Paranoia

Diskutiere Paranoia im Treffpunkt Forum im Bereich Thailand Forum; Früher reiste ich als Rucksacktourist durch Thailand, die einzigen Informationen die ich über das Land besaß, waren die ich aus gew. Reiseführern...
sunnyboy

sunnyboy

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Früher reiste ich als Rucksacktourist durch Thailand, die einzigen Informationen die ich über das Land besaß, waren die ich aus gew. Reiseführern. Mehr brauchte ich damals auch nicht.
Ich gewann ein positives Bild von dem Land und seinen Einwohnern.

Doch dann, stieß ich auf die Internetforen und las diverse Geschichten, oft negativer Art.

Ich musste feststellen, dass sich aufgrund dieser Berichte mein Thailandbild langsam wandelte und ich wurde, wenn auch unbewusst immer vorsichtiger. Ich witterte  überall die große Abzocke.

Besonders schlimm wurde es bei einem Familienaufenthalt (10 Tage). Beim Eintreffen, bei besagter Familie hielt ich instinktiv Ausschau nach einem Pickup, denn jeder geübter Forenleser weiß, Pickups eigneten sich vorzüglich zum Transport thailändischer Großclans und werden bevorzugt dazu missbraucht mit dem zu Besuch weilenden Farang  eine größere Shoppingtour zu unternehmen.
Mein Glück, konnte nur einen Toyota Corona entdecken. Pickupgefahr gebannt.
Weiter ging es bei der Begutachtung des Hauses, zum Glück alles im guten Zustand und alle üblichen Konsums- bzw. Gebrauchsgüter waren vorhanden.

Aber als gewiefter Forenleser ist man ja gewarnt.

Doch dann, man ist ja nicht nur da um die Familie kennen zulernen, sondern will auch was sehen. Also beschloss ich div. Ausflüge zu organisieren. Toyota Corona – kein Problem, so viele passen da nicht rein und Sprit oder Eintrittskosten stellen kein Thema da.

Oh Schreck, am Tag des ersten Ausflugs stellte ich fest, dass meine Autorecherchen doch nicht so gut waren. Einer der Anverwandten besaß doch tatsächlich einen Pickup. Der ganze Clan hatte auf dem Auto platzgefunden. Jetzt geht sie los die Abzocke, dachte ich (bin ja ein erfahrener Forenleser). Irgendwas stimmte nicht, wir waren auf dem direkten Weg zu unserem Ausflugsziel (ohne Halt beim department store). Am Ziel angekommen, stürzte alles zu gew. Verkaufsständen und Futterständen. Jetzt ist es soweit, dachte ich bei mir. Jetzt plündern sie dich aus.
Von wegen wieder nichts, sie hatten alles dabei, selbst das Essen .

Mein persönliches Fazit aus diesem kleinem Erlebnis und anderer Erfahrungen, durch die viele Forengeschichten entwickelte sich bei mir, wenn auch unbewusst, eine gew. Paranoia bzw. ich wurde übervorsichtig, wobei einem durch das viele Nachdenken viel Spaß entgehen kann. 
Es ist wohl richtig über gew. Negativbeispiele zu berichten, jedoch sollte dies nicht übertrieben werden. Gerade Neulinge können dadurch einen völlig falschen Eindruck von einem Reiseland gewinnen.

Gruß Sunnyboy
 
Jinjok

Jinjok

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@Sunnyboy
1) Es gelang mir bisher noch nie, den Sprit für unsere Spritztouren zu bezahlen. Die Karre war immer irgendwie vorher vollgetankt, oder Schwiegervater mußte gerade angekommen noch mal allein los.
;-)
2) Naja weniogstens beim Essen kann man sich ja revanchieren. Also Bescheid gesagt, heute Abend bringen Tochter und Farang Essen mit. Jedesmal wenn ichs versucht habe, waren noch mehr Leckereinen besorgt wurden, daß wir uns alle bis Platzen vollfuttern konnten. Wie an Deutschen Feiertagen.
:lol:
Aber alles was ich jemals (unvorsichtigerweise) als lecker oder interessant zum probieren annte wurde immer umgehend zur nächsten gelegenheit besorgt.
2a) Aber auswärtsessen da muß es doch klappen. Ich konnte erreichen, daß wir abwechslend bezahlen, also mal ich dann Schwiegervater, dann Schwiegermutter, dann Tante ... man kommt nicht dagegen an.
3)  Es gibt auch immer Diskussionen, wenn wir ein paar Tage im Hotel in der Innenstadt von bangkok verbringen wollen, von wegen erweiterter Privatspäre und nahe am Puls der Stadt. Man bietet mir jedesmal an lieber im Vorort zu Hause zu wohnen um die Hotelkosten zu sparen als in der Innenstadt und mich dafür überall hinzufahren wo ich will. Nja wenigstens hier konnten wir uns weitestgehend durchsetzen und verbringen immer nur die ersten und die letzten Tage dort.
4) Wäsche von fremden Leuten wie Roomservice oder Laundry Shops waschen zu lassen, ist auch schwer. Man möchte alles für mich erledigen. Ich fahre immer mit einem Koffer voller sauberer Wäsche heim.
5) Muß ich erwähnen, daß man am Abreisetag noch ca. 10 kg Lebensmittel für mich gekauft hat, weil das ja alles entweder so teuer im Asia Shop ist oder gar nicht zu bekommen ist? Nein, ich habe jedesmal das Problem, wie ich das durch den Check-In bringe.

Kurzum: Meine Thai-Familie macht alles, um meinen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten und würde niemals auch nur etwas dafür verlangen. Ganz im Gegenteil bringt es mich in die größte verlegenheit, wie ich mich bei ihnen revanchieren kann. Sie wissen auch wie: Ich soll nur dafür Sorgen, daß Ihre Tochter nicht unglücklich ist. Ja und das mach ich jetzt.
[hr:8bdc17667f]
Abzock-Versuche habe ich nur mit Tuk-Tuk-Fahrern oder Verkäufern nahe Tourie-Spots life erlebt. Aber das wurde jedesmal durch meine Frau unterbunden. Gegen staatliche Abzocke kann man allerdings nichts unternehmen. Eintrittspreise für Farangs 10fach höher als normal oder unterschiedlichen Preislisten bei Hotels für Thais und Ausländer. Aber generell kann einem mit der besseren Hälfte in Thailand eigentlich nicht viel passieren - so meine prsönliche, zweijährige Erfahrung.
mfg jinjok
 
A

Airport

Gast
Hallo @Sunnyboy,
Danke fuer diese herrliche Glosse (oder war es gar keine?) !! :super:
Ich hoffe sehr, dass sehr viele diesen Artikel lesen und ihn auch hoffentlich verstehen.
Dies war ein guter Wocheneinstieg.....

In diesem Sinne......
[move:ffef24c8ad]FAAG JAI BAI ISAAN    !!!!!!!!!!!!![/move:ffef24c8ad]

Und die Welt ist nicht mehr dieselbe seit Gestern.........:heul:
 
Nokgeo

Nokgeo

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Hallo Sunnyboy,
deine gewählte Überschrift---Paranoia---, hm---smile---

so krass ,wie du dachtest, dass es kommt,kenn ich auch nicht.

ich schreib mal,wie das in meinem/unserem Urlaub so abläuft........:-)
halt ein paar Beispiele.
----------------------------------------------
das genutze Fahrzeug ist der Pick Up,meiner Freundin.
wenn wir irgendwo hinwollen,müssen wir eine kleine Sandstrasse rausfahren,wobei  wir  automatisch am Haus der Eltern und 2 er Brüder mit Familie und deren Haus vorbeimüssen.

Ein Zwischenstop wird beim Haus der Eltern eingelegt.....immer. Es folgt eine kurze Konversation.....evtl.steigen dann Familienangehörige zu.(meist)

Hat mich früher gestört,da der Halt öfters länger war.....bis so mancher fertig war....

jetzt steig ich aus,setz mich in den Schatten, rauche eine, und warte der Dinge.....


letztens.....ich wollte meinen Einkauf machen (CDs,MP3,VCDs,Software) dauert bei mir etwas....da ich u.a. aufpassen muss,das ich nicht doppelt was kaufe......war das Auto dann fast voll.

Problem ist dann, wenn ein Einkauf in einem Shop erledigt ist,....und man weiter will.....die Leutchens verstreut sind......und es manchmal ein Weilchen dauert, um wieder vollzählig zu sein...

In dem Fall war bspw. eine Schwester mit,die ursprünglich in diversen Moppedshops,sich was gebrauchtes anschauen wollte......war mir von Anfang an irgendwie klar ,das die Shops schon zu sind,wenn
wir unseres erledigt haben....zumal noch ein  Bankbesuch anfänglich anstand...der i.d.R. meist schon fast ein Stündchen in Anspruch nimmt, da die Bank immer recht gut besucht ist....

Warum die klapprige Mama nun mit unterwegs war ....??

Auch der Besuch des Wochenendsecondhandmarktes,läuft immer irgendwie planlos ab.....
Bedeutet...warten ----warten...bis der letzte Mitfahrer an Bord ist.

Bei Ausflügen in die Umgebung oder auch weiter....wobei bevorzugt das Wochenende für genutzt wird....ist der Pick Up,meist gut ausgelastet....weil....es ist anscheinend--- ein Gemeinschaftserlebnis.....warum nicht.

So..,.... das Individuelle,das meine Freundin und ich mal was gemeinsames ohne grossen Anhang machen...läuft nicht....es wird i,d.R. immer ein Familienausflug. Ist ja  auch nicht soo verkehrt.
Nur  es kommt nie zu was Kleinerem. Immer mit Anhang,ob gross oder klein.

Meine Freundin erklärt mir dann öfters recht depremiert,dass ihr Geld immer schnell weniger wird,
und meine immer gleiche Antwort ist.....das die Futterei....halt teuer ist,wenn man unterwegs ist.. Die Antwort von ihr ist dann auch immer gleich....ist ja nur einmal im Jahr, im Urlaub....

Und ich sag dann immer...wenn du hier für ständig  wohnst...wird sich auch nicht gross was ändern..Ne--ne ist dann die Antwort...... wie immer.....
Ein Film im Wiederholmodus.

Vor Urlaubsbeginn,also noch in  D. ,stell ich mir manches ganz gut vor, nur es kommt anders.

Tja...so recht glücklich bin ich nicht. Ist für mich auch ein wenig schwierig dieses "Thailandfeeling" rüberzubringen. Das Posting  soll halt einen kleinen Einblick in  meinen persönlichen Urlaubsalltag bringen ,wenn man mit dem Auto so unterwegs ist.
Den Part,wenn die Pick Up Besatzung was Futtern muss,bei längeren Fahrten,und ich noch satt bin,hab ich mal ausgespart....Evtl.sollte man sich ja anpassen....unter dem Motto....in TH. könnte man verhungern...... gruss.

Ps. eine grosse Familie....mit nur einem Auto....kann schon anstrengend sein....abhängig vom Betrachtungswinkel...:-))
 
sunnyboy

sunnyboy

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@Jinjok, immer wieder schön positive Berichte zu lesen.

@ Airport,
Glosse oder nicht?
Sowohl als auch. Tatsätzlich stieß erst nach meinem 4. Thailandaufenthalt auf die Internetforen. Ich hätte mir ohne besimmte Forenberichte mir über gew. Sachverhalte keine Gedanken gemacht.
Normal verlasse ich mich immer auf meinen gesunden Menschenverstand.
Das hat bísher prima geklappt.

Aber als naiver, reiseunerfahrener Thailandneuling würde sich mir, aufgrund einzelner Thailandforen, folgendes Bild darstellen:

Ich besuche ein nettes Land, in dem für Geld alles zu haben ist.
Die Polizei ist so korrupt, die fangen schon an mich beim Verlassen des Flughafengebäudes abzuzocken und nebenbei springen mich zehn Thaifrauen von der Seite an, die mich umbedingt heiraten wollen um mich dann anschließend zu ruinieren. Auch alle anderen wollen nur mein Bestes (Geld). Ansonsten kann man sich noch ein bischen an der Natur erfreuen und seinen Bierbauch am Strand ausstrecken. Billige Imitate kaufen und sich mit anderen Genies über die letzt Schwutte
unterhalten.

In diesem Sinne
Gruß Sunnyboy
 
sunnyboy

sunnyboy

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@Nogkeo, den Titel hab ich schon mit Bedacht gewählt. Siehe Kommentar an Airport.

Ansonsten:

Andere Länder andere Sitten, man dafür nicht erst nach Thailand fahren, den Kulturschock kann man schon in der Nachbarschaft bekommen.

Kürzlich heiratete ein Kumpel eine Französin in Frankreich. Die Trauung fand 16.30 Uhr statt. Die Braut kam 16.25 Uhr aus der Dusche. Danach verließ das Hochzeitspaar schlagartig, das Haus. Es galt ja einen gew. Termin wahrzunehmen.

Bloß der Rest der Hochzeitsgesellschaft wurde vergessen. Da ich morgens vor der Hochzeit Photos vor der Kirche von dem Brautpaar machte, wurde allgemein geschlussfolgert der Knabe kennt den Weg.
Dem war nicht so, ich musste mit meinem Schulfranzösisch mehrmals nachfragen. Der Rest der "Eingeborenen" hielt es nicht für nötig mir zu helfen, schließlich wurde ich ja als Fährtensucher auserkoren. Bei einem  weiteren, längeren Frageaufenthalt überlegten gew. Autokorsoteilnehmer sogar kurz ein Bistro aufzusuchen. Mein Nerven lagen blank.

Resultat die Hochzeit fand  ca. 17.15 Uhr statt und alle waren zufrieden.

Gruß Sunnyboy
 
K

Kali

Gast
Finde ich enorm,
vor allen Dingen, weil es endlich einmal wieder etwas Positives bringt.
Mein Problem - die Abzocke betreffend -: mein Stieftochter ist im Krankenhaus in Udon Thani. Kein Problem. Wenn da nicht meine Schwägerin wäre, die versucht, durch alle möglichen Hinweise darauf aufmerksam zu machen, daß ihr Bruder- der noch nicht einmal ein Bruder von Suay ist - schon einige ´Ausgaben´ gehabt hat.
Ich bin konsequent. Er bekommt keinen Pfennig (Cent) von mir. Alle Informationen laufen über meinen Stiefsohn, der ehrlich ist und zuverlässig. Im Klartext: ich werde Bescheinigungen erhalten über den Krankenhausaufenthalt (so, wie er mir bis jetzt exakt nachgewiesen hat, welche Kosten die Schule verursacht), zumal zunächst sowieso abgeklärt werden wird, ob nicht die ´Gemeinde´ (Ampöö) dafür aufkommt.
Was ich damit sagen will: es gibt keine Abzocke an sich. Es hat sehr viel damit zu tun, wie ich mit den Forderungen umgehe und was ich bereit bin, zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen.
Und das ist geklärt, und alle sind zufrieden.
Gruß, Kali
 
G

gruffert

Gast
Nokgeo,

Habe herzlich gelacht über Dein Posting. Aber Du beschreibst genau das was ich mit meiner Familie immer wieder erlebe, wenn wir in die Stadt fahren. Wer in Thailand leben oder auch beim Familienbesuch außerhalb der Sexcenter zurecht kommen will, muss den >Thai Way of live< akzeptieren.
Dazu gehört nicht in erster Linie, wie manche Leute nicht aufhören hier immer wieder zu posten, die Abzocke, sondern vor allem die sorglose Art der Thais mit allen Dingen umzugehen, egal ob das Geld, Zusagen oder Pünktlichkeit sind.

Was ich auch nach Lesen einige Tausend Postings in verschiedenen Foren nicht begreife, ist daß Leute die immer wieder nach Thailand fahren , wahrscheinlich nur im in Pattaya oder Phuket ihren Samenstau loszuwerden, nicht aufhören können, sich über die Abzocke und die betrügerischen Mädchen zu entrüsten. Wenn in Thailand alles so mies ist, wie sie hier immer wieder schildern, warum fahren sie dann immer wieder hin ?

Ich akzeptiere daß Foren dazu da sind, um offen seine Meinung zu äußern. Ich kann aber nicht ab, wenn den immer gleichen Klischees noch pauschale Beleidigungen der Thai-Frauen angehängt werden. Dann nehme ich mir ebenfalls die Freiheit den Schandmäulern über den Mund zu wischen, auch wenn jemand jammert, ich wolle ihm das Wort verbieten.

Günther
 
A

Armin

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@Sunnyboy

jetzt verstehe ich deinen Namen – du Glücklicher!

@nokgeo

Deine Beschreibung betrifft den Normalfall, zumindest was die ländliche Bevölkerung betrifft. Günstige Gelegenheiten (Pickup) müssen wahrgenommen werden. Der eigentliche Plan wird dann von jeder Gruppe neu definiert. Wenn man nicht in Zeit- und Gelddimensionen denkt kann das sehr lustig werden. Bei mir hat das allerdings recht lange gedauert bis ich das lustig fand. Ich war ja auch der einzige mit nem Pickup und der Fahrer. Heute bestimme ich wesentlich wann und wohin, etwas Rücksicht auf die Sippe gehört natürlich dazu.
Die reicheren Thais in den Städten sind an Feiertagen meist nicht zu Hause, damit sie nicht von der popeligen Verwandtschaft heimgesucht werden können.

Früher im Bungalow-Betrieb war es recht einfach. Ich war immer so beschäftigt und die Bungalows waren immer belegt, da sind sie nicht lange geblieben. Als ich später meinen privaten Platz aufbaute, stieß ich schon hin und wieder an meine Toleranzgrenze: ein schönes, neues Holzhaus aus Edelhölzern und versiegeltem Parkettboden, und zwei Pickups voll Verwandtschaft mit Kindern, die z.T. noch nie Wasser aus dem Hahn erlebt hatten... Später als ich das Restaurant eröffnet hatte, habe ich sie immer gleich da abgefangen und erst mal die Kühltruhe geöffnet.

Meine Frau hatte lange Zeit Schwierigkeiten mit meinen Reaktionen und glaubte ich lehne ihre Familie ab. Die Familie und Sippe ist hier sehr wichtig. Es wird auch immer geteilt: 0+0+1+3+0+0+100=104/7. Im Ansagen spielt die Altershierarchie eine große Rolle. Als der ältere Bruder meiner Frau sich bei mir im Office einquartiert hatte, konnte meine Frau ihm nicht erklären, dass dies nur vorübergehend sein kann.

Heute hat sich dies alles geglättet, nach dem ich auch Allen meine ehrbare Großzügigkeit gezeigt habe. Mein Alter und der Besitz geben mir heute sogar eine vorherrschende Rolle in der Familie. Geld ist eben auch Macht, wenn man sie nicht falsch benutzt.
Sehr positiv kommt noch dazu, dass sie schon viele Erfahrungen mit mir hinter sich haben und lernten, dass mein Verhalten nicht gegen sie gerichtet ist. Manchmal benutze ich dies sogar und betone ich bin eben Deutscher und wir lachen darüber.

Also nokgeo, ich kann dein Leiden nachempfinden. Ist es aber nicht doch eine Frage der falschen Erwartungen? Bei einem Besuch in D. hat sich meine Frau erst geärgert und dann gewundert, wenn ich sie drängte: in drei Minuten geht die Bahn und dann ging sie auch in drei Minuten.

Armin
 
S

seven

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Da bin ich richtig froh, dass ich noch nicht so viel in Thai-Foren gelesen habe. Mir reicht meine Zeit ja schon kaum aus hier im Forum alle Beiträge zu lesen.

Wegen mangelnder Familie in Thailand, kann ich hier weniger über meine Erfahrungen berichten. Allerdings bin ich schon öfters mit thailändischen Freunden verreist. Das unangenehmste war mir immer, wenn alles bezahlt wurde und ich einfach nicht zum Zug kam. Erst recht wenn man weiß, dass die anderen kaum Geld für die Miete nächsten Monat haben. Irgendwie konnten wir uns dann immer einigen, dass wir jeder etwas Geld dazugeben. Besser war aber noch, wenn wir die Dienste unserer thailändischen Freunde in Anspruch nehmen konnten. Diese arbeiteten nämlich am Strand und verwöhnten gestresste Touristen mit einer Thai-Massage. Entweder wir "besorgten" Ihnen ein paar Kunden :-) oder genossen selber deren wohltuenden Hände und bezahlten neben der Massage gleich das Essen vom letzten Mal mit. So war es dann für beide o.k.
Besonders dankbar waren sie auch immer, wenn ich ihren kleinen Sohn mal beschäftigte und sie ihre Ruhe haben. :-)

Sollte ich wirklich das Gefühl haben abgezockt zu werden, was mir bei Freunden oder in Familien noch nie passiert ist, dann würde ich recht bald das Weite suchen.
 
K

KLAUS

Gast
....da kann man ja sehen, wie vielschichtig die Erfahrungen in Thailand mit Thai,s sind,
das ist ja auch nicht weiter verwunderlich...
...schliesslich sind die menschen hier ja auch unterschiedlich, genau, wie anderswo auf der Welt..:-)
ich hab zu diesem Thema  auch so meine Erfahrungen gemacht, ganz andere..:-)
und aehnliche ..:-)
Jedoch die breite Spanne der Moeglichkeiten ist ja bereits ausgelotet..:-)
Gruss Klaus
 
Jinjok

Jinjok

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@Nokgeo
Den Job des (manchmal) genervten Wartenden hat mein Schwiegervater. Aber er trägt es mit buddhistischer Gelassenheit. Er ist für die Familie der (neuerdings Pick-Up-)Fahrer und kauft eigentlich selten selbst was. Er hat eben nur immer zu warten bis alle Schäfchen wieder zurück sind.
[hr:d62e8c9d5e]
Ansonsten würde ich das spezielle Verhalten, was an den Tag gelegt wird wenn ein potenter Geldbörsenbesitzer bei einer Familie auftaucht, die im Alltag nicht über unverplantes Geld verfügt, nicht mit deutschen Maßstäben messen.

In meinen Augen überlegt ein Thai nicht, ob er den Geldgeber (schamlos) ausnutzt. In seinem Verständnis ist es einfach ein Tag, an dem seine Bitten im Tempel oder am Schrein nach etwas Geld für Sanuk erhört wurden, denn das Schicksal brachte ihm einen Geldgeber daher. Wenn der Geldgeber vom anderen Ende der Welt kommt, macht sich der Thai natürlich auch Gedanken, was es ihn kosten würde seinerseits ans das andere Ende der Welt zu gelangen. Da die Tickets ja ca. das gleiche kosten, bekommt er in etwa ein Verstellung davon, über welche Summen der weitgereiste Sponsor verfügen muß (im Gegensatz zu ihm).

Desweiteren ist für viele Thai das reine Vorhandensein von Geld gleichbedeutend mit der Möglichkeit es auch ausgeben zu können. Selbst Geld welches nicht vorhanden ist, kann man ja in Thailand ausgeben (aber nicht nur da). Unsere Mentalität, Geld für später zurückzulegen, ist den meisten Thais ein Buch mit sieben Siegeln. Nicht daß man das nicht versteht, nein man hat gar keine Ahnung davon das Leute sowas mit Geld tun. Das wäre ja kiniau mak, wäre Verschwendung und wer weiß ob man morgen noch lebt. (In Deutschland wurden im 2001 erstmalig seit Jahren wieder steigende Spareinlagen registiert - 13 TDM pro Einwohner)

Weiter wird auch recht großzügig mit dem Geld umgegengen wenn es mal für kurze Zeit vorhanden ist. Da profitieren auch Freunde und Nachbarn davon. Da wird nicht eingeladen, sondern man kommt einfach und teilt die Freude über ein schönes Mahl mit den Gastgebern, die es durch Glück zum Sanuk von allen bezahlen können. Je mehr Leute kommen, desto besser für den Geber. Er tut damit (innerlich) auch etwas Gutes und das wird ja garantiert auch belohnt, so oder so wenn nicht jetzt dann spätestens im nächsten Leben.

Nicht selten wird man bei so einem zum Fest ausgeuferten Essen dann auch sehr gute Freunde des einen oder anderen vorgestellt bekommen (die man nie zuvor sah), die natürlich zum Essen bleiben oder mit auf Tour oder ins Restaurant gehen. In EUR würde das als extrem ungehörig und schlechtes Benehmen gelten, in Thailand hingegen ist es in der Tradition der Dorfgemeinschaften und der Religion mehr oder weniger selbstverständlich.

Natürlich kann man auch etwas gegensteuern, indem man der Familie klar die Grenzen aufzeigt. Wenn zum Beispiel gesagt wird, daß das Essen nicht mehr als z.B. 2000 THB kosten kann, wird sich jeder überlegen ob er noch 2 Freunde dazuholt und am Ende für alle nicht mehr genug da ist und der Sanuk eventuell der Peinlichkeit weicht. Denn der seinen Freund einlädt hat gewissermaßen auch ein Gesicht zu verlieren.

Wer aber zu der Meinung kommt, seine Thai-Familie oder gar das ganze Land wären Schmarotzer, die sich ohne eigene Arbeit versuchen an anderen zu bereichern, hat das Land noch nicht verstanden.
[hr:d62e8c9d5e]
Ausklammern mus da allerdings das Rotlicht-Milieu. Denn da gibt es wie überall auf der Welt Ausuferungen und das hat wiederum nichts speziell mit Thailand zu tun. Ausuferungen kommen hier deshalb häufig vor, weil in weniger als einer Stunde durch Vermieten seines Körpers an einen Freier "verdient" wird, was ein Tagelöhner nach 5 Tagen und 10 Stunden täglich in der Gluthitze auf dem Feld bekommen würde. Aber das weiß man auch vorher, bevor sich in das Millieu begibt. Da fällt mir nur ein chinesisches Sprichwort ein: Wer sich zu Hunden legt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er mit Flöhen aufwacht.
mfg jinjok
 
N

nuum23

Gast
@all

also ich bin in Thailand schon mehr eingeladen worden als umgekehrt.
Ob das nun ganz arme Schlucker im Isaan waren, oder sehr wohlhabende Sino-Thais in BKK...überall war ich "selbstverständlich" Gast...und musste schon Tricks anwenden, wenn ICH mal bezahlen wollte...
Klar aber auch, daß wenn ich bei besagten armen Schluckern im Isaan 2 Wochen lebe, esse trinke, schlafe, die Wäsche gemacht bekomme, daß ich dann auch mal ins Big C oder auf den Markt fahre und daß ich dann bezahle (wenn ich dann die Rechnung gesehen habe und dann vergleiche was das Hotel in BKK gekostet hat kann man sich schon schämen...)Sollte eigentlich eine Selbstverstädlichkeit sein, man kann ja auch nur das essen was tatsächlich da ist...bei aller Gastfreundlichkeit.
Ich bin schon in einigen Ländern rumgekommen, am wenigsten "Angst u. Paranoia" hatte und habe ich in Thailand...bis bald...
Chris
 
R

ReneThai

Gast
Jinjok

Ich sehe schon, Du bist meiner Meinung nach einer der wenigen der die Thais nicht nur akzeptiert, sondern auch versteht. Deine Aussagen  über den Umgang der Thais mit Geld ist schon sehr präzise. Sie verstehen gar nicht dass man Geld auch für später aufheben könnte.

Meine Frau ist schon seit 12 Jahren in der Schweiz, hat Pass, Arbeit, Auto und versteht die ich sage mal Gutbürgerlichkeit der Schweizer in der Zwischenzeit. Wir sagen dem (Bünzlischweizer).

Ich hatte also alle diese Probleme nicht die entstehen wenn jemand eine Thai nach Europa bringt.
Ich habe dafür ein anderes Problem:

Wird für viele von Euch verlockend klingen. Meine Frau hat keine Familie. Keinen Pickup, keine Abzocke, sie ist nicht mal vom Isaan.
Sie ist eine Waise, aufgewachsen im Waisenhaus und als sie alt genug zum Arbeiten war wurde Sie von einer Pflegefamilie adoptiert. Da arbeitete sie dann den ganzen Tag während die leiblichen Kinder zur Schule gingen. Da gäbe es jetzt Stunden zu erzählen.

Aber was es für eine Thai heisst keine Familie zu haben, sollen diejenigen sich mal überlegen, die immer über die grosse Familie und die Zeit im Isaan lästern.

Wisst Ihr wie oft sie heute noch noch weint und betet irgendwann Ihre Mutter zu treffen.

Schluss für heute
Gruss
ReneThai
 
S

Stefan642002

Gast
Hallo,das mit dem Paranoia ist zwar hart doch man wird automatisch vorsichtiger nach schlechten Erfahrungen.Hatte meine Erfahrung mit einem Thaigirl aus Trang gemacht.Sie wollte und hat mich teilweise  abgezockt.Bei den obligatorischen Besuchen bei den Eltern bin ich immer eine Menge Baht losgeworden und das mit dem Pickup stimmt wirklich.Dachte mir damals nichts dabei.Nach dem Schluß mit ihr vor 3 Jahren, wo ich endlich durch gute Thaifreunde erfahren habe, das sie mich hintergeht, wollte ich nie wieder nach Thailand.Doch einmal nach Thailand immer wieder nach Thailand.Letztes Jahr habe ich meine jetztige Freundin kennengelernt und sie ist das Gegenteil von der ersten.Doch ich war immer übervorsichtig und wollte eigentlich nur Urlaub machen.Nach drei Wochen hatte ich vorgeschlagen ihren Heimatort zu besuchen.Sie fragte mich einige male ob ich das auch wirklich wolle und ich sagte ja.Sie kommt aus Samut Songkran und es ist eine sehr schöner Ort an einem Fluß.Bei ihren Eltern angekommen
kam in mir die Erinnerung an die vergangene Zeit und ich glaube man hat meine Distanz ihnen gegenüber gespürt.Ich bin zum Essen eingeladen worden und ich wollte mich halt mit Geld bedanken doch es wurde nicht angenommen.Ich fragte meine Freundin wieso und sie antwortete das ich immer willkommen sei und ich ihnen nichts geben solle.Sie sind nicht reich doch glücklich und Gastfreunschaft hat einen sehr hohen Stellenwert bei ihnen.Drei Monate später war ich wieder in Thailand und jetzt war ich viel lockerer und habe mich auf den Besuch bei meinen zukünftigen Schwiegereltern gefreut und wollte sie dann zum Essen auswärts einladen und nach etlichem zögern haben sie dann die Einladung angenommen.Ich bin mir jetzt 100 % sicher das ich die richtige Frau gefunden habe und ihre Familie mich auch zu 100% akzeptiert.Es gibt noch etliches zu erzählen doch vielleicht später mal mehr.Eins noch meine Freundin möchte so schnell nicht nach Deutschland kommen!!!Habe das am Anfang auch nicht verstanden doch ihr Argument ist verständlich.Sie will erst ihre Ausbildung zu Ende machen und danach arbeiten.Im Ausland hat sie bessere Arbeitsmöglichkeiten wie zur Zeit in Deutschland.Da stimme ich ihr zu. Stefan642002
 
K

KlausPith

Gast
Ich hoffe nicht zu lange, aber passt irgendwie zu diesem Thread.
Gruss KlausPith
**********************

Mein erster Besuch im Isaan

Also, ich war ja nun schon längere Zeit mit meiner Pith zusammen. Ich war sehr oft in Bangkok und wir verbrachten immer eine wunderbare Zeit miteinander. Unsere Beziehung entwickelte sich sehr gut, und obwohl ich nach einer gescheiterten Ehe mit meiner ersten Thaifrau eigentlich anderes im Sinn hatte, betrachtete ich unser Zusammensein schon als etwas Ernstes.
So kam es dann, dass ich ihr eines Abends beim Essen die so berühmte Frage stellte: „.. wollen wir nicht mal einen Besuch in das Dorf deiner Eltern machen?“
Die Bedeutung eines solchen Besuches bei den Eltern war mir durchaus bewusst und so war ich auch nicht überrascht den ungläubigen jedoch freudigen Ausdruck in ihrem Gesicht zu sehen.
Im Nachhinein muß ich sagen, dass die Pause die nun bei ihr eintrat, mir einiges über ihren Charakter verriet. Sie sagte erst mal nichts. Wir machten uns weiter über unser „Paneng Gai, TomJangGung, ThomKhaGai etc.“ her und ich konnte in ihren Augen sehen wie es in ihrem Kopf arbeitete. „..meint er es wirklich ernst, was soll ich meinen Eltern erzählen, ...“.
Nach dem Essen und nach Rückfrage ob ich auch wirklich diesen Besuch machen möchte, sagte sie dann endlich freudig ja und da ich einige Termine mit Bekannten hatte, kümmerte sie sich auch gleich um die Vorbereitungen, Flug nach UdonThani, div. Telefonate etc.. 2 Tage später sollte es losgehen.

Der Flug nach UdonThani war sehr früh morgens um 06:30. Am Abend davor war ich mit zwei Bekannten unterwegs und kam erst gegen 04:00 ziemlich betrunken ins Hotel. Schnell noch eine Stunde geschlafen und dann weckte sie mich auch schon ziemlich energisch. Eine kalte Dusche (half auch nichts), umgezogen und 6.000,- Bath für die zwei Tage in meine Tasche gesteckt. Aus meiner ersten Ehe und aus diversen Berichten war mir durchaus bewusst, dass so ein Besuch teurer werden kann als ein exessiver Aufenthalt in Pattaya etc.. Aber darüber später mehr.

Um 06:00 Uhr am Domestic Flughafen angekommen, jetzt aber schnell, in 30 Minuten geht der Flug. „Was ?, die Tickets sind hinterlegt, das sagst du mir erst jetzt.“ Schnell zum Thai-Schalter. Ups, eine wartende Menschenschlange davor. Sie stellt sich artig hintenan, wonach ich sie bissig fragte ob sie meint auf diese Art den Flug noch rechtzeitig zu bekommen. Naja, ich bin ja selbst schuld, hätte halt den Abend zuvor nicht so auf den Putz hauen sollten.
Ich also in meinem halb besoffenem Kopf vorbei an 20 böse blickenden Thais und Farangs an den Schalter, fasle etwas von Zeit etc., hinter mir ein Schwall von Flüchen, aber ich nehme ja eh nicht alles wahr. Ich habe die Tickets, im Laufschritt zum CheckIn und 5 Minuten später in den Flieger vorbei an böse blickendem (schon wieder!) Bordpersonal und Fluggästen. Endlich auf unserem Platz. Die Hektik der letzten Stunde hat mich schon etwas nüchtern gemacht, dennoch sitze ich keine 5 Minuten, da fallen mir auch schon die Augen zu. Landung UdonThani. Was, das soll ein Flughafen sein, sieht aus wie der Bahnhof von Buxtehude. Wie ist der Flieger gelandet ? Gott sei Dank habe ich geschlafen. Man bin ich gerädert, aber wir sind ja gleich da. Denkste wohl.

Mit meiner Erwartung des berühmtem PickUp´s mit ca. 20 Familienangehörigen gehen wir durch ein Spalier von hunderten wartenden Thais aus dem Flughafengebäude. Wie, kein PickUp, keine 20 Familienangehörige ? Sie verschwindet kurz für 5 Minuten im Flughafengebäude und kommt mit einem älteren Thai zurück, der mir als guter Bekannter der Familie vorgestellt wird und hier am Flughafen arbeitet. Jetzt weis ich auch warum sie die 2 Tage vor unserer Reise ständig telefonierte.
Naja, fängt schon an mit dem bezahlen denke ich. Wir steigen ein und fahren los. Ich frage sie, was ich dem Fahrer geben soll für die kurze Fahrt. Sie meint, warum kurze Fahrt, wir fahren noch ca. 2 ½ Stunden bis zum Dorf. Oh nein, Schock, und das in meinem Zustand. Sie erklärt mir dann während der Fahrt, dass ich dem Fahrer nichts bezahlen muss. Er kommt aus dem gleichen Dorf und wäre heute sowieso diese Strecke gefahren. Während meine Freundin sich angeregt mit dem Fahrer unterhält, schlafe ich mal wieder und bekomme wenig von den Reisfeldern und kleinen Dörfern mit, an denen wir vorbeifahren. Zwischendurch macht er ein kleinen Stop an einer Tankstelle und mit viel Mühe schaffe ich es 120,- Bath fürs nachtanken loszuwerden.
In einem größeren Dorf (BanMuang) halten wir wieder um auf dem dortigen Markt zu gehen. Sie meint von hier aus sind es nur noch 15km und wir können hier noch schnell auf dem Markt alles Nötige für den Abend besorgen. Also, jetzt geht’s los mit dem Shopping und hole schon mal meine Kohle aus der Tasche.
Der Gang über den Markt wird ein Erlebnis. Ich muss gestehen ich bin ein Fan dieser Marktatmosphäre, aber dies hier ist einfach überwältigend. Alle 10 Meter ein Tratsch mit irgendeiner Bekannten von ihr aus gemeinsamer Jugendzeit und wenn wir mal stehen bleiben, bildet sich eine Menschentraube um uns. Sofort bekomme ich einen Hocker angeboten und man reicht mir irgend eine Kleinigkeit zu essen. Einige Kleinkinder rennen bei meinem Anblick weinend weg. Was soll denn das, selbst in meinem momentanen Zustand sehe ich nun wirklich nicht aus wie Quasimodo.
Da fällt mir auf, dass wir beide schon einige Plastiktüten voll mit Gemüse und allerlei Zeug haben, ich aber nicht einmal in meine Tasche gelangt habe.
Nachdem ich dann meinen Wunsch geäußert habe, dass ich heute abend gerne mein geliebtes „PanengGai“ essen würde, haben wir dann noch etwas Chicken gekauft und bei einem anderen Stand eine ganze Tüte voll mit so langem grünen Gemüse, wofür die Alte von mir 2,- Bath haben wollte. Ich fragte noch mal ob sie sich vielleicht nicht vertan hat, aber meine Freundin bestätigt es mir dann doch.

Nachdem meine Freundin sich überall verabschiedet hat (einige der Gesichter habe ich abends bei der Party wiedererkannt), habe ich im nahen Getränkeshop noch eine Kiste Bier und eine Flasche SangThip gekauft. Alles in allem habe ich knapp 500,- Bath für dieses erste Shopping gebraucht. Voll bepackt sind wir dann wieder ins Auto, der Fahrer hatte ein kleines Nickerchen gemacht.
Es waren dann wirklich nur noch 15km und ich war auch schon fast wieder nüchtern (leider nur kurze Zeit). Wir fuhren die Hauptstrasse in ein kleines Dorf rein und dann über ein Schotterweg, rechts und links kleine Holz/Blechhütten (bitte lass es nicht eins dieser sein), halten wir vor einem recht ansehnlichem Haus. Das Auto stand noch nicht richtig, da kam auch schon ihre Mutter (der Vater war noch auf dem Feld) und 2 Brüder (meine Freundin hat 3 Brüder) vor das Haus.
Es folgte eine kurze respektvolle Begrüßung und dann ging es erst mal ins Haus.
So nun ruhe ich mich erst mal aus. Denkste.
Ich weis nicht wo die alle herkamen, aber innerhalb von 10 Minuten waren im und vor dem Haus ca. 50 Personen. Der Vater kam vom Feld zurück und nach kurzer Unterhaltung mit der Mutter, ging er vor das Haus, schnappte eine Gans zwei Hühner und zack....
Es wurde getratscht, gelacht, gesungen, stundenlang gekocht, gegessen, wieder gekocht, wieder gegessen. Und natürlich viel getrunken, laufend wurde mir ein Glas gereicht mit diesem komischen Schnaps, den ich aber dankend abgelehnt habe und dafür auf meinen mitgebrachten SangThip verwiesen habe. Innerhalb einer Stunde war meine so hart erarbeitete Nüchternheit wieder dahin.
Leute gingen und kamen, ich habe alles gar nicht richtig mitbekommen.
Es war ein Riesenspass, auch wenn die Verständigung mit meinen paar Brocken Thai und der ständigen Übersetzung durch meine Freundin, nicht einfach war.
Irgendwann wurde dann auch noch Lao-Dance veranstaltet, wobei ich natürlich unter dem Gelächter der Anwessenden auch mitmachte.
Gegen morgen fielen wir dann in einen tiefen Schlaf, der jedoch nur von kurzer Dauer war. Um 05:00 Uhr wollte ich es in meiner Wut über den krähenden Hahn, meinem angehenden Schwiegervater gleichtun und dem verdammten Hahn den Garaus machen.
Es half nichts, um 06:00 Uhr war die Nacht vorbei.
Meine Freundin war schon lange wach um den vorbeilaufenden Mönchen den Reis zu reichen. Anschließend ging sie mit ihrer Mutter in das Dorfkloster, während ich in dieser Zeit um etwas klarer im Kopf zu werden, einen kleinen Dorfspaziergang unternahm.
An jedem Haus an dem ich vorbeiging wurde ich freudig begrüsst und auch jedes Mal eingeladen etwas zu essen und trinken (natürlich Schnaps), was ich jedoch in Anbetracht der frühen Stunde dann doch dankbar ablehnte.
Und wieder diese weinenden flüchtenden Kleinkinder. Verdammt, wo gibt’s hier ein Spiegel.

Gegen Mittag lies es sich meine Freundin nicht nehmen wie in frühren Tagen mit Machete und Korb aufs Feld zu gehen und alles mögliche Grünzeug in ihrem Korb packte. Von diesem Zeug wurde anschließend eine köstliche Suppe und gebratenes Gemüse gemacht.
Es war April und ca. 40 Grad heiß. Ohne mich zu bewegen lief mir der Schweiß in Strömen runter. Meine Freundin hüpfte und sprang auf den Feldern herum und sammelte bückend das Essbare ein.
Dennoch waren es für mich die schönsten Stunden die wir beide alleine auf den Feldern verbrachten und sie nicht mehr aufhörte zu erzählen.
Überhaupt muß ich sagen, dass bei meiner Freundin während der Zeit auf dem Dorf eine grundlegende postive Veränderung vorging. Wie aufgewühlt, lachend, freudig, fast wie ein Kind. Irgendwie verändert. Auch zuvor habe ich schon tiefe Zuneigung für sie empfunden, aber nach diesen Erlebnissen liebte ich sie aufrichtig.
Anschließend machten wir noch einen Spaziergang durch das ganze Dorf mit den üblichen Stops.

Gegen Nachmittag wurde nochmals ausgiebig gekocht und ich bekam dann auch mein „PanengGai“ das am Abend zuvor irgendwie unterging.
Nach dem Essen kamen wieder eine Unmenge von Leuten. Alle saßen um uns beide herum und vor uns stand so ein Tablett mit einem gekochten Huhn (hoffentlich das von heute früh) und sonstigem Gemüse. Wir mussten dieses Tablett berühren und einer nach dem anderen band uns eine kleine weiße Schnur um das Handgelenk und sagte dazu ein Spruch auf.

Anschließend kam dann wieder unser Fahrer von gestern, der inzwischen auch wieder nüchtern war, wir verabschiedeten uns von allen und fuhren, diesmal ohne Unterbrechung nach UdonThani zum Flughafen.

Auf der Fahrt kramte ich auf der Suche nach den Tickets in meiner Tasche und zählte dabei mein Geld nach (ich hatte gar nicht mehr daran gedacht).
Es waren noch genau 5.400,- Bath.

Dies war mein erstes Besuch auf dem Dorf bei der Familie meiner Frau.
Alle weiteren Besuche die wir seither machten, verliefen ähnlich und ich freue mich jedes Mal auf die wenigen Tage die wir dort sind.

KlausPith
 
Jinjok

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@RenéThai
Die Diskrepanz zwischen unserer Einstellung zum Geld und der vieler Thais wurde mir durch meine Schwiegereltern gewahr. Beide arbeiteten ihr Leben lang bei einer Bank bis sie nun seit ein paar Jahren ihre kleine aber wohlverdiente Pension genießen können. Während sie also tagtäglich bei ihrer Abreit in der Praxis sehen konnten, das es sehr wohl Vorteile bringt, sein Geld auch zu sparen (und nicht zuletzt die Pensionskasse der Bank tat ein Übriges), konnten sie zumindest ihre Kinder in dem Sinne erziehen. Dadurch bin ich in der glücklichen Lage eine finanziell unabhängige Thai-Familie geheiratet zu haben und obendrein eine Frau, die besser mit Geld umgehen kann als ich
;-)
Aber natürlich sind da auch noch Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen und da sieht man dann genau, wie weit der erzieherische Einfluß meiner Schweigereltern reicht. Nicht daß sie in ihrem Leben enorme Reichtümer anhäufen konnten, aber dennoch stehen sie mitunter in der Stituation in der sich ein Fanrang wiederfindet, auf ihrem Konto ist Geld und diesen Sachverhalt können die Verwandten nur sehr schwer nachvollziehen. Die häufigste Reaktion ist natürlich das Wort kiniau, abwohl all die Jahre permanent Summen an die Geschwister geflossen sind.
mfg jinjok
 
Nokgeo

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So ein Mist, ich hatte offline an  Sunnyboy,Günther G.,. Armin, was vorgeschrieben und  versehentlich statt kopieren ...löschen gedrückt.Alles wech.:-(

An Jinjok, zur Info...also ich bin evtl. ein potenter Geldbörsenbesitzer,  mach mein Geldbörse i.d.R. nicht für andere auf. Bevor ich was helfe(gebe)  möcht ich Leistung sehen und keine Abhänger. Beispiel: ein  Bruder von "Meiner", ist immer  gut engagiert,wenn wir vor Ort sind. Wenn er nicht wär...oh je.
Er wollte sich von seinem erarbeiteten Geld,aus seiner Pilzzucht, ein gebrauchtes Mopped kaufen.....Interesse hatte er an meinem Teil, und wir hatten 9000 Baht für die Kawa Gto ausgehandelt.

Als er  beim Abfackeln von Baumresten ,entstanden nach einer grossen Sägeaction , und sowas wie ne Feuerwache abends auf einem Baumstumpf sitzend abhielt....bin ich zu ihm und hab ihm mein Mopped geschenkt. So kann er sich das Geld dafür sparen, und sich ein zweites Pilzaufzuchtstrohhaus bauen...um mehr Gewinn zu machen.....

Was ich vorher meinte...war...das meine Freundin mir manchmal in den Ohren "hängt"...das ihr Geld immer weniger wird. Worauf dann mein Hinweis kommt....das Essen gehen im Restaurant,eben kostet.....Und je mehr Leute ,umso mehr ,ist doch logisch.

Was das Geldsparen bei Thais anbelangt.....wird auch nicht anders wie in D. sein. Die einen sparen ...die anderen nicht. Gibt auch Leute, die an morgen und übermorgen denken und schon ein gewisses Fingerspitzengefühl zu Geld haben und es nicht für Kinkerlitzchen ausgeben....

Bekommt man evtl.von den Eltern "vorgelebt,vermittelt".

Obs in meinem Fall bei der Familie jetzt oder vorher in Korat war....ist doch easy den Leuten in ner Runde was über D. zu erzählen und was es hier in D. so alles kostet. Und wenn die Leute nicht ganz bescheuert sind, chekken  sie recht schnell ...wieviel denn unterm Strich i.d.R. übrig bleibt ...zum Sparen...vielleicht für den grossen Urlaub.....Miete ,Strom,Autokosten--Sprit....Essen..Rentenbeiträge.,die Steuern allgemein natürlich nicht vergessen,alles  kurz angerissen.....
Den kommen die Tränen....sinnbildlich. Nix locker...locker...easy Germany.....i.d.R.

Hat eh keiner einen Schimmer wies im Arbeitsleben in D. aussehen kann,um  mal auf die Threadüberschrift zurückzukommen---Paranoia---- nur das wäre dann ja umgekehrt.....:-)

Beispiel: ein Sohn von meiner Freundin....er arbeitet in Bang Na...in einer Firma....am PC, ist mit
Kleiderstoffen ,und deren Repräsentation und Qualitätskontrolle beschäftigt (Monatsverdienst 10 000 Baht) Sein Chef ist ein Taiwanese,der auf die Uhr schaut... und ihn mies behandelt(moppt)
gruss
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Ps. wegen der kurz angerissenen Pilzzucht(hedfaang) schreib ich evtl. später was zu .Ist recht interessant für Leute ,die Land haben und in der Richtung Interesse haben, was zu machen.Ich war erstaunt,wie doch mit recht einfachen Mitteln...und dem nötigen Know how.....Kohle erwirtschaftet werden kann...vorrausgesetzt man ist nicht faul und hat ein kleines Startkapital......
 
sunnyboy

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@Nogkeo, wenn mich Thais nach Einkommen gefragt haben. Habe ich ihnen immer erst meine Kosten vorgerechnet und erzählt wofür der Rest verwendet wird. Die kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Von wegen "rich man".
Mit dem Sparen ist das so eine Sache, da sagt man für 3 Wochen Urlaub hat man ein Budget von X. Was passiert die Holde fängt an zu sparen.
Es werden in den Hotels die Preise runtergehandelt, statt Flugzeug Taxi etc. Aber dann nach ein paar Tagen des "Normallebens" muß aus irgendeinem Grund das Geld mit großen Händen herausgeschmissen werden, denn man hat sich ja ein paar Tage gezügelt. Wenn man dann selber beim regelmäßigen Check der Urlaubsausgaben erwischt wird, ist man plötzlich ein kiniau.
Mir sind aber auch aus meinem Bekanntenkreis in Deutschland etliche Fälle bekannt, bei denen die Thais in Sachen Verschwendungssucht noch
etwas lernen könnten. Das ist wohl überall irgendwie das gleiche, bei uns Deutschen ist die Sparsamkeit wohl sehr ausgeprägt.
Da fällt mir noch etwas zum Thema Pünktlichkeit ein. Bei dem Familienbesuch mußte ich feststellen, daß die wahrscheinlich alle im letzten Leben Uhrmacher waren. Der einzige der immer zu spät kam, war tatsächlich ich. Die hielten die Zeiten ein. Nur der Tourist, der sich dachte Urlaub, thailändische Zeitrechnung etc. fiel auf.

Gruß Sunnyboy
 
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