Wenn du "die Tendenz bündelst", dann kannst du als Laie aber immer noch nicht einschätzen, ob die Tendenz nicht in eine falsche Richtung geht. Eine Betriebsprüfung (steuerliche Außenprüfung) gibt dir Rechtssicherheit für die geprüften Jahre, mehr nicht.
Was willst du denn als Laie machen? Wenn du jahrelang von einem Steuerberater zum nächsten rennst, von einer Behörde zur anderen und du hörst mal dies, mal das.... dann merkst du schnell, wie kompliziert das Rechtssystem ist.
Am Ende entscheidet dann eh ein Richter. Und auch der entscheidet nur so, wie ER das Recht auslegt.
Ich habe also gelernt: es gibt keine Rechtssicherheit. Es ist immer Auslegungssache, abhängig von der jeweiligen Amtsperson.
Wenn es anders wäre, würden ja auch Gerichte nicht so häufig unterschiedlich entscheiden und es wären auch nicht mehrere Instanzen nötig. Das gilt für Deutschland und Thailand gleichernmaßen.
Wer also meint, es gäbe in Deutschland Rechtssicherheit, der irrt.
Also bleibt dem Laien ja nichts anders übrig, als zumindest die Gefahr für eine potentielle Strafe oder Verurteilung auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn man also dann mit 10 Fach- oder Amtsleuten spricht und 9 sagen das und einer etwas anderes, dann spricht die Tendenz für die 9. Das mag falsch sein, aber die Wahrscheinlichkeit ist halt höher.
Ich wäre ja dumm, mich für den einen zu entscheiden und noch dümmer, gleich die Waffen zu strecken und aufzugeben, nur weil mir Behörden so viele Hürden in den Weg legen.
Das Restrisiko gehe ich dfabei natürlich ein. Als Unternehmer ist man aber Rsiko eh gewohnt.
Mit der Betriebsprüfung hast du natürlich recht. Erwische ich nächstes Mal einen anderen Prüfer kann der die Sache natürlich ganz anders sehen. Für den Fall sollte man Notfallszenarien im Ärmel haben. Immer etwas Geld als Reserve behalten, um Nachzahlungen oder auch Gerichtsklagen gegen das Finanzamt durchstehen zu können.
Und natürlich auch Unternehmensstrukturen schaffen, um notfalls den Laden ganz schnell zu einem anderen Betreiber oder in ein anders Land übertragen zu können, damit es ohne Pause weiterlaufen kann.
Der Staat ist immer der größte Feind eines Unternehmens. Da muss man immer auf der Hut sein. Aber dennoch ist vieles nicht so shwierig, wie es zunächst aussehen mag. Auch Beamte sind Menschen. Und eine Dame aus dem deutschen Finanzamt hat mich sogar schon mal gebeten, in meiner Steuererklärung etwas anders zu schreiben, damit sie nicht so viel Arbeit hat. Finanziell macht das keinen Unterschied, nur formal. Also auch in Ämtern gibt es zuweilen noch Menschen mit Verstand.
Zu der Betriebsstätte übrigens noch, wie übst du deine Tätigkeit denn in deiner deutschen Betriebsstätte aus?
In the cloud.
Nein, ich gehe in die deutsche Botschaft und nutze dort das W-Lan. Die deutsche Botschaft ist ja nicht thailändisches Staatsgebiet. Nee, Quatsch.
Also das Internet hat viele neue Möglichkeiten geschafft. Es gibt Urteilssprüche, die besagen, dass der Arbeitsplatz dort ist, wo der Server steht. Meiner steht in Deutschland. Das kann man natürlich wieder so oder so sehen.
Es fehlen halt konkrete Vorgaben in den Gesetzestexten. Solange ist das eine Grauzone. Mein Unternehmen hat jedenfalls seinen Sitz in Deutschland, also arbeite ich auch in Deutschland. Als Privatmensch lebe ich aber in Thailand.
Was macht denn jemand, der im Urlaub ist und dort einen geschäftlichen Anruf von seinem Chef erhält? Er dürfte diesen in Thailand ja nicht annehmen oder vorher eine Work permit beantragen.
Auch wenn jemand nach Thailand reist und bei seiner Rückkehr einen Reiseführer schreibt. Dann war die Reise auch beruflich. Der dürfte dann nie wieder nach Thailand einreisen dürfen.
Man muss halt mal sehen, wozu es die work permit gibt und wozu es Einschränkungen für Farangs gibt. Solange man gegen diese Gründe nicht verstößt, wird sich ja auch niemand dran stören.
Außer es sind Paragraphenreiter oder Leute, die einem ans Bein pissen wollen.
Am sichersten ist es eben, z.B. bei der Visaverlängerung mit offenen Karten zu spielen. Die brauchen ja eh einen Einkommensnachweis und fragen, woher das Geld kommt und ggf. auch, wie es versteuert wird.
Für mich hat sich das Problem ja eh erledigt, wie schon gesagt. Ich arbeite nun praktisch gar nicht mehr, weil ich halt Mitarbeiter in Deutschland habe und auch die Unternehmensstruktur verändert wurde und noch weiter werden wird. Hierzu möchte ich aber nicht zu viel sagen, da es eine Gesetzeslücke in Deutschland betrifft, die nicht geschlossen werden sollte, weil ich hier zu viel rumposaune.