Hat einige Zeit gedauert bis ich mich durchringen konnte meinen Urlaubsbericht weiterzuführen. Der Grund dafür war, dass – na ja ich war schlicht zu faul. Wo ich aber heute Mittag lesen durfte, dass UAL und Mulat das NITTAYA-LITERATUR-WOCHENENDE ausgerufen haben, habe ich mir gedacht – jetzt oder nie. Auf jeden Fall versuche ich diese WE zum Ende zu kommen.
TEIL IV – Der Transfer Ubon Ratchataini – BKK – Suratthani – Koh Samui
Nach einer Woche im Isaan / Laos brachte uns Oui’s Verwandtschaft mit dem Pick-Up nach Ubon Ratchatani, von wo aus es dann via Bangkok nach Surathani gehen sollte, um von dort aus mit der Ferry nach Ko Samui überzusetzen.
In Amnat Charoen wollte ich nach einem kleinen Snack noch schnell die Reisekasse auffüllen und suchte dazu den nächstgelegenen Bankomaten auf. Bei dieser Transaktion durfte ich mal wieder feststellen wie sehr uns in Deutschland tw. das Denken abgenommen wird und dass die Gewöhnung an narrensichere Systeme uns erst zu Narren werden läßt. Manche können sich sicher schon denken, was nun folgt: Ich stecke mein EC-Kärtchen in den Automaten und quake dabei fröhlich mit meiner Kleinen, die schon im Auto sitzt. Nach einigen Sekunden spuckt der Automat dann das Geld aus, ich greife es mir, drehe mich auf dem Absatz um und wundere mich beim weggehen noch warum der Automat mir so bescheuert hinterher piepst. Einen Tag später, bereits am Bahnhof in Bangkok schnalle ich dann warum – ich hatte das Geld aus dem Ausgabeschacht genommen, die EC-Karte aber nicht. Durch die jahrelange Konditionierung auf die Reihenfolge 1. Karte, 2. Geld, war ich mit der Umkehrung dieser Reihenfolge in Thailand geistig offensichtlich total überfordert.
Ärgerlich war das zwar, eine Katastrophe aber nicht, da ich die EC-Karte sofort sperren ließ und ja noch meine Kreditkarte hatte (die habe ich auch immer noch).
Im brütend heißen Ubon Ratchatani angekommen lösten wir dann unsere Zugtickets für den Schlafwagen, aßen noch ‚ne Kleinigkeit (ja, wir hatten schon wieder Hunger

) und dann am späten Nachmittag ging es auch schon los.
Der Schlafwagen war eng, stickig und heiß. Da ich an Schlaf vorerst nicht denken konnte, begab ich mich zunächst in den in den Zwischenraum der Wagons und rauchte eine Zigarette, als ein junger Thai kam und mich in einen Smalltalk verwickelte. Als er mich fragte, ob wir uns nicht ein paar Döschen LEO in den Kopf stellen wollten, nahm ich, nichts böses ahnend, sein Angebot dankend an, da ich dachte diese könnten meinem Schlaf nur förderlich sein. Wir unterhielten uns einige Zeit bis ich an meinem Schlafplatz für Zigaretten-Nachschub sorgen wollte. Dabei unterrichtete mich Oui, dass mein Gesprächspartner wohl ein tiefergehendes Interesse an mir hätte als nur eine gepflegte Konversation zu führen. Ungläubig entgegnete ich ihr, dass ich mir das nun gar nicht vorstellen könnte und kehrte (jetzt aber mit einer gesunden Portion Skepsis) zurück um die letzte Löwen-Dose zu köpfen. Nun fielen mir aber plötzlich die leicht amüsierten Blicke der passierenden Bahnangestellten auf und mein Gesprächspartner (der natürlich gesehen hatte wie ich mich mit meinem Schatz unterhalten hatte) dachte wohl er müsse nun alles auf eine Karte setzen. Seine Frage nach meiner Telefonnummer konnte ich aber abbblocken und als er dann begann englische Liebslieder ("More than words" - Mann, ich hasse dieses Lied sowieso)zu intonieren, wurde mir das ganze zu peinlich und ich verabschiedete mich schleunigst mit dem Verweis auf die mich plötzlich übermannende Müdigkeit. Das war also schon die zweite Lehrstunde, die ich an diesme Tag erhalten hatte. Oui nahm die ganze Aktion mit einer nicht zu verbergenden Schadenfreude zur Kenntnis.
Am nächsten morgen so gegen 7:00, nach einer mäßig geruhsamen Nacht kamen wir dann am der BKK Central Station an, packten uns Gepäck und machten uns auf zum Ticketverkauf um das Billet für die Weiterfahrt nach Suratthani zu lösen. Hier dann der nächste Schock. Songkran stand vor der Tür und so teilte uns die Ticketverkäuferin mit, dass die nächsten freien Plätze erst für den Zug um 22:30 verfügbar wären. Frustriert, aber ohne Alternative kauften wir dann diese. Total übermüdet und verklebt verbrachten wir dann die nächsten 15 Stunden in Bangkok. Meine erste Begegnung mit meinen Freunden der Thai-Police, von der ich
hier schon einmal berichtet habe, durfte ich dann auch noch machen. Als wäre meine Laune nicht schon schlecht genug gewesen.
Nach einer ausgiebigen Shopping-Tour und einem Kinobesuch („Texas Chainsaw Massacre“ – ein brutaler, ekelhafter Film, der aber gut zu meinem Gemütszustand passte) ging aber auch dieser Tag vorbei. Die folgende Nacht schliefen wir dann in einem sehr angenehmen, weil gut klimatisierten Zug, so gut wie durch. Am nächsten morgen ging es dann mit der Fähre nach Ko Samui, wo ich mich schnell von den Reisestrapazen erholen konnte.
Aber davon später mehr. Mit weniger Worten und mehr Bildern - versprochen.