Radfahren in Deutschland gehört für mich zu den angenehmen und schönen Seiten des Landes. Selbst in einer dicht besiedelten Gegend wie NRW Rheinland (oben ein paar Herbstphotos) gibt es viele intakte Wald- und Grünflächen mit unzerstörter Natur, was man von Thailand leider nicht immer sagen kann. Auch die Infrastruktur ist hervorragend. Wald- und Feldwege sind zahlreich vorhanden und befinden sich in gutem Zustand. Meist schon "zu gut", denn als Mountainbiker bevorzugt man holprige, schmale und steile Pfade vor Waldautobahnen, weil erstere technisch anspruchsvoller und daher spannender sind.
Meine Fahrpraxis hat sich dementsprechend ein wenig verändert. Hier fahre ich mehr Cross-Country während ich in Thailand hauptsächlich Enduro gefahren bin. Die Strecken sind länger, die Geschwindigkeit höher und mein Fahrrad ist entsprechend leichter. Leider bricht nun die kalte Jahreszeit an, was beim MTB Sport schon eine echte Spaßbremse ist, obwohl es auch im Winter schöne (meist kürzere) Touren und Trainingsfahrten möglich sind. Ein weiterer Unterschied ist, dass in Thailand der Wald fast menschenleer ist, während man in Deutschland überall auf Fußgänger, Reiter, und Hunde trifft.
Das ist an sich überhaupt kein Problem wenn man die anderen Waldbenutzer respektiert und entsprechend defensiv fährt. Leider gibt es -wie fast immer in Deutschland- gelegentlich Meckerer und Nörgler, die Mountainbiker als natürliche Feinde wahrnehmen. Diese trifft man meist in stadtnahen Erholungsgebieten an Wochenenden wie dem letzten, wo die halbe Welt draußen unterwegs ist. Da habe ich mir schon einiges anhören müssen. Vermutlich sind sich die Leute auch nicht bewusst, dass ein erfahrener Mountainbiker eine weitaus bessere Kontrolle über sein Gerät hat als der durchschnittliche Sonntagsradler und deshalb nicht alles riskant ist was vielleicht riskant aussieht.
Ich habe das bisher immer ignoriert, denn alles andere wäre vermutlich Zeitverschwendung, obwohl es mich manchmal schon gereizt hätte eine Diskussion zu beginnen. Meist habe ich aber noch viele Kilometer vor mir und dann einfach resignierend zur Kenntnis genommen, dass das mit dem gegenseitigen Respekt nicht immer funktioniert.
Cheers, X-pat