....Stefan fuhr mich erstmal nach Britz in die Doerchlaeuchtingstrasse, wo meine Brueder schon auf mich warteten.
Meine Ankunft wurde mit einem BBQ, im Garten, gefeiert, lange hatten wir uns nicht gesehen!
Grosses "Hallo"... Das Bier und der Wein flossen in Stroemen... bis etwa Mitternacht, vor Aufregung hatte ich ganz vegessen Fotos zu machen!
Dann naechsten Morgen um 09:00 das Unumgaengliche, die Trauerfeier und Beerdigung meiner/unserer Mutter.
Der letzte Abschied:
Der engste Familienkreis...
Gedanken wurden wach, meine fruehen Jahre mit meinen Bruedern, meiner Schwester, die auch schon hier beerdigt war.
Alle hatten traenennasse Gesichter, es wuergte mir die Seele ab, aber was tun? War es nicht das, was Mensch immer wieder unumgaenglicherweise durchstehen musste, Verlust von Menschen die einem sehr nahe standen, die einen durchs Leben begleitet haben. mit denen Mensch soviel teilte, gute Zeiten wie schlechte Zeiten?
Viele, viele, Gedanken gingen mir durch den Kopf, mein Leben spielte sich wie ein Kurzfilm durch mein Gedaechtniss.
"Manfred, bist du noch da?" Weckte mich eine Stimme..."ja, ja, war nur so in Gedanken!" War meine Antwort..."Tangiert dich das hier Alles ueberhaupt?" Was fuer eine Frage..! Ich konnte gar keine Antwort darauf finden, war doch soviel in der letzten Zeit geschehen.
Ich zog Paralellen zu der Trauerfeier in Thailand, als ich zur Verbrennung, meiner so blitzartig an Krebs gestorbenen Lebenspartinerin "Pa", zugegen war.
Da war alles ganz anders! Die Leute hatten viel mehr Bezug zu dem Ableben und ein Leben danach schien niemand in Frage zu stellen, sicher rollten auch hier Traenen, aber die Anwesenheit der Moenche, die Rezitationen. War alles irgendwie ganz anders und schien die ganze Geschichte fuer die Beteiligten ´leichter´, annehmbarer zu machen.
War sie in einem Schmucksarg aufgebahrt, alle Angehoerigen und Freunde sassen in unmittelbarer Naehe, ein jeder begab sich zum Sarg, der Vater oder eine vertraute Person klopfte an den Sarg und fluesterte leise: "Manfred (oder XXX), maa reo!" es wurde gegessen, getrunken, ueber ihr Leben diskutiert, eine ´ewige´, riesige Kerze wurde am brennen gehalten, so auch immer wieder neue riesige Raeucherstaebchen entzuendet.
Alle Anwesenden machten den ueberzeugten Eindruck als wuerde es der Verstorbenen jetzt mit Sicherheit besser gehen, wenn sie nicht gar im Paradies war...
Auf dem Weg zu einem Restaurant, dem ´Lieblingsrestaurant´ unserer verstorbenen Mutter, gingen mir all diese Gedankenfetzen durch den Kopf.
Die Ansprache des Pfarrer´s... ihr Leben war anders, aber nun ja... es war eh´ nichts mehr zu aendern, das Unabaenderliche war geschehen.
Ankunft... Familienmitglieder, an die ich mich nur schwach erinnern konnte, stellten sich mir vor. Soehne von Onkels und Tanten, von Bruedern und Freunden, von denen ich bis auf 2-3 keinen kannte, sagenhaft - das war Zeit!
Dann folgte was der Berliner Volksmund "Das Fell versaufen" nennt.
Langsam lockerte sich die Stimmung, die Gesichtszuege entspannten sich der tiefe Schmerz verflog allmaehlich.
Grueppchen bildeten sich, viele wollten von mir wissen wie das denn so sei, in Asien, d.h. in Thailand ´zu Hause´ zu sein...wie das ueberhaupt geht mit Hitze, der anderen Mentalitaet, dem fremden Essen, Fragen, ueber Fragen, wir redeten bis tief in den Abend hinein, bis sich langsam Einer nach dem Anderen verabschiedete und wir dann allmaehlich auch die "Tampen loesten.."
Naechster Tag... Stefan, der sich als mein Stadtfuehrer, Bodyguard, Chauffeur, viele Verdienste einfuhr, entschied sich mir den neuen Teil Berlins zu zeigen, den Potsdamer Platz und seine Neubauten.
Wow! Ich war voellig platt - vor Jahren mir nur als Truemmerfeld und Todestreifen bekannt, war ploetzlich eine vibrierende Touristenmeile geworden.
Es war auch der Peak der Fussball-WM.
Hier meine Eindruecke...
irgendein verruecktes Kustwerk ans Dach montiert..
Marlene schaut vertraeumt auf "ihr Berlin" herab..
Einige angereiste Fans verewigen sich an einer Fussball WM-Wand...
freier WLAN Zugang macht Kommunikation mit der Welt moeglich..
Hoffnungen, bildlich dargestellt...vielleicht klappts ja das naechste mal...
Alternative Transportloesungen...
Erinnerungen an Thailand werden wach...
Kurioses fuer die Stadtrundfahrt...
Der Abend endete meist im "Stuetzpunkt", dem "Beauty" in der Hohenstaufenstrasse/Schoenberg, wo sich einige gute Bekannte vom "Harry´s" regelmaessig einfinden.
Wie z.B. mein "Berlin-Guide" Stefan...
Fortsetzung folgt...