Samstag, 27. Mai 2006
Birma ignoriert Appelle
Suu Kyi weiter unter Hausarrest
Das birmanische Militärregime hat ungeachtet eines Appells in letzter Minute von UN-Generalsekretär Kofi Annan den Hausarrest für Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi um ein Jahr verlängert. Dies sei der Oppositionsführerin von den Behörden in ihrem Haus in Rangun mitgeteilt worden, erklärte die Regierung. Am Samstag wäre ihr Hausarrest ausgelaufen.
Die Vorsitzende der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) darf seit drei Jahren ihr Haus nicht verlassen. Insgesamt verbrachte Suu Kyi von den letzten 16 Jahren zehn unter Hausarrest.
Annan hatte am Freitag in einer persönlichen Botschaft an das Militärregime appelliert, die Politikerin freizulassen. Er zähle darauf, dass Juntachef Than Shwe "das Richtige tue", schrieb Annan aus Bangkok, der letzten Station seiner Asien-Reise. In der vergangenen Woche durfte Suu Kyi den UN-Gesandten Ibrahim Gambari treffen. Dies war das erste Mal seit zwei Jahren gewesen, dass Suu Kyi außer ihrem Arzt Besuch empfangen durfte.
Auch Sanktionen wirkungslos
Gambari hatte deutlich gemacht, dass die Aussichten Birmas auf verbesserte Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft von "greifbaren Fortschritten bei der Wiederherstellung politischer Freiheiten und bei der Achtung der Menschenrechte" abhingen. Internationale Appelle oder Wirtschaftssanktionen westlicher Länder gegen Birma sind bislang praktisch wirkungslos geblieben.
Nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen sitzen dort noch immer weit mehr als 1.000 Menschen aus politischen Gründen hinter Gittern. Die NLD hatte 1990 Parlamentswahlen mit überwältigender Mehrheit gewonnen, was die Generäle allerdings nie anerkannten.
http://www.n-tv.de/672194.html