Thailand - Eine Wiege der Zivilisation

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HPollmeier

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Hallo zusammen,

wer sich waehrend der Feiertage mit Thailands Vergangenheit beschaeftigen moechte, hat hier ein ergiebiges Thema:


Thailand - Eine Wiege der Zivilisation
Von Heinz & Rainer Pollmeier
© Fotos Pollmeier


Übersichtskarten:


Im Juli 1966 sammelte der Soziologiestudent Stephen Young auf dem Khorat Plateau in Ban Chiang Material für seine Doktorarbeit über die Verwaltungsformen in einem thailändischen Dorf. Durch Zufall fand er bei Straßenbauarbeiten Scherben und verzierte Tongefäße. Der "delightful Farang" - er sprach Thai und achtete die Gebräuche der Dorfbewohner - ahnte nicht, daß er eine Sensation entfachte, die Prähistoriker ketzerisch und die Thais stolz machte: Siam, eine Wiege der Zivilisation.





Die Prinzessin rettet den Schatz

Der Diplomatensprößling Stephen Young nutzte seine gesellschaftlichen Beziehungen zum Königshaus und brachte der Prinzessin Panthip Chumphot einige Fundstücke. Sie reichte sie an den Kurator des Nationalmuseums weiter, der sie seiner amerikanischen Beraterin Elizabeth Lyons übergab. Die Keramiken verstaubten im Magazin des Nationalmuseums.


Die Geschichte wäre beendet, wenn nicht ein Jahr später die rührige, stets um Thailands Kultur bemühte Prinzessin in Ban Chiang von den Dorfbewohnern alle Kostbarkeiten aufgekauft hätte. Aber völlig unbeabsichtigt trat sie eine Lawine los. Die Plünderung der Etruskergräber durch die Mafia ist dagegen eine brave Gute-Nacht-Geschichte.


Eine Totenstadt wird ausgeraubt
Spekulanten und Antiquitätenhändler, Kaufleute, Diplomaten und Touristen strömten in das Dorf und luchsten den Einwohnern zu Spottpreisen die Schätze ab. Ban Chiang glich einer Kraterlandschaft und wurde buchstäblich auf den Kopf gestellt. Auch die Nachbardörfer - archäologisch bezeugen sie die gleiche Stufe der Entwicklung wie Ban Chiang, das lediglich an Material reicher war - buddelten fleißig und brachten die Funde nach Ban Chiang auf den dort florierenden Markt. Als schließlich das Fine-Art-Department genauso unsachgemäß und stümperhaft wie die Dorfbewohner das Erdreich durchwühlte, boomte der Handel.

Aus Raffgier wurden die Grabstätten schmählich geplündert und die Fundstücke in die weltweite Antiquitätenbörse mit ihrer abenteuerlichen Vergangenheit und immer wieder aussichtsreichen Zukunft eingeschleust. Die Schutzmacht USA flog Bronzen und Keramiken gleich tonneweise mit der Air Force aus, die Japaner schlugen zu und die Europäer waren nicht gerade zimperlich.

Inzwischen hatte die Museumsberaterin Lyons Zeit gefunden, die Fundstücke von Stephen Young zu analysieren mit dem überraschenden Ergebnis: Die Keramik war einzigartig. Proben wurden am Institut für Archäologie der Universität Pennsylvania durch das Thermolumineszenz-Verfahren getestet. Sie stammten aus der Zeit um 4000 v. Chr. Die Wissenschaft war schockiert, irritiert - und wurde schließlich neugierig.

Schalen, Becher, Toepfe aus Periode BC I/II:



Kein Gesetz verhindert Habgier
Aber erst 1972 verbot die thailändische Regierung, "archäologische Funde aus den Provinzen Udornthani und Sakonnokorn zu beschädigen und zu entwenden" - ohne Erfolg. Denn nie in der Vergangenheit sicherte ein noch so drastisches Gesetz den Verbleib von Kunstschätzen im Ursprungsland. Wer sich bis jetzt in und um Ban Chiang noch nicht am Ausverkauf beteiligt hatte, barg die "Goldschätze" unter seiner Hütte. Je tiefer man grub, desto höher
kletterten die Preise.



In Bangkok lieferten bis etwa 1985 Antiquitätenhändler auf Bestellung Bronzen, Perlen, Stoffroller und Keramiken in gewünschten Formen aus erbetenen Perioden, denn sie beschäftigten ihre eigenen Grabräuber. Die schamlose Preisspekulation mit Ban Chiang brachte einer uralten Sparte Hochbetrieb, den Fälschern. Aber wurde nicht schon im alten Rom skrupellos und fachmännisch dem Sammlerbazillus nachgeholfen? Das Großkapital fand zu allen Zeiten Gefallen an schönen alten Dingen. Die Museen der Welt füllten sich und die Privatsammlungen quollen über. In Deutschland bot sogar ein Versandhandel die Keramiken an. Ein Kulturgut wurde verschachert.









Ban Chiang schreibt Weltgeschichte
1974 begannen endlich die größten, je in Südostasien durchgeführten wissenschaftlichen Ausgrabungen, finanziert von der thailändischen Regierung, der Universität von Pennsylvania und der Ford Foundation, geleitet von Pisit Choroenwongsa von der Sitapahorn-Universität in Bangkok und von Chester Gorman von der Uni Pennsylvania. Die archäologischen Arbeiten wurden multidisziplinär begleitet von Geologen, Botanikern und Ethnologen aus aller Welt. Schicht um Schicht arbeiteten sie sich auf ca. 250 Quadratmetern in unberührtem Gelände vom Atomzeitalter über die Eisen- und Bronze- bis in die fast fünf Meter tief liegende Steinzeit vor.


18 Tonnen Keramik-Trümmer, Eisengerät, Bronzewerkzeug, Schmuck, Stoffdruckroller, 200 unversehrte Vasen, 2 000 Kunstgegenstände - Frösche, Schlangen, Kühe aus Ton - und 127 menschliche Skelette wuden geborgen. Aber die größte bisher entdeckte Gräberstadt der Welt gab in viereinhalb Metern Tiefe einen Fund preis, der kühnste Erwartungen übertraf: Eine Speerspitze aus Bronze - nicht aus Stein - die um 3 600 vor Christus gefertigt wurde. Die Sensation war perfekt: Nicht nur im Vorderen Orient, auch in Hinterasasien lag eine Wiege der Zivilisation. Ban Chiang, das unscheinbare, aber schmucke Dorf im Nordosten Thailands schrieb Weltgeschichte.




Der Gelehrtenstreit
Die Speerspitze hat die Gelehrten in unversöhnliche Lager gespalten, die Mesopotamier und die Ban Chiang-Anhänger. Steht für die einen die Wiege der Kultur nach wie vor an Euphrat und Tigris, wanderte also von West nach Ost, sehen die anderen den Kulturschub in der Gegenrichtung.



Wie schwer neue Erkenntnisse einen Weg in die Fachliteratur finden, zeigt das Hetjens-Museums in Düsseldorf. Es ging 1976 nur zögernd an eine Ausstellung über die Keramik des südostasiatischen Raumes heran. Im Bildheft zu den Exponaten aus Thailand heißt es: "Die Zeugen sehr früher Kulturen müssen - bis heute - auch ganz für sich gesehen werden. Die neusteinzeitliche Kultur von Ban Chiang, von der thailändischen Archäologie mit einem Alter von 7 000 bis 6000 Jahren angegeben, wird durch eine große Gruppe verschieden gearteter Keramik vertreten. Die naturwissenschaftliche Untersuchung der Keramik, insbesondere der rotbemalten hellen Irdenware (Untersuchungen mit der Thermolumininescenzmethode der Universitäten Pennsylvania, Nara und Oxford) haben eine Grundlage zur Datierung gegeben. Allerdings sind Zweifel daran erhoben worden, da möglicherweise die klimatischen Verhältnisse, u.a. Regenzeiten, die Keramik für die Untersuchung verfälscht haben können. Auch kulturgeschichtlich paßt das Bild der Keramik, ohne unmittelbare Beziehungen zu kennen, nach Kenntnis zeitlich parallel vorstellbarer Kulturen nicht in das Bild einer so früh angenommenen Kultur."






Kurz gesagt: Für die Chronologie der Fundstücke erweist sich die Analyse der Keramik ohne die Methoden der aus der Geologie stammenden Stratigraphie, der senkrechten und damit zeitlichen Aufeinanderfolge der Schichtgesteine, nicht ausreichend sicher. Also mußten die Forschungen verfeinert werden. Der thailändische Ausgrabungsleiter Pisit wies Reiskörner für die Eisenzeitschicht nach und konnte damit bestätigen, daß die Thais vor 6 000 Jahren Getreideanbau betrieben, Gorman förderte in einer abgelegenen Höhle Reisspuren zutage, die seiner Ansicht nach 10 000 Jahre alt sind - doppelt so alt wie der Reis aus China, der bislang älteste in Asien. In der Bronzeschicht von Ban Chiang wurden zwischen den Beinen der Skelette Geschlechtssymbole aus Ton und Horn gefunden, die früher entstanden sind als indische Funde. Der Phallus-Kult hat also zumindest mehrere Ursprünge.

Halstöpfe BC V, Sawang Daeng Stil:



Die letzte Periode:




Zweifelsohne steht fest, an der erhöhten Stelle des heutigen Dorfes Ban Chiang hat von etwa 4 000 v. Chr. bis 200 n. Chr. vor der politischen Herrschaft der Thais ein Volk von einzigartig hohem Kulturstand gelebt. Die Siedler bauten Reis an, züchteten Rinder, Schweine und Hühner, benutzten etwa ab 3 600 v. Chr. in Sandsteinformen gegossene Bronzewerkzeuge und arbeiteten ab 1 600 v. Chr. mit Eisen. Sie wirkten in ländlich-friedvoller Gemeinschaft - ganz anders als die Bronzezeit-Bewohner im Nahen Osten, die städtisch und militärisch ausgerichtet waren. Ban Chiang zelebrierte sorgfältig gepflegte Begräbnisriten - und verschwand wieder im Dunkel der Geschichte. Etwa 2 500 Jahre vergehen, bis man in Thailand auf die Khmerkeramik trifft, die als Zeugnis einer neuen Thai-Kultur anzusehen ist.

Nicht so spektakulär wie die Vasen, aber nicht minder beeindruckend: Die kleinen Dinge








Der ästhetische Genuß
Wenn mit Speerspitzen, Reiskörnern und Mannbarkeitssymbolen um Erstgeburtsrechte von Kultur gefochten wird, überkommene Lehrmeinungen umgestoßen und alte Hypothesen revidiert werden, vergißt man leicht die Schönheit der alten Stücke, vor allem die Vielfältigkeit der mit völlig verschiedenen Motiven bemalten Gefäße. Auch Laien wollen gerne umdenken, aber den ästhetischen Genuß nicht vergessen.

Armbänder aus Mammut-Elfenbein:



Charoenwongsa, der sich in seinem Werk ´Ban Chiang´ liebevoll bemüht hat, gemalte Motive aufzuzeigen und zu klassifizieren, gibt eine gute Übersicht: Spiralen sind beim Dekor der Töpferware am beliebtesten, als Haupt- und Nebenschmuck, mal in einfacher, mal in zwei- oder dreifacher Form, bald in feinen und starken Linien verwendet, die vom Schlichten bis zum Kompliziertesten reichen.

Armreifen aus Stein:


Geometrische Muster wie Dreiecke, Quadrate und Kreise wurden in verschiedenen Anordnungen verarbeitet, Wellen- und Muschelmotive treten in großer Vielfalt auf, Blumenmotive gehören zu den kunstvollsten und finden sich vornehmlich am Hals oder Fuß großer Gefäße, Stern- und Tiermotive sind nicht so häufig; bei menschlichen Gestalten handelt es sich meist um stilisierte Darstellungen. Da immer mehr Gefäße ohne jede stratigraphische Einordnung in Privatsammlungen abwanderten, fehlt dieser Klassifizierung die letztgültige Beweiskraft, und es ist unmöglich, jeden Typ chronologisch genau zu erfassen.



Ein Schema aus der Zeitschrift "art" (12/80) vermittelt einen Überblick, obwohl neuere Forschungen des Bowers Museum in Santa Ana, Californien, die Perioden der Keramiken wie folgt wichten : Frühe Periode von ca. 4 - 1 000 v. Chr., mittlere von 1 000 - 300 v.Chr., späte von 300 v. Chr. - 400 n. Chr. Vielleicht schaffen die Ausgrabungen in den Orten Ban Na Di, Ban Tong, Ban Phak Top, Don Klang und Non Nok Tha auf dem Khorat Plateau endgültige Klarheit.

Restaurierte Kleinode im Bowers Museum, Santa Ana:




Die Keramiken aus Ban Chiang sind nach wie vor gefragt, aber der Markt ist leergefegt. Die thailändische Polizei hat systematisch alle Antiquitätenhändler in Bangkok überprüft. Seitdem sind die Keramiken - in den letzten Jahren waren ohnehin gute Fälschungen häufiger als echte Waren - aus den Geschäften verschwunden. Wer sich heute eindecken will, muß sich schon bei Christie´s oder Sotheby´s umschauen - und tief in die Tasche greifen.



Die meisten Touristen scheuen den weiten Weg in den Nordosten, denn sie finden die schönsten Ban Chiang-Keramiken mitten in Bangkok im Suan Pakkard-Palast der Prinzessin Panthip Chumphot und im Nationalmuseum.





National-Museum Udonthani:




In Ban Chiang selbst kann man eine überdachte Ausgrabungsstätte auf dem Gelände des Wat Po Sri Nai besichtigen: Auf verschiedenen Ebenen ruhen die Keramiken, Tier- und Menschenskelette an ihrem ursprünglichen Platz. Und in dem hervorragendem Museum ist die Ausstellung "Ban Chiang: Discovery of a Lost Bronze Age" untergebracht, die 1984/85 in den USA für weltweites Aufsehen sorgte. Sie machte Thailand noch liebenswerter, als es ohnehin ist.


Bowers Museum, Santa Ana:


Zusatz:

Strahlen entlarven Fälscher von Antiquitäten

Archäologen, Geologen und Kunsthändler können sich auf eine sichere Methode der Altersbestimmung stützen: Die winzigen Strahlenschäden, welche die natürliche Radioaktivität in einem Werkstoff erzeugt, haben sich als zuverlässige „Uhr“ für die Echtheitsprüfung alter Kunstwerke erwiesen.

Radioaktivität gibt es, seit die chemischen Elemente vor Jahrmilliarden entstanden sind. Strahlung, die von radioaktiven Elementen ausgeht, erzeugt in der umgebenden Materie einen charakteristischen AnregungsEffekt: Einzelne Elektronen werden auf ein höheres Energie-Niveau gehoben und verharren dort in einem quasi-stationären Zustand. Sie sind für ganze Zeitalter in einer Art Elektronen-Falle gefangen.

Alle Analysen setzen allerdings voraus, daß man die Elektronen-Fallen bei Bedarf öffnen kann. Dazu genügt es, den bestrahlten Werkstoff zu erwärmen. Uberschreitet man eine Temperatur von 200°C, fallen die gefangenen Elektronen nach und nach in den Grundzustand zurück. Sie geben dabei eine charakteristische Lichtstrahlung ab, die Thermolumineszenz. Diese kann man photoelektrisch ausmessen. Ihre Intensität ist ein Maß für die Strahlungsdosis, welche die betreffende Probe vorher aufgenommen hat. Zugleich wird dabei die "Uhr" auf Null zurückgestellt.

Beim Aufleuchten einer Thermolumineszenz-Probe mißt man also die natürliche Strahlendosis seit dem Brennen oder dem letzten Erhitzen. Bestimmt man den Urangehalt der Probe und die Strahleneinflüsse aus der Umgebung, kann man aus der Dosis die Zeit berechnen, während welcher der betreffende Gegenstand der natürlichen Radioaktivität ausgesetzt gewesen sein muß. Damit hat man das gesuchte Alter.

Wie genau man datieren kann, hängt von der Materialmenge ab, die man aus dem zu untersuchenden Gegenstand herausbohren und für die Analyse pulverisieren kann. Im günstigsten Fall sollten es einige Gramm sein. Für Echtheitsprüfungen von Kunstgegenständen reichen aber auch einige hundertstel Gramm, denn es geht ja nur darum, die Epochen zu bestimmen.

Die Grundidee, anhand von Strahlenschäden in Mineralien die geologische Zeit zu bestimmen, tauchte bereits Anfang dieses Jahrhunderts auf. Doch erst die verfeinerten Meßmethoden und die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Physikern, Geologen und Archäologen haben daraus eine der heute wichtigsten Methoden zur Altersbestimmung gemacht.


Der „Carbon-14-Test“- auch "Atomuhr" genannt - zur Zeitbestimmung organischer Materie wurde 1946 von dem amerikanischen Chemiker und Nobelpreisträger Willard F. Libby erfunden. Die Untersuchung basiert auf der Tatsache, daß jedes Lebewesen durch Assimilation Kohlenstoff aufnimmt. Zwischen dem stabilen Kohlenstoff-Isotop C12 und dem radioaktiven Kohlenstoff-Isotop C14 besteht ein bestimmtes Mengenverhältnis. Stirbt der Organismus, so endet auch die Kohlenstoffaufnahme. Danach verfällt das radioaktive Isotop in 5745 Jahren ("Halbwertzeit") um 50 Prozent seiner Substanz. In weiteren 5745 Jahren ist dann nur noch ein Viertel der ursprünglichen Substanz vorhanden. Diese Werte werden mit dem Geiger-Zählrohr gemessen. Mit der Radiocarbon-Methode können der Tod eines Menschen, aber auch das Absterben eines Baumes über eine Zeitspanne von 50 000 Jahren bestimmt werden


Beim Test durch "Thermolumineszenz" leuchten die Tonscherben.
Das Verfahren wurde eigens zur Datierung von Keramik entwickelt. Es geht davon aus, daß sich in jeder Tonscherbe radioaktive Spuren befinden, deren Strahlung im Verlauf der Jahrhunderte oder gar Jahrtausende in benachbarten Kristallen bestimmte Veränderungen hervorruft. Werden nun die Scherben auf 500 Grad Celsius erhitzt, so kommt das Kristallgefüge wieder in Ordnung. Bei diesem Vorgang wird Energie frei, die das Material aufglühen läßt: Wärmeleuchten - Thermolumineszenz. Die Menge des ausgestrahlten Lichts läßt Rückschlüsse auf den Zeitraum zu, der seit dem ersten Brennen des Tonobjekts vergangen ist - somit läßt sich das Alter der Keramik bestimmen


Weitere Informationen und Quellen

http://www.cs.ait.ac.th/wutt/prehi.html
http://www.sas.upenn.edu/~csherman/index.html
http://thailand-community.de/banchiang.htm
Zitat: „Einen Teil der Funde wurden am Ort der Ausgrabungen belassen und in einem kleien Museum, dass in die Funstätten integriert wurde, sind weiter Ausgrabungsgegenstände ausgestellt.

Anfahrt: Von Udon Thani mit dem Bus in westlicher Richtung nach Sakhon Nakhon bis zur Station Ban Pu (ca. 50 km). Von da mit dem Tuk-Tuk oder Sammeltaxis 2 km nördlich bis zum Ort Ban Chiang.“

http://yourna.mehere.bei.t-online.de/siam/fruehgeschichte/ban_chiang_00.htm
Zitat: „Ban Chiang und die bronzezeitlichen Wanderbewegungen

Die Fundstücke von Ban Chiang gewinnen jedoch noch eine erheblich grössere Bedeutung im Zusammenspiel mit den Erkenntnissen der archäologischen Linguistik.

Anhand linguistischer Landkarten von Südostasien, dem nordwestlichen Indien und dem südlichen China bis zum Archipel von Indonesien ist es jetzt seit der Entdeckung Ban Chiangs möglich, die aus Thailand herausführenden, bronzezeitlichen Wanderbewegungen zu erklären und belegen und bis hinein in ihre Siedlungsgebiete am Hongfluss in Südchina, dem Brahmaputra in Assam und am Mekong in Vietnam nachzuvollziehen.

Dank der herausragenden künstlerischen und handwerklichen Qualität der Gefässe werden heute auch die an vielen anderen Stellen mittlerweile gefundenen Keramikgegenstände aus dieser Zeit unter dem grossen Stilbegriff "Ban Chiang Keramik" zusammengefasst.“

http://www.museum.upenn.edu/new/research/Exp_Rese_Disc/Asia/banchiang.shtml
http://whc.unesco.org/sites/575.htm
http://www2.soc.hawaii.edu/css/anth/projects/banchiang/banchiang.htm
http://www.sas.upenn.edu/~csherman/findout.HTML
http://www.thaitravel.info/SuanPakkad/
Zitat: „Suan Pakkad is a private residence that has been transformed into an attractive medium-sized museum.
It houses a collection of various antiquities, located in different wooden houses and pavillions around a pleasant garden, where you can also relax and have a cool drink.
The collection comprises : Buddha images, sculptures, art from the Rattanakosin area, musical instruments, pentachromatic porcelain (Bencharong), household utensils. A large collection of Sukhothai (Sawankhalok) ceramics is present.
The Khon museum houses various Khon masks, puppets and figurines, used in the traditional Thai dances.
The Lacquer Pavillion, with its inner walls painted in gold and black lacquer is located in the garden.
There is a medium sized well preserved Royal Barge. Another highlight of this museum is its collection of Ban Chiang artefacts, housed in a separate building.“
http://www.mpaexhibits.com/Prehisto...ng_In_Regional_Cultural_Perspectivecheck.html
http://www.asian-master-piece.com/ban chiang pot 2.html

Wer sich ueber die heutigen Preise von Ban Chiang-Vasen informieren möchte, gehe zu:
Asiatica & Juwelen Paul Emberger
http://www.asiatica.ch/ban1.html

Ich wuensche allen Lesern frohe Feiertage!
Heinz Pollmeier
 
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Hallo Monton & Otto-Nongkhai,

ueber Eure Anerkennung freue ich mich sehr.

Ich hab' da Aehnlichkeiten mit Otto: Bei jedem Klick huepft mein Herz. Was das ist, koennen Psychologen wohl im einzelnen belegen; bei mir erzeugt es jedenfalls Wohlsein (Neudeutsch: Wellness), vielleicht wie bei einem Schriftsteller, dessen erste Auflage nach drei Monaten verkauft ist.

Und noch etwas zur Arbeit, die man in einen Artikel steckt. Otto wird da oft geruegt. Ich habe da eine schlichte Empfehlung: Setzt Euch hin, schreibt einen Artikel und bearbeitet einmal 50 Bilder!
Ich garantiere: Ihr bekommt eine neue Sicht leicht dahingeworfener Kritik.

Und wenn aus Euren Bemuehungen nichts geworden ist, dann schreibt erst recht: An Versagern (Neudeutsch: Looser) reibt sich die Volksseele ganz besonders.

Gruss
Heinz Pollmeier
 
Mang-gon-Jai

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@HPollmeier

Ein sehr schöner Bericht. Hier eine zusätzliche Anmerkung für die, die evtl. beabsichtigen dorthin zu fahren:

In Ban Chiang selbst kann man eine überdachte Ausgrabungsstätte auf dem Gelände des Wat Po Sri Nai besichtigen: Auf verschiedenen Ebenen ruhen die Keramiken, Tier- und Menschenskelette an ihrem ursprünglichen Platz.
Leider trifft dieses (momentan) nicht mehr zu. Wie ich schon hier geschrieben habe, ist, nach einem Schlammeinbruch in diesem Sommer in den etwa 4 Meter tiefen Schächten, außer getrocknetem Schlamm, nichts mehr zu sehen.
Hier der Eindruck, den du jetzt im Tempel hast:



Noch eine Anmerkung zu deiner Wegbeschreibung:
Anfahrt: Von Udon Thani mit dem Bus in westlicher Richtung nach Sakhon Nakhon bis zur Station Ban Pu (ca. 50 km). Von da mit dem Tuk-Tuk oder Sammeltaxis 2 km nördlich bis zum Ort Ban Chiang.“
Natürlich muss es heißen: Von Udon Thani mit dem Bus in östlicher Richtung.
Auch kann es schwer werden, vor Ort (Ban Puu) ein Tuk-tuk oder Sammeltaxi zu bekommen. Daher empfehle ich, lediglich bis Nong-Haan zu fahren und sich dort ein Samlor (so heißen die Tuk-tuk in dieser Gegend) zu mieten. Ein Samlor ist dort recht preiswert.
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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@HPollmeier
Nachdem ich mir die von dir gepostete Übersichtskarte noch einmal näher angesehen habe, bin ich davon überzeugt, dass diese nicht ganz richtig ist. Sie vermittelt, dass Ban-Chiang nord-östlich von Udon-Thani und nord-westlich von Nong-Han liegt – also zwischen Udon und Nong-Han.
Das ist nicht richtig. Deshalb habe ich mir erlaubt, diesen Kartenausschnitt deinem Thread hinzuzufügen.



Gruß

Mang-gon Jai
 
W

woody

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Hallo Heinz Pollmeier
Dein Bericht zur Ban Chiang Kultur ist hervorragend!!
Dabei spielt es eigentlich keine grosse Rolle, wo der erste Fundort ´Ban Chiang´ genau liegt. Ist der Ortsname des ersten Fundortes ´Ban Chiang´ doch nur ein Synonym für die erst in der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts endeckte, älteste menschliche Hochkultur. So wie es im Zweistromland Zentren wie Sumer, Ur, Akkad und Babylon gibt, wird man wahrscheinlich auch bei der ´Ban Chiang Kultur´ durch weitere Grabungen in der SOA-Region auf neue Fundorte stossen, die ein wenig mehr Wissen über die Bedeutung und Verbreitung dieser Kultur liefern und somit mehr Licht in die Kulturgeschichte der Menschheit bringen.
So wie es Heinz in seinem Bericht erwähnt, kann man es nur allen geschichtlich Interessierten empfehlen, sich 2-3 Stunden Zeit zu nehmen, um den Suan Pakkad Palast in der Si Ayutthaya Road in Bkk zu besuchen. Dort kann man sich, einen weiteren Überblick verschaffen und eine schöne Sammlung von Funden aus der ´Ban Chiang Kultur´ betrachten.
Für Ortsunkundige, der Suan Pakkad Palast befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Chao Phaya, das ist einer der ältesten Massage-Palors in Bkk.
 
H

HPollmeier

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Hallo,

ich bedanke mich fuer die Artikel-Ergaenzungen.

Dann sind die folgenden Bilder nur noch eine Erinnerung:





Wer sie fuer seine Homepage usw. benutzen moechte, kann das hiermit tun.

Gruss
Heinz Pollmeier
 
Otto-Nongkhai

Otto-Nongkhai

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Ja ,Heinz ,da kann ich mir den Weg nach Ban Chiang sparen :lol: ,hast du schon alles hervorragend fuer mich erkundet.

Weiter so !!! :super:

Gruss

Otto
 
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Lao Wei

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:bravo: Toller Bericht :bravo: :super:

Die Chinesen muessen jetzt wohl von ihrem hohen Ross etwas runterkommen. Von wegen aelteste bekannte Kultur :lol:
 
Thema:

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