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Es wird geschossen
Die Soldaten haben einen immer enger werdenden Kreis um die Barrikaden gezogen. Einige Demonstranten, die versucht hatten, an den Absperrungen vorbei nach Hause zu gehen, kamen verzweifelt zurück. Denn dort draußen sei auf sie geschossen worden, sagten sie. "Ich wollte nach Hause, aber es geht nicht", erzählte eine Frau. "Sie schießen einfach auf jeden, der durch will. Sogar ein kleiner Junge wurde angeschossen und dann von einem Krankenwagen weggebracht."
Angst vor der drohenden gewaltsamen Räumung durch die bewaffneten Sicherheitskräfte haben sie schon, sagen die Demonstranten, aber entmutigen lassen sie sich nicht. "Natürlich habe ich Angst vor den Soldaten. Aber wir haben bis jetzt hier demonstriert. Nun müssen wir auch weiter machen, bis zum Ende. Sonst bekommen wir nie, was wir verlangen", meinte ein Mann. Eine Frau sagte dagegen: "Ich habe keine Angst. Ich komme jeden Abend nach der Arbeit hierher, an den Checkpoints der Armee vorbei, um hier an der Rajaprasong-Kreuzung für Demokratie zu demonstrieren."
Motorräder mit abgedunkelten Scheinwerfern in der Nacht
Die ganze Nacht über fuhren Motorräder mit abgedunkelten Scheinwerfern durch die sonst weitgehend menschenleeren Straßen. Einige Menschen versuchten an den Barrikaden vorbei nach draußen zu gelangen. Doch fast alle kamen wieder zurück, wie auch dieser Taxifahrer, der kurz vor Sonnenaufgang eine Frau zur Arbeit bringen wollte. "Nein", sagte er, das sei ihm unheimlich. Diese vielen Soldaten. Da könne sonstwas passieren. "Ich habe dort hinten mit den Leuten an den Barrikaden gesprochen. Die sagten mir, dass eine Frau, die auf der Straße ging, einfach niedergeschossen wurde."
Regierung macht Terroristen verantwortlich
Im Fernsehen verkündete Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn, dass heute im Laufe des Tages noch mehr Sicherheitskräfte zum Einsatz kämen, um dafür zu sorgen, dass sich die Situation möglichst schnell normalisiere. Für die Eskalation der Gewalt machte er Terroristen verantwortlich. Rund 500 von ihnen hätten sich unter die "Rothemden" gemischt, um das Land zu destabilisieren.