Socrates010160
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Ich habe keine Ahnung wo Du lebst, Rolf... und ich kann Deine Beobachtungen nicht bestätigen. Es gibt auch heute jede Menge selfmade Unternehmer. Der Unterschied ist, dass man einige davon nicht sieht, weil sie im Internet ihre Brötchen verdienen.Ach dujemine,
na logisch wird's immer einige geben die sich durchsetzen es wird nur immer schwieriger. Habt ihr etwa noch nichts von Verdichtung der Arbeit gehört, oder Effiziensteigerung und Rationalisierung, Maschienisierung?
Da wo es in unserer Jugend 1000sende kleine Läden gab und damit auch tausende kleine Bosse die ihr Geld in der Region ausgaben, da sind jetzt die Ketten wie Aldi, Lidl , deichmann, McDonald's, Mediamarkt usw.
Die ziehen die Kohle aus der Region ab und Drücken gleichzeitig die Margen ihrer Angestellten und Zulieferer.
für täglich 8 Std Schichtarbeit im Lidl Zentrallager erhält ein unverheirateter Single heute netto knapp 1000€, wie weit das heutzutage bei den Miet. und steigenden Nebenkosten reicht könnt ihr Euch vielleicht vorstellen.
früher übliche üppige Schichtzulagen, Urlaubs und Weihnachtsgelder sind weitestgehend abgeschafft.
Die Zeiten haben sich geändert. Die Arbeitswelt auch und auch die Bedingungen sowie die Anforderungen an die Belegschaft. Unsere Wirtschaft sucht nicht nach unausgebildeten Hilfsarbeitern.
Eine meiner Immobilien war jetzt 3 Jahre an eine GdBR vermietet. Da haben sich 3 junge Burschen im Alter von 20 - 25 Jahren zusammengetan. Einer war im Hauptberuf Einzelhandeslkaufmann, der andere Koch und der dritte Hausmann, weil er nichts fand, was er tun wollte.
Sie gründeteten ihre Firma neben ihren Hauptberufen und erst als der Laden lief, kündigten sie ihre Jobs und arbeiteten Vollzeit in der eigenen Firma.
Diese 3 Knaben begannen über Ebay Handyzubehör zu verkaufen, das sie aus China importieren. Sie gründeten ihr Unternehmen im Jahr 2009 in einem 25 qm grossen Raum. 2011 mieteten Sie meine 75 qm grossen Räume... bereits 2012 mieteten sie ein Lager in einer Grösse von 3.000 qm, für das sie monatlich mehr als 15.000 € Kosten zu bezahlen haben.
Nun verlegen sie das Büro dorthin.
Das Problem für sie war, dass sie gerne selbst gebaut hätten, ihnen jedoch keine Bank das Kapital zur Verfügung stellte.
Die Story meines ehemaligen Mitarbeiters, der jetzt Tinte verkauft, T-Shirts bedruckt und einen Copyshop betreibt steht weiter oben.
Rolf.. Du müsstest mal mit offenen Augen durch die Gegend gehen... es ist mitnichten so, dass es keine Chancen für Anfänger gibt. Im Gegenteil:
Früher musste man noch Gesellenbrief, Meisterbrief oder sonstige Zeugnisse vorlegen. Heute reicht vielfach Fachwissen. Ein Beispiel hierzu sind die vielen Iphone-Werkstätten.... da sitzen weder Elektroniker noch Studierte... da sitzen junge Kerle, die es sich trauten, irgendwann mal so ein Ding zu zerlegen... und daraus ein Geschäftsmodell machten.
Es gibt viele Beispiele... und nicht nur vereinzelte.
Was die unausgebildeten Hilskräfte betrifft, so zählt für viele Betriebe wie für meinen nur eines: ist diese Hilfskraft in der Lage, meine Anforderungen zu erfüllen...
Er erhält eine vernünftige Ausbildung in seine Tätigkeit, die ca. 100 Stunden dauert. Anschließend wird er eine Zeit lang noch von einem anderen Mitarbeiter betreut und nach spätestens 2 Monaten muss er alleine klar kommen.
Viele Betriebe suchen genau solche Mitarbeiter. Gerade im Dienstleistungssektor.
Kommt ein Wohlstandsdeutscher kommt es schon mal vor, dass ihn meine Mitarbeiter nach kurzer Zeit bitten sich doch woanders zu bewerben... kommt dagegen jemand, der wie sie selbst sich für keine Arbeit zu schade ist, hat er Platz in einer tollen Mannschaft.
Nachtrag: der Stundenlohn dieser Hilfskraft beträgt übrigens 9 € brutto...






