, kenne das Wattmeer und Rügen habe ich mit Sylt vertauscht. Und das Olympiastadion in München ersetzt für mich manchmal das von Dir genannte. :lol:

@Kali, ich hab Dich schon verstanden und Hesse gehörte auch zu meiner bevorzugten Lektüre.

Bester Gruß
Karlheinz
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Hallo KarlHeinz!

Du sprichst mir aus der Seele !

Auch ich bin nicht in Europa/Deutschland verwurzelt und liebe dass Reisen.
Leider hatte ich nicht so einen tollen Vater ,der mich fuer das Reisen begeistert hat ,aber wie ich von Ihm gehoert habe ,
war mein Grossvater auch wie ich .
Der fuhr mit Fahrrad ,an einem Laster haengend quer durch Deutschland.

Meine erste grosse Fahrt war die mit dem Interrail-Ticket quer durch Europa.
Da habe ich dann in einem Monat ganz Europa entdeckt.

Wie ich auf das Forum kam ?

Hatte mich etwas zuviel unter Thais zurueckgezogen und mir fehlte der Gespraechspartner.
Mit einem Thai kann man diese Diskusionen nicht fuehren ,wie hier im Forum ( ich meine aber nicht die Thais ,die in Deutschland leben ,nicht war Jinjok ,die haben sich schon dem deutschen Rythmus angepasst.)

Eines muss ich feststellen ,viele Thaitouristen sind Snopptouristen ,die sich Blumenkohl durch Floerop schicken lassen wuerden.
Die sind nicht mein Fall und darum meide ich den Kontakt zu vielen dieser Besserwisser.

In Kambotscha ist das ganz anders .
Kambotscha und Laos sind schwer und gefaehrlich zu bereisende Laender und die Reisenden ,die man dort trifft sind fast alle ok.

Vietnam ist dann wieder wie Thailand und man wird als Gruftie ,besonders von aroganten ,deutschen Jugendlichen gerne ausgegrenzt. :zorn:

Ich bleibe dem Reisen treu und wenn dann noch etwas Gefahr dabei ist ,dann fuehle ich mich wohl ,
denn sterben kann man auch in Deutschland ,
wenn einem ein Ziegelstein auf den Kopf faellt.

So ,dass war es erst einmal ,danke dir ,Karlheinz fuer das angebotene ,interessante Thema.
Wenn jeder Member ehrlich dazu seine Meinung sagt ,
koennte das ein Super-Thread werden.

Gruss

Otto

der hier bestimmt nicht verallgemeinern will.
 
J

Jakraphong

Gast
Guten Morgen Karl-Heinz,
Das war keinesfalls als persönliche Kritik an deiner Person zu verstehen oder an deiner Einstellung zu diesem wunderschönen Land.

Es sollte nur als allgemeiner Thraedhopper herhalten. ;-)

In diesem Sinne, Gruß aus einem heißen Zimmer
Jakraphong
 
G

garni

Gast
Ja Jinjok, kann mich gut in dein Posting hineindenken. Ilmenau,Manebach,Kickelhahn und Goethehäusschen...
Der Große Unterschied ist halt,1983 mit nur 25 Jahren war Ich aus der DDR geflohen. Ich war selbständig,mit Haus und Restaurant,mit Wolga und Skoda als Zweitwagen. Geld ohne Ende, genau wie heute. Nur Reisen war schwierig, Ich war in jedem Ostblockland, aber nach Kuba durfte ich nicht. Bis jetzt war ich in über 70 Staaten der Welt, nächsten Monat geht es nach Kenia, vor 2 Wochen aus Pattaya wiedergekommen. Thailand ist meine zweite Heimat,in wenigen Jahren werde ich dort für immer sein. Ich habe 2 Schwestern geheiratet, war schon 12(leider)mal verheiratet. Wir leben glücklich zu dritt. In 2 Jahren kommt noch eine Schwester zu mir,sie ist erst 17 Jahre alt. Bis dahin muß Ich wieder von meiner jetzigen Frau geschieden sein.
Klingt alles chaotisch, aber ich liebe genau so ein leben.
Gruß Matthias
 
Micha

Micha

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Jinjok schrieb:
Dieses Jahr lebe ich jetzt im vierzehnten Jahr in einem mir nicht mehr fremden Land, was aber nie meine Heimat bzw. Vaterland ersetzen wird. Im Gegensatz zu einem der nach Thailand ausgewandert ist, könnte ich nie dorthin zurückkehren, weil es nicht mehr existiert.
Eine tief traurige Aussage.

Wenn man bedenkt, dass in dieser „nicht mehr vorhanden Heimat“ (fast) dieselbe Sprache gesprochen wird, die Menschen (zumindest die ich kennen gelernt habe) sich in ihrem Denken und Streben nach Glück nicht wesentlich von andern Bevölkerungsteilen in Deutschland unterscheiden, bleibt wirklich die Frage, wie wird Heimat definiert ?

Ist es nicht so, dass die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland Ost und West im Hinblick auf andere Staaten verschwindend gering sind ?

Wird das Heimatgefühl offenbar doch auch von der jeweiligen Politik maßgeblich beeinflusst ?

Fragen, die wohl jetzt und hier nicht beantwortet oder geklärt werden können - aber mit der Zeit werde ich vielleicht für mich selbst Erklärungen finden. Jedenfalls werde ich künftige Gelegenheiten zum Fragen nutzen und mich mit diesem Thema befassen.
 
P

PETSCH

Gast
@garni
Mensch, ist das ne Lebensgeschichte. So richtig von 0,5 auf 100!

Aus Deinem posting entstehen Fragen:
.......Du hast 2 Schwestern geheiratet.
Und Ihr lebt zu dritt. Also Ehemann garni und seine 2 Frauen.
Wie ist das prozedere mit dem Heiraten etc. vonstatten gegangen?

Nur mal so aus Interesse :nixweiss:

Und wie gehts dann mit der 17jährigen weiter?
Bzw.mit den vorherigen 2 Frauen.............
Auch nur mal so aus Interesse :nixweiss:
 
J

Jakraphong

Gast
Manchmal glaube ich, ich bin in einem Film, nicht in einem Forum. :hilfe:

Gruß Jakraphong
 
M

mrhuber

Gast
@Jakrphong,

hab ich auch nicht als persönliche Kritik verstanden, klar hast Du damit genauso recht. Ich war eben noch nie besonders glücklich darüber, hier zu leben. Aber auch nie besonders unglücklich. Da bin ich noch nicht konsequent oder mutig genug, und wenn ich den Realisten in mir frage, dann fehlen auch die Mittel. Und der kämpft hin und wieder mit dem Träumer.

@Otto,

mich hats eben nie weggerissen hier, aus Eigeninitiative habe ich mich vielleicht nicht getraut, irgendwie hab ichs nie so richtig angegriffen.
So beschränke ich mich auf die Urlaubszeit. Aber die Zukunft hat mich schon öfter überrascht.
Und gerade, weil Du immer wieder so offen über Deine Situation schreibst, erfahre ich hier viel über das Für und Wider, über die Schwierigkeiten und über die unvergleichlichen Momente, die Du als "Auswanderer" erlebst.

Besten Gruß
Karlheinz
 
Jinjok

Jinjok

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Hallo Micha
Sicher eines der am meisten verbreiteten Irrtümer über das Leben früher, ist der Fokus auf das Politische. Gerade weil aus den Medien (inklusive der in der Landschaft aufgehängten Losungen) ständig politische Botschaften auf uns einhämmerten, lebten die meisten die ich kenne relativ apolitisch. Die meisten hielten sich raus, zogen sich ins Private zurück. Dieser Rückzug führte aber in eine andere Lebensweise, in der Kleinigkeiten enorm viel bedeuten konnten. Ohne Multimedia aber mit gleichgeschalteten Medien hatten Bücher und Mitmenschen einen ganz anderen Stellenwert als heute. Der gravierenste Unterschied zu heute, die Kollegen waren auch meistens die Freizeit-Freunde.

Heimat ist für mich nicht am politischen System festgemacht und ich trauere bestimmt nicht diesem System hinterher. Wohl eher dem "sozialen System". Der Art wie die Menschen privat untereinander umgingen. Aber nach fast anderthalb Jahrzehnten ist keine Trauer mehr da. Das Trauma der Selbstauflösung ist längt überwunden. ;-)

Die anglophilen sagen passend "Home is where house ist" und entsprechend denke ich heute, ein Mensch kann sich überall auf der Welt zu Hause fühlen, wenn seine engste Umgebenung stimmt. Hier kommt ein anderer Thread in den Fokus: Haus/Codominion in Thailand bauen/kaufen oder doch nur mieten? Wenn dieser Ort zur Heimat aufgewertet wird, dann müßte für mich schon eine gewisse Sicherheit dran geknüpft sein.

Um aber meine Intention mich an diesen Thread zu beteiligen noch mal auf den Punkt zu bringen: Auch nach 14 Jahren des Reisens so weit der Geldbeutel trägt (im Gegensatz soweit der Reisepaß reicht), ist es noch etwas ganz besonderes für mich geblieben. Wenn ich in Thailand bin, habe ich im Unterbewußtsein immer noch gelegentlich das Gefühl in einem verbotenen Land zu sein, etwas zu tun was eigentlich nicht erlaubt ist und morgen schon vorbei sein könnte. Dann genieße ich den Augenblick tief in mir drinnen und keiner weiß warum ich mich so glücklich fühle.
Jinjok
 
Jinjok

Jinjok

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@ MrHuber
Nun glaube ich nicht, daß wir beide in Deutschland aufgewachsen sind. :lol: Sicher haben wir die gleichen historischen Wurzeln gehabt, aber die kulturelle Ausrichtung nach Osten und die Abschottung nach Westen ist nicht spurlos an uns vorüber gegangen. Bedenke wie unterschiedlich doch Westfalen und Rheinländer von ihrem Wesen sind oder Schwaben und Niedersachsen nicht zu reden von Franken und Bayern. :lol: So ist der Unterschied zwischen Sachsen und Pfälzern auch nicht unbedingt eines der größten Rätsel des letzten Jahrhunderts. ;-D

@ Garni
Ich denke mit Deinem Lebensstil stehst Du sowohl in der heutigen wie damaligen Gesellschaft ein gutes Stück abseits des Mittelfeldes. Nicht nur daher sind aber unsere Wertevorstellungen im Leben offensichtlich grundverschieden.

@ Otto-Nongkhai
Eine komplette Anpassung bis zur Identitätsaufgabe wirst Du bei thailandischen Expats in Europa kaum finden. Aber immerhin eröffnet das Aufenthalt im Ausland bekanntlich den meisten Menschen völlig neue Einblicke und auch Rückblicke auf seine eigene Heimat. Das wirst Du auch in Thailand feststellen, wenn Du Dich mit Thais unterhältst die eine gewisse Zeit im Ausland gelebt haben.
@ Jakraphong
Interessant wäre für mich gewesen, warum Dir dieses Statement gefallen hat.
Jinjok
 
Micha

Micha

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Hallo Jinjok,

danke für die interessanten Hinweise.

Hm, soziales System, werde gleich mal morgen einige Leute ausfragen.

Lange bevor die Mauer viel, war mir aufgefallen, dass die Geburtenrate in der „ach so schlechten DDR“ sehr viel besser aussah als im Westen.

Schon damals hatte ich die Vermutung, dass hinter all der Hetze unserer Volksverblödungs-Medien es „dort“ irgend etwas geben musste, was sehr viel anders, wenn nicht besser wäre als hier.

Eine höhere Geburtenrate nur mit überlegener Familienpolitik zu erklären, halte ich für ausgemachten Unsinn. Gerne werden da die politischen Möglichkeiten überschätzt.
„Soziales System“ scheint da ein treffenderer Hinweis. Werde bald mehr darüber wissen.
 
Thema:

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