Na ja, Gurkenkrümmungen zu definieren ist halt einfacher.
Auszug aus:
https://www.n-tv.de/politik/Die-Wahrheit-ueber-die-Regelungswut-der-EU-article12821446.html
Der Krümmungsgrad von GurkenEU-Verordnung 1677/88 besagt: Eine Gurke der besten Güteklasse muss "gut geformt und praktisch gerade" sein. Die "maximale Krümmung" darf 10 Millimeter auf zehn Zentimeter betragen. Eine wirklich ulkige Normierung eines wirklich banalen Gemüses und seit 1988 der Inbegriffs des Brüsseler Wahnsinns. Dabei denken längst nicht alle so schlecht über die Maßregelung der Gurke: Spediteuren und Supermärkten erleichtern die gleichmäßige Form von Gurken Transport und Verkauf. Schließlich passen sie so problemlos und platzsparend in Kisten. 1677/88 schuf ein komplett vorhersehbares Bild davon, was ein Landwirt zu liefern hat. Dadurch gibt es weniger Streit. Als die Verordnung 2009, auch wegen ihres schlechten Images, aufgehoben wurde, protestierten viele Bauernorganisationen. Die Gurkenverordnung ist in Wahrheit so erfolgreich gewesen, dass ihr Inhalt auch nach der Abschaffung in der Praxis noch immer gilt. Bis heute werden in den wenigsten Supermärkten krumme Gurken verkauft.
oder:
Das Verbot von Glühlampen
Das Aus für die Birne kommt in kryptischen Worten daher. Im Dezember 2008 gibt die EU-Kommission bekannt, dass auf Basis der Ökodesign-Richtlinie 2005/32/EG Herstellung und Vertrieb von "Lampen geringer Energieeffizienz" verboten werden. Letzte Stufe des Plans: Ab September 2012 dürfen nur noch "Punktlichtquellen" - also Lampen - mit Energieeffizienzklasse C verkauft werden - das faktische Aus für Glühbirnen aller früher üblichen Leistungsstufen. In deutschen Baumärkten war der Teufel los. Hamsterkäufe setzten ein, Millionen Deutsche wollten sich auf den letzten Drücker noch mit Jahresvorräten eindecken. Schließlich sind die vermeintlichen Ökoalternativen höchst unbeliebt: zu teuer, giftig, ein kaltes Licht verströmend. Na, herzlichen Dank auch, liebe EU. Doch was die wenigsten wissen: Abgesehen davon, dass es mittlerweile akzeptable Alternativen gibt, ist das Glühbirnen-Verbot keine Brüsseler Idee. Tatsächlich war es der damalige Umweltminister und heutige Vizekanzler Sigmar Gabriel, der die Regelung in einem Brief an die Kommission im Jahr 2007 anregte.
oder:
Der Verordnungskatalog für Karamellbonbons
"Noch Fragen, Hauser?" "Ja, Kienzle!" - Kaum jemand brachte die Empörung über politische Missstände so gut auf den Punkt wie der leider früh verstorbene Journalist Bodo Hauser. Im Schlussdialog der ZDF-Sendung "Frontal" zog er gerne und lustig über die politische Klasse und die EU-Regulierungswut her. Dabei trug er auch zur Legendenbildung bei. In einem Buch schrieb er: "Die Zehn Gebote haben 279 Wörter, die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung hat 300 Wörter, die EU-Verordnung zur Einfuhr von Karamellbonbons hat 25.911 Wörter." Das darf doch wohl nicht wahr sein! Ist es auch nicht. Eine solche Karamellbonbon-Verordnung gibt es nicht.