Reise in den Südosten.
ur Zeit habe ich den Patty-Koller. Alles stinkt mich an hier, der Verkehr, in dem man beim überqueren der Strasse sein Leben riskiert. Die stinkenden Mülltonnen am Strand entlang und das dreckige Meer. Nicht zu vergessen die Lügen der Barmädchen.
Da wieder eine Visa-Run ansteht wähle ich diesmal einen zwar längeren Weg erhoffe mir aber neue und schöne Eindrücke zu gewinnen. Mein Ziel ist die Südostspitze von TH, da unten erhoffe ich schöne ruhige Strände vorzufinden.
Ab in den Süden auf die Suche nach schönen Stränden. Mit einem Motortaxi ließ ich mich zum Lotus fahren. Den Trolli nahm der Fahrer vorne zwischen die Beine. Er war schlau brachte mich gleich zur Busstelle an der Sukumwit. Dort fragte ich eine junge Frau, ob man hier die Busse nach Rayong stopen kann. Kurz darauf machte sie mich auf einen Bus aufmerksam dieser war in Thai beschriftet, hätte ich also Probleme gehabt. Der Beifahrer kassierte den Fahrtpreis ohne eine Fahrtkarte zu übergeben. Wie da abgerechnet wird ist mir ein Rätsel. Im Bus war es affenkalt, wie das die Thais aushalten können wundert mich. Ich hatte deshalb extra eine Pulli dabei und diesmal auch Socken. Beim letzten Visarun schmerzten mir die Fußknöchel. Was mich bei der Fahrt beeindruckte waren die schönen und gepflegten Gartenanlagen. Sogar bei Militärkasernen und Denkmälern gab es wunderbar exotische Anlagen. Ebenso ein E-Werk war mit schön geschnittenen Sträuchern und Bäumen umgeben. Anscheinend versuchen die Strauchschneider sich in dieser Kunst zu übertreffen, denn es gab verschieden Zugeschnittene Sträucher in Form von Tieren.
Hier unten gibt es etliche militärische Anlagen. So war hier im Vietnamkrieg einer der größten amerikanischen Flugstützpunkte. Heute landen hier die russischen Touristen, die hier in der Mehrzahl sind.
In Rayong nutzte ich die Stunde Aufenthalt um bei 7/11 Getränke und Kekse zu besorgen. Am Busbahnhof gab es jetzt Karten Rayong - Trat B 113. Aber die Verständigung in Englisch wurde schon schwieriger. Da setzte sich eine junge Dame zu mir auf die Wartebank, die aussah als ob sie Englisch verstehe. Ein wenig, wie ich feststellte. Die Frage woher sie komme verstand sie nicht, deshalb nahm ich meinen Barführer zu Hilfe. Aus Chiang Rai kam sie, war sehr hellhäutig. Nun wollte sie den Barführer sehen und fing in der Mitte an zu lesen, bei den Themen Einladungen. Das ging ja noch, aber später im Bus, der rappelvoll war und wir stehen mußten, fing sie hinten an zu lesen, hatte wohl Interesse gefunden. Da standen aber Beschimpfungen wie . Hau ab du faules Stück. Als sie schließlich zum Thema Sex kam, hob ich warnend den Zeigefinger. Nun hatte sie wohl den Eindruck gewonnen ich sei ein Sextourist. Um mein Image zu verbessern, zeigte ich ihr Bilder in meiner Digi von schönen Aufnahmen in einem Wat. Draußen sah man immer wieder schöne Wats oder Gärten vorbei ziehen, das ist der Nachteil einer Busreise, daß man an diesen schönen Plätzen nicht anhalten kann.
In Trat angekommen stürzten gleich einige Taxifahrer auf mich. Ich suchte einen Bus der weiter nach Süden fuhr und gab als Ziel den ersten Ort an der Küste an. Aber dort gäbe es keine Bungalows erklärte man mir. Nachdem die Taxifahrer unsere Schrift nicht lesen konnten, nannte ich ihnen den Namen eines Strandes der in der Karte eingetragen war. Der Minibus fuhr erst los, als er voll war. Irgendwo auf der Strecke hielt der Bus und der Fahrer deute mir an, daß ich aussteigen sollte. Tatsächlich gab es große Schilder auf den der Name des Strandes stand. Alsdann machte ich daran zum Strand zu gehen. Es war nur ein Lehmweg und nach ein paar Meter war er durch einen quer liegenden Baumstamm gesperrt. Das hatte wohl keinen sinn da runter zu laufen und ging auf die Hauptstrasse zurück, in der Hoffnung einen Bus oder Taxi stoppen zu können. Daß ich den Taxifahrer verfluchte, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Leider brausten nur Pkws oder voll beladene Pickups vorbei. Nachdem ich 3 km in der Hitze mit meine Trolli marschiert war, kam ich an eine Polizeisperre, dort ließ ich mich in einen Sessel falle und wollte keinen Schritt mehr weiter machen. Lieber hätte ich auf der Polizeiwache gepennt. Wenn ich wo weg kam dann hier, denn alle Auto. Ein Offizier kam auf mich zu und ich schilderte ihn mein Pech und sagte, daß ich ein Hotel suche. Er war sehr nett und meinte ich solle nur warten es käme schon ein Taxi vorbei. Und wirklich nach ein paar Minuten winkte er ein Sammeltaxi auf die Standspur uns sprach mit dem Fahrer. Als er mir deutete aufzusteigen bedankte ich mich vielmals. Es war ein langer Weg ca 30 km bis zum nächsten Ort. Wir fuhren zwar an 2 Ressorts vorbei, aber ich hatte keine Lust, das Taxi anzuhalten und vielleicht in einem teuren Ressort zu landen.
Unterwegs sah man sehr viele Shrimpfarmen, war wohl nicht mehr viel im Meer zu holen. Endlich nach langer Fahrt, der Fahrpreis betrug nur B 30, kamen wir in einem Ort namens Khlong Yai an, der letzte Zipfel TH.
Immer wenn ich nach einem Hotel fragte wurde ich die Straße entlang weitern geschickt. Eine ältere Frau die mir auf einem Moped entgegen kam, lächelte mich an. Zum Glück war ich nicht frech, obwohl ich schon sauer war. Denn kurz vor dem Hotel überholte mich die Frau und deutete mir in den Hof zu gehen. Sie war die Besitzerin oder Managerin der Bungalowanlage. Sie wies mir einen Bungalow für B 200 zu. Nach einer erfrischenden Dusche machte ich mich auf den Weg zum Markt, ich war der Meinung hinter der nächsten Strasse würde der Strand beginnen, aber da war wieder eine Reihe Holzhäuser. Ein paar Meter weiter kam ich auf eine kleine Brücke, was ich da zu sehen bekam war weniger erfreulich und mir bewußt, daß ich den Strand hier vergessen konnte, siehe Bilder.
Der Beach
Also bat ich einen Motortaxifahrer mich an den Beach zu fahren, er meinte es gäbe keinen Beach, nur auf Ko Chang. Ich nahm ihn nicht ernst und beauftrage ihn mich an der Küste entlang zu fahren. Zu meiner Überraschung fuhr er auf die Hauptstrasse. Nach kurzer Fahrt sah ich einen Weg Richtung Meer abzweigen und ließ ihn hineinfahren. Bald kam er auf einen langen betonierten Kai, dort fuhr er etwa 600 Meter weit raus, wo sich eine große betonierte Plattform befand. Ich dachte ich bin an der Nordsee, eine Watlandschaft tat sich auf.
Erst jetzt konnte ich sehen, daß das die Häuser des Dorfes ins Meer hinaus auf Pfählen gebaut waren. Einige fahrbare Garküchen standen hier draußen. Es mag ja nett sein dort im kühlen Meerwind ein Fischessen beim Sonnenuntergang zu genießen. Aber ein einsamer Sonnenuntergang war nichts für mich, deshalb fragte ich den Fahrer nach dem Nightlife in diesem Ort. Dieses würde in Cambodia stattfinden meinte er.
Wieder am Markt angekommen sprach mich eine ältere Dame an und begleitete mich. Hatte sich wohl herumgesprochen, daß ein Farang hier hängen geblieben ist,
Sie führte mich an einen Stand an der ihre Freundin Fleischgerichte zubereitete, aber es tummelten sich zu viele Fliegen auf dem Fleisch, sodaß ich weiter ging. Und wo anders ein Reisgericht bestellte.
Bar
Nun versuchte ich eine Bar zu finden. Wen ich auch fragte das Wort „ Bar“ schien hier ein Fremdwort zu sein. Rund um den Markt drehten jede Menge Jugendlicher auf Mopeds ihre Runden, woher die wohl die Kohle hatten. Der Motortaxifahrer, den ich wieder begegnete verwies mich auf einen Gemischtwarenladen vor dem 2 Tische und Bänke standen, dabei saßen sieben junge Männer und tranken Bier. Nicht mein Ding. Kein Schwein rief: „welcome handsome man“. Die einzige Möglichkeit mit einem weiblichen Wesen ins Gespräch zu kommen, wäre wohl der Besuch bei einer Friseurin gewesen. Ich kam verärgert an der Garküche an, wo ich gegessen hatte und fragte nach einem Bier, das ich auch bekam. Später als ich bezahlen wollte und nach dem Preis fragte, legte der Wirt B 40 auf den Tisch, als ich Anstalten machte das Geld einzustreichen, veränderte sich sein Gesichtsausdruck zum Negativen.
Ich überlegte nun, was ich vom Markt für das Frühstück mitnehmen könnte. Ich entschied mich für eine gelbe Mango B 15, eine Packung getrockneter Kirschen B 35 sowie ein paar gegrillter Babybananenscheiben. In der Bungalowanlage angekommen saß die Managerin heraußen mit ihrem Gockel. Ja ihr Freund war ein weißer Hahn der ihr gegenüber auf der Lehne der Bank hockte. Ich setzte mich zu ihr. Mein letzter Versuch nach einer Bar zu fragen wurde mit einem Kopfschütteln quittiert. Ein Karaoke gab es, diesen Sing-Song brauchte ich bestimmt nicht. Aber eine Massage könnte ich nehmen 2 Std für B 300 bei einer Vietnamesin, da wurde ich hellhörig. Ab in die Dusche, ein paar Kirschen genascht, die getrockneten Früchte schmeckten herrlich. Die Chefin ließ mich auf den Gepäckträger ihres Mopeds aufsitzen und ab ging’s nur 60 Meter weit, damit war ihre Provisionsfrage geklärt. An dem Laden war ich kurz zuvor vorbeigekommen, traute mich aber nicht reinzugehen, denn drinnen lag ein Mädchen auf einer Couch und guckte Fernsehen, womöglich stand ich dann mitten in einem Wohnzimmer. Die Vietnamesin kam mir entgegen und begrüßte mich. Sie war gar nicht so alt wie ich befürchtet hatte. Im Entree angekommen erwarteten mich 7 junge Mädchen rumsitzend. Oh je, war wohl nichts mit der Vietnamesischen Massage. Ich suchte mir automatisch das hübscheste Kind aus, blickte mich aber nochmals um, denn hübsche Mädchen sind meist eingebildet und bringen wenig Service. Die Chefin aber betonte, daß dieses Mädchen gut wäre.
Oben im Zimmer, wo ich mich bis auf die Badehose ausgezogen hatte, überreichte mir das Mädchen ein Wäschestück. Ich dachte es wäre was zum zudecken, aber nein, es war eine weite Massagehose, das fehlte noch. Die Kleine hieß Fa, war 19 und sprach wenig Englisch, deshalb nahm ich meinen Barführer zur Hand. Sie war aus Cambodia aus Krong Kong, wo ich hin wollte. Nun versuchte ich rauszufinden ob sie noch ne Schwester dort hatte, leider nicht. Die Kleine quälte mich ganz schön. Eigentlich müßte ich doch wissen, wo ich in Chiang Mai eine Massageschule besucht hatte, daß Thaimassagen schmerzhaft sein konnten. Aber meine letzten Masseurinnen waren wirklich zärtlicher. Die Kleine setzte ihr ganzes Körpergewicht mit Ellbögen und Knien ein, um Druck auszuüben. Sie war eher schüchtern und nicht so eingebildet wie Thaimädchen. Von Cambodia hatte ich außer Bettlern und dem Casinopersonal noch nichts gesehen bei den letzten Visaruns.
Am nächsten Morgen wachte ich früh auf und wollte packen, das Nummernschloß am Trolli klemmte. Ich überlegte was nun, waren doch die wichtigsten Sachen darin.
Aß ein paar Kirschen, die schmeckten mir jetzt gar nicht mehr so gut. Ich probierte und Probierte, es ging nur um eine einzige Zahl. Das wichtigste, der Paß war auch drinnen. Irgendwann fing ich an zu fluchen, da klappte es. Jetzt schnell noch den bericht zu Ende schreiben, damit dieses elende Kapitel zum Abschluß gebracht werden konnte. Doch das Licht im Zimmer war so schlecht, so ging ich vor zur Rezeption uns setzte mich an den Steintisch. Dort graste der Hahn schon, wenigstens hatte er früh morgens nicht gekräht. Alsdann sprang er zu mir auf den Tisch und begann sich zu putzen. Die Chefin kam anschließend auch raus, ich fragte sie nach einem Orangensaft, hatte sie nicht. Also bescheidener konnte es in Cambodia auch nicht werden. Dort gibt es Baguetten und sonstige Kleinigkeiten aus der französischen Vergangenheit. Hier jedenfalls habe ich die Schnauze voll und haue ab, bevor es noch zu regnen anfängt. Tatsächlich begann es zu tröpfeln auch überfiel mich eine Müdigkeit der geschundenen Glieder. Also noch ne runde schlafen.
Nach dem Aufwachen wollte ich am Handy nach der Uhrzeit gucken, fand aber die Bauchtasche im Trolli nicht. Diesen hatte ich ja nicht mehr abgeschlossen. Vor 2 Stunden hatte ich noch nach der Uhrzeit gesehen. Trotz Durchsuchung des Zimmers fand sich die Bauchtasche nicht und da war auch mein Paß drin. Spinne ich dachte ich. Theoretisch hätte jemand mit einem Nachschlüssel ins Zimmer kommen können, derweilen ich an der Rezeption war. Aber die Ledertasche mit Dollars, die ich tagsüber am Körper trug, war auch da. Also kramte ich noch weiter im Trolli und zu unterst fand ich die Bauchtasche. An dieser Tasche war ein kleines Vorhangschloß, damit konnte ich jetzt den Trolli verschließen.
In dieser Bungalowanlage sah ich keine Menschenseele, die Visarunzeiten waren hier vorbei, nachdem ein neuer Grenzübergang mit nur halber Fahrtzeit von Patty , eröffnet worden war. An der Rezeption ließ ich noch B1000 wechseln damit ich am Taxi keine Probleme bekam. Ein Mopedtaxi, das gerade vorbeikam bot sich an, mich für b 70 an die Grenze zu fahren. Aber da es tröpfelte ließ ich mich an den Markt bringen. Dort warteten schon einige Sammeltaxen auf Kundschaft. Nun hatte ich Mühe einen Verkaufsstand zu finden, der was Trinkbares anbot. Eine Ovomaltine gab´s dann doch. Es wurde zunehmend warm und jetzt fiel mir ein, daß ich meine Kreislauftabletten nicht eingenommen hatte, die waren aber zum Glück griffbereit und eine Thermosflasche mit Orangensaft war auch noch in meiner Tragtasche.
Es war ein ziemliches Stück bis zur Grenze, kostete aber nur B 25. Auch hier waren einige Shrimpfarmen an der Küste zu sehen.
Fortsetzung folgt,
fred2 on tour