Unser Hausarzt hat uns, mich und meine Schwester, aufgeklärt über diese Krankheit. Als wir noch dachten Müttern wäre ein bißchen tüdelig aber sonst noch fit.
Er machte einen s.g. Uhrentest mit ihr und zeichnete ein Zifferblatt mit Uhrzeigern in einer bestimmten Stellung, meine Mutter schaute ganz wach als würde sie allem noch folgen können, aber die Uhrzeit konnte sie einfach nicht mehr erkennen.
Da sitzt also ein Arzt doziert über den geistigen Verfall der eigenen Mutter während sie mithört und scheinbar alles versteht, aber....
da ist kein Verständnis mehr.
Er sagte uns, zuerst schaltet das Gehirn ab, dann die inneren Organe und das wird Ca. 1 Jahr dauern dann wird sie tot sein, sie saß dabei und lächelte als wenn übers Wtter geredet wurde, eine surreale Situation für uns. Es kam wie er sagte, 1 Jahr später war sie ein Häufchen Elend, unendlich schwach und schließlich starb sie.
Ich hab Ihre Urne getragen und selbst beerdigt, dabei dachte ich. Wie merkwürdig.... vor ein paar Jahren trug sie mich in ihren Armen und ich war ähnlich hilflos wie sie am Ende, als ich am Anfang des Lebens stand.
Auch ich habe daran gedacht dieses Leben oder Dahinsiechen meiner Mutter zu beenden weil es so unwürdig und erbärmlich ist mitanzusehen wie eine Persönlichkeit sich auflöst und völlig hilflos wird. Ich wollte sie aus diesem Leben befreien, sie aus dem Altenheim abholen, sanft und lieb sein zu ihr, um sie dann mit ins Wasser zu nehmen und sie unterzutauchen bis da nichts mehr zuckt. Es war ein Wesen in Auflösung und Leid, nicht mehr meine Mutter, nicht mehr ein Mensch, nur ein ängstliche Etwas was sich noch sinnlos ans Leben klammert. Dieser Mut das zu tun fehlte mir, aber ich glaube das wäre barmherzig gewesen.