"Thailand history" ?

Diskutiere "Thailand history" ? im Literarisches Forum im Bereich Thailand Forum; Hallo zusammen, nicht zuletzt durch den schoenen Ast "Gutes Hotel naehe deutscher Botschaft?" kommt mal wieder eine Frage in mir hoch. Der Teil...
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hello_farang

Gast
Hallo zusammen,
nicht zuletzt durch den schoenen Ast "Gutes Hotel naehe deutscher Botschaft?" kommt mal wieder eine Frage in mir hoch. Der Teil, wo es um das Malaysia und die Gegend dort geht, hat ja einen tollen schriftlichen Einblick in laengst vergangene Tage in Bangkok eroeffnet.

An anderen Stellen wurde von einigen geaeussert, das sie schon seit 20 +x Jahren Thailand bereisen. Das frueher alles anders aussah, die Strassen noch Sandpisten waren, die Haeuser kleiner waren, die Busfahrten dank Ueberfaellen gefaehrlicher, usw...

Mich wuerde nun mal interessieren, ob die aelteren Reisenden unter Euch evt. aus der Zeit noch Bilder haben? Und/oder weitere Geschichten a la ´Malaysia´?! Hier und da findet man ja in der Matrix einige Berichte und Bilder, aber vielleicht liesse sich ja auch im lierarischen Teil des Nitty eine Art "Thailand history" aufbauen.

Meine damit nicht unbedingt Bilder von Bambus-rauchenden Langhaarigen (obwohl das ja mittlerweile verjaehrt sein duerfte), sondern z.B. Visualisierungen von der "guten alten KSR", oder dem Trampelpfad zwischen Ban Lamai und Ban Chaweng, gar Bilder als der golden mount in BKK noch die hoechste Erhebung war etc...

Ich war (leider) erst 1999 das erste Mal in Thailand, daher kann ich dazu nichts beitragen. Allerdings wuerde mich so ein "Damals - Heute" Vergleich sehr interessieren.

...mal so als Frage in den Raum gestellt.

Chock dii, hello_farang
 
Samuianer

Samuianer

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Chaweng - Ko Samui
"...Bilder aus vergangenen Zeiten.." liegen noch in irgendeiner Kiste verpackt in meiner alten Heimat.

Die vielen Bilder, so bekomme ich Heute manchmal den Eindruck, haben sich ueber die Jahre zu einem ganzen Videoband zusammen geschnitten.

Und somit ist ein Erfahrungs-und Erinnerungspool entstanden der sich nicht ohne weiteres in ein paar Saetzen niederlegen laesst.

Es schoen in der Vergangenheit zu schwelgen, hat doch allein das "Bargeld" Gegenwart wert. Ich werde das Gefuehl nicht los das dieses auch viele unnoetige negative Schluesse nach sich zieht. Sandpisten hoeren sich erstmal viel romantischer an - aber fuer die, die damals damit leben mussten war es oft nicht so einfach - z.B. ihre Kokosnuesse
von Lamai nach Nathon zum verschiffen zu bringen.

Andersherum sagte Ajhan Po vom Suan Mohk - der gebuertiger Samuianer ist - eines Tages mit einem leichten Grinsen im Gesicht:"Als es damals noch keine Strasse von Chaweng nach Lamai gab - gab es auch noch keine nackten Farangs...! Es hat zwar den halben Tag gedauert, aber es war wunderschoen!"

So ist alles der Veraenderung, dem ewigen Wandel unterworfen, in 20 Jahren wird Mensch mit einer gewissen Romantik auf das Thailand der heutigen Tage zurueckwerfen - nur weil es eben Erinnerungen sind die eine gewisse Nostalgie ausloesen.

Dann lauert da noch die "Falle" das "Damals" vieles besser war...es war nicht besser es war nur anders! Im Bezug auf die Soi Ngam Dupli/Bumphen Gegend war es wildromantisch bis chaotisch. Das Gaeste in den Guesthaeusern beklaut, uebervorteilt und beschissen wurden gehoerte an die Tagesordnung, das hier mal eine/r durch Ueberdosis tot vornueber auf den Tisch fiel kam auch vor - aber in den Jahren war die Szene in Amsterdam, Paris und Muenchen auch ganz anders.

Wie in dem anderen ´Ast´ schon erwaehnt, gab es auch viel mehr kaputte Abhaengige, Lebenskuenstler die sich so durch schnorrten, oder der Botschaft auf der Tasche lagen (damals ging das noch), viel mehr ´Schleimbeutel´ die auf ein potenzielles - unerfahrenes ´Opfer´ warteten - ja es gab auch das gegenteilige - "Tuli" .zB. aus Chiang Rai´s Bergegenden, der immer ´ne tolle Story drauf hatte und noch besser war sein "Dreamweaver" Material oder Nung, Noi, Nueng, Da, Bo, Saam, aus allen Bereichen der Windrose des nordoestlichen Thailands, sie alle hatten lange Geschichten zu erzaehlen - damals reichten oft nur ein paar Mehkong oder 2-3 Bier, was zu essen stand eh´ meist auf den Tischen rum - da war die Auswahl auch noc nicht ganz so gross und die potenziellen ehewilligen bei weitem noch nicht so dick geseat wie dieser Tage.

Viele wussten, wenn z.B. Samui erwaehnt wurde garnicht was, wo das ist...;-D

So hatte und hat, wie gesagt, jede Ecke in dieser Welt seine ureigene "Story", schau mal in den Bangkok Post Archiven ob sich da noch was von dem Kolummnisten ´Night Owl´ - Bernhard Trink findet. Der kannte sich auf der Szene, von Bangkok bis Pattaya, aus wie kein Anderer!

Da gab es die Soi Cowboy, dann das Nana, die Sukhumvit, die Patpong, die Gegend um Hua Lampong - ist ALLES heute auch nicht mehr das was es mal war... wie auch?

Nur so ein paar Gedanken zur Sache.... :cool:
 
rainers

rainers

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Ger many
Das nennt man Mythenbildung...
So ähnlich entstanden früher,als alles besser war :-), Sagen.
 
H

hello_farang

Gast
Zur Not nennen wir den Ast "Mythenbildung" -oder "Sagen".
Mai pen arai... ;-D

Woher es kam, wohin es (evt.) geht, das interessiert mich.
In diesem konkretem Fall: Wie war es denn so - damals...?! :cool:

Chock dii, hello_farang
 
Samuianer

Samuianer

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Chaweng - Ko Samui
hello_farang" schrieb:
Wie war es denn so - damals...?!
Das Erste was mir dazu einfaellt es war alles ein wenig schwieriger*, schmuddliger und zugleich hatte eben das Schmuddlige irgendwie auch etwas uriges.

*(reisen, Tickets ergattern, Unterkuenfte, Informationen, abgelegene Orte aufsuchen)

Wenn ich mich z.B. an den Verkehr in BKK erinnere - wenn die Karawane sich an den Ampeln wieder in Gang setzte dann war erstmal NICHTS mehr zu sehen und Mensch haette eigentlich ein Atemschutzgeraet gebraucht. Eine riesige schwarze Wolke hing dann Minutenlang ueber der Kreuzung, bis zur naechsten Gruenphase.

Vorne weg die Mototerraeder fast alles Zweitakter, alle VOLLGAS das es nur so aus den Auspueffen heraus blaeute. Die Busse und LKW's bliesen riesige schwarze Wolken von Russpartikelchen in die Luft, haufig konnte man Menschen beobachten die sich, wenn sie keine Staubmaske trugen, ein Taschentuch vor Mund und Nase hielten. Die Tuk Tuk's machten einen ohrenbetaeubenden Laerm und immer VOLLGAS! Ich hatte oft den Eindruck das sie alle Kamikazeflieger im Ruhestand waren.

Vielerorten machten sich in den Bars und Restaurants im halbdunkel Kakerlaken zu schaffen, nicht selten waren auch IN den Bars Mosiquitos unter den Tischen zu Gange. Weil draussen tausende von Laempchen und Noenroehren versuchten den potenziellen Gast in ein schrill, grelles Paradies zu verlocken - alles blinkte, glitzerte und versuchte Unerwartetes-Unerfahrenes zu versprechen.

Samui z.B. war genau das Gegenteil, es gab, wenn ueberhaupt, nur wenige Stunden Elektrizitaet, an manchen Orten war diese "Neuerung" noch garnicht eingetroffen. Dinner bei Kerzenlicht und auch die Lektuere musste entweder bis zum Morgen verlegt, oder ebenfalls bei Kerzenlicht vollzogen werden.

Es gab kaum Verkehr, die Strassen waren gerade mal halb so breit wie diese es Heute sind. Chaweng war so wie der Mae Nam Strand noch Heute ist. Es gab fast ausschliesslich 'A-Huetten' als Unterkunft, wenn diese nah genug am Strand waren hielten sich auch die Mosquitos zurueck. Dann konnte aber bei Sturm oder schlechtem Wetter es auch unangenehm feucht in den Huetten werden. Dafuer waren sie spottbillig, so um die 50 baht - das waren damals so 3-4DM ! Es gab keine "Noise-Pollution", keine Baesse die bis in die fruehen Morgenstunden das Zwerchfell vibrieren liessen, aeusserst selten hoerte Mensch das Heute haeufige "Hello, my darling!" beim Rundgang durch die Nacht.

Ein Bootsfahrt mit einem Longtailboot und bis zu elf Personen kostete schalffe 500.- Baht mit Verkoestigung durch den eigenen Fang, eigene Getraenke waren besonders vom Bootsmann willkommen, der trank immer fleissig mit. Dan wurden irgendwann die Garnelen aus der Reuse geholt, von einemorbeifahrendem Bekannten einige Fische erbeten. Das Ganze an einer abgelegenen Bucht mit Kokosblaettern und Nussschalen gegrillt...

:super:

Alle waren irgendwie relaxter und laid back...die Hatz nach dem Geld hatte noch nicht begonnen - ja ich hatte den Eindruck das Viele damals noch gar keinen richtigen Bezug zu Geld hatten - sie hatten ja ALLES andere was zum leben wichtig war....
 
derregulator

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@Samuianer,
so ganz ursprünglich habe ich Samui leider nicht mehr kennengelernt, bin November 1989 das erste Mal per Zug/Bus von BKK nach Lamai gekommen. Alleine die Fahrt von Nathon mit dem Pickup nach Lamai, das war ein Erlebnis. Da gab´s schon das Flamingo, die Ringstraße um die Insel war fertig, aber sämtliche andere Straßen waren dirt tracks. Gewohnt habe ich im alten Golden Sands, gemütlicher als heute war es alle Male, keine Anmache durch girls, gutes Essen gab´s im Starry Hut :super: und gesoffen :lol: haben wir in der Why Not Bar. Die Fishingtouren, die du beschrieben hast, haben wir damals auch gemacht und machen sie auch noch heute mit Alan vom Red Fox Too.
Chaweng war damals schon anders als Lamai, es hat mich nie gereizt. Das einzig lohnende war hin und wieder mal ein Besuch im Reggae Pub zu später Stunde, sonst haben dich die Mosquitos aufgefressen.
Interessanter war damals schon Choeng Morn Beach, einige schöne Restaurants direkt an der Beach, die Boote lagen damals schon im Dschungel, war allerdings schwierig hinzukommen, ging nur mit Boot oder Allrad. Tong Sai Bay nicht zu vergessen.
Big Buddha damals und heute, mein Gott, was ist das für ein Unterschied.
Trotz aller Veränderungen ist die Insel für mich fast ein zweites Zuhause, nirgendwo kann ich mich so entspannen und erholen als dort. Und das will schon was heißen.
 
blackky

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verlaufen in BKK... 1985:

Mein Kollege und ich gingen BKK zu Fuss erkunden. Irgendwann gegen Sonnenuntergang hatten wir keine Ahnung mehr, wo wir waren. Nicht schlimm - wir gingen einfach zum nächsten grösseren Hotel, das wir sahen. Dort warteten einige Taxi-Fahrer. Wir hin, und gefragt, wo wir ungefähr sind, und in welche Richtung unser Guest-House liegt. Der Taxi-Fahrer wollte nichts erklären - überredete uns, in sein Taxi einzusteigen, dann fuhr er uns (mit Umweg via eine Bar irgendwo in BKK) mit seiner Limousine zu unserem Guest House - einfach so... Bezahlung wollte er auch keine.
Am nächsten Abend beschlossen wir, ihn in ein Restaurant zum essen einzuladen - einfach so, weil er ein flotter Typ war, weil er uns gratis gefahren war. Er war erfreut, uns wiederzusehen - begriff allerdings das mit Essen gehen nicht - wohl eine komische Idee von diesen Ausländern... - und machte mit uns ein Sight-Seeing, wieder via Bar - und setzte uns wieder zu Hause ab.

super-netter Typ; schade, konnten wir uns nicht verständigen - er konnte kein Englisch und wir kein Thai.

Was mir in BKK letztes Jahr aufgefallen ist: Die Leute sprechen heute viel, viel besser Englisch als vor 20 Jahren.
 
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