Für die meisten Menschen ist eine Aus- oder Rückwanderung mit einem Arbeitswechsel verbunden. Das ist bei mir auch so, obwohl das streng genommen nicht zwingend ist, da ich schon seit vielen Jahren über Grenzen hinweg mit Kunden über das Internet zusammenarbeite. In der IT Branche geht das zum Glück meist problemlos.
Über die Neustrukturierung meines Arbeitsfelds hatte ich mir natürlich schon vorher Gedanken gemacht. Der Standort Deutschland bedeutet deutlich höhere Steuern und Betriebskosten als Selbstständiger, was ich natürlich nur über eine Preisanpassung meiner Leistungen kompensieren kann. Das würde wiederum bedeuten, dass ich meine Tätigkeit neu ordnen muss und mehr im Consulting-Bereich mit Einsätzen vor Ort tätig sein müsste.
Weil das mit längeren Abwesenheiten von der Familie verbunden wäre, habe ich mich für eine Festanstellung entschieden. Nur so kann ich meine Famillie bei der Übersiedlung und beim Einleben in Deutschland optimal unterstützen. Nach vielen Jahren Selbstständigkeit wird das vielleicht nicht ganz einfach für mich sein. Man ist schließlich nicht (mehr) sein eigener Boss. Es wäre jedoch übertrieben zu sagen, dass damit Selbstbestimmung durch Unternehmensbestimmung ersetzt wird. Als Selbsständiger muss man sich letztendlich auch mit wirtschaftlichen Zwängen arrangieren.
Ich war ziemlich gespannt und auch ein wenig nervös im Hinblick auf meinen "Aufprall" auf den deutschen Arbeitsmarkt. So begann ich gleich nach unserem Nordseeurlaub die einschlägigen Webportale nach geeigneten Jobs zu durchsuchen und die ersten Bewerbungen zu schreiben. Unkenrufen zufolge hat man auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Alter von 50+ kaum Chancen. Das hielt mich jedoch nicht davon ab, ein Gehalt aufzurufen mit dem meine Familie einigermaßen komfortabel leben kann. Nicht wirklich ein Spiel mit dem Feuer, denn das Schlimmste das dabei passieren kann ist, dass wir das mit der Übersiedlung noch ein wenig verschieben.
Cheers, X-pat