Thailändische Filmkultur!

Diskutiere Thailändische Filmkultur! im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Ich würde gerne, hier in unbestimmten Abständen so ein bisschen plaudern über thailändische Kinofilme, unter anderem was es so Neues gibt in der...
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Jakraphong

Gast
Ich würde gerne, hier in unbestimmten Abständen so ein bisschen plaudern über thailändische Kinofilme, unter anderem was es so Neues gibt in der Szene. Wenn es euch langweilt sagt Bescheid.
Oder wenn einer noch eine bessere Idee hat auch bitte!
Teil 1
(Kopiert von Zürischer Zeitung) Jakraphong am 05.01.2002)

«6ixtynin9» oder Eine Schraube locker
Eine thailändische Filmgroteske im Xenix
Wer in Wohnung Nummer 6 wohnt, ahnt nichts Böses. Das hätte bis vor kurzem auch die mäuschenhafte Sekretärin Tum aus Thailand bestätigt. Denn wer denkt schon an die Karriereperspektiven, die eine lockere und später fehlendeBefestigungsschraube eines Nummernschilds herbeizuführen fähig ist, wenn aus der 6 eine 9 wird.

Im Geldinstitut, in dem Tum arbeitet, herrscht Katerstimmung. Wegen angeblich arger Wirtschaftsprobleme sieht sich der Chef genötigt, perLosentscheid reihenweise Sekretärinnen zu entlassen. Das Lotteriespiel entscheidet auch gegenTum. Fristlos entlassen, findet sie vor ihrer Wohnungstür eine Kartonschachtel, angefüllt nicht mitschmackhaften Fertignudeln, sondern mit trostspendenden Banknoten. Wenig später fordernzwei durchtrainierte und der nur noch lose befestigten Türnummer auf den Leim gehende Ganoven die Kartonschachtel ein. Noch bevor Tum der Ursache der Ereignisse auf den Grund zu gehen vermag, liegen zwei tote Mafiosi in ihrer Wohnung. Und noch bevor Tum die Leichen beiseite schaffen kann, erhöht sich die Zahl der Toten in Tums vier Wänden rasant.

Ob man in «6ixtynin9» nun einen Thriller, eine Horrorkomödie oder eine Sozialsatire sieht, dem thailändischen Filmautor Pen-ek Ratanaruang ist nach seinem verspielten Erstling «Fun Bar Karaoke» ein sagenhaft vergnüglicher Film gelungen,der so manchen aufwendig produzierten Unterhaltungsfilm aus den USA oder Europa in den Schatten stellt. Dazu trägt schon das flüssige und intelligent augenzwinkernde Drehbuch bei. Gekonnt mischt Pen-ek Ratanaruang, der sein Geld mit Werbefilmen verdient, die Choreographie der Zufälle, den ironisierten Kreis der Gerechtigkeit und den comic-haften Schabernack zu einer rhythmisierten Inszenierung voller Bildwitz.

Hat jemand den Film gesehen?
Jak



Letzte Änderung: Jakraphong am 05.01.02, 17:24
 
natong

natong

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...wird im Kino eigentlich immer noch die Nationalhymne gespielt?
Oder ist das Vergangenheit?
 
Jinjok

Jinjok

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Im September als wir Souriyothai im Discovery Center am Siam Square sahen, war es noch mit Aufstehen und Hymne.
 
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Nelson

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Da musste ich nun schmunzeln!

Ich habe ebenfalls im September das von Jinjok genannte Epos zusammen mit meiner "langwöchigen" Begleiterin angesehen. Es war im Kinocenter des "Big C" in Pattaya.

Obwohl sie wusste, dass ich thailändische Sitten sehr beachte, hat sie mich zu Beginn der Hymne kräftig angestubbst. Es schien ihr wohl sehr wichtig, dass ich mich sofort erhebe!

Gruß, Nelson
 
Jinjok

Jinjok

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@Nelson
Kaum ein Thai würde dulden, daß man sich zur Hymne nicht erhebt.
Die Vorsorglichkeit Deiner Begleitung gründet sich entweder auf Erlebnisse mit verherigen Begleitern aus Farrang-Land oder dem Wissen, daß Thailand mit dieser Traditiom im Kino was Eigenes hat.
mfg jinjok
 
C

Chainat-Bruno

Gast
das aufstehen und abspielen der hymne in den kinos ist nichts eigenes von thailand. es gibt noch viele länder, auch ausserhalb asiens, die diese tradition (oder muss man das anders sagen) noch haben.

c-b


Letzte Änderung: Chainat-Bruno am 06.01.02, 10:18
 
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Nelson

Gast
Da fällt mir noch etwas ein. Ist zwar offtopic aber passt zu "Farang und thailändische Sitten":

Im Juni besuchte ich zum ersten Mal einen Tempel. Es war der Tempel mit dem Emerald Buddha in BKK, also ein recht bedeutender Tempel.

Für die vielen Touris sind dort ohnehin Schilder mit Verhaltenshinweisen angebracht und ausserdem gibt es auch noch Aufpasser.

Ich ziehe also brav meine Schuhe aus und ...nach etwas grübeln... entledige ich mich vorsichtshalber auch noch meiner Socken.

Damit erntete ich bei meiner Begleiterin ein spontanes aber mildes Lächeln. Also Socken wieder angezogen und ehrfurchtsvoll in den Tempel geschritten. Werde ich nie vergessen ...smile!

Gruß, Nelson
 
Jinjok

Jinjok

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@Nelson
Im Juni besuchte ich zum ersten Mal einen Tempel. Es war der Tempel mit dem Emerald Buddha in BKK, also ein recht bedeutender Tempel.
Recht bedeutend kann man wohl sagen. Du warst im Wat Phra Kaew. Der Emerald Buddha ist das Nationalheiligtum Thailands. Der König persönlich oder manchmal auch der Krohnprinz wechseln persönlich das Gewand dieses Buddha Images zu den verschiedenen Zeiten des Buddhistischen Jahres.

Zu den Socken: Soviel wie ich verstanden habe ist das Entledigen des Schuhwerkes vor behausungen oder Wats eine praktische handlung aus Zeiten, wo es keine befestigten Wege in Thailand gab und die Schuhe/Sandalen entsprechend schmutzig waren. Man wollte sich den Schmutz nicht ins Haus holen.

Viele Thais tragen nach meiner Beobachtung keine Socken. Wenn also Deine Socken nicht besonders abgenutzt oder mitgenommen sind, gibt es keinen Grund sie auszuziehen. Thai zeihen aber auch außerhalb von Behausungen und Tempeln ihre Schuhe aus, wenn sie mit Mönchen kommunizieren, um nicht auf einer Ebene/Höhe mit ihnen zu stehen. Die Dicke der Schuhsohle bring den Mönch so auf einen erhöhten Level. Manche Mönche gehen aber auch ganz barfuß, dann hilft nur noch demütiges in die Hocke gehen.
mfg jinjok
 
Zange

Zange

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@Jinjok
Ich denke, das in allen kleineren Dörfern die befestigten Wege fehlen, so daß es durchaus Sinn macht, die Schuhe auszuziehen.
Da ich bei der Hitze eh keine Socken trage, habe damit schon mal keine Probleme.Zange
 
Jinjok

Jinjok

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@Zange
Selbstverständlich, ich habe ja nur versucht zu erklären wo der Ursprung liegt, aber nicht geschrieben, daß das Schuheausziehen durch den Straßen- und Wegebau hinfällig geworden ist.
mfg jinjok
 
Zange

Zange

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@Jinjok
Schon klar, hatte es so verstanden, als wenn heute die Straßen und Wege so ausgebaut wären, das es nicht mehr notwendig ist. Was ja beim besten Willen nicht der Fall ist.
Zange
 
DisainaM

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Ein weiterer Beitrag zur thailändischen Filmkultur;

die thailändische Filmindustrie erlebt zur Zeit einem Boom, und man kann damit rechnen, demnächst auch in hiesigen Kinos bald einmal thailändische Filme zu sehen.


Thai cinema kicks baht
By Chawadee Nualkhair

BANGKOK - For people across the globe, Asian cinema is no longer purely the domain of the high-kicking kung-fu hero. Although films such as Crouching Tiger, Hidden Dragon have brought international acclaim and attention to Asian films, Thai cinema - formerly a showcase for formulaic love stories and paint-by-numbers gangster sagas - has finally come into its own. Helped by the success of Thai movies overseas over the past two years - among them the controversial Jan Dara and Iron Ladies, featuring a transvestite volleyball team - the Thai film industry has now sparked the interest of film festival organizers around the globe. Perhaps most important, film distributors worldwide are finally sitting up and taking notice, thanks to the efforts of film sales outfits such as Fortissimo Film Sales, a Hong Kong-based company intent on promoting and selling high-quality films by noted directors.

According to Fortissimo head Wouter Barendrecht, a major coup for Asian film was the notable success enjoyed by Chinese director Wong Kar-wai´s In the Mood for Love (incidentally, shot in Bangkok) at the Cannes Film Festival in 2000. The results were almost immediate, Barendrecht told Preview Online: "Finally, it wasn´t just the critics who were interested in Asian cinema: all of a sudden, the buyers were as well. Distributors have become much more mature in knowing how to work with Asian cinema, and that gives me the chance to take on more exotic dishes - like Thai films."

Perhaps recognizing a good thing when they see it, Thai authorities say they plan to relax Thailand´s rules to make it easier for international filmmakers to shoot in the country. Just this month the government announced record income from "foreign filming" last year, when 435 international films - including features, commercials and documentaries - were shot, earning the country a record 1.27 billion baht (US$29 million). And, according to the Thailand Film Office, the number of feature films made doubled from 29 in 2000 to 59 in 2001, while the number of commercial advertisements increased from 167 to 184.

Although Thailand´s movie industry has been around for more than 100 years, it hit a high only last year with the release of the most expensive Thai film ever made, Suriyothai. Costing $9 million to make, the warrior-queen epic has grossed $11 million since it was released in Thailand last year, shunting aside the previous Thai box-office record-holder, Titanic, which made $4.7 million. Indeed, interest in Suriyothai was so strong in Thailand that Hollywood summer blockbusters such as Jurassic Park 3 had to be rescheduled, reported CNN.

Jan Dara, Pee Sam Baht, and Monrak Transistor have also raised the pulse of Thai cinema over the past year. A big part of the movies, success has to do with the efforts of Thai production companies such as Tai Entertainment, headed by Visute Poolvoralaks, which produced such hits as the crime saga Dang Bireley and the Young Gangsters, the stylish ghost romance Nang Nak, and the aforementioned Iron Ladies.

Although the Thai industry can hardly boast of Hollywood-sized budgets, more hits in the future will translate into more money to invest in Thai movies. "I think next year will also be a big growth period for commercial films. There will be 30-40 films compared to about 10 films this year," said Chalida Uabumrungjit of the Thai Film Foundation.

And in a bid to appeal to markets both domestic and international, filmmakers are encouraged to up the ante on quality. Aditya Assarat, director of the award-winning short film Motorcycle, is a part of a new generation of Thai filmmakers breaking down the barriers between local and international audiences. Likewise, acclaimed director Nomzee Nimibutr - the eye behind such hits as Nang Rak and Jan Dara - expressed the desire to do for Thai cinema what Chinese director Zhang Yimou did for his country´s film industry. "[Zhang´s] films all smack of the East, particularly Ju Dou, and I want to give Thai cinema the same sense of identity that Yimou gave Chinese cinema," Nomzee told Time Asia.

But a dissenting voice about Thai cinema´s new "voice" came from critically acclaimed cult director Pen-ek Ratanaruang, a friend of Nomzee´s. "Thai cinema lacks originality," he said in Time Asia. "I hate this stuff about Thai cinema becoming hip and international. That´s crap! Our film industry isn´t all that grounded and our films aren´t brilliant. It´s just that they´re not that bad. People here love to buy the hype, but then it´s all about PR."

Yet the number of would-be auteurs has increased from a trickle to a flood in Thailand. Influenced by new techniques and emboldened by the success of compatriots, even critics are considering directing as a viable option. Formerly editors of their own movie magazines Entertain and Cinemag, film critics Prapaipan and Mongkholchai Chaivisuth are trying their hand at directing with a film that seeks to look into the turbulent lives of adolescent schoolgirls called Girl´s Friends.

However, the pair sought to make their film outside of the conventional Thai studio system in order to preserve the independence of their vision. "There are many reasons we skipped studios´ involvement," Prapaipan told the Bangkok Post. "First they´d put us on hold and we´d have to wait ages before the movie got made, and then we realized that the local film industry is growing, which means there are plenty of means and opportunities to make our film the way we want.´´

And following in the Chaivisuth couple´s footsteps are a handful of other critics seeking to put their longtime expertise to the true test of celluloid, such as Sananjit Bangsapan, who is finishing his prison drama Khang Paed, and Pimpaka Towira, with her film One Night Husband.

With new visions entering the fray, the promise ushered in by such internationally acclaimed hits as Iron Ladies appears to have taken the Thai film industry into a sort of renaissance period. "We´re not planning this. Everybody just has this thought about making films at the same time," said Prapaipan. "It shows that this is a high time for Thai movies. People who have ideas can find the way to bring them on screen. The door has really opened now."


http://www.atimes.com/se-asia/DA31Ae01.html
 
K

KLAUS

Gast
Hi @ll,
zurueck zum Film....:-0
Der Schinken: "Souriyothai". der nichts anders ist wie ein schlechter Holywood-Verschnitt,
soll ja ein sogenannter "Historischer Film" sein..:-)
das einzige, was dadran "historisch" war, sind wohl die Dekorationen und Kostueme...:-)
Es gibt ja da noch solchen Film aus gleichem Holz geschnitzt,
habe gerade den Namen nicht parat, der hat das gleiche Kaliber.
Allenfalls haben die Filme einen gewissen Unterhaltungswert,
einen geschichtlich fundierten Hintergrund haben sie bewusst nicht!
Mit diesen Filmen will man den Thai,s mangels anderer Nationaler Identitaet, aus geschichtsverfaelschten heroischen Gestalten und Geschichten, eben diese fehlende Idententitaet
ersetzen mit dem Ziel das Volk weiterhin in Linie zu halten fuer die eigenen Macht und Geldansprueche der Maechtigen und Reichen...
Also so wenig Bildung wie es geht, soviel an Geschichtsverfaelschenden Filmen die reichen, das Volk zu manipulieren.
Ein bildungsreduziertes Volk ist leicht zu manipulieren, das wissen die, die das Sagen haben bestens und richten sich danach...:-)
Dass die Thai,s diesen Hintergrund(das Volk)  nicht erkennen, zeigt nur den Erfolg , den die Maechtigen damit haben.
Erstaunlich, dass es so viele Falangs gibt, die diese geschichtsverfaelchenden Filme und deren Zweck nicht erkennen...??
Gruss Klaus
 
O

onnut

Gast
wadee tuk khon,
wir haben letztes jahr "iron lady" gesehen.ich, der farang habe
gut gelacht!!
kein cineastisches meisterwerk,halt gute unterhaltung
onnut
 
C

Crassus

Gast
Ich möchte hier mal eine Lanze für den thailändischen Film brechen. Ein auch in cineastischer Hinsicht grossartiger Filmemacher ist Prinz Chakri Chulomm Yokull (erhebe keinen Anspruch auf richtige Schreibeweise) über den schon eine Reportage auf arte lief und drei seiner Filme schon im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen (wo sonst) gezeigt wurden. Tolle Filme die ein realistisches Bild des heutigen Thailands zeigten...und in 2 Kanalton ausgestrahlt wurden...so hatten sogar schon die Leute im Isaan die Möglichkeit den Film "Verführt in Bangkok" zu sehen (zugegeben der Titel klingt komisch...dt. Übersetzung ??).

@Jinjok
sei bitte so lieb und weise mal extra auf solche Filme hin, wenn die mal wieder gezeigt werden. Vor einiger Zeit kam auch ein Schwarzweißfilm der in sich mehrere Geschichten verwob...war mir aber zu avantgardistisch und intellektuell. Meine Frau konnte auch nicht viel mit anfangen. Lief auf arte im Orginal mit dt. Untertiteln. Sehr toll aber nicht auf Thai war auch der kambodschanische Film "Das Reisfeld" der mit französischen Geld eines Exil-Khmers dessen Familie vom Pol Pott-Regime umgebracht wurde finanziert worden ist...er führte auch Regie...Meine FRau konnte dort viele Parallelen zu Ihrer Kinderzeit entdecken.

@Klaus
Nun geh mal mit diesem Film nicht so hart ins Gericht. Denke mal das er auch nur als Unterhaltungsfilm nicht als Widerspiegelung dieser Epoche gedacht war. Hab mir für Amarin die VCD von einem Kumpel geborgt, war Ihr aber zu brutal.

Gruß Crassus
 
Jinjok

Jinjok

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Original erstellt von KLAUS:
...
Der Schinken: "Souriyothai". der nichts anders ist wie ein schlechter Holywood-Verschnitt,
soll ja ein sogenannter "Historischer Film" sein..:-)
das einzige, was dadran "historisch" war, sind wohl die Dekorationen und Kostueme...:-)
...
einen geschichtlich fundierten Hintergrund haben sie bewusst nicht!
Mit diesen Filmen will man den Thai,s mangels anderer Nationaler Identitaet, aus geschichtsverfaelschten heroischen Gestalten und Geschichten, eben diese fehlende Idententitaet
ersetzen mit dem Ziel das Volk weiterhin in Linie zu halten fuer die eigenen Macht und Geldansprueche der Maechtigen und Reichen...
Da Du den Film offenbar ebenso gesehen hast, fällt es Dir sicher auch nicht schwer zu schreiben, an welchen Stellen der Film von den historischen Vorlage des Lebens von Somdet Phra Suriyothai und Somdet Phra Thienracha (dem späteren König Maha Chakraphat) im allgemeinen und der darin beschrieben Entwicklung Ayutthayas bzw. der Entscheidungschlacht von 1548 im speziellen abgewichen ist.

Meinen Recherchen zufolge gibt der Film so ziemlich exakt wieder, was heute aus dieser Zeit bekannt ist. Ich fand keine zum Film widersprüchlichen Informationen. Aber Du wirst uns ja sicher die Fakten, wie in dem Film die wahre Geschichte Ayutthayas verfälscht wurde präsentieren.

Auch die Behauptung, es mangele den Thais an nationaler Identität, solltest Du nicht unbewiesen stehen lassen, wenn es Dir nicht nur um bloße Provokation im Forum geht. Sollte das allerdings der Fall sein, lohnte sich auch keine Auseinandersetzung darüber.
mfg jinjok
 
Jinjok

Jinjok

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@Crassus
Alle Filme, die irgendwas mit Thaind zu tun haben, Dokus wie Spielfilme versuche ich herauszufiltern. Den von Dir angesprochenen Film Geheimnisvolles Objekt am Mittag (Orginal Titel: Dogfar nai mae marn) konnte ich mir auch nicht reinziehen. Kam im August bei uns im WDR. Das war zu surreal und damit nicht für mich. Also keine Bange egal was kommt, ich werde versuchen es aufzupüren und hier kund tun.
mfg jinjok
 
K

KLAUS

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Hi Jinjok,
ch kann Dir versichern, dass mein posting keine Provokation, weder allgemein und schon garnicht gegen Dich sein sollte...
...gleichwohl raeume ich ein, dass meine Wortwahl und die Deutlichkeit in der etwas ueberzogenen darstellung beabsichtigt war, aber nur, um Diskussion hervorzurufen..:-)

Den gennannten Film habe ich NICHT gesehen, das ist auch nicht noetig, um thailaendische geschichte zu erfahren, es reichte mir voellig, die Meinung meiner Frau, welche diesen Film , schon aus Berufsinteresse, gesehen hat, ihr Fazit in kurzform, enttaeuschend,
geschichtlich verworren dargestellt und heroisch aufgeputzt...:-)
Ich habe daraufhin, ganz allgemein, die Geschichte der Thai,s ihr Selbstverstaendnis und ihre Auffassung von ihrer Identitaet
ein wenig zu ergruenden..
Nicht durch anschauen "historisch" zweiffelhafter Filme, die einzig dem Zweck dienen, der heutigen bevoelkerung eine neue "Schein"-Identitaet von oben zu vermitteln,
sondern ich habe mich im "Lager" der heutigen Historiker,
die sich aus heutiger Sicht mit der Geschichte dieses Landstriches befassen, sowohl auslaendische Historiker, wied er bekannte und international geschaetzte, David Wyatt von der Cornell University und
der ebenso geschaetzten thailaendischen Historikerin
Srisakara Vallibhotama von der Silpakorn University.
Es ist nun fuer mich sehr schwer, diese texte hier voll reinzustellen,
das koennte ich nur in kleinen Passagen ...
Will es versuchen, willst Du Dich und andere mit diesem interessanten thema auseinandersetzen, was ich fuer sehr wertvoll halte, da nicht auch zuletzt diese Wissenschaftler darauf verweisen, dass ein Wissen um die Entstehung der Volksgruppen im heutigen Gebiet von Thailand
helfen diese , eine neue Identitaet  zu erfahren...
Ich will mich also nicht mit fremden Lorbeer schmuecken..
...meine Erkenntnisse habe ich mir allenfalls angelesen und durch das Studium verschiedener Scgriften als meine Erkenntnis zu diesem Thema
fuer nich persoenlich erarbeitet, da sind sicher noch einige Dinge zu beruecksichtigen, aber ich bin ja noch nicht fertig...:-)
Gleichwohl bleibe ich bei meiner Aussage, dass diese bewusst inszenierten Filme wenig mit der realitaet zu tun haben und hauptsaechlich derzeit dazu dienen, dem Volk eine bestimmte Richtung zu suggerieren...
Es ist kein Zufall, dass diese Filme derzeit gelaufen sind.
Ich verseise, da selber nicht in der Lage alles hier reinzustellen auf die veroeffentlichungen  der Diskussionen und Beitraege sowie Ergebnisse der 8. "International Conference on  Thai Studie,s"
stattgefunden in NAKHON PHANOM
Hier ein Ausschnitt aus der SOAZ:
"Ethnische Forschungen zufolge kommen die THAI aus einem Gebiet, das  heute in Nordvietnam und Suedchina liegt.
Wie sie da hin gekommen sind, ist unklar.
....Die Thailaendische Sprache hat heute noch eine sehr starke Verwandtschaft mit dem chinesischen Dialekt von Yuennan.
....schliesslich sind die THAI dann in jene Gebeite weitergezogen, die heute in Burma, Laos und Thailand liegen.
Die Unterwfung erfolgte nicht etwa durch Kriege, sondern durch Zuwanderung.
...die Zuwanderung war so stark, dass die nun in diesen gebieten lebenden THAI, in denen zuvor vorwiegend MON und KHMER gelebt hatten,
sich eines Tages gegen die Fremdherrschaft durch eine Minderheit erhoben.
Im Verlauf der jahrhundertelangen Voelkerwanderung und dere Unterwanderung der MON und der KHMER , ist es zu massiven Rassenmischungen mit Chinesen, MON,KHMER und anderen Voelkern gekommen.
Sodass sich die "Rasse" der THAI kaum noch finden laesst.
Das ist auch daran erkenntlich, dass es keine typischen THAI gibt.
....
Als letztes zum Thema:
"Dennoch bestand das Selbstverstaendnis der THAI lange Zeit  in der Annahme, sie seien eine eigene Rasse.
Doch die offizielle Darstellung der THAI als eine reine Rasse mit einer eigenen IDENTITAET und kulturellen Einheit konnte sich nicht halten und demzufolge hat sich auch die Einstellung in der bevoelkerung zu dieser Frage veraendert."
Noch ein interessanter Satz:
"Sicher ist nur, das die derzeitigen Grenzen, die durch westliche Kolonisatoren entstanden sind und der Nationalismus des 20.Jh., nicht zur Klaerung der Identitaet der Voelker herangezogen werden koennen."
Der kuenstliche Aufbau nationaler Helden, der zur Zeit mit Filmen wieThao Suranaree stattfindet, kann jedenfalls keine echte Identitaet vermitteln."
"Vielleicht ist es an der Zeit, dass man auch in Asien darueber nachzudenken beginnt,wer man eigentlich im Rahmen einer gegebennen Gesellschaft ist,
anstatt dieses Sein mit einer aufgesetzten Herkunft zu erklaeren."
-----Ich hoffe, damit hat sich mein Posting oben ausreichend erklaert und ich konnte meine Absicht dieses Thema aktuell zu behandeln und die Fragestellungen zu derzeitigen Filmen und dem Identitaetsverstaendnis in Thailand,
ein Stueck erklaert.
Was ich auch meine ist, es reicht heute nicht mehr, sich Geschichtsfilme reinzuziehen und diese geschichtlich kritiklos  hinzunehmen, das ist vielleicht von den meissten Thai,s nicht andres zu erwarten, aber wir sind "Falangs"..:-)
Damit habe ich Dir, Jinjok sicher auch einen teil der Antwort, welche ich zum geschichtsthema von Dir erwartet habe, selber beantwortet...?:-)
Freue mich auf meinungen zum Thema Film und Identitaet, das Thema ist noch nicht fertig, es faengt gerade erst an...
Gruss Klaus

PS:
Wie ein Volk mit seiner Vergangenheit umgeht,
wird es seine Zukunft gestalten ...
 
K

KLAUS

Gast
Hi Crassus,
ich gehe mit dem Film garnicht so hart ins gericht, wie es Dir scheint..:-)
Sagte ich doch, der Streifen hat allenfalls unterhaltungswert...;-)
Diesen moechte ich auch keinesfalls in Zweifel stellen.
uebrigens,
ist die Handlung dieses Filmes zeitgeschichtlich zo unbedeutend, dass diese Ereignisse nicht im Geschichtskalender  zur Ausbildung der Reiseleiter vermerkt ist,
da ist der Krieg/Feldzug zwischen Burma und Ayutthaya eher erwaehnt:
Auszug:
1569 Ayutthaya wird von den Burmesen besetzt
1584 Koenig NARESUAN (der Grosse), vertreibt die Burmesen und befreit das Land von der Herrschaft der Burmesen.
Ich moechte auch niemendem die freude am Kino verderben, meinkleiner Einwand sollte nur Geschichtskritik bewirken..:-)
Gruss Klaus
 
Jinjok

Jinjok

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Hi Klaus
Zunächst wurde der Film ja nicht gerade jetzt (also 2001) gedreht sondern seit Sommer 1999 das war noch zu Zeiten, da war von Thai Rak Thai noch nichts zu hören.

Das Argument, das der Film geschichtlich irrelevante Details portraitiert kann nicht Dein vorher gemachtes Statement ersetzen, der Film hätte überhaupt keinen historischen Bezug außen den Kostümen.  Aber nur weil es in der Zeitleiste für Reisefüher nicht verzeichnet ist, heißt es nciht das es nicht von historischem Interesse wäre. Ich habe reihenweise detaillierte Historien über die Geschichte von Ayutthaya gefunden.

Nun ist Suriyothai in mehrerlei Hinsicht eine interessante Persönlichkeit in der Thai-Geschichte. Zum Einen ist sie die Großmutter vom historisch bedeutenden König Naresuan I. Zum Anderen wurde bei den Notizen iher Geschichte zum ersten Mal auch etwas über die Rolle der Frau in der damligen Thaigesellschaft bekannt.

Nicht nur daß sie sich für ihren mann geopfert hat, um den Fortbestand des Königreiches zu sichern, nein der Film zeigt auch die weiblichen Ränkespiele hinter den Kulissen, in denen Männer nur zu Spielbällen oder Marionetten wurden. Allein das ist ein Meilenstein in der patriarchich ausgerichteten Gesellschaft. Thao Suranaree geht noch mal in die geleiche Richtung - weibliche Nationalhelden.

Auch wenn das Existieren einer einheitlichen Thai-Rasse nicht nachgewiesen werden kann, hat das IMO nichts mit dem in der Praxis anzutreffenden Stolz ein Thai zu sein zu tun. An dem Faktum kommt man nicht vorbei. Das einzig mir bekannte Problem mit dem landesweit gleichermaßen vorkommenden Stolz auf das Thaisein, war die Moslem-Frage nach dem 11.September mit dem Aufruf zum Djihat.

Hier noch ein Paar unabhängige Links mit Besprechungen zum Film. Wie gesagt ich sah den Film selbst und habe im nachhinein gefunden, daß er einen sehr exakten Ausschnitt der Ereignisse des behandelten Zeitabschnittes wiedergab. Wer den Film nicht sah, kann sich hier ein Bild machen:

Bangkok Post

CNN

mfg jinjok
 
Thema:

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