Der Impfstoff ist an
gesunden Freiwilligen getestet worden. Es gibt keine klinischen Daten zu Pandemrix für
die Immunisierung von Säuglingen unter sechs Monaten, Schwangeren und Patienten mit
primärer oder sekundärer Immunsuppression.
Sollten Schwangere geimpft werden?
Schwangere haben ein erhöhtes Risiko, influenzabedingte Komplikationen zu erleiden.
Das führt zu häufigeren Krankenhauseinweisungen und Verweildauern wegen
respiratorischer Infektionen. Die STIKO empfiehlt zwar, Schwangere bis zum Vorliegen
weiterer Daten mit nicht adjuvantierten Spaltimpfstoffen zu immunisieren. Eine solche
Vakzine gibt es bislang nicht auf dem deutschen Markt. Allerdings ist das adjuvantierte
Pandemrix auch für Schwangere zugelassen. Im Rahmen einer sorgfältigen individuellen
Risiko-Nutzen-Abschätzung könne die Anwendung des für die deutsche Bevölkerung zur
Verfügung gestellten Impfstoffs Pandemrix (siehe unten) sinnvoll sein, so die STIKO.
Wie viele Immunisierungen sind notwendig?
Das Robert-Koch-Institut empfieht vorläufig eine nach Altersgruppen differenzierte
Impfung:
- Kinder von sechs Monaten bis neun Jahren zwei halbe Erwachsenendosen (0,25 ml) im
Mindestabstand von drei Wochen
- Personen von zehn bis 60 Jahren eine ganze Erwachsenendosis (0,5 ml)
- Erwachsene über 60 Jahre zwei ganze Erwachsenendosen (0,5 ml) im Mindestabstand
von drei Wochen.
Wer impft?
Die Koordination der Impfung erfolgt durch die Bundesländer (Informationen über
www.neuegrippe.bund.de). Grundsätzlich impfen der öffentliche Gesundheitsdienst und
niedergelassene Ärzte. Wie stark die Praxen eingebunden werden, ist von Bundesland zu
Bundesland unterschiedlich geregelt, auch die Frage, ob Patienten, die zu Risikogruppen
gehören, kontaktiert und in die Impfsprechstunden bestellt werden oder nicht.
Gibt es klinische Erfahrungen zu Pandemrix bei Kleinkindern?
Glaxosmithkline hat am 23. Oktober die Interimsanalyse einer Impfstudie bei Kindern im
Alter zwischen sechs und 36 Monaten veröffentlicht. Alle 51 (von 200 geplanten) Kindern,
die nur mit einer halben Erwachsenendosis (1,9 μg) der adjuvantierten Vakzine geimpft
worden waren, entwickelten innerhalb von drei Wochen eine ausgeprägte Immunantwort
bei guter Verträglichkeit, und zwar unabhängig von der Altersgruppe (6–11, 12–23, 24–
36 Monate). Mit besonderem Interesse verfolgen die Behörden den weiteren Verlauf der
Studie, zeigt sie doch, dass eine einzige Impfung für diese Altersklasse ausreichend sein
könnte. Die STIKO empfiehlt derzeit zwei Impfungen (siehe oben).
Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?
Die Nebenwirkungen beim Schweinegrippeimpfstoff sind vergleichbar mit denen des
saisonalen Grippeimpfstoffs, der seit Jahren breit angewendet wird. Das sind
Hautrötungen oder Schmerzen an der Einstichstelle, leichte Schwellungen, manchmal
auch Fieber – allesamt Erscheinungen, die nach wenigen Tagen wieder abklingen.
Können Patienten mit Hühnereiallergie geimpft werden?
Nein. Für diese Gruppe von Patienten ist derzeit kein Impfstoff gegen die Neue Influenza
verfügbar.
Schützt die Impfung gegen die Neue Influenza auch gegen die saisonale
Grippe?
Nein. Da die saisonale Grippe von anderen Virussubtypen ausgelöst wird, ist eine eigene
Impfung erforderlich.
Kann die Impfung gegen die saisonale und die Neue Influenza zum selben
Zeitpunkt erfolgen?
Theoretisch ja (rechter und linker Arm). Aber wegen der besseren Überwachung von
Nebenwirkungen wird ein Abstand von drei Wochen empfohlen.
Wer haftet bei Impfschäden?
Wenn ein Impfschaden auftritt, der nicht auf einen inkorrekt hergestellten Impfstoff oder
ein fehlerhaftes Verhalten des Arztes zurückzuführen ist, erhält der Geschädigte Geld
vom Landesversorgungsamt des jeweiligen Bundeslandes. Dies gilt jedoch nur für
Impfstoffe, die eine behördliche Empfehlung (zum Beispiel die STIKO) erhalten haben.