@Leipziger
Ich habe die Diskussion von 1957 und darauffolgende nicht mehr komplett im Speicher, man wird ja älter. Aber schon damals wurde ein Zwischenweg aus erhöhter Mindestrente (die normale Mindestrente reichte damals nicht mehr fürs Überleben aus) und einer Kapitaldeckelung (Ansparbetrag), die irgendwann das Umlagesystem ablösen sollte, angestrebt. Dieses Thema kam auch in den folgenden Wahlperioden immer wieder mal auf. Damit wäre u. U. die damalige Wiederwahl gefährdet gewesen, vielleicht wäre das "Wirtschaftwunder" etwas verhaltener angelaufen, aber es wäre mit Sicherheit der bessere Weg gewesen.
Neben Erhard sei da auch mal einer der für mich bedeutendsten Politiker - Wirtschaftsminister (SPD) Karl Schiller - erwähnt, der letztlich wegen der Verschuldungsproblematik allgemein zurücktrat.
„Ich bin nicht bereit, eine Politik zu unterstützen, die nach außen den Eindruck erweckt, die Regierung lebe nach dem Motto: Nach uns die Sintflut.“ Damit meinte er die zunehmende Staatsverschuldung, zu deren Reduzierung der Bundeskanzler nicht bereit war.
Damals gab es noch die Chance, Rücklagen zu bilden und konservativ zu wirtschaften. Diese wurde aus wahlpolitischen Gründen aber wieder und wieder auf Kosten der folgenden Generationen vertan.
Die Risiken würde ich da mal ausblenden. Immerhin wäre die Kapitalverwaltung über den deutschen Beamtenapparat ohne Erfolgsbeteiligung, also sehr konservativ gelaufen.Bspw. hätte man automatisch Bundesanleihen etc. als Hauptanlageform wählen können, dann wären die Renten nur bei "Totalverlust Deutschland" gefährdet gewesen.
Aber das ist Geschichte. Selbst zu einer minimalen Umstrukturierung fehlen angesichts leerer Kassen und hoher Verschuldung einfach mal die Mittel.
Die "Kinderargumentation" geht für mich etwas daneben, da auch der Bevölkerungsschwund etc. seine Ursache in politischen Fehlentscheidungen hat - dazu gab es mal ganz interessante Vergleiche z. B. Deutschland - Frankreich. Hat für mich auch viel mit fehlgeschlagener Einwanderungspolitik zu tun, statt Erleichterungen für hochqualifizierte Auslandskräfte zu schaffen, investiert man bpsw. lieber in integrationsunwillige Rußlanddeutsche, deren Großeltern irgendwann mal zum "Deutschen Reich" gehörten. Geschichte sollte irgendwann mal Geschichte sein und auch bleiben...
Und was nützen höhere Geburtenraten, wenn die derzeit unabsehbare wirtschaftliche Entwicklung bspw. immer mehr auf Automatisierungsprozesse, Maschinen statt menschlicher Arbeitskraft etc. setzt und prozentual bei gleichen oder sogar höheren Unternehmensgewinnen einfach immer weniger Beschäftigte benötigt werden.