Starke Regenfälle in Udon-Thani!

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Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Starke Regenfälle in Udon-Thani!

Als ich diesen Satz heute im ‚Wettertrhread’ postete, fiel mir die Geschichte ein, wie ich das erste Mal im Dorf von Jindi übernachtete. Es regnete damals auch.

Man hatte uns eine kleine Hütte zugewiesen. Ein kleines Holzhaus welches auf Pfählen Stand. Den ganzen Nachmittag hatten wir unter der Hütte gesessen, gut gegessen und getrunken. Es war schon lange dunkel geworden und wir beschlossen, schlafen zu gehen.
Mit einer Taschenlampe bewaffnet kletterten wir die Stufen der breiten Treppe hinauf und betraten unsere eigentliche Wohnung – einen absolut leeren Raum.
Jindi hatte ein paar Binsenmatten mitgebracht, die sie ausrollte.
Dann lagen wir eng aneinandergeschmiegt auf dem Boden, auf eben diesen Binsenmatten.
Allerdings nicht lange. Jindi war bereits eingeschlafen und mich überfiel ein menschliches Rühren.
Die Toilette war draußen, nicht einmal 100 Meter von der Hütte entfernt.
Ganz vorsichtig, um Jindi nicht zu stören, stieg ich die Treppe hinunter und trat auf den Hund, der sich dort zusammengerollt hatte und mit lautem Quieken aufsprang.
„Mii arai khaa – Was ist los?“, hörte ich Jindi von oben schlaftrunken fragen.
„Mai mii arai – Es ist nichts!”
Mai mii fai mai – Hast du keine Lampe?“ Diese Idee war nicht von der Hand zu weisen und ich stieg wieder die Treppe hinauf wo ich mir den Kopf stieß.
Mit Hilfe der Taschenlampe konnte ich feststellen, dass es der Türbalken war.
Kaum erneut unten angelangt, gelang es mir mit Hilfe der Lampe problemlos einen meiner Schuhe zu finden. Der zweite Schuh (ich trage meist zwei Schuhe) war jedoch verschwunden. Wahrscheinlich hatte der Hund ihn aus Rache verschleppt.
Mit einem Schuh bekleidet schaukelte ich dem stillen Örtchen entgegen, wobei ich den Boden nach Thakarp, Skorpionen und Schlangen ableuchtete.
Auf dem Rückweg zur Hütte hörte ich in der Ferne leises Donnergrollen und als ich an unserer Hütte angekommen war, fielen die ersten Tropfen.
Den Schuh deponierte ich vor der Treppe (vielleicht brauchte der Hund ja zwei Schuhe) und stieg leise hinauf.
Um Jindi nicht zu stören verzichtete ich auf das Licht der Taschenlampe.
Jindi wurde auch nicht durch das Licht geweckt, sondern durch ein paar grässliche Flüche, als ich mir den Kopf am Türbalken stieß und dabei die Lampe fallen ließ, die die Treppe herunter polterte und irgendwo im Dunkeln unter der Hütte liegen blieb.
Mai mii fai mai – Hast du kein Licht?“, war Jindis halb schlafend gemurmelte Frage.
Eng aneinander geschmiegt schliefen wir ein. Das heißt, Jindi schlief.
Das Gewitter entlud sich über unserer Hütte und Regen prasselte auf unser Wellblechdach.
Das Geräusch, welches der Regen verursachte, übertönte sogar die meisten Donnerschläge.
Trotzdem wäre ich auch beinahe eingeschlafen, wenn mir nicht regelmäßig im Abstand von wenigen Sekunden dicke Tropfen in den Nacken gefallen wären.
Ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen und die kleine Undichtigkeit zu beseitigen. Hierzu wäre eine Taschenlampe sicher von Vorteil gewesen.
Vorsichtig, um Jindi nicht zu stören, stand ich auf.
„Mai mii fai mai – Hast du kein Licht?”
Im letzten Augenblick dachte ich an den Türbalken und stieg siegessicher lächelnd die Treppe hinunter, wo ich über meinen Schuh stolperte.
Unter der Hütte, bei Gewitter und in pechschwarzer Nacht, tastete ich nach der Taschenlampe und hatte auf Anhieb den Hinterlauf des Hundes in der Hand.
Dieser erinnerte sich schlagartig daran, dass ich es gewesen war, der ihn getreten hatte und sprang mit einem erneuten Quieken auf.
„Mii arai khaa – Was ist los?“, war in einer Pause zwischen den Donnerschlägen Jindis Stimme zu vernehmen.
„Mai mii fai mai – Hast du kein Licht?”
Über mir sah ich im Licht eines brennenden Streichholzes Jindis fragendes Gesicht auftauchen.
Ich ließ mir die Schachtel mit den Streichhölzern zuwerfen. Mit deren Hilfe fand ich dann auch recht schnell die Lampe. Auch den Hund konnte ich in einiger Entfernung erkennen. Ich bin mir sicher, er grinste.
Erneut kletterte ich nach oben und reichte Jindi die Taschenlampe durch die Tür.
„Pass auf, der Türbalken!“, sagte sie. Sie hätte es auch etwas eher sagen können.
Mit Hilfe der Taschenlampe begann ich die Decke zu untersuchen. Jindi sah mir interessiert zu.
„Kit wa mii ruu – Ich glaube, da ist ein Loch“, bemerkte sie mit Kennerblick.



Demnächst erzähle ich euch die Geschichte weiter.

Gruß

Mang-gon Jai
 
sunnyboy

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Dito, Fortsetzung erwünscht. :lol: :rofl: :undweg:
Gruß Sunnyboy
 
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Airport

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Tja MgJ,
da haste jetzt was angefangen...:lol::lol::lol::lol:
Jetzt musste weitermachen, sonst wirst Du mit Mails bombardiert :frieden:
Aber wie ich dich kenne, kommst Du diesen Bitten gerne nach, es liegt dir ja im Blut...:lol: :computer: :idea:

In diesem Sinne..........
 
Loso

Loso

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@MgJ

Wunderbar erzählt. Stutzig machten mich der/die Schuhe. Die trage ich nämlich nur wenn ich in der Stadt unbeweibt -in meinem Tempo- Kilometer fressen kann oder klimatisierte Orte ansteuere, jedoch nie ohne Socken.:)

(loco) Loso
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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@Loso
Unter Schuhen mußt du Badelatschen verstehen. Die trägt man in unserem Dorf ca 26 Stunden pro Tag. Beim Betreten der Wohnung bleiben sie draußen vor der Treppe stehen.

Gruß

Mang-gon Jai
 
Loso

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@MgJ
Hab´ich mir doch gleich gedacht, dass es keine richtigen Schuhe waren. Die 26 Stunden kriegen aber allenfalls Astronauten hin, glaub ich.

Loso
 
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Airport

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Stimmts MgJ,
Du hast damit gerechnet, dass ein Doofer fragt?? :hilfe:
Also, ich tue es :
Ein Tag hat insgesamt 24 Stunden, auch in Thailand. Das weiss ich ganz genau :lol: :idea:
Nun erklaere mir bitte, wieso das bei Dir anders ist..:lol: :nixweiss:

Ich lerne gerne dazu........
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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@Loso, Airport
Ein Tag hat 24 Stunden! Und dann kommt die Nacht dazu. :lol:
Und Thailändische Nächte können lang sein... :lol::lol:


Gruß

Mang-gon Jai
 
A

Airport

Gast
WIE MgJ,
Du behaelst DABEI diese haesslichen Schlappen an ?????:crazy: :heilig:

Die arme Jindi.....:lol:


In diesem Sinne und wo jetzt eine Welt zusammen bricht......
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Der nächtliche Regen ging weiter. Hier Teil2:

„Kit wa mii ruu – Ich glaube, da ist ein Loch“, bemerkte sie mit Kennerblick.

Es gab kein Loch, jedenfalls kein bestimmtes. Ich konnte keins entdecken. Durch zahlreiche undichte Stellen schien das Wasser zu sickern. Dann lief es an verschiedenen Balken entlang bis es die Stellen oberhalb meines Nackens gefunden hatte. Von dort aus stürzte es sich tropfend auf mich.
Sicher hätte ich den Schaden beheben können, wenn ich etwas größer gewesen wäre. Es gab leider keinen Stuhl auf den ich steigen konnte.
Aber ich erinnerte mich, dass ich unter der Hütte einen Eimer gesehen hatte. Wenn ich auf dem umgedrehten Eimer stand, musste ich bis an die Balken langen können.
Erneut stieg ich also die Treppe hinunter. Ich hatte auch die Taschenlampe bei mir und zog an der Tür rechtzeitig den Kopf ein.
Der Hund, der bei meinem Kommen einige Meter geflüchtet war, beobachtete mein Tun aus sicherer Entfernung.
Auf Anhieb fand ich den Zinkeimer. Es hatte sich wohl Regenwasser darin gesammelt. Dieses goss ich an einem der Pfähle, auf dem unser Haus stand aus.
Der dämliche Hund grinste schon wieder.
„In dieser Gegend werden immer noch Hunde gegessen!“ Ich konnte es mir nicht verkneifen, ihn darauf aufmerksam zu machen.
Dann stieg ich mit dem Eimer in der einen und die Lampe in der anderen Hand die Treppe nach oben, wo mir Jindi den Eimer abnahm.
„Pass auf den Türbalken!“
Langsam nervten mich Jindis Warnungen. Ich passe schon selber auf. Außerdem kam die Warnung sowieso zu spät!
Zusätzlich stellte sie dumme Fragen wie zum Beispiel: „Wohin hast du den Reis getan, den ich in dem Eimer eingeweicht hatte?“
Was nun kam war eine Kleinigkeit. Der Eimer wurde umgedreht und mit einem eleganten Schwung stieg ich auf den Eimer, dessen Boden sich sofort löste, wodurch ich durchtrat.
Irgend fand ich, dass Jindi plötzlich einen ähnlichen Gesichtsausdruck hatte, wie der dämlich grinsende Hund. Es muss wohl an der Beleuchtung gelegen haben.
„Tirak norn lap dii gua. Phueng nii schan scha tham – Schatz, lass uns lieber schlafen. Morgen mache ich es fertig“.
Morgen mache ICH es fertig. ICH, ein fähiger Farang, mache es fertig, keine Frau!!! Wer denn sonst?
Allerdings gab ich ihr recht. Diese kleine Tätigkeit auf morgen zu verschieben, war sicher angebracht. Es wurde auch sicher schon bald hell.
Wir legten uns hin. Natürlich nicht auf die gleiche Stelle, wo der stete Tropfen versuchte mich zu treffen. Jindi hatte die Matten an einer anderen Stelle des Raums ausgebreitet.
Dann lagen wir wieder eng aneinandergeschmiegt auf dem Boden, auf unseren Binsenmatten. Sehr schnell schliefen wir ein. Das heißt Jindi schlief.
Ich drehte mich auf den Rücken und starrte zur dunklen Decke auf der der Regen prasselte. Vor meinem geistigen Auge sah ich den Hund. Frech grinste er mich an, als mir der erste Tropfen auf die Stirn fiel. Der Regen hatte mich wieder gefunden.
Irgendwie war es mir egal geworden. Morgen würde ich es richten. Morgen würde ich auch den Hund abschaffen.
Eng aneinander geschmiegt lagen wir wieder zusammen. Endlich schlief auch ich ein. Im Unterbewusstsein spürte ich, wie Jindi aufstand. Wo wollte sie denn nachts hin?
„Mai mii fai mai – Hast du kein Licht?”, hörte ich mich sagen.
Daraufhin hörte ich ihr Lachen und ich schlug die Augen auf.
Es war 10 Uhr vormittags, strahlende Sonne, kein Wölkchen am Himmel. Jindi saß unten an der Treppe und spielte mit dem Hund. Er grinste schon wieder.
„Schau nur“, sagte Jindi. „Der Hund muss heute Nacht den Eimer mit dem eingeweichten Reis umgestoßen haben. Ich habe schon mit ihm geschimpft.“
Dieses Mal grinste ich.


Teil 3 folgt bald


Letzte Änderung: Mang-gon-Jai am 01.09.02, 21:23
 
Loso

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:rofl::bravo::super:
insbesondere:
Morgen mache ICH es fertig. ICH, ein fähiger Farang, mache es fertig, keine Frau!!! Wer denn sonst?
;-D Loso
 
Uli

Uli

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hi MGJ,

ich melde mich auch mal wieder zu worte.

geniale story, ich kann heute sicher nicht schlafen. danke, weiter so.

grüsse

Uli
 
K

KLAUS

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Hi MGJ,
habe den beitag mit freude gelesen , das sollte ein kleines, oder vielleicht groesseres Buch werden...LOL:-)
Dein Schreibtalent ist unverkennbar, da wird man richtig neidisch...:-)
freue mich auf Teil 3.
Gruss Klaus
 
MichaelNoi

MichaelNoi

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Hallo Mangon,
vielen Dank für den Montagmorgenlacher :-)
So muß eine Arbeitswoche anfangen
 
I

Iffi

Gast
MfG,
da geht man glatt mit schon Mittwochs-Laune am Montag ins Office.

Danke!:-)
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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Jetzt beginnen wir, den Schaden zu beheben.

„Schau nur“, sagte Jindi. „Der Hund muss heute Nacht den Eimer mit dem eingeweichten Reis umgestoßen haben. Ich habe schon mit ihm geschimpft.“
Dieses Mal grinste ich.

Nach dem ausgiebigen Frühstück – ohne Frühstück läuft nichts – beschloss ich Teer zu kaufen und damit das Dach abzudichten. Das würde sicher nicht sonderlich schwer sein. Teer aufs Dach gießen und fertig. Ne Sache für ne halbe Stunde.

Wir fuhren in die Provinzhauptstadt, die gerade mal 45 KM entfernt lag. Dort hatte ich ein großes Geschäft gesehen, ähnlich einem Baumarkt. Dort würde ich Teer kaufen können.
Dem dort schaffenden Verkäufer erklärte ich mein Anliegen.
„Teer?“, fragte er unsicher.
„Ja, Teer zum Abdichten des Daches!“ Warum beschäftigten sie hier derart unqualifiziertes Personal, was nicht einmal Teer kennt?
„Du solltest Bitumen nehmen, Mister“, glaubte er mich korrigieren zu müssen.
„Teer ist ein harter, fester Klumpen. Um Teer verarbeiten zu können, musst du ihn erst erhitzen und im heißen Zustand auf das Dach gießen. Das ist sehr umständlich!“
Wieso glaubte er alles besser zu wissen?
„Bitumen gibt es in unterschiedlichen Arten. Einige Sorten sind fast flüssig. Das sind die Besten.“
„Ich will Teer!“ Von diesem jungen Schnösel lasse ich mir doch nicht meine Planung umwerfen.
Wo sollen wir den Teer heißmachen?“, fragte Jindi, die offensichtlich mit dem Schnösel unter einer Decke steckte.
Wir einigten uns auf einen großen Eimer „Bitumen der Sorte ‚Flüssig’.“ Der Eimer war so schwer, immerhin 50 KG, dass Jindi ihn kaum zum Auto schleppen konnte.
In der Zwischenzeit wählte ich noch einen hübschen Spachtel aus mit dem ich den Bitumen auf das Dach streichen wollte.
Auf der Rückfahrt hielten wir noch an einem Stand und kauften ein Paar Schuhe, Sandalen. Von meinem Paar zu Hause fehlte immer noch genau die Hälfte.

Im Dorf angekommen, wurden wir neugierig betrachtet.
„Neue Schuhe hat der Farang. Die sehen gut aus“, sagte ein Nachbar lobend, während Jindi den Eimer vom Auto lud.
„Oh, Bitumen habt ihr gekauft. Das ist gut! Ist viel Besser als Teer!“
„Wenn man etwas macht, sollte man etwas Anständiges nehmen“, klärte ich den Nachbarn auf. „Teer nimmt man nicht mehr zum Ausbessern von Dächern. Teer ist ein harter, fester Klumpen. Um Teer verarbeiten zu können, musst du ihn erst erhitzen und im heißen Zustand auf das Dach gießen. Das ist sehr umständlich!“
Dieser Mann hatte offensichtlich keine Ahnung von Dachreparaturen.
„Warum hast du Bitumen in der Stadt gekauft? Bitumen gibt’s bei uns im Dorf doch auch. Alle hier nehmen Bitumen.“

„Hast du eine Leiter?“, fragte ich, um diesen Ignoranten auf ein anderes Thema zu bringen.
Er nickte und schlich von dannen, um die Leiter zu holen.
Einige Zuschauer waren zwischenzeitlich gekommen. Sie hatten Binsenmatten vor unserer Hütte ausgerollt, worauf sie jetzt saßen. Von dort aus hatten sie einen guten Blick auf das Dach und wohl auf mich. Auch mein Feind, der grinsende Hund war mit von der Partie. Einige Leute hatten sich sogar etwas zum Essen und Trinken mitgebracht.

Der Nachbar kam mit der Leiter und lehnte sie an die Hütte. Sie hatte die ideale Länge und reichte genau bis an das Dach.
„Du kannst aber auf diese Leiter nicht steigen, sie ist morsch!“, erklärte der Nachbar.
Eine kurze Prüfung ergab, dass sie mich wohl noch tragen würde. Wenn ich aber zusätzlich mit dem 50 KG schweren Eimer belastet war, sah die Sache ziemlich schlecht aus.
In solch aussichtslosen Situationen zeigt sich, wie wichtig flexibles Denken ist.
Ich würde also allein, ohne den Eimer auf das Dach steigen und diesen dann mit einem Seil hinaufziehen.
„Du kannst nicht auf das Dach steigen“, mischte sich jetzt Jindi ein. „Das Wellblech ist schon sehr alt und dünn wie Papier. Du würdest sofort durchfallen.“
Dieser Gedanke hatte etwas für sich. Er wurde auch unter den Zuschauern auf den Binsenmatten lebhaft diskutiert.
Erneut war flexibles Denken gefragt. Hinter der Hütte hatte ich ein paar Bretter gesehen. Diese würde ich auf das Dach legen. Auf diesen Brettern konnte ich mich dann sicher bewegen. Sozusagen ‚Bretter die die Welt bedeuten’.
Es klappte. Die Bretter lagen auf dem Dach. Vorsichtig stellte ich mich versuchsweise darauf. Meinem Publikum schenkte ich ein siegesgewisses Lächeln.
Neben die Bretter zu treten, durfte mir allerdings nicht passieren.
Sicher war es besser, den Eimer mit dem Bitumen am Boden zu öffnen. Hier oben auf dem Dach erschien es mir etwas schwierig.
Mit einem großen Schraubenzieher aus dem Bordwerkzeug des Autos begann ich den Deckel vom Eimer zu lösen.
Dabei erzählte ich den Anwesenden, wie mir der junge Schnösel im Geschäft unbedingt Teer anstatt Bitumen aufschwatzen wollte. Glücklicher Weise war ich aber standhaft geblieben und hatte Bitumen genommen. Bitumen in fast flüssiger Form. Bitumen dessen Deckel sich nicht öffnen ließ.
Muss man Deckel von Bitumeneimern fest schweißen?
Wir besitzen ein praktisches Gerät mit dem Jindi Konservendosen öffnet, einen handelsüblichen Dosenöffner.
Hiermit gelang es mir, ein Bierdeckel großes, scharfkantiges Loch in den Deckel zu schneiden. Es war so groß, dass der Spachtel wunderbar hineinpasste und auch hineinfiel.
Durch das Loch konnte ich ihn langsam in der schwarzen Masse versinken sehen.
 
sunnyboy

sunnyboy

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@MGJ, wie immer nicht schlecht, bin schon gespannt auf die Fortsetzung. Was sind bitte Bitumen?
Gruß Sunnyboy
(der kein Baufachmann ist :lol: )
 
A

Airport

Gast
@ sunnyboy,
ich bin auch kein Fachmann, aber wage es trotzdem:
Bitumen ist eine klebrige schwarze Teerartige Masse, welche man fuer Dachreparaturen benoetigt....

Richtig, Ihr Fachleute???

In diesem Sinne.......
 
Mang-gon-Jai

Mang-gon-Jai

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@Airport

Das hast du richtig erklärt. Bitumen hat viele Vorteile: Es ist schwarz, klebt und läßt sich aus Kleidung nicht auswaschen.


Gruß

Mang-gon Jai

Letzte Änderung: Mang-gon-Jai am 09.09.02, 19:43
 
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