Na, bei solch' einem Thema darf mein Senf nun wirklich nicht fehlen;-D
'Traumdeutung' ist an und für sich ein nützliches Hilfsmittel zur Behandlung von psychischen (seelischen) Problemen, hat allerdings nichts mit der Tätigkeit von WahrsagerInnen auf Jahrmärkten zu tun. Vulgärpsychologisch werden Träume auch als Mülleimer der Seele bezeichnet, sprich, wir unternehmen so zumindest den Versuch, unverdaute Konflikte und Probleme aufzuarbeiten. Manchmal ganz hilfreich, wenn es aus bestimmten Gründen nicht möglich ist, die aus Frustration (Trieb-,Gefühlsunterdrückung) heraus entstehenden Aggressionen adäquat (angemessen) abzubauen
(Vielleicht liegt's auch an meinen Träumen, daß ich meine Schwägerin bis heute noch nicht abgemurkst habe). Ich teile übrigens nicht die Meinung, daß Frustration allein aus mangelnder sexueller Akivität entsteht, dafür ist das menschliche Seelchen zu vielschichtig
(jetzt fange ich mir natürlich eine Kopfnuss der unverbesserlichen Freudianer ein).
In Kulturen mit animistischen Tendenzen kommt allerdings noch eine andere Problematik hinzu. Wie zahlreiche ethnologische (völkerkundliche) Untersuchungen festgestellt haben, wird dort nicht der Traum an sich als real erlebt, sondern der Trauminhalt. Während wir in unserer in jeder Hinsicht hochgezüchteten Kultur spätestens nach dem Aufwachen das Geträumte als Traum definieren, kann es bei dem, der noch sehr stark dem Animismus verhaftet ist, dazu kommen, daß er das Geträumte als Realität, als tatsächlich passiert einstuft. Nur so kann es auch erklärt werden, daß die im Traum erlebten Gestalten als existente Dämonen oder eben als pii yak bestimmt werden. Nun weiß jeder hier im Forum, daß man die Existenz der Geister am besten nicht anzweifelt
es könnte die Geister erzürnen.
Das Beispiel des Traumerzählens von MichaelNoi läßt ja doch hoffen, dachte schon, ich stünde mit diesem Phänomen alleine da. Ist wirklich interessant, wie Suay mir fast jeden Morgen erst einmal erzählt, was sie so geträumt hat die Definition des Traumes als Mülleimer scheint doch nicht so weit her geholt. Erzählte sie mir paßt zu Michael - , sie hätte geträumt, wir lägen gemeinsam mit meiner Exfrau zusammen im Bett, ich hätte mich meiner Exfrau zugewandt, woraufhin sie wütend und heulend aufgesprungen wäre, hätte ihr Sachen gepackt und wäre abgehauen. Das Interessante war, daß sie im Schlaf tatsächlich ziemlich aufgeregt etwas gebrabbelt hatte, was ich allerdings nicht verstand. Und beim Erzählen, selbst mittags noch, konnte sie eine gewise Anspannung nicht verbergen. Zweifel, ob meine Ex nicht tatsächlich mit im Bett gelegen hatte ? Also, das müßte ich wissen.
Und die Koffer lagen auch noch auf'm Schrank... 