Auf der anderen Seite frage ich mich, wie Mönche, die ich (möglicherweise fälschlich, ich lasse mich da gern belehren) eher zur intellektuellen Schicht zähle und dementsprechend Durchblick zutraue, sich zu dieser "Blutspendeaktion" hinreißen lassen konnten.
Nun, als ex-Mönch freue ich mich, zu Deinem Post Stellung zu nehmen:
Es stimmt schon, dass Mönche den "Durchblick" HÄTTEN.
Ich denke, Du gehst bei Deinen Gedanken vom Verhalten katholischer Geistlicher im ehemaligen Ostblock aus - in buddhistischen Ländern wird so etwas nicht vorkommen, weil die Lehre so etwas nicht vorsieht.
Es ist auch ein Irrglauben, zu meinen, dass Mönche Intellektuelle seien - sie sind es nicht.
Der Fokus der Gedanken eines Mönches liegt nicht bei der Politik. Der Mönch hat sich beim Eintritt ins Wat von allen weltlichen Dingen entsagt - die Welt "da draussen" hat uns damals nicht interessiert.
Ich habe während meiner Mönchzeit meinen Abt zu allem Möglichen befragt, u.a. auch zur Rolle von "Redshirt- Mönchen" während der Demos in bkk.
Frage: "Haben Mönche, welche an den Rothemden- Demonstrationen teilgenommen haben, den Verhaltenskodex verletzt ?"
Antwort: "Ja, haben sie. Die hatten dort nix zu suchen".