Seid ihr zufrieden???

Diskutiere Seid ihr zufrieden??? im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Vor allem gibt es sehr viele, von denen dergleichen erzählt wird, oder die solches von sich behaupten. Und ab und zu trifft man dann den ein-...
Micha

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waltee" schrieb:
Ein Freund von mir kann an die 10 fliessend.
Vor allem gibt es sehr viele, von denen dergleichen erzählt wird, oder die solches von sich behaupten.

Und ab und zu trifft man dann den ein- oder andern oder man trifft die ein- oder andere Thailänderin, die schon mal mit demjenigen gesprochen hat...

Micha
 
Samuianer

Samuianer

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Chaweng - Ko Samui
Tramaico" schrieb:
.. Erst hatte die Beamtin den Kanninchenblick (oh Gott, ein Farang, was mache ich nur) doch dann als sie merkte, dass alles in Thai ablaufen wird, da taute sie auf und aus Angst wurde Interesse und Hilfsbereitschaft.

....nun mitkriegten, dass der Auslaender Thai sprach, war das Eis sofort gebrochen. Neugierde, plaudern, laecheln.
Geht mir auch so, immer wieder... ;-D

Wie im richtigen Leben - klar ist dann der Umgang mit den Einheimischen V I E L einfacher - Mensch wird verstanden und Mensch kann miteinander kommunizieren.

Ist in D. und in ALLEN anderen Laendern mit den Menschen uebrigens genauso! Wenn ein Chinese in Frankreich zur Einwanderungsbehoerde geht und franzoesisch kann hat der es mit Sicherheit auch leichter...
Verstaendigung, Kommunikation ist eben das A und O ....

Das nur so nebenbei.
;-D

Wie war das mit:"When in Rome do as the Romans do!"...

Wuensch dir: "Chok dii - mahk, mahk!" Bist mit Sicherheit auf dem richtigen Dampfer un der Kurs scheint auch zu stimmen!
:cool:
 
x-pat

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Tramaico: Falls Du beabsichtigst (wie ich) Dein restliches Leben hier zu verbringen, kann somit letztendlich nur die Staatsbuergerschaft echte Sicherheit und Freiheit bringen.

Ich denke genau dort liegt das Problem. Ich könnte nicht mit Bestimmtheit sagen, ob ich tatsächlich den Rest meines Lebens in Thailand verbringen möchte. Obwohl ich früher gerne und oft für die Ewigkeit gebaut habe, hat sich diese Tendenz nach einigen Jahren Thailand ziemlich verloren. Muss am Buddhismus liegen, oder vielleicht an den zahlreichen Erfahrungen mit der Vergänglichkeit... Ich habe heute grundsätzlich kein Bedürfnis mehr mir Betonsockel zu schaffen, da ich ein bewegliches Fundament für angemessener halte.

Tramaico: Du kannst somit auch Taxi fahren oder auch Somtam auf der Strasse verkaufen.

Falls dies deine Karriereziele sein sollten, kannst du das auch ohne thailändischen Staatsbürgerschaft tun. Voraussetzungen sind ledglich gute Beziehungen und gelegentliche Zahlungen an die lokale Polizei, bzw. Ladenbesitzer. Es soll sogar schon Farangs gegeben haben, die in das mobile Somtam Geschäft eingestiegen sind. Ob daraus mal Somtam Barone werden wage ich aber zu bezweifeln.

Tramaico: War gestern bei Immigration (Verlaengerung des Visum) und bei der Arbeitsbehoerde (Verlaengerung der Arbeitserlaubnis). Im Alleingang, ohne Thaibegleitung, was die absolute Ausnahme ist.

Ja, habe ich auch schon öfters mal im Alleingang gemacht. Die Leute in den Ämtern sind wirklich (meistens!) hilfsbereit und nett wenn man ein bischen Thai spricht. Wenn man die Zeit dafür hat ist das gar nicht so schwer. Ich bin früher auch auf der offiziellen Class "B" + WP + Company Schiene gefahren. Aber mit Class "O" lebe ich heute leichter.

Tramaico: Block, Drehung und Rueckwaertsfusstrick ebenfalls spielerisch ausgefuehrt als Antwort.

Das würde ich auch gerne mal mit einigen Polizisten ausprobieren, insbesondere mit der Sorte "braunes Gewürm". Hat sich leider noch keine passende Gelegenheit ergeben. :lol:

Tramaico: Die Sprache war das wesentlichste Element und somit hiess es bueffeln, bueffeln, bueffeln.

Ich denke der springende Punkt ist Motivation. Man muss hart büffeln um eine Sprache anständig zu erlernen, und der Aufwand für Thai ist erhöht aufgrund der Schrift und der tonalen Natur der Sprache. Aber um hart zu büffeln, braucht man genügend Motivation. In der Vergangenheit habe ich -was die Thai Sprache angeht- leider nur vereinzelte Motivationsschübe verspürt. Immerhin haben diese mich in die Lage versetzt in Thailand auch ohne Dolmetscher einigermaßen gut zurechtzukommen. Allerdings kann von Beherrschung der Thai Sprache nicht die Rede sein. Ich habe mich schon des öfteren gefragt was der Grund dafür sein mag. Ich finde die Thai Sprache, im Gegensatz zu Englisch, Spanisch, oder Italienisch einfach nicht besonders attraktiv. Sogar Japanisch ist für mich interessanter als Thai, was vermutlich mit der Kultur zu tun hat die daran hängt. Das Thailändische ist sehr bildhaft und grammatisch simplistisch. Es ist recht schwierig abstrakte und komplexe Sachverhalte in Thai präzise auszudrücken. Auf der anderen Seite ist es einfach, Wortmalerein und Idiome zu erfinden; es gibt also ein gewisses "poetisches Potential". Als großes Problem empfinde ich jedoch die mnemonische Qualität der einsilbigen Wörter, die ich mir unvergleichlich schlechter merken kann als mehrsilbige Wörter. Natürlich sind auch in anderen Sprachen viele Morpheme einsilbig, aber es gibt in anderen Sprachen, besonders im Deutschen, eine große Anzahl "konstruierter" Wörter, die aus zusammengesetzten Morphemen bestehen, während in Thai die meisten Ausdrücke entweder monolithisch oder Bildkombinationen sind. Kurzum: Thai hat sehr wenig logische Struktur und das macht die Sprache nicht gerade attraktiv für mich. Aber über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten...

X-Pat
 
K

kraph phom

Gast
Tramaico" schrieb:
Sagen wir einmal, Du hast eine Vokabelliste bestehend aus 50 Woertern. Du schaust Dir das erste Wort an, uebersetzt und schreibst es nieder.

Erstmal vielen Dank fuer Deine Tipps.

Nun noch eine Frage wegen niederschreiben ...du meist in thaiscript ?
 
T

Tramaico

Gast
Lieber X-Pat,

vielen Dank fuer Deine ausfuehrlichen Kommentierungen. Verstehe Deine unterschiedlichen Ansichten voll und ganz. In Deutschland wollte ich nie einen Betonsockel giessen, weil fuer mich schon sehr lange klar war, dass ich dort nicht mein gesamtes Leben verbringen wollte. Hier in Thailand moechte ich es jedoch. Bin ebenfalls Anhaenger des Buddhismus und wohl gerade deshalb auch meine Entscheidung. Das grossartige am Buddhismus ist, dass er nicht starr und fundamendalistisch ist, sondern durch Toleranz und Flexibilitaet erlaubt, seinen eigenen gany persoenlichen „Weg nach Rom zu finden“.

Ja, durch die „Kompromissmoeglichkeiten“ in Thailand kann man tatsaechlich vieles erreichen, doch ich ziehe es vor, „mein Somtam“ getreu der Gesetzgebung zu verkaufen und nicht auf Basis des Wohlwollens der lokalen Obrigkeiten. Laesst mich einfach ruhiger schlafen. Noch kein westlicher Somtam-Baron? Nun, da scheint sich ja eine Nische aufzutuen, die noch pionierhaft zu fuellen waere. Obwohl Sara Lee in der Narathiwat Strasse hatte lange Zeit ein Schild mit dem thailaendischen Script „Farang verkauft Somtam“. Wurde irgendwann jedoch entfernt. Vermutlich hatte jemand Anstoss daran genommen, speziell wenn dieser Farang eben keine thailaendische ID oder gar Arbeitserlaubnis hatte.

Klasse „O“ ist in der Tat der einfachere Weg. Nur Heiratszertifikat und Kapitalnachweis und das ist es. Kommt es allerdings zur Scheidung, nun dann ist der O-Halter seiner Basis beraubt, es sei denn zwischenzeitlich ist Nachwuchs aus der Verbindung entsprungen. „O“ kam damals fuer mich nicht in Frage, da ich in meinen ersten zwei Jahren hier noch nicht mit einer Thailaenderin verheiratet war. Zwischenzeitlich koennte ich zwar aendern, aber nun ja, dies waere wohl erst einmal wesentlich mehr Aufwand als weiterhin auf „B“ zu bleiben.

Es sieht so aus, als seist Du kein sonderlicher Freund der hiesigen Polizei, anscheinend basierend ausschliesslich auf schlechten Erfahrungen (tut mir leid). Ja, es gibt viel braunes Gewuerm, aber auch viele rechtschaffenden Beamten. Hier in meiner Gegend, Familienvaeter, die ihre Kinder in der gleichen Schule haben wie wir. Man gruesst sich und zwei Beamte helfen sogar morgens und nachmittags freiwillig und kostenlos vor der Schule aus um den Verkehr zu regeln. Im Ausgleich bedanken sich dann manche Eltern damit, dass sie ab und zu dem zwischen den Autolawinen kaempfenden Polizisten ein labendes Getraenk zukommen laesst.

Die thailaendische Sprache mag auf dem ersten Blick „primitiv“ wirken, doch sie absolut durchaus in der Lage wirklich ALLES ebenbuertig vermeindlich hoeherentwickelter Sprachen auszudruecken. Ich stehe praktisch noch ganz am Anfang meines Lernens und fange jetzt erst (nach fast 6 Jahre des Lernens) die Moeglichkeiten zu erkennen und werde manchmal durch die Redewendungen und mancher Passagen ueberrascht. Es ist mit Sicherheit moeglich auch einen Shakespear ins thailaendische zu uebersetzen, ohne die wesentlichen Botschaften des Autors zu verlieren. Auf dem ersten Blick wirkt Thai (und vielleicht auch Chinesisch) in der Tat verwirrend und es gilt erst einmal die Seele (Logik) der Sprache zu entdecken. Viele Konstruktionen und Ausdruecke sind blumig/philosophisch und somit ist die thailaendische Sprache oft tatsaechlich der absolute Spiegel der Kultur. Wuerde hier tatsaechlich nach dem Muster und der Logik westlicher Kulturen gesprochen werden, dann wuerde Thailand und seine Bevoelkerung nicht mehr „Thai“ sein und viele der thailaendischen Eigenarten (= Klischees) wuerden wohl niemals aufgekommen sein.

Nun X-Pat, trotz allem hoffe ich, dass die Thailand doch noch mehr positives als negatives beschert und Dein Dasein hier nicht nur aus staendigen Kompromissen besteht und sozusagen nur noch die Lehren des Buddhismus den Aufenthalt ertraeglich machen. Es gibt hier in der Tat viele Probleme und manches kann einen tatsaechlich auf den obersten Gipfel der hoechsten Kokospalme bringen und auch ich habe meine gelegentlichen Vulkanausbrueche (doch gluecklicherweise kuehle ich mich innerhalb der eigenen vier Waende ab, so dass dann in „freier Wildbahn“ keine unbedachten Reaktionen bestehen).

Das einzige was hier tatsaechlich oft hilft, ist ab und zu sich die „mei bpen rei“ Philosopie (ebenfalls stark buddhistisch) zu eigen zu machen, um die Flammen des inneren Feuers ein wenig herunterzudrehen. In Bangkok ist es einfach zu warm um staendig mit Kopfbedeckung (= Hasskappe) herumzulaufen.

Viel Glueck und lass Dir von nicht „braunem Gewuerm“ und Thaksinen zu viele Kopfschmerzen bereiten. ;-) Nach buddhistischer Lehre zaehlt letztendlich nur der Augenblick und die Probleme von gestern und die Sorgen von morgen sollten uns nicht behelligen, denn sie sind einfach ausserhalb unserer Reichweite.

Viele Gruesse,
Richard :wink:
 
T

Tramaico

Gast
Nun noch eine Frage wegen niederschreiben ...du meist in thaiscript ?
Ja, nur oder besser gesagt unbedingt in thaiscript. Um tatsaechlich einen wirklich fortgeschrittenen Level in der Sprache zu erreichen, ist das gleichzeitige Erlernen des Scipts von wesentlicher Bedeutung. In der Tat vereinfacht es meiner Meinung nach sogar das Lernen, die Einpraegung der Woerter und auch die richtige Aussprache wesentlich.

Westliche und/oder phonetische Schreibweise lassen keine echte Assoziierung mit den Woertern zu und somit ist die Einpraegung wesentlich schwerer, aber dies sind nur meine eigenen Erfahrungen in Bezug auf die Erlernung von Sprachen. Ich persoenlich brauche das echte geschriebene Wort und kann mit einem lediglich gesprochenen Wort wenig anfangen. Es besteht immer die Gefahr, das etwas falsch verstanden wird und keine oder eine falsche Einpraegung erfolgt.

Trotz allem ist jeder natuerlich verschieden und meine Frau und auch meine Tochter kann z. B. mit geschriebenem Lehrmaterial relativ wenig anfangen. Sie braucht den Lehrer, der ihr das Wort verbal vorgibt und sie praegen sich dann den Klang ein anstatt es in geschriebener Weise zu visualisieren.

Kenne auch einen Israeli hier, der sehr gutes Thai spricht, es aber nicht lesen und schreiben kann. Waere fuer mich unmoeglich, moeglicherweise sind meine Lauschlappen nicht en par. Zumindest mein musikalisches Gehoer ist wohl auch unterdurchschnittlich und somit wenn ich einen Song anstimme, dann fallen schnell die Geckos von der Decke oder eine Karaoke Bar wuerde sich wohl in Windeseile leeren. lol:
 
K

kraph phom

Gast
oki und nochmals danke

aber 50 woerter pro tag sehe ich diesem fall dann nimmer realistisch fuer mich...bis ich des hingekritzelt habe liegen vielleicht 5 - 10 worte drin ;-D
 
Mr_Luk

Mr_Luk

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Ist schon interessant die Gegenüberstellung der "quantisch-logischen" Sichtweise von x-pat und der eher "leidenschaftlich-engagierten" Philosophie von Tramaico mitzuverfolgen, wenn auch ein wenig anstrengend.

In Sachen Lebensphilosophie würde ich mich, glaube ich in etwa zwischen euch beiden ansiedeln, wobei die Beschreibung des "Weltbürgers" von x-pat mir dann schon eher zusagt, wie der radikale "Alles-oder-nichts" Wechsel von Tramaico. Aber Weltbürger im Sinne von unbestimmt, denn ein Bürger auf der ganzen Welt sein können, das traue ich mir dann wieder nicht ganz zu ;-) Und der Ausdruck Bürger könnte auch sowas wie Bürgerlichkeit verbergen, und davon distanziere ich mich ebenfalls.

Der buddhistische Einfluss, so merke ich immer wieder, wirkt auf jeden etwas anders. Mir zumindest wird bewusst dass der Schein nicht trügt (wie man so schön sagt) sondern dass jeder seinen eigenen Schein hat. Sein eigenes Konstrukt der Welt, das er mit sich trägt und auch in dieser Art Diskusion beschreibt. Aus Buddhistischer Sicht, so glaube ich zumindest ist eine weltliche Zufriedenheit weder anzustreben noch zu erreichen. Sie kann überdies nur durch den Gegensatz der Unzufriedenheit existieren. Der Mensch der nicht unzufrieden ist, braucht keine Zufriedenheit anzustreben.
Und im Buddhismus sucht man bekanntlich den Weg der Mitte, was in diesem Fall weder mit zufriedenheit, noch mit unzufriedenheit zu beschreiben ist.

Ein perfektes Leben hier in Thaialnd (oder anderswo) aufzubauen wollen, an dessen Abschluss die "grosse Zufriedenheit" steht, dieses Risiko würde ich niemals auf mich nehmen. Das ist in meinen Augen einfach nur eine Illusion. es gibt zuviele Dinge die stündlich dazwischen kommen können, auf die ich keinen Einflusss habe. Dann arbeite ich doch lieber an der kleinen, täglichen, stündlichen Zufriedenheit, die ist nicht so zerbrechlich und lässt sich im Notfall leicher wiederherstellen ;-)

Was die Thailändische Sprache anbelangt, habe ich sie bis jetzt immer nur wie ein King gelernt, durch assoziation von Wortlaut und Bedeutung. Mit "Bildersprache" habe ich keinerlei Probleme, ich denke selbst sehr visuell. Mit dem melodiösen Teil habe ich wiederum meine Probleme, da ich auch musikalisch eher unbegabt bin und Probleme mit Tonhöhen habe, besonders wenn sie in eine komplexe Reihenfolge gesetzt werden müssen.

Mehrsilbige Worte sind bei "technischen Beschreibungen" besonders nützlich, in philosophischer Hinsicht sind sie wiederum zu starr und einer subtilen Differenzierung von Bedeutungen nur hinderlich. Thai ist teilweise vom Sanskrit abgeleitet und zusammen mit den Indianersprachen, gelten sie als die flexibelsten und kreativsten Sprachen überhaupt, die in philosophischer hinsicht keine Grenzen haben. Je detailierter eine Bedeutung umschrieben wird, desto klarer kann sie ausgedrückt und verstanden werden. Ein zusammengesetztes Dingwort ist wohl sehr praktisch, es setzt aber eine gewisse Denkweise voraus. Für denjenigen der in fest zusammengesetzten Wortkombinationen überlegt, kommen sie wie gerufen, - nicht aber für den der gewohnt ist Bedeutungen frei aus Silben zu assoziieren und anschliessend in eigenständigen Silbenkonstruktionen darzustellen.

Eine Geschichte die ein Freund einmal vor vielen Jahren in Morokko erlebt hat. Er saß in einem überfüllten Bus bei einer Fahrt in's Gebirge. Es herrschte Stille in dem Bus. Nur Männer mit Jellabas, Turbanen, Bärte und staubige Sandalen.. Unerträgliche Hitze und dieses typische Jasmin-Rosen Parfüm das die Männer sich in die Bärte schmieren, hängt in der Luft. Plötzlich sagte einer der Alten (wohl der Shich) ein einziges Wort, eine einzige Silbe - und der ganze Bus fing zu lachen und zu gröhlen an. Eine einzige Silbe, wenn zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort (mit der richtigen Betonung) ausgesprochen, kann allesbedeutend sein!
 
x-pat

x-pat

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Tramaico: In Deutschland wollte ich nie einen Betonsockel giessen, weil fuer mich schon sehr lange klar war, dass ich dort nicht mein gesamtes Leben verbringen wollte. Hier in Thailand moechte ich es jedoch.

Na dann viel Spaß beim Betonsockelgießen! Eigentlich gibt es da meinerseits nicht viel zu lästern, da ich jetzt auch schon zwei (liebliche) Betonsockel an den Füßen habe -meine Frau und meine Tochter- die mich an Thailand binden. Wenn wir jetzt noch ein Haus im Land des Lächelns aufstellen dann ist auch X-Pat endlich einzementiert. Hat schließlich lange genug gedauert. Übrigens, die Sache mit Deutschland war für mich auch schon mit 11 Jahren entschieden, als meine Eltern mit uns zum ersten Mal nach Spanien fuhren. Dort war alles irgendwie viel sonniger und schöner. Seitdem war Deutschland gegessen.

Tramaico: ...getreu der Gesetzgebung zu verkaufen und nicht auf Basis des Wohlwollens der lokalen Obrigkeiten. Laesst mich einfach ruhiger schlafen.

Sehr lobenswert. Vereinzelte "Purples" an die Ordnungsverhüter und eine Melatonin am Abend hätten allerdings den gleichen Effekt zum Bruchteil des Preises. :lol:

Tramaico: „O“ kam damals fuer mich nicht in Frage, da ich in meinen ersten zwei Jahren hier noch nicht mit einer Thailaenderin verheiratet war.

Wenn du einmal auf der B-Schiene bist und deine Company bereits etabliert hast, ist das sicherlich auch die beste Praxis. Habe ich auch jahrelang so gemacht. Wenn ich allerdings die heutigen Zeiten mit den 80ern und 90ern vergleiche, dann ist es in Thailand erheblich schwieriger für ausländische Kleinunternehmer geworden. Es ist nicht mehr so einfach hier ein Bein auf die Erde zu kriegen. Der Gesetzgeber legt uns eine ganze Menge Steine in den Weg. Die eingewanderten Chinesen scheinen daher heute andere Wege zu gehen. Manche von ihnen kaufen einfach eine thailändische ID Card und nennen sich Somchai. Aber das wäre bei dir oder bei mir wahrscheinlich nicht sehr überzeugend. :lol:

Tramaico: Es sieht so aus, als seist Du kein sonderlicher Freund der hiesigen Polizei, anscheinend basierend ausschliesslich auf schlechten Erfahrungen (tut mir leid).

Es liegt vermutlich daran, dass mir Menschen in Uniform grundsätzlich suspekt sind, weil sie mit einer Authorität ausgestattet sind, die allzu oft künstlich und unangebracht wirkt. Selbst einem Bahnschaffner würde ich kaum über den Weg trauen, geschweige denn einem Polizisten oder einem Soldaten. Macht korrumpiert nun einmal. Natürlich gibt es in Thailand auch rechtschaffende Polizisten. Ich bin auch schon einigen von ihnen begegnet. Mein Bild ist also nicht ganz so negativ wie es manchmal erscheint. Es ist eher eine Frage des Vertrauens. Ein Polizist mag im Privatleben ein anständiger und netter Familienvater sein, aber wer sagt mir dass er in seinem Job ebenso ist?

Tramaico: Die thailaendische Sprache mag auf dem ersten Blick „primitiv“ wirken, doch sie absolut durchaus in der Lage wirklich ALLES ebenbuertig vermeindlich hoeherentwickelter Sprachen auszudruecken.

Nicht "primitiv", sondern "grammatisch simplistisch". Das ist ein wichtiger Unterschied. Wie du schon sagtest, spiegelt die Sprache die thailändische Kultur sehr gut wieder. Die grammatische Einfachheit der Thai Sprache bedeutet, dass man sich sehr wenig auf allgemeine Konstruktionsprinzipien berufen kann, um eine Situation oder einen Sachverhalt zu schildern, und das man stattdessen auf entsprechende Redewendungen zurückgreifen muss, die erlernt werden müssen. Um ein architektonisches Bild zu bemühen: Eine grammatisch konstruierte Sprache ist wie ein Haus, in dem Balken, Sparren, Dielen, und Stützen in festen ausgeklügelten Maßen zueinander stehen. Wenn man diese Maße kennt, lässt sich das Gebäude einfach nachbauen. Im Thailändischen gibt es aufgrund der Abwesenheit von Regeln diese Möglichkeit nicht. Jeder Balken, jede Diele muss einzeln zugeschnitten werden. Eine solche Sprache entmutigt Logik.

Tramaico: Nun X-Pat, trotz allem hoffe ich, dass die Thailand doch noch mehr positives als negatives beschert...

Dies war eigentlich immer der Fall, sonst wäre ich heute kaum noch hier. Die vielen Schwierigkeiten, die man im thailändischen Alltagsleben auf sich nimmt werden mehr als ausgeglichen durch die Schönheit des Landes und die unbeschwerte Freundlichkeit seiner Bewohner. Gelegentlich geht dem Farang zwar der Hut hoch -ich erinnere mich zum Beispiel an eine Situation in der ich meinen Laptop zertrümmert habe, nachdem mich Thai Investoren 1998 im Regen stehen ließen, aber das gibt sich schnell wieder. Wenn ich mir ein paar Stunden den blauen Himmel, die Plumeria, und den Hibiskus im Garten angeschaut habe geht´s mir wieder gut. Das beantwortet dann auch die eingehende Frage dieses Threads. Ich bin sicherlich zufrieden mit meinem Leben in Thailand. Seitdem ich vor 12 Jahren mit einem Billigflug, mit einem Koffer und 10,000 DM in der Tasche in Thailand angespült wurde, hat sich viel ereignet. Drei Firmengründungen, eine Halbpleite, eine Vollpleite, ein Erfolg, Kontostände zwischen 100 Baht und siebenstelligen Beträgen, sechs Umzüge, fünf Büros, drei Freundinnen, eine Heirat, ein Baby, Reisen, Krankheiten, Parties, Freunde, und viel Abenteuer. Kann mich wirklich nicht beklagen.

Gruß, X-Pat
 
Micha

Micha

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Tramaico" schrieb:
Kenne auch einen Israeli hier, der sehr gutes Thai spricht, es aber nicht lesen und schreiben kann. Waere fuer mich unmoeglich, moeglicherweise sind meine Lauschlappen nicht en par. Zumindest mein musikalisches Gehoer ist wohl auch unterdurchschnittlich und somit wenn ich einen Song anstimme, dann fallen schnell die Geckos von der Decke oder eine Karaoke Bar wuerde sich wohl in Windeseile leeren. lol:
Kann Deinen ganzen Beitrag nur bestätigen. Doch ich bezweifle, dass es selbst für einen Farang mit "überdurchschnittlichem musikalischen Gehör" möglich ist, die fünf Betonungen ausschließlich nach dem Gehör richtig wieder zu geben. Oftmals ist ja auch die "Signalquelle" akustisch nicht einwandfrei. Da ist es unumgänglich das Wort auch vor Augen zu haben.

Möglicherweise stellt die Hebräische Sprache besondere Anforderungen. Wie ich aus dem Religionsunterricht in Erinnerung habe, soll diese Sprache keine geschriebenen Vokale verwenden. Vielleicht resultiert daraus ein besonderes Gehör für das gesprochene Wort ? Ich weiß es nicht.

Jedenfalls habe ich noch nicht einen von diesen „Ich kann Thai“- Farangs getroffen, der in der Lage wäre, ein für alle Zuhörer (nicht nur für die eigene Lebensgefährtin) verständliches Thai zu sprechen, ohne die Thailändische Schrift zu beherrschen.

Wie sollte das auch funktionieren ? Trotz musikalischen Gehörs bin ich oftmals nach mehrmaligem Vorsagen, nicht in der Lage, die exakte Betonung einer für mich neuen Vokabel wieder zu geben und zu erfassen.

Lässt man sich hingegen eine Silbe oder ein Wort buchstabieren, kann der Sprecher am anderen Ende der Welt sitzen und die Telefonverbindung braucht keine besondere Qualität. Nach nur einmaligem hören, ist man in der Lage das Wort so präzise wieder zu geben als wäre man ein „Native-Speaker“, vorausgesetzt man hat sich einmal den Schlüssel angeeignet.

Micha
 
Mr_Luk

Mr_Luk

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Diesen legastenischen Patzer muss ich glaube ich nachträglich korigieren:
Was die Thailändische Sprache anbelangt, habe ich sie bis jetzt immer nur wie ein King gelernt,
Das sollte natürlich: habe ich sie bis jetzt immer nur wie ein Kind gelernt heissen! :lol:
 
K

kraph phom

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:rofl: sowas koennte unter Thais leicht missverstanden werden :rofl:
 
Tschaang-Frank

Tschaang-Frank

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Seit Monaten hat es mir mal wieder richtig Spass gemacht hier zu lesen - 30 Min. vom ersten bis letzetn Beitrag und nicht eine Sekunde bereut!

Nur eine Bemerkung zur Sprache.
Ich bin auch absolut davon ueberzeugt, dass es ein MUSS ist die Sprache moeglichst gut ( sehr gut ) zu beherschen wenn man als Expat drueben leben moechte. Ohne Sprachkenntnisse ist man isoliert, ausser man treibt sich nur in Pattya's Barszene unter den Farangs rum :rolleyes:
Das lesen und schreiben ist auch fuer mich ein ganz wichtiger Punkt!
Ohne die Schrift wuerde mir das sprechen lernen sogar wesentlich schwerer fallen. Ich bin aber noch Lichtjahre davon entfernt an die Kenntnisse wie sie Tramaico hat ranzukommen :ohoh:

Also - mehr solche Beitraege hier :super:
 
Y

yunggatt

Gast
seid ihr zufrieden...hiess es ja mal an Anfang, und da kann ich für mich sagen Ja!

Leben in D bzw. EU und häufiger Urlaub in wärmeren Gefilden, muss aber nicht ausschließlich LOS sein, es gibt genug andere sehr schöne Plätze auf der Kugel...

Meine Frau und ich fühlen uns eher als "Weltbürger", und nur in zweiter Linie als Bürger eines bestimmten Landes. Wir leben in Thailand, ganz einfach weil man hier gut leben kann. Das Tropisches Klima, die gute Küche, angenehme Menschen, geringe Lebenshaltungskosten - es gibt viele Gründe. Wir können uns aber ebensogut vorstellen, in anderen Ländern zu wohnen
da kann ich dem x-pat aus meiner Sicht voll zustimmen.

Aber auch D hat Vorteile und es gibt auch hier sehr schöne Gegenden. Ich bin gerne in Bayern, aber auch die Nordsee mit den Klinkerbauten und den gepflegten Häusern, Gärten haben es mir angetan. Die sächsische Schweiz oder das deutsch - französische Grenzgebiet (wo ich herkomme), alles wunderschön.
Nur halt das Klima könnte manchmal besser sein und dann kann ma ja Urlaub machen. Dauerhaft weg aus D?...im Moment nicht.

Chok dee, khap

yunggatt
 
waltee

waltee

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Nachdem ich mir schon vor Jahren ueber meine Frau ein Stueck Land in Hua-Hin gesichert habe, ging ich immer davon aus, dass wir uns hier zur Ruhe setzen werden. Unsere Soehne sind inzwischen gross geworden (17+21), also waere es an der Zeit endgueltig auszuwandern, zumal ich mir einiges ersparen konnte.

Aber meine Thai-Mia ist nicht mehr zufrieden mit Thailand. Ihr gefaellt es inzwichen besser in der Schweiz. Wir hatten uns ja auch ein rechtes Stueck Thaikultur mitgenommen. Auch haben wir ein offenes Haus - vielmehr eine offene Kueche. Und meine Frau fuehlt sich aeusserst wohl inmitten ihrer vielen Thai-Kolleginnen, alte und neue. In TL muesste sie wieder von neuem beginnen.

Bin deshalb momentan alleine unterwegs im LOS. Und mir gefaellt es auch nach 30 Jahren noch, trotz den teilweise brutalen Aenderungen. Sogar mein bisschen Thai kommt immer noch gut an.

Aber die Frage im Thread sollte auch die Mias und nicht nur die Falangs einbeziehen.
 
N

nicknoi

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Ich gehe mal irgenwann nach Thailand um zu checken ob ich dort zufriedener bin wie in Germany.

Mit meiner Mia bin ich sehr glücklich und zufrieden,

.. SONST WÄRE ICH NICHT SO TRAURIG WEIL SIE HEUTE ZUR SIPPE FLOG :-(
 
T

Tel

Gast
Micha" schrieb:
Möglicherweise stellt die Hebräische Sprache besondere Anforderungen. Wie ich aus dem Religionsunterricht in Erinnerung habe, soll diese Sprache keine geschriebenen Vokale verwenden. Vielleicht resultiert daraus ein besonderes Gehör für das gesprochene Wort ? Ich weiß es nicht.
naja... sie enthält genauso wenig/viel Vokale wie andere semitische Sprachen (arabisch z.B.). Das sie nicht geschrieben werden, hat m.E. kaum Auswirkungen auf das gesprochene/gehörte Wort. ;)
 
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